{"id":36700,"date":"2013-09-14T11:58:02","date_gmt":"2013-09-14T09:58:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36700"},"modified":"2013-09-14T11:58:02","modified_gmt":"2013-09-14T09:58:02","slug":"bmf-zur-nichtanwendung-mehrerer-bfh-urteile-bilanzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bmf-zur-nichtanwendung-mehrerer-bfh-urteile-bilanzierung\/","title":{"rendered":"BMF zur Nichtanwendung mehrerer BFH-Urteile &#8211; Bilanzierung"},"content":{"rendered":"<p>1. Anwendung des \u00a7 6 Absatz 5 Satz 3 Nummer 2 EStG bei \u00dcbertragung eines einzelnen\u00a0Wirtschaftsguts und \u00dcbernahme von Verbindlichkeiten innerhalb einer Mitunternehmerschaft;<br \/>\n2. Unentgeltliche \u00dcbertragung eines Mitunternehmeranteils nach \u00a7 6 Absatz 3 EStG bei gleichzeitiger Ausgliederung von Wirtschaftsg\u00fctern des Sonderbetriebsverm\u00f6gens nach \u00a7 6 Absatz 5 EStG;<br \/>\nAnwendung der BFH-Urteile vom 21. Juni 2012 -IV R 1\/08 -,<br \/>\nvom 19. September 2012 &#8211; IV R 11\/12 &#8211; und<br \/>\nvom 2. August 2012 -IV R 41\/11<br \/>\nBEZUG BMF-Schreiben vom 8. August 2013<br \/>\n&#8211; IV C 6 &#8211; S 2241\/10\/10002, DOK 2013\/07487777 &#8211;<br \/>\nSchreiben des Staatsministeriums des Freistaates Sachsen vom 30. August 2013<br \/>\n&#8211; 32 &#8211; S 2241 &#8211; 103\/40-33604 &#8211;<br \/>\nGZ IV C 6 &#8211; S 2241\/10\/10002<br \/>\nDOK 2013\/0837216<br \/>\n(bei Antwort bitte GZ und DOK angeben)<br \/>\nI. Urteile des BFH zur \u00dcbertragung von Mitunternehmeranteilen und von<br \/>\nWirtschaftsg\u00fctern des Betriebsverm\u00f6gens nach \u00a7 6 Absatz 3 und 5 EStG<br \/>\n1. Teilentgeltliche \u00dcbertragungen und \u00dcbernahme von Verbindlichkeiten<br \/>\na) BFH-Urteil vom 19. September 2012 &#8211; IV R 11\/12 &#8211;<br \/>\nDer IV. Senat des BFH hat mit Urteil vom 19. September 2012 &#8211; IV R 11\/12 &#8211; entschieden,<br \/>\ndass die teilentgeltliche \u00dcbertragung eines Wirtschaftsguts aus dem Sonderbetriebsverm\u00f6gen<br \/>\nin das Gesamthandsverm\u00f6gen derselben Personengesellschaft nicht zur Realisierung eines<br \/>\nGewinns f\u00fchre, wenn das Entgelt den Buchwert des \u00fcbertragenen Wirtschaftsguts nicht \u00fcbersteige. Er ist der Auffassung, dass bei Annahme einer teilentgeltlichen \u00dcbertragung eines<\/p>\n<p>Wirtschaftsguts der entstandene Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn in der Weise zu ermitteln sei, dass dem<br \/>\nerbrachten Teilentgelt der gesamte Buchwert des Wirtschaftsguts gegen\u00fcbergestellt werden<br \/>\nm\u00fcsse. Erreiche das Teilentgelt den Buchwert des Wirtschaftsguts nicht, so sei von einem<br \/>\ninsgesamt unentgeltlichen Vorgang auszugehen.<br \/>\nb) BFH-Urteil vom 21. Juni 2012 -IV R 1\/08 &#8211;<br \/>\nIn dem zu \u00a7 6 Absatz 5 EStG i. d. F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 ergangenen Urteil vom 21. Juni 2012 &#8211; IV R 1\/08 &#8211; hat der IV. Senat des BFH zur teilentgeltlichen<br \/>\n\u00dcbertragung eines Grundst\u00fccks aus dem Sonderbetriebsverm\u00f6gen in das Gesamthandsverm\u00f6gen einer Schwesterpersonengesellschaft im Streitjahr 1999 Stellung genommen. Er ist<br \/>\ndabei der Auffassung des Finanzamts gefolgt, dass diese \u00dcbertragung nach der damaligen<br \/>\nGesetzeslage gem\u00e4\u00df dem Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 zur Aufdeckung der<br \/>\ngesamten stillen Reserven des Grundst\u00fccks gef\u00fchrt habe. In der Urteilsbegr\u00fcndung f\u00fchrt der<br \/>\nIV. Senat des BFH aus, dass es hinsichtlich des entgeltlich \u00fcbertragenen Teils zu keinem<br \/>\nGewinn komme, weil ein Entgelt (eine Forderung) genau in H\u00f6he des Buchwerts des Grundst\u00fccks einger\u00e4umt worden sei (Rdnr. 22). Soweit die \u00dcbertragung unentgeltlich durchgef\u00fchrt<br \/>\nworden sei, habe sie zu einem Entnahmegewinn gef\u00fchrt (Rdnr. 23).<br \/>\n2. \u00dcbertragungen auf Grund eines \u201eGesamtplans\u201c -BFH-Urteil vom 2. August 2012<br \/>\n-IV R 41\/11 &#8211;<br \/>\nFerner hat der BFH mit Urteil vom 2. August 2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; entschieden, dass der<br \/>\nGesellschafter einer Personengesellschaft seinen Gesellschaftsanteil steuerneutral \u00fcbertragen<br \/>\nk\u00f6nne, auch wenn er ein in seinem Sonderbetriebsverm\u00f6gen befindliches Grundst\u00fcck zeitgleich und ebenfalls steuerneutral auf eine zweite (neugegr\u00fcndete) Personengesellschaft<br \/>\n\u00fcbertrage. Im entschiedenen Fall war der Steuerpflichtige alleiniger Kommanditist einer<br \/>\nGmbH &amp; Co.KG sowie alleiniger Gesellschafter der Komplement\u00e4r-GmbH. Der Steuerpflichtige vermietete der KG das in seinem Eigentum stehende Betriebsgrundst\u00fcck. Am<br \/>\n1. Oktober 2002 schenkte er seiner Tochter zun\u00e4chst 80 % seines Anteils an der KG sowie die<br \/>\ngesamten Anteile an der GmbH. Anschlie\u00dfend gr\u00fcndete er eine zweite GmbH &amp; Co. KG, auf<br \/>\ndie er dann am 19. Dezember 2002 das Betriebsgrundst\u00fcck \u00fcbertrug. Am selben Tag wurde<br \/>\nauch der restliche KG-Anteil auf die Tochter \u00fcbertragen. Der Stpfl. ging davon aus, dass alle<br \/>\n\u00dcbertragungen zum Buchwert und damit steuerneutral erfolgen k\u00f6nnten. Das Finanzamt<br \/>\nstimmte dem nur in Bezug auf die \u00dcbertragung des Grundst\u00fccks zu. Wegen dessen steuerneutraler Ausgliederung nach \u00a7 6 Absatz 5 Satz 3 Nummer 2 EStG sei nicht der gesamte<br \/>\nMitunternehmeranteil \u00fcbertragen worden mit der Folge, dass die stillen Reserven im Mitunternehmeranteil aufzudecken seien. Nach Tz. 7 des BMF-Schreibens zu \u00a7 6 Absatz 3 EStG<br \/>\nvom 3. M\u00e4rz 2005 (BStBl I Seite 458) bewirke die steuerneutrale Ausgliederung von Wirtschaftsg\u00fctern des Sonderbetriebsverm\u00f6gens (hier das Grundst\u00fcck) in ein anderes Betriebs-<\/p>\n<p>verm\u00f6gen, dass der Anteil am Gesamthandsverm\u00f6gen nicht nach \u00a7 6 Absatz 3 EStG zum<br \/>\nBuchwert \u00fcbertragen werden k\u00f6nne. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme (\u201eKumulation\u201c) von<br \/>\nSteuerverg\u00fcnstigungen nach \u00a7 6 Absatz 3 EStG einerseits und nach \u00a7 6 Absatz 5 EStG andererseits sei nicht m\u00f6glich.<br \/>\nVon dieser Ansicht der Finanzverwaltung ist der IV. Senat des BFH mit Urteil vom 2. August<br \/>\n2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; abgewichen. In der Urteilsbegr\u00fcndung f\u00fchrt er aus, dass der gleichzeitige<br \/>\nEintritt der Rechtsfolgen beider Normen (Buchwerttransfer) dem Sinn und Zweck des Gesetzes regelm\u00e4\u00dfig nicht zuwiderlaufe. Der Zweck der Regelungen des \u00a7 6 Absatz 3 EStG und<br \/>\ndes \u00a7 6 Absatz 5 EStG gebiete keine Auslegung beider Vorschriften dahingehend, dass bei<br \/>\ngleichzeitigem Vorliegen ihrer Tatbestandsvoraussetzungen \u00a7 6 Absatz 3 Satz 1 EStG stets<br \/>\nnur eingeschr\u00e4nkt nach Ma\u00dfgabe einer anders lautenden Zweckbestimmung des -im Streitfall<br \/>\neinschl\u00e4gigen &#8211; \u00a7 6 Absatz 5 Satz 3 EStG verstanden werden und zur Anwendung gelangen<br \/>\nd\u00fcrfe. Bei der gleichzeitigen (auch taggleichen) Anwendung beider Normen komme es auch<br \/>\nnicht zu einer Kumulation von Steuerverg\u00fcnstigungen. Denn die durch ein nach \u00a7 6 Absatz 5<br \/>\nEStG beg\u00fcnstigtes Einzelwirtschaftsgut verk\u00f6rperten stillen Reserven w\u00e4ren anl\u00e4sslich der<br \/>\n\u00dcbertragung einer nach \u00a7 6 Absatz 3 EStG beg\u00fcnstigten Sachgesamtheit gleichfalls nicht<br \/>\naufzudecken gewesen, wenn das betreffende Wirtschaftsgut weiterhin dieser Sachgesamtheit<br \/>\nzugeh\u00f6rig gewesen w\u00e4re. Zugleich blieben die stillen Reserven dieses Wirtschaftsguts in<br \/>\nbeiden F\u00e4llen gleicherma\u00dfen steuerverhaftet. Soweit durch die parallele Anwendung beider<br \/>\nVorschriften missbr\u00e4uchliche Gestaltungen zu bef\u00fcrchten seien, werde dem durch die Regelung von Sperrfristen in beiden Vorschriften vorgebeugt. Das Gesetz gestatte somit beide<br \/>\nBuchwert\u00fcbertragungen nebeneinander und r\u00e4ume keiner der beiden Regelungen einen<br \/>\nVorrang ein.<br \/>\nII. Auffassung der Finanzverwaltung<br \/>\nUnter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterung mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der<br \/>\nL\u00e4nder in der Sitzung ESt II\/2013 zu TOP 15 wird zur Anwendung der o. g. BFH-Urteile<br \/>\ndurch die Finanzverwaltung wie folgt Stellung genommen:<br \/>\n1. Teilentgeltliche \u00dcbertragungen und \u00dcbernahme von Verbindlichkeiten<br \/>\na) BFH-Urteil vom 19. September 2012 -IV R 11\/12 &#8211;<br \/>\nDer IV. Senat des BFH lehnt in dieser Entscheidung die von der Finanzverwaltung in Tz. 15<br \/>\ndes BMF-Schreibens vom 8. Dezember 2011 (BStBl I Seite 1279) vertretene Rechtsauffassung ab. Danach ist die Frage, ob eine teilentgeltliche \u00dcbertragung vorliegt, nach den<br \/>\nGrunds\u00e4tzen der \u201eTrennungstheorie\u201c anhand der erbrachten Gegenleistung im Verh\u00e4ltnis zum<br \/>\nVerkehrswert des \u00fcbertragenen Wirtschaftsguts zu pr\u00fcfen. Liegt die Gegenleistung unter dem<\/p>\n<p>Verkehrswert, handelt es sich um eine teilentgeltliche \u00dcbertragung, bei der der unentgeltliche<br \/>\nTeil nach \u00a7 6 Absatz 5 Satz 3 EStG zum Buchwert zu \u00fcbertragen ist. Hinsichtlich des entgeltlichen Teils der \u00dcbertragung liegt eine Ver\u00e4u\u00dferung des Wirtschaftsguts vor und es kommt<br \/>\ninsoweit zur Aufdeckung der stillen Reserven des Wirtschaftsguts. Nach Auffassung des<br \/>\nIV. Senats des BFH ist bei einer teilentgeltlichen \u00dcbertragung eines Wirtschaftsguts zur Ermittlung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns dem erbrachten Teilentgelt der gesamte Buchwert des<br \/>\nWirtschaftsguts gegen\u00fcber zu stellen. Eine Gewinnrealisierung ist nicht gegeben, soweit das<br \/>\nEntgelt den Buchwert nicht \u00fcbersteigt.<br \/>\nZur Frage der Gewinnrealisation bei teilentgeltlichen und mischentgeltlichen (d. h. gegen<br \/>\nGew\u00e4hrung von Gesellschaftsrechten und sonstiges Entgelt) \u00dcbertragungen von Einzelwirtschaftsg\u00fctern ist ein Revisionsverfahren beim X. Senat des BFH anh\u00e4ngig &#8211; X R 28\/12 -. Die<br \/>\nnoch ausstehende Entscheidung des X. Senats des BFH bleibt abzuwarten. Daher wird die<br \/>\nEntscheidung \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung des BFH-Urteils vom 19. September 2012 &#8211; IV R<br \/>\n11\/12 -im Bundessteuerblatt Teil II zun\u00e4chst zur\u00fcckgestellt. In einschl\u00e4gigen F\u00e4llen ist vorerst weiterhin uneingeschr\u00e4nkt die in Tz. 15 des BMF-Schreibens zu \u00a7 6 Absatz 5 EStG vom<br \/>\n8. Dezember 2011 (BStBl I Seite 1279) vertretene Rechtsauffassung anzuwenden. Einspr\u00fcche<br \/>\nvon Steuerpflichtigen, die gegen entsprechende Steuerbescheide unter Berufung auf das BFHUrteil vom 19. September 2012 &#8211; IV R 11\/12 &#8211; eingelegt werden, ruhen gem\u00e4\u00df \u00a7 363 Absatz 2<br \/>\nSatz 2 AO kraft Gesetzes bis zur endg\u00fcltigen Kl\u00e4rung der Problematik.<br \/>\nb) BFH-Urteil vom 21. Juni 2012 -IV R 1\/08 &#8211;<br \/>\nMit den Aussagen des IV. Senats des BFH in seinen Entscheidungsgr\u00fcnden zeichnete sich<br \/>\nbereits in diesem Urteil ab, dass er bei einer teilentgeltlichen \u00dcbertragung von Einzelwirtschaftsg\u00fctern nicht dem Verst\u00e4ndnis der Finanzverwaltung zur Behandlung von teilentgeltlichen \u00dcbertragungsvorg\u00e4ngen gem\u00e4\u00df Tz. 15 des BMF-Schreibens zu \u00a7 6 Absatz 5 EStG vom<br \/>\n8. Dezember 2011 (BStBl I Seite 1279) folgen will. Deshalb wird die Entscheidung \u00fcber die<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung des BFH-Urteils vom 21. Juni 2012 &#8211; IV R 1\/08 -im Bundessteuerblatt<br \/>\nTeil II gleichfalls vorerst zur\u00fcckgestellt.<br \/>\n2. \u00dcbertragungen auf Grund eines \u201eGesamtplans\u201c -BFH-Urteil<br \/>\nvom 2. August 2012 -IV R 41\/11 &#8211;<br \/>\nDas BFH-Urteil vom 2. August 2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; weicht nicht nur von Tz. 7 des BMFSchreibens zu \u00a7 6 Absatz 3 EStG vom 3. M\u00e4rz 2005 (BStBl I Seite 458) ab, sondern ber\u00fccksichtigt auch nicht in ausreichendem Ma\u00df den historischen Willen des Gesetzgebers. Bis<br \/>\neinschlie\u00dflich VZ 1998 regelte \u00a7 7 Absatz 1 EStDV in den F\u00e4llen der unentgeltlichen \u00dcbertragung von betrieblichen Sachgesamtheiten, wie Betrieben, Teilbetrieben und Mitunternehmeranteilen, die Buchwertfortf\u00fchrung durch den Rechtsnachfolger. Nach der Gesetzesbe-<\/p>\n<p>gr\u00fcndung zu \u00a7 6 Absatz 3 EStG im Rahmen des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002<br \/>\nsollen mit dem neu eingef\u00fcgten Absatz 3 in den F\u00e4llen der unentgeltlichen \u00dcbertragung von<br \/>\nBetrieben, Teilbetrieben oder Mitunternehmeranteilen die bisherigen Regelungen des \u00a7 7<br \/>\nAbsatz 1 EStDV \u00fcbernommen werden. In der Gesetzesbegr\u00fcndung wird ausdr\u00fccklich darauf<br \/>\nhingewiesen, dass die bisherige Regelung des \u00a7 7 Absatz 1 EStDV beizubehalten und insbesondere eine Einschr\u00e4nkung des bisherigen Anwendungsbereichs der Vorschrift nicht beabsichtigt ist (BT-Drucks. 14\/6882, Seite 32; BT-Drucks. 14\/7344, Seite 7). Der im Rahmen des<br \/>\nVermittlungsverfahrens zum Unternehmensteuerfortentwicklungsgesetz 2001 neu eingef\u00fcgte<br \/>\n\u00a7 6 Absatz 3 Satz 2 EStG geht auf eine Pr\u00fcfbitte des Bundesrates zur\u00fcck. Der Bundesrat hatte<br \/>\num eine gesetzliche Klarstellung gebeten, dass die Zur\u00fcckbehaltung von Sonderbetriebsverm\u00f6gen f\u00fcr die Anwendung des \u00a7 6 Absatz 3 EStG unsch\u00e4dlich sein soll. Dabei ging es<br \/>\ndem Bundesrat aber nur um eine \u00d6ffnung des gleitenden Generationen\u00fcbergangs, wobei er<br \/>\ndavon ausging, dass der \u00dcbernehmer letztlich ebenfalls das im Sonderbetriebsverm\u00f6gen zur\u00fcckbehaltene funktional wesentliche Wirtschaftsgut erh\u00e4lt. Das BFH-Urteil vom 2. August<br \/>\n2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; widerspricht dieser Zielsetzung des Gesetzgebers und er\u00f6ffnet unter<br \/>\nAu\u00dferachtlassung der \u201eGesamtplanrechtsprechung\u201c in bestimmten Fallkonstellationen die<br \/>\nM\u00f6glichkeit einer schrittweisen steuerneutralen \u00dcbertragung wesentlicher Betriebsgrundlagen<br \/>\nauf mehrere verschiedene Rechtstr\u00e4ger.<br \/>\nZur Frage der Anwendung der \u201eGesamtplanrechtsprechung\u201c ist ein Revisionsverfahren beim<br \/>\nBFH anh\u00e4ngig &#8211; I R 80\/12 -. Im Verfahren I R 80\/12 geht es zwar im Schwerpunkt um eine<br \/>\nEinbringung zum Buchwert nach \u00a7 20 UmwStG. Allerdings besteht im Verfahren I R 80\/12<br \/>\ninsofern eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit dem vom IV. Senat des BFH in seinem Urteil vom<br \/>\n2. August 2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; entschiedenen Fall, als hier kurz vor der Einbringung die<br \/>\nbeiden Grundst\u00fccke als funktional wesentliche Betriebsgrundlagen in ein anderes Betriebsverm\u00f6gen ausgegliedert wurden. Es stellt sich demzufolge auch im Verfahren I R 80\/12 die<br \/>\nFrage, ob unter Ber\u00fccksichtigung der \u201eGesamtplanrechtsprechung\u201c ein vollst\u00e4ndiger, nach<br \/>\n\u00a7 20 Absatz 1 UmwStG beg\u00fcnstigter Betrieb eingebracht worden ist. Das Vorliegen eines<br \/>\nBetriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils als Buchwertfortf\u00fchrungsgegenstand ist<br \/>\nn\u00e4mlich sowohl bei \u00a7 6 Absatz 3 EStG als auch bei den \u00a7\u00a7 20 und 24 UmwStG erforderlich<br \/>\nund grunds\u00e4tzlich nach denselben Kriterien zu beurteilen. Die noch ausstehende Entscheidung<br \/>\ndes I. Senats des BFH ist deshalb abzuwarten. Daher wird die Entscheidung \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung des BFH-Urteils vom 2. August 2012 &#8211; IV R 41\/11 -im Bundessteuerblatt Teil II<br \/>\ngleichfalls vorerst zur\u00fcckgestellt. In einschl\u00e4gigen F\u00e4llen ist weiterhin uneingeschr\u00e4nkt die<br \/>\nTz. 7 des BMF-Schreibens zu \u00a7 6 Absatz 3 EStG vom 3. M\u00e4rz 2005 (BStBl I Seite 458) anzuwenden. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme der Steuerverg\u00fcnstigungen nach \u00a7 6 Absatz 3<br \/>\nEStG einerseits und nach \u00a7 6 Absatz 5 EStG andererseits ist danach nicht m\u00f6glich. Einspr\u00fcche von Steuerpflichtigen, die gegen entsprechende Steuerbescheide unter Berufung auf<br \/>\ndas BFH-Urteil vom 2. August 2012 &#8211; IV R 41\/11 &#8211; eingelegt werden, ruhen gem\u00e4\u00df \u00a7 363<br \/>\nAbsatz 2 Satz 2 AO kraft Gesetzes bis zur endg\u00fcltigen Kl\u00e4rung der Problematik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Anwendung des \u00a7 6 Absatz 5 Satz 3 Nummer 2 EStG bei \u00dcbertragung eines einzelnen\u00a0Wirtschaftsguts und \u00dcbernahme von Verbindlichkeiten innerhalb einer Mitunternehmerschaft; 2. Unentgeltliche \u00dcbertragung eines Mitunternehmeranteils nach \u00a7 6 Absatz 3 EStG bei gleichzeitiger Ausgliederung von Wirtschaftsg\u00fctern des Sonderbetriebsverm\u00f6gens nach \u00a7 6 Absatz 5 EStG; Anwendung der BFH-Urteile vom 21. 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