{"id":36034,"date":"2013-04-30T16:24:52","date_gmt":"2013-04-30T14:24:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36034"},"modified":"2013-09-03T10:17:46","modified_gmt":"2013-09-03T08:17:46","slug":"verletzung-in-der-raucherpause-ist-kein-arbeitsunfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verletzung-in-der-raucherpause-ist-kein-arbeitsunfall\/","title":{"rendered":"Verletzung in der Raucherpause ist kein Arbeitsunfall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verletzung in der Raucherpause ist kein Arbeitsunfall<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernfrage<\/strong><br \/>\nBei Arbeitsunf\u00e4llen tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein, um den durch den Unfall verursachten Schaden zu regulieren. Oftmals ist aber streitig, ob es sich bei einem Unfall, der im Zusammenhang mit der T\u00e4tigkeit geschieht, auch tats\u00e4chlich um einen Arbeitsunfall handelt. Dies betrifft insbesondere solche Unf\u00e4lle, die in Pausenzeiten geschehen. Das Sozialgericht Berlin hatte nunmehr dar\u00fcber zu entscheiden, ob ein Unfall anl\u00e4sslich einer Raucherpause einen Arbeitsunfall darstellt.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDie Kl\u00e4ger kehrte nach einer Raucherpause zur\u00fcck zum Arbeitsplatz, stie\u00df dabei mit einem Kollegen zusammen, der deshalb Wasser versch\u00fcttete, auf dem der Kl\u00e4ger ausrutschte und sich einen Arm brach. Nach seiner Auffassung handelte es sich um einen Arbeitsunfall, weil er den Weg, auf dem er sich befand, mehrmals am Tag zur\u00fccklegte.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Sozialgericht Berlin wies die Klage ab. Arbeitsunf\u00e4lle seien ausschlie\u00dflich solche Unf\u00e4lle infolge einer versicherten T\u00e4tigkeit. Mit anderen Worten, es m\u00fcsse ein Ursachenzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der T\u00e4tigkeit bestehen. Dies sei hier nicht der Fall, weil die Zur\u00fccklegung des Weges zwischen Arbeitsplatz und Raucherbereich nicht infolge der T\u00e4tigkeit sondern zum pers\u00f6nlichen Genuss erfolgt sei. Insoweit sei der private Entschluss zu rauchen anders zu beurteilen als der Gang zur Kantine. Dieser sei versichert, um die Arbeitskraft zu erhalten.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDie Entscheidung f\u00fcgt sich in eine Reihe von Entscheidungen der Sozialgerichte ein, die privat veranlasste Pausen (z. B. auch der Toilettengang) \u2013 ausgenommen die Mittagspause, soweit sie zum Erhalt der Arbeitskraft aufgewendet wird \u2013 nicht mehr der versicherten T\u00e4tigkeit und damit auch nicht dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zurechnen. Ungeachtet dessen treibt die Rechtsprechung hier &#8222;Stilbl\u00fcten&#8220;. So soll der Eisverzehr auf dem grunds\u00e4tzlich versicherten Heimweg, nicht versichert sein, weil das Eisessen dem privaten Bereich zuzuordnen sei, wohingegen der S\u00fc\u00dfigkeitenkauf in der Mittagspause zum Verkehr am Arbeitsplatz versichert ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verletzung in der Raucherpause ist kein Arbeitsunfall Kernfrage Bei Arbeitsunf\u00e4llen tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein, um den durch den Unfall verursachten Schaden zu regulieren. Oftmals ist aber streitig, ob es sich bei einem Unfall, der im Zusammenhang mit der T\u00e4tigkeit geschieht, auch tats\u00e4chlich um einen Arbeitsunfall handelt. 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