{"id":35030,"date":"2013-07-24T09:22:03","date_gmt":"2013-07-24T07:22:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=35030"},"modified":"2020-09-15T11:20:17","modified_gmt":"2020-09-15T09:20:17","slug":"allgemeinverfugung-zur-zuruckweisung-der-wegen-der-zuteilung-der-steuerlichen-identifikationsnummer-erhobenen-einspruche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/allgemeinverfugung-zur-zuruckweisung-der-wegen-der-zuteilung-der-steuerlichen-identifikationsnummer-erhobenen-einspruche\/","title":{"rendered":"Allgemeinverf\u00fcgung zur Zur\u00fcckweisung der wegen der Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer erhobenen Einspr\u00fcche"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Dem Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern liegt eine Vielzahl von Einspr\u00fcchen vor, die zum Ziel haben, die Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer (\u00a7 139b der Abgabenordnung &#8211; AO -) und die Speicherung der Daten im Sinne des \u00a7 139b Abs. 3 AO zu unterlassen oder eine bereits zugeteilte steuerliche Identifikationsnummer und die gespeicherten Daten zu l\u00f6schen. Geltend gemacht wird, die Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer und die Datenspeicherung seien verfassungswidrig.<\/span><\/h1>\n<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18. Januar 2012 &#8211; II R 49\/10 &#8211; (BStBl II 2012 Seite 168) entschieden, dass die Zuteilung der Identifikationsnummer und die dazu erfolgte Datenspeicherung mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und sonstigem Verfassungsrecht vereinbar sind. Ferner hat der BFH entschieden, dass sowohl die Zuteilung der Identifikationsnummer als auch die Datenspeicherung keine Verwaltungsakte darstellen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 347 AO ist der Einspruch (als f\u00f6rmlicher au\u00dfergerichtlicher Rechtsbehelf) nur statthaft, wenn ein Verwaltungsakt angefochten oder der Erlass eines Verwaltungsakts begehrt wird. Die beim Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern erhobenen Einspr\u00fcche gegen die Zuteilung der Identifikationsnummer oder die Datenspeicherung sind somit unzul\u00e4ssig und k\u00f6nnen schon deshalb keinen Erfolg haben. Sie sind daher durch eine vom Bundesministerium der Finanzen erlassene Allgemeinverf\u00fcgung gem\u00e4\u00df \u00a7 367 Abs. 2b AO zur\u00fcckgewiesen worden.<\/p>\n<p>Sollten B\u00fcrger trotz der Entscheidung des BFH weiterhin der Ansicht sein, die Zuteilung der Identifikationsnummer oder die Datenspeicherung sei verfassungswidrig, k\u00f6nnen sie trotz der Zur\u00fcckweisung eines von ihnen eventuell erhobenen Einspruchs ihr Anliegen durch Erhebung einer allgemeinen Leistungsklage oder einer Feststellungsklage weiterverfolgen. Im Hinblick auf die Entscheidung des BFH d\u00fcrften aber derartige Klagen ebenfalls keinen Erfolg haben.<\/p>\n<p>Die\u00a0Allgemeinverf\u00fcgung\u00a0finden Sie auf der Homepage des BMF.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<span style=\"font-size: 1.17em;\">BMF, Mitteilung vom 23.07.2013<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2013\/0620203<br \/>\nAllgemeinverf\u00fcgung<br \/>\ndes Bundesministeriums der Finanzen<br \/>\nvom 22. Juli 2013<br \/>\n&#8211; IV A 3 &#8211; S 0625\/13\/10002 &#8211;<br \/>\nAufgrund<br \/>\n\uf0b7 des \u00a7 367 Absatz 2b der Abgabenordnung (AO) und<br \/>\n\uf0b7 des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18. Januar 2012 &#8211; II R 49\/10 &#8211;<br \/>\n(BStBl II S. 168)<br \/>\nergeht folgende Allgemeinverf\u00fcgung:<br \/>\nAm 22. Juli 2013 anh\u00e4ngige Einspr\u00fcche gegen die Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer (\u00a7 139b AO) oder die Speicherung der Daten im Sinne des \u00a7 139b Absatz 3 AO<br \/>\nwerden hiermit zur\u00fcckgewiesen.<br \/>\nGem\u00e4\u00df \u00a7 347 AO ist ein Einspruch nur statthaft, wenn ein Verwaltungsakt angefochten oder<br \/>\nder Erlass eines Verwaltungsakts begehrt wird. Verwaltungsakt ist jede Verf\u00fcgung, Entscheidung oder andere hoheitliche Ma\u00dfnahme, die eine Beh\u00f6rde zur Regelung eines Einzelfalls auf<br \/>\ndem Gebiet des \u00f6ffentlichen Rechts trifft und die auf unmittelbare Rechtswirkung nach au\u00dfen<br \/>\ngerichtet ist (\u00a7 118 Satz 1 AO). Die Zuteilung der Identifikationsnummer regelt keinen Einzelfall und entfaltet keine unmittelbare Rechtswirkung nach au\u00dfen. Sie ist daher kein Verwaltungsakt. Gleiches gilt f\u00fcr die Speicherung von Daten (Randnummer 19 des o. g. BFHUrteils). Einspr\u00fcche, die sich gegen die Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer<br \/>\noder die Datenspeicherung richten, sind daher nicht statthaft und somit unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern liegt eine Vielzahl von Einspr\u00fcchen vor, die zum Ziel haben, die Zuteilung der steuerlichen Identifikationsnummer (\u00a7 139b der Abgabenordnung &#8211; AO -) und die Speicherung der Daten im Sinne des \u00a7 139b Abs. 3 AO zu unterlassen oder eine bereits zugeteilte steuerliche Identifikationsnummer und die gespeicherten Daten zu l\u00f6schen. 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