{"id":36420,"date":"2013-06-30T13:57:31","date_gmt":"2013-06-30T11:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36420"},"modified":"2013-09-06T14:10:51","modified_gmt":"2013-09-06T12:10:51","slug":"gesellschafterrechte-nach-ausscheiden-aus-der-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gesellschafterrechte-nach-ausscheiden-aus-der-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Gesellschafterrechte nach Ausscheiden aus der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gesellschafterrechte nach Ausscheiden aus der Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nDer Gesellschafter einer Personengesellschaft hat grunds\u00e4tzlich ein Interesse an der Feststellung der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses. Dies gilt in der Regel auch \u00fcber das Bestehen der Gesellschaft oder die Zugeh\u00f6rigkeit des Gesellschafters zu der Gesellschaft hinaus.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDie Parteien sind Rechtsanw\u00e4lte. Sie waren in einer Partnerschaftsgesellschaft verbunden. Der Kl\u00e4ger ist zwischen Einreichung und Zustellung der Klage im vorliegenden Verfahren zum 30.6.2010 ausgeschieden. Auf einer Gesellschafterversammlung am 19.5.2010 wurden folgende Beschl\u00fcsse gefasst: Der Kl\u00e4ger wurde aufgefordert, die von ihm Anfang Mai 2010 von den Konten der Partnerschaft abger\u00e4umten bzw. entnommenen Betr\u00e4ge \u00fcber insgesamt 85.000 EUR unverz\u00fcglich, bis sp\u00e4testens 28.5.2010, an die Partnerschaft zur\u00fcckzuzahlen. Der Kl\u00e4ger wurde weiterhin aufgefordert, die von ihm bereits aus den Kanzleir\u00e4umen entfernten Original-Akten, insbesondere die am Wochenende des 15.\/16.5.2010 aus der Kanzlei beiseite geschafften Akten in die Kanzleir\u00e4ume zur\u00fcckzubringen; dies gelte vor allem, soweit sie Angelegenheiten betr\u00e4fen, bei denen der Partnerschaft Anspr\u00fcche (z. B. auf Auslagenerstattung) zustehen k\u00f6nnten. Der Kl\u00e4ger begehrt gerichtlich die Feststellung, dass diese Beschl\u00fcsse nichtig sind, hilfsweise, dass sie keine Rechtswirkung entfalten.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDer Bundesgerichtshof (BGH) gab dem klagenden Rechtsanwalt Recht. Der Gesellschafter einer Personengesellschaft hat grunds\u00e4tzlich ein Interesse an der Feststellung eines unwirksamen Gesellschafterbeschlusses. Dies gilt grunds\u00e4tzlich auch \u00fcber das Bestehen der Gesellschaft oder die Zugeh\u00f6rigkeit des Gesellschafters zur Gesellschaft hinaus. Vorliegend besteht das Feststellungsinteresse, da der Beschlussinhalt nicht mit dem Ausscheiden des Gesellschafters hinf\u00e4llig wird. Au\u00dferdem kommt den Beschl\u00fcssen ein Regelungscharakter innerhalb der Gesellschaft zu.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\n\u00a0Der BGH f\u00fchrt seine Rechtsprechung fort, wonach bei Personengesellschaften auch nach dem Ausscheiden ein Feststellungsinteresse bestehen kann. Insofern ist die Entscheidung nicht nur f\u00fcr Anwaltsgesellschaften, sondern f\u00fcr s\u00e4mtliche Personengesellschaften bedeutsam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesellschafterrechte nach Ausscheiden aus der Gesellschaft Kernaussage Der Gesellschafter einer Personengesellschaft hat grunds\u00e4tzlich ein Interesse an der Feststellung der Unwirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses. Dies gilt in der Regel auch \u00fcber das Bestehen der Gesellschaft oder die Zugeh\u00f6rigkeit des Gesellschafters zu der Gesellschaft hinaus. 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