{"id":36095,"date":"2013-07-31T16:41:42","date_gmt":"2013-07-31T14:41:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36095"},"modified":"2013-09-06T09:23:47","modified_gmt":"2013-09-06T07:23:47","slug":"versicherungsbeitrage-sind-nicht-lebensnotwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/versicherungsbeitrage-sind-nicht-lebensnotwendig\/","title":{"rendered":"Versicherungsbeitr\u00e4ge sind nicht lebensnotwendig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Versicherungsbeitr\u00e4ge sind nicht lebensnotwendig<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nWerden neben den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen zus\u00e4tzliche private Versicherungen abgeschlossen, so k\u00f6nnen diese nicht zus\u00e4tzlich in vollem Umfang als Sonderabzug geltend gemacht werden, da sie \u00fcber das Existenzminimum hinausgehen.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nEin Ehepaar schloss zus\u00e4tzlich zu den gesetzlichen Versicherungen eine Risikolebensversicherung, eine Unfallversicherung sowie eine Kapitalversicherung ab. Der gemeinsame H\u00f6chstbetrag der steuerlich abzugsf\u00e4higen Vorsorgeaufwendungen war bereits durch die gesetzlichen Beitr\u00e4ge \u00fcberschritten, so dass im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung keine weitere Ber\u00fccksichtigung der sonstigen Vorsorgeaufwendungen erfolgte. Das Ehepaar beantragte daraufhin, die weiteren Versicherungsbeitr\u00e4ge als Sonderabzug zu ber\u00fccksichtigen. Diese z\u00e4hlten als notwendige Aufwendungen f\u00fcr ihre Daseinsf\u00fcrsorge zu den unbeschr\u00e4nkt abziehbaren Sonderausgaben. Das Finanzamt folgte dieser Ansicht nicht und versagte die Ber\u00fccksichtigung der Ausgaben im Rahmen des Einspruchsverfahrens. Das Ehepaar legte daraufhin Klage vor dem Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg ein.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Finanzgericht entschied, dass Risikolebens-, Unfall- und Kapitalversicherungen \u00fcber die Sicherung des existenznotwendigen Lebensbedarfs hinausgehen und deswegen nicht uneingeschr\u00e4nkt im Rahmen des Sonderausgabenabzugs ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Es bestehe keine gesetzliche Verpflichtung zum Abschuss derartiger Versicherungen. Zudem seien Risiken wie Alter, Invalidit\u00e4t etc. bereits durch die gesetzlichen Versicherungen abgedeckt. Die get\u00e4tigten Aufwendungen zielen nach Ansicht der Richter auf den Erhalt des Lebensstandards. Dies rechtfertige keine Kostenbeteiligung durch die Allgemeinheit. Die Erhaltung des Lebensstandards liege im Interesse des Einzelnen und m\u00fcsse von diesem alleine getragen werden.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nVersicherungen, die zus\u00e4tzlichen zu den gesetzlichen Versicherungen abgeschlossen wurden, gehen \u00fcber die blo\u00dfe Existenzerhaltung hinaus und dienen dem Erhalt des pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gens und Lebensstandards. Die Richter sahen keine Verletzung der durch das Bundesverfassungsgericht in 2008 geforderten unbeschr\u00e4nkten Ber\u00fccksichtigung von Beitr\u00e4gen zur sozialhilfegleichen Kranken- und Pflegeversicherung. Aufgrund der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung der Rechtssache wurde die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) zugelassen. Diese ist inzwischen anh\u00e4ngig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Versicherungsbeitr\u00e4ge sind nicht lebensnotwendig Kernaussage Werden neben den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen zus\u00e4tzliche private Versicherungen abgeschlossen, so k\u00f6nnen diese nicht zus\u00e4tzlich in vollem Umfang als Sonderabzug geltend gemacht werden, da sie \u00fcber das Existenzminimum hinausgehen. Sachverhalt Ein Ehepaar schloss zus\u00e4tzlich zu den gesetzlichen Versicherungen eine Risikolebensversicherung, eine Unfallversicherung sowie eine Kapitalversicherung ab. 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