{"id":36085,"date":"2013-07-31T16:34:18","date_gmt":"2013-07-31T14:34:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36085"},"modified":"2013-09-06T09:08:07","modified_gmt":"2013-09-06T07:08:07","slug":"scheidungskosten-als-ausergewohnliche-belastung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/scheidungskosten-als-ausergewohnliche-belastung-2\/","title":{"rendered":"Scheidungskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Scheidungskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nDie durch Ehescheidungsverfahren entstandenen Prozesskosten sind, soweit sie unmittelbar und unvermeidbar durch die prozessuale Durchf\u00fchrung des Eheverfahrens entstanden sind, als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung abziehbar. Die \u00fcbrigen mit der Scheidung zusammenh\u00e4ngenden Kosten sind hingegen nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen abziehbar.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDer Kl\u00e4ger machte in seinen Einkommensteuererkl\u00e4rungen 2006 und 2007 Kosten f\u00fcr ein Ehescheidungsverfahren als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung geltend. Hierbei handelte es sich neben den Kosten f\u00fcr die Ehescheidung auch um Rechnungen f\u00fcr den Kindes- und Trennungsunterhalt, den Prozesskosten- und Gerichtskostenvorschuss, das Gerichtsverfahren sowie den Zugewinn; bei diesen Sachverhalten war der Kl\u00e4ger anwaltlich beraten worden. Das Finanzamt beurteilte allerdings nur die unmittelbaren und unvermeidbaren Kosten des Scheidungsprozesses \u2013 Kosten f\u00fcr Scheidung und Versorgungsausgleich \u2013 als zwangsl\u00e4ufig und erkannte dementsprechend nur diese Kosten als an.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Finanzgericht wies die Klage hinsichtlich der Anerkennung der \u00fcbrigen Kosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung ab. Nach dem Einkommensteuergesetz wird die Einkommensteuer erm\u00e4\u00dfigt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl\u00e4ufig gr\u00f6\u00dfere Aufwendungen als der \u00fcberwiegenden Mehrzahl vergleichbarer Steuerpflichtiger (Einkommens- und Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse, Familienstand) erwachsen. Aufwendungen sind dann zwangsl\u00e4ufig, wenn sich ihnen aus rechtlichen, tats\u00e4chlichen oder sittlichen Gr\u00fcnden nicht entzogen werden kann. Des Weiteren m\u00fcssen die Aufwendungen den Umst\u00e4nden nach notwendig sein und d\u00fcrfen einen angemessenen Betrag nicht \u00fcbersteigen. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sind bei Aufwendungen anl\u00e4sslich einer Ehescheidung die mit dem Gerichtsverfahren zusammenh\u00e4ngenden Kosten (Gerichts- und Anwaltskosten f\u00fcr Scheidung und Versorgungsausgleich) unabh\u00e4ngig von der Schuldfrage als zwangsl\u00e4ufig anzusehen. Alle weiteren mit der Scheidung zusammenh\u00e4ngenden Kosten (verm\u00f6gensrechtliche Regelungen, Ehegatten- \/Kindesunterhalt, Umgangs- und Sorgerecht) sind nicht zwangsl\u00e4ufig, da sich die damit zusammenh\u00e4ngenden Sachverhalte auch ohne Mitwirkung des Gerichts kl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nEinzig die zwangsweise entstehenden Ehescheidungskosten sind als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung abziehbar. F\u00fcr alle dar\u00fcberhinausgehenden Kosten ist aus steuerlicher Sicht zu raten, dass eine au\u00dfergerichtliche Einigung erzielt werden sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scheidungskosten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung? Kernaussage Die durch Ehescheidungsverfahren entstandenen Prozesskosten sind, soweit sie unmittelbar und unvermeidbar durch die prozessuale Durchf\u00fchrung des Eheverfahrens entstanden sind, als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung abziehbar. Die \u00fcbrigen mit der Scheidung zusammenh\u00e4ngenden Kosten sind hingegen nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen abziehbar. 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