{"id":35644,"date":"2013-08-21T16:46:23","date_gmt":"2013-08-21T14:46:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=35644"},"modified":"2013-08-21T16:46:23","modified_gmt":"2013-08-21T14:46:23","slug":"fahrergestellung-als-lohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fahrergestellung-als-lohn\/","title":{"rendered":"Fahrergestellung als Lohn"},"content":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, VI R 44\/11<\/p>\n<p>Fahrergestellung als Lohn<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>\u00dcberl\u00e4sst der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte einen Fahrer, f\u00fchrt das dem Grunde nach zu einem lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil. Der Vorteil bemisst sich grunds\u00e4tzlich nach dem \u00fcblichen Endpreis am Abgabeort einer vergleichbaren von fremden Dritten erbrachten Leistung (\u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 EStG).<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein vom Arbeitgeber zur Verf\u00fcgung gestellter Dienstwagen samt Fahrer f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte als geldwerter lohnsteuerlicher Vorteil zu erfassen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) war seit 1.\u00a0Juli 2001 nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Im Rahmen einer bei seinem Arbeitgeber durchgef\u00fchrten Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung wurde festgestellt, dass der Kl\u00e4ger in den Streitjahren (2001 bis 2003) ein Dienstfahrzeug mit Fahrer zur Verf\u00fcgung hatte, das er auch f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte nutzen konnte. Auf der Grundlage eines von der Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung als mangelhaft beurteilten Fahrtenbuches gelangte der Pr\u00fcfer zu der \u00dcberzeugung, dass der Kl\u00e4ger an vielen Tagen direkte Fahrten zwischen seinem Wohnort in A und seiner T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte in B durchgef\u00fchrt habe. Die Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung vertrat die Auffassung, dass der Nutzungsvorteil f\u00fcr die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte nach der so genannten 0,03\u00a0%-Zuschlagsregelung anzusetzen sowie f\u00fcr die Vorteile aus der Fahrergestellung entsprechend R\u00a031 Abs.\u00a010 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0a der Lohnsteuer-Richtlinien in den in den Streitjahren geltenden Fassungen um 50\u00a0% zu erh\u00f6hen sei. Die Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung nahm jeweils eine Arbeitsst\u00e4tte in C (6\u00a0km Entfernung) sowie B (34\u00a0km Entfernung) an und ermittelte so anhand einer durchschnittlichen Entfernung von 20\u00a0km und Anschaffungskosten des genutzten Dienstfahrzeugs in H\u00f6he von 67.800\u00a0DM (34.665\u00a0EUR) einen bisher vom Arbeitgeber nicht versteuerten Arbeitslohn in H\u00f6he von 1.220,40\u00a0DM (2001) und jeweils 3.736,80\u00a0EUR (2002, 2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich dem an und erh\u00f6hte mit jeweils nach \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 der Abgabenordnung ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheiden vom 30.\u00a0Juni 2005 die festgesetzten Einkommensteuern der Streitjahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch \u00e4nderte das FA im Klageverfahren mit weiteren \u00c4nderungsbescheiden die Einkommensteuerfestsetzungen der Streitjahre 2002 und 2003, ber\u00fccksichtigte dabei mit der Entfernungspauschale Werbungskosten in H\u00f6he von jeweils 1.802\u00a0EUR und setzte die Einkommensteuern dementsprechend herab. Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) machten dagegen weiterhin geltend, dass f\u00fcr die Fahrten zwischen der Wohnung und den Arbeitsst\u00e4tten in B und C kein geldwerter Vorteil anzusetzen sei, weil sie zur Erf\u00fcllung der Dienstpflichten durchgef\u00fchrt worden seien. Dem Kl\u00e4ger habe auch kein personengebundenes Fahrzeug zur Verf\u00fcgung gestanden, sondern ein Fahrzeug des Fuhrparks, mit dem auch andere Dienstgesch\u00e4fte erf\u00fcllt worden seien. Die ge\u00e4nderten Bescheide seien dementsprechend aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 239 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgen die Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie beantragen sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>das Urteil des FG Sachsen-Anhalt vom 19.\u00a0April 2011\u00a0\u00a04\u00a0K\u00a01690\/05, den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2001 vom 30.\u00a0Juni 2005 sowie die Einkommensteuerbescheide f\u00fcr 2002 und f\u00fcr 2003 jeweils vom 30.\u00a0Juni 2005 i.d.F. vom 4.\u00a0Januar 2006 sowie die Einspruchsentscheidung vom 25.\u00a0Oktober 2005 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung). Die bisherigen Feststellungen des FG tragen nicht dessen Entscheidung, dass der Kl\u00e4ger mit dem ihm \u00fcberlassenen Dienstwagen arbeitst\u00e4glich Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte durchgef\u00fchrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Ob eine Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vorliegt, beurteilt sich nach den Grunds\u00e4tzen, die f\u00fcr den Werbungskostenabzug f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und (regelm\u00e4\u00dfiger) Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 Nr.\u00a04 EStG gelten (Senatsurteil vom 4.\u00a0April 2008 VI\u00a0R\u00a085\/04, BFHE 221, 11, BStBl II 2008, 887).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 Nr.\u00a04 EStG ist nur der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T\u00e4tigkeit des Arbeitnehmers und damit der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine aufgrund des Dienstverh\u00e4ltnisses geschuldete Leistung zu erbringen hat. Dies ist im Regelfall der Betrieb oder eine Betriebsst\u00e4tte des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, also fortdauernd und immer wieder aufsucht (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.\u00a0M\u00e4rz 2012 VI\u00a0R\u00a048\/11, BFHE 237, 82, BStBl II 2012, 926; vom 22.\u00a0September 2010 VI\u00a0R\u00a054\/09, BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach fr\u00fcherer Rechtsprechung des BFH konnte ein Arbeitnehmer auch mehrere regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tten nebeneinander innehaben. Diese Rechtsprechung hat der Senat jedoch zwischenzeitlich aufgegeben (Urteile vom 19.\u00a0Januar 2012 VI\u00a0R\u00a023\/11, BFHE 236, 351, BStBl II 2012, 472; VI\u00a0R\u00a036\/11, BFHE 236, 353, BStBl II 2012, 503; VI\u00a0R\u00a032\/11, BFH\/NV 2012, 936; vom 9.\u00a0Juni 2011 VI\u00a0R\u00a036\/10, BFHE 234, 160, BStBl II 2012, 36; VI\u00a0R\u00a055\/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38; VI\u00a0R\u00a058\/09, BFHE 234, 155, BStBl II 2012, 34). Denn dieser ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T\u00e4tigkeit des Arbeitnehmers kann nur an einem Ort liegen. Nur insoweit kann sich der Arbeitnehmer auf die immer gleichen Wege einstellen und so (etwa durch Fahrgemeinschaften, \u00f6ffentliche Verkehrsmittel oder eine zielgerichtete Wohnsitznahme in der N\u00e4he der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte) auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Ist der Arbeitnehmer in mehreren betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers t\u00e4tig, sind deshalb die Umst\u00e4nde des Einzelfalles zu w\u00fcrdigen und der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T\u00e4tigkeit zu bestimmen. Hierbei ist insbesondere zu ber\u00fccksichtigen, welcher T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugeordnet worden ist, welche T\u00e4tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst\u00e4tten im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat und welches konkrete Gewicht dieser T\u00e4tigkeit zukommt. Allein der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte im zeitlichen Abstand immer wieder aufsucht, reicht f\u00fcr die Annahme einer regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte jedenfalls dann nicht aus, wenn der Steuerpflichtige fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst\u00e4tten seines Arbeitgebers aufsucht. Der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte muss vielmehr hinreichend zentrale Bedeutung gegen\u00fcber den weiteren T\u00e4tigkeitsorten zukommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist teilweise von anderen Rechtsgrunds\u00e4tzen ausgegangen. Zutreffend hat es zwar entschieden, dass unabh\u00e4ngig von der 1\u00a0%-Regelung die 0,03\u00a0%-Regelung dann zur Anwendung kommt, wenn das Kfz ausschlie\u00dflich f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte, nicht aber f\u00fcr eine sonstige private Nutzung \u00fcberlassen wird (BFH-Urteile in BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354; vom 6.\u00a0Oktober 2011 VI\u00a0R\u00a056\/10, BFHE 235, 383, BStBl II 2012, 362). Es hat allerdings nicht beachtet, dass ein Arbeitnehmer nicht mehr als eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte innehaben kann, auch wenn er fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst\u00e4tten seines Arbeitgebers aufsucht. Die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist allerdings nicht spruchreif. Denn die bisher getroffenen Feststellungen lassen keine Beurteilung zu, ob und gegebenenfalls wo der Kl\u00e4ger eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte innehatte und wie oft er diese mit dem Dienstwagen aufgesucht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das FG wird im zweiten Rechtsgang insbesondere aufzukl\u00e4ren haben, ob der Kl\u00e4ger \u00fcberhaupt eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte innehatte. Dazu wird zu pr\u00fcfen sein, ob und gegebenenfalls welcher der T\u00e4tigkeitsst\u00e4tten des Kl\u00e4gers eine hinreichend zentrale Bedeutung gegen\u00fcber den weiteren T\u00e4tigkeitsorten zukommt. Dabei ist vor allem zu ber\u00fccksichtigen, ob und welcher betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers der Kl\u00e4ger zugeordnet war, welche T\u00e4tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst\u00e4tten im Einzelnen wahrnahm oder wahrzunehmen hatte und welches Gewicht diesen T\u00e4tigkeiten jeweils zukam (z.B. BFH-Urteil in BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Sollte das FG zu dem Ergebnis gelangen, dass der Kl\u00e4ger an einer regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte t\u00e4tig gewesen war, wird weiter zu ber\u00fccksichtigen sein, dass nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats die 0,03\u00a0%-Zuschlagsregelung nur soweit zur Anwendung kommt, wie der Arbeitnehmer den Dienstwagen tats\u00e4chlich f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte nutzt (Urteil vom 22.\u00a0September 2010 VI\u00a0R\u00a057\/09, BFHE 231, 139, BStBl II 2011, 359). Es wird deshalb festzustellen sein, wann der Kl\u00e4ger jeweils diese eine regelm\u00e4\u00dfige T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte aufgesucht hat. Weiter wird zu beachten sein, dass die 0,03\u00a0%-Regelung als Korrekturvorschrift zwar die Fahrten zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte erfasst, aber nicht zur Anwendung kommt, soweit der Kl\u00e4ger Dienstreisen unmittelbar von der Wohnung aus angetreten hat (Urteil in BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354, Rz\u00a026).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl\u00e4ger f\u00fcr die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte nicht nur einen Dienstwagen, sondern auch einen Fahrer zur Verf\u00fcgung hatte, f\u00fchrt das dem Grunde nach zu einem lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Der Senat h\u00e4lt die in seinem Urteil in BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354, Rz\u00a028 ge\u00e4u\u00dferten Zweifel an seiner bisherigen Rechtsprechung (Urteil vom 27.\u00a0September 1996 VI\u00a0R\u00a084\/95, BFHE 181, 181, BStBl II 1997, 147) im Ergebnis nicht f\u00fcr durchgreifend. F\u00fcr die Annahme eines Vorteils kommt es nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer in dem mit Fahrer \u00fcberlassenen Fahrzeug bereits auf dem Weg zur regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte b\u00fcrom\u00e4\u00dfige T\u00e4tigkeiten tats\u00e4chlich aus\u00fcbt oder aus\u00fcben k\u00f6nnte. Entscheidend ist vielmehr, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer f\u00fcr eine Aufgabe, die Angelegenheit des Arbeitnehmers ist, eine Dienstleistung in Form der Personal\u00fcberlassung zur Verf\u00fcgung stellt, die f\u00fcr sich betrachtet einen Wert hat. Diese Personal\u00fcberlassung betrifft auch nicht den unmittelbaren betrieblichen Bereich des Arbeitgebers, den er mit Arbeitsmitteln und Personal auszustatten hat, um den eigentlichen Arbeitsprozess zu f\u00f6rdern. Die vom Arbeitgeber erbrachte Leistung der Bef\u00f6rderung des Arbeitnehmers von der Wohnung zur Arbeitsst\u00e4tte ist weiter keine blo\u00dfe nicht einkommensteuerbare Aufmerksamkeit, sondern grunds\u00e4tzlich einkommensteuerbar, sofern nicht die Steuerbefreiung des \u00a7\u00a03 Nr.\u00a032 EStG greift (vgl. Pfl\u00fcger in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7\u00a019 EStG Rz\u00a0135). Insofern ist eine solche Personal\u00fcberlassung ein vom Arbeitgeber zugewendeter Vorteil, dem ein Entlohnungscharakter f\u00fcr das Zurverf\u00fcgungstellen der Arbeitskraft zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Anders als in dem vom Senat mit Urteil in BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354 entschiedenen Streitfall f\u00fchrt der hier als Arbeitslohn zu erfassende Vorteil aus der arbeitgeberseitigen Gestellung eines Fahrers zu einem h\u00f6heren Ansatz der Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit. Fahrten zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte sind nach der in den Streitjahren (2001 bis 2003) geltenden und bis zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt unver\u00e4nderten Rechtslage zwar beruflich veranlasste Fahrten, die nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 Nr.\u00a04 EStG grunds\u00e4tzlich zum Werbungskostenabzug berechtigen. Aber der Kl\u00e4ger kann diese Aufwendungen nur im Rahmen der f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte geltenden H\u00f6chstbetr\u00e4ge abziehen. Nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a02 EStG sind indessen durch die Entfernungspauschale s\u00e4mtliche Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte veranlasst sind. Insoweit saldieren sich Einnahmen und Erwerbsaufwendungen des Kl\u00e4gers nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Wert des vom Arbeitgeber erlangten Vorteils ist, wie alle nicht in Geld bestehenden Einnahmen, mit dem um \u00fcbliche Preisnachl\u00e4sse geminderten \u00fcblichen Endpreis am Abgabeort anzusetzen (\u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG). Zutreffend hat deshalb das FG dazu ausgef\u00fchrt, dass der f\u00fcr eine Fahrergestellung zus\u00e4tzlich erlangte geldwerte Vorteil zu sch\u00e4tzen ist und dass f\u00fcr diese Sch\u00e4tzung der Listenpreis des gefahrenen Fahrzeugs nicht sachgerecht ist. Ma\u00dfstab zur Bewertung des Vorteils ist der Wert einer von einem fremden Dritten bezogenen vergleichbaren Dienstleistung; dieser Wert kann, muss aber nicht den zeitanteiligen Personalkosten des Arbeitgebers entsprechen. Denn der Wert eines vom Arbeitgeber erlangten Vorteils bildet sich nicht stets und unmittelbar in den Kosten ab, die der Arbeitgeber selbst daf\u00fcr aufgewendet hat. Angesichts dessen wird das FG den Wert der vom Arbeitgeber erlangten Dienstleistung zu sch\u00e4tzen und anzusetzen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, VI R 44\/11 Fahrergestellung als Lohn Leits\u00e4tze \u00dcberl\u00e4sst der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte einen Fahrer, f\u00fchrt das dem Grunde nach zu einem lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil. Der Vorteil bemisst sich grunds\u00e4tzlich nach dem \u00fcblichen Endpreis am Abgabeort einer vergleichbaren von fremden Dritten erbrachten Leistung (\u00a7 8 Abs. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fahrergestellung-als-lohn\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Fahrergestellung als Lohn<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1689],"tags":[3165],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35644"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35644"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35644\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}