{"id":35577,"date":"2013-08-13T17:50:46","date_gmt":"2013-08-13T15:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=35577"},"modified":"2020-09-15T11:20:29","modified_gmt":"2020-09-15T09:20:29","slug":"verordnung-zur-anwendung-des-fremdvergleichsgrundsatzes-auf-betriebsstatten-nach-%c2%a7-1-abs-5-astg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verordnung-zur-anwendung-des-fremdvergleichsgrundsatzes-auf-betriebsstatten-nach-%c2%a7-1-abs-5-astg\/","title":{"rendered":"Verordnung zur Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes auf Betriebsst\u00e4tten nach \u00a7 1 Abs. 5 AStG"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 1.17em;\">Betriebsst\u00e4ttengewinnaufteilungsverordnung &#8211; BsGaV<\/span><\/h1>\n<h3 id=\"ueberschrift4\">BMF, Mitteilung vom 05.08.2013<\/h3>\n<h3 id=\"ueberschrift5\">A. Problem und Ziel<\/h3>\n<p>Durch das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur \u00c4nderung steuerlicher Vorschriften (Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz &#8211; AmtshilfeRLUmsG) vom 26. Juni 2013 (BGBl. I S. 1809) wurde im Bereich des \u00a7 1 Au\u00dfensteuergesetzes (AStG) vor allem ein neuer Absatz 5 eingef\u00fcgt, der den Inhalt des OECD Betriebsst\u00e4ttenberichts 2010, der vom Rat der &#8222;Organisation for Economic Cooperation and Development&#8220; (OECD) am 22. Juli 2010 verabschiedet und ver\u00f6ffentlicht worden ist, in innerstaatliches Recht umsetzt.<\/p>\n<p>Der OECD Betriebsst\u00e4ttenbericht 2010 beruht auf den international entwickelten Grunds\u00e4tzen zur Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes auf die grenz\u00fcberschreitende Aufteilung der Eink\u00fcnfte zwischen einer Betriebsst\u00e4tte und dem Unternehmen, zu dem sie geh\u00f6rt (Authorised OECD Approach &#8211; AOA).<\/p>\n<p>Die Regelung im neuen Absatz 5 hat den Zweck, die Besteuerung grenz\u00fcberschreitender Vorg\u00e4nge im Hinblick auf die Eink\u00fcnfteabgrenzung bzw. Eink\u00fcnfteaufteilung klar und f\u00fcr alle Investitionsalternativen (Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften, Betriebsst\u00e4tten) einheitlich zu regeln. Damit folgt Deutschland innerstaatlich den internationalen Bem\u00fchungen, die bisher weitgehend uneinheitliche Praxis der internationalen Betriebsst\u00e4ttenbesteuerung auf der Grundlage eines international anerkannten Standards (Fremdvergleichsgrundsatz) zu vereinheitlichen.<\/p>\n<h3 id=\"ueberschrift7\">B. L\u00f6sung<\/h3>\n<p>\u00a7 1 Abs. 6 AStG in der Fassung des AmtshilfeRLUmsG enth\u00e4lt die Erm\u00e4chtigung des Bundesministeriums der Finanzen zum Erlass einer Rechtsverordnung zur Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes, die sich \u00fcber die bisherige Erm\u00e4chtigung in \u00a7 1 Abs. 3 Satz 13 AStG hinaus auch auf die Eink\u00fcnfteaufteilung bzw. Eink\u00fcnfteermittlung in grenz\u00fcberschreitenden Betriebsst\u00e4ttenf\u00e4llen erstreckt. \u00a7 1 Abs. 3 Satz 13 AStG wurde deshalb aufgehoben.<\/p>\n<p>Durch die Rechtsverordnung soll, noch konkreter als durch das Gesetz m\u00f6glich, sichergestellt werden, dass von Steuerpflichtigen und Verwaltung wettbewerbsneutrale und im internationalen Kontext akzeptable L\u00f6sungen gefunden werden, die auf den international anerkannten Grunds\u00e4tzen f\u00fcr die Eink\u00fcnfteaufteilung von Betriebsst\u00e4tten basieren. Dies sichert deutsche Besteuerungsrechte und hilft, internationale Besteuerungskonflikte zu vermeiden.<\/p>\n<p>Zur Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes regelt die Rechtsverordnung f\u00fcr inl\u00e4ndische Unternehmen mit einer in einem anderen Staat gelegenen Betriebsst\u00e4tte sowie f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen mit einer inl\u00e4ndischen Betriebsst\u00e4tte u. a.:<\/p>\n<div><\/div>\n<ol>\n<li>die Art und Weise der Berechnung der Betriebsst\u00e4tteneink\u00fcnfte (Hilfs- und Nebenrechnung); in dieser Hilfs- und Nebenrechnung werden vor allem die der Betriebsst\u00e4tte zuzuordnenden Verm\u00f6genswerte, ihr Dotationskapital und die \u00fcbrigen, ihr zuzuordnenden Passiva sowie die Gesch\u00e4ftsvorf\u00e4lle der Betriebsst\u00e4tte erfasst;<\/li>\n<li>unter welchen Umst\u00e4nden anzunehmende schuldrechtliche Beziehungen (&#8222;Dealings&#8220;) zwischen einer Betriebsst\u00e4tte und dem \u00fcbrigen Unternehmen, zu dem sie geh\u00f6rt, vorliegen;<\/li>\n<li>welche Besonderheiten f\u00fcr bestimmte Branchen, insbesondere f\u00fcr Banken, f\u00fcr Versicherungen, f\u00fcr Bau- und Montageunternehmen und f\u00fcr Explorationsunternehmen zu beachten sind;<\/li>\n<li>in welchen F\u00e4llen zur Vermeidung von Beweisschwierigkeiten von widerlegbaren Vermutungen auszugehen ist; dies ist notwendig, da eine rechtliche Abgrenzung auf der Basis des Zivil- oder Handelsrechts innerhalb eines Unternehmens nicht m\u00f6glich ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die\u00a0Verordnung\u00a0zur Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes auf Betriebsst\u00e4tten nach \u00a7 1 Abs. 5 des Au\u00dfensteuergesetzes (Betriebsst\u00e4ttengewinnaufteilungsverordnung &#8211; BsGaV) finden Sie auf der Homepage des BMF.<\/p>\n<p id=\"seitenquelle\">Quelle:\u00a0BMF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebsst\u00e4ttengewinnaufteilungsverordnung &#8211; BsGaV BMF, Mitteilung vom 05.08.2013 A. 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