{"id":36962,"date":"2013-09-30T15:59:38","date_gmt":"2013-09-30T13:59:38","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=36962"},"modified":"2013-09-16T16:05:18","modified_gmt":"2013-09-16T14:05:18","slug":"grundsatz-des-reflexschadens-gilt-auch-im-insolvenzfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsatz-des-reflexschadens-gilt-auch-im-insolvenzfall\/","title":{"rendered":"Grundsatz des Reflexschadens gilt auch im Insolvenzfall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Grundsatz des Reflexschadens gilt auch im Insolvenzfall<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nDer Grundsatz, dass der Gesellschafter einer GmbH Schadensersatz wegen einer Minderung des Wertes seiner Beteiligung, die aus einer Sch\u00e4digung der Gesellschaft resultiert (Reflexschaden) nicht durch Leistung an sich pers\u00f6nlich, sondern nur durch Leistung an die Gesellschaft verlangen kann, gilt auch dann, wenn die Gesellschaft durch Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens aufgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDer Kl\u00e4ger war Gesellschafter einer GmbH, die ein Malerunternehmen betrieb. Der Beklagte war ebenfalls Gesellschafter der GmbH, sein Sohn Angestellter der GmbH. Im Dezember 2000 gr\u00fcndete der Sohn ein Konkurrenzunternehmen. Der Beklagte wechselte in der Folge ebenso wie s\u00e4mtliche 12 Malergesellen zu dem Konkurrenzunternehmen. 2001 \u00fcbernahm das Konkurrenzunternehmen von der GmbH begonnene Auftr\u00e4ge. Die GmbH fiel in Insolvenz und der Kl\u00e4ger verklagte den Beklagten, dessen Sohn und das Konkurrenzunternehmen. Zwischen der GmbH, die durch den Insolvenzverwalter auch Klage erhoben hatte, und den Beklagten kam es zu einem Vergleich. Der Kl\u00e4ger verfolgte seine Klage weiter. Das Landgericht entschied, dass der Kl\u00e4ger Anspruch auf Feststellung habe, dass der Beklagte ihm wegen Verletzung der gesellschaftsvertraglichen Treuepflicht Schadensersatz schulde. Der Vergleich ber\u00fchre diesen Anspruch nicht. Nach Best\u00e4tigung der Entscheidung durch das Berufungsgericht ging der Beklagte in Revision.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDer Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf und wies die Klage ab. Bei dem vom Kl\u00e4ger geltend gemachten Schaden durch Verlust von Gewinnaussch\u00fcttungen ab dem Jahr 2001 handelt es sich nur um einen mittelbaren Schaden (Reflexschaden), der allein aus einer Sch\u00e4digung der GmbH folgt. Wegen eines solchen Schadens kann der Kl\u00e4ger keine Leistung an sich pers\u00f6nlich verlangen. Vielmehr kann ein Ausgleich dieses mittelbaren Schadens nur dadurch erfolgen, dass der Gesellschafter die Leistung von Schadensersatz an die Gesellschaft verlangt. Dies gilt auch in der Insolvenz.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDurch die Entscheidung wird dem Kl\u00e4ger die Chance auf Schadensersatz genommen. Dies ist f\u00fcr ihn bitter, da er aufgrund des Vergleichs des Insolvenzverwalters auch nicht mehr im Wege der actio pro socio Anspr\u00fcche der GmbH durchsetzen kann. Auch ein etwaiger Schadensersatzanspruch gegen den Insolvenzverwalter steht der GmbH zu, dem Kl\u00e4ger also auch nur mittelbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundsatz des Reflexschadens gilt auch im Insolvenzfall Kernaussage Der Grundsatz, dass der Gesellschafter einer GmbH Schadensersatz wegen einer Minderung des Wertes seiner Beteiligung, die aus einer Sch\u00e4digung der Gesellschaft resultiert (Reflexschaden) nicht durch Leistung an sich pers\u00f6nlich, sondern nur durch Leistung an die Gesellschaft verlangen kann, gilt auch dann, wenn die Gesellschaft durch Er\u00f6ffnung des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsatz-des-reflexschadens-gilt-auch-im-insolvenzfall\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Grundsatz des Reflexschadens gilt auch im Insolvenzfall<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15],"tags":[3453,3452,3451],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36962"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36962\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}