{"id":37056,"date":"2013-09-20T17:21:59","date_gmt":"2013-09-20T15:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=37056"},"modified":"2021-04-26T16:08:22","modified_gmt":"2021-04-26T14:08:22","slug":"betrugsbekampfung-neue-studie-belegt-milliardenverluste-durch-mwst-lucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/betrugsbekampfung-neue-studie-belegt-milliardenverluste-durch-mwst-lucke\/","title":{"rendered":"Betrugsbek\u00e4mpfung: Neue Studie belegt Milliardenverluste durch MwSt-L\u00fccke"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Laut einer neuen Studie \u00fcber die Mehrwertsteuerl\u00fccke in den Mitgliedstaaten liegen die auf Verst\u00f6\u00dfe oder Nichteinziehung zur\u00fcckzuf\u00fchrenden Verluste bei den Mehrwertsteuereinnahmen im Jahr 2011 bei sch\u00e4tzungsweise 193 Mrd. Euro (1,5 % des BIP). Die Studie wurde von der Kommission als Teil ihrer Arbeiten zur Reform des MwSt-Systems in Europa sowie im Rahmen ihrer umfassenden Kampagne gegen Steuerhinterziehung finanziert. Die Studie enth\u00e4lt detaillierte Angaben \u00fcber die Differenz zwischen der geschuldeten Mehrwertsteuer und dem tats\u00e4chlich in 26 Mitgliedstaaten zwischen 2000-2011 eingezogenen Betrag. Zudem werden die wichtigsten Faktoren, die zum Entstehen der MwSt-L\u00fccke beitragen, zusammen mit einem \u00dcberblick \u00fcber die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die MwSt-Einnahmen aufgezeigt.<\/span><\/h1>\n<p>Algirdas Semeta, der f\u00fcr Steuern zust\u00e4ndige EU-Kommissar, erkl\u00e4rte: &#8222;Der Betrag an MwSt-Einnahmen, der durch das Netz rutscht, ist nicht tragbar, insbesondere angesichts des Beitrags, den solche Betr\u00e4ge zur St\u00e4rkung der \u00f6ffentlichen Finanzen leisten k\u00f6nnten. Von den heute ver\u00f6ffentlichten Ergebnissen der Studie gehen jedoch auch positive Signale aus. Unsere ehrgeizige Reform des MwSt-Systems, die Ma\u00dfnahmen der EU zur Bek\u00e4mpfung der Steuerhinterziehung und unsere Empfehlungen f\u00fcr nationale Steuerreformen gehen alle in die richtige Richtung. Wir kennen das Problem, wir haben L\u00f6sungen daf\u00fcr ermittelt und nun ist es an der Zeit, dass die Mitgliedstaaten handeln. Die heutigen Zahlen werden in den kommenden Jahren als Grundlage f\u00fcr die Bewertung ihrer Fortschritte bei der Verbesserung der Einhaltung der MwSt-Vorschriften dienen.&#8220;<\/p>\n<p>Die MwSt-L\u00fccke ist die Differenz zwischen den erwarteten MwSt-Einnahmen und den tats\u00e4chlich von den nationalen Beh\u00f6rden eingezogenen Mehrwertsteuerbetr\u00e4gen. Obwohl die Nichteinhaltung von Steuervorschriften sicherlich ein wichtiger Faktor f\u00fcr diese Einnahmenausf\u00e4lle ist, kann die MwSt-L\u00fccke nicht nur auf Betrug zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr nicht entrichtete Mehrwertsteuerbetr\u00e4ge k\u00f6nnen u. a. Insolvenzen, statistische Fehler, Zahlungsverzug und legale Steuervermeidung sein. Um die MwSt-L\u00fccke wirksam zu schlie\u00dfen, muss ein breit gef\u00e4cherter Ansatz verfolgt werden.<\/p>\n<p>In erster Linie sind ein h\u00e4rteres Vorgehen gegen Steuerhinterziehung und eine strengere Durchsetzung auf nationaler Ebene von wesentlicher Bedeutung. Im Rahmen der im Dezember 2011 begonnenen MwSt-Reform wurden bereits wichtige Instrumente zur Gew\u00e4hrleistung eines besseren Schutzes gegen MwSt-Betrug geschaffen (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-11-1508_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IP\/11\/1508<\/a>). So k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten z. B. durch den im Juli 2013 angenommenen Schnellreaktionsmechanismus viel schneller und wirksamer auf unvermittelt auftretende Arten von schwerwiegendem Mehrwertsteuerbetrug reagieren (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-12-868_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IP\/12\/868<\/a>).<\/p>\n<p>Zudem gilt, je einfacher das System, desto einfacher ist es f\u00fcr die Steuerpflichtigen, die Vorschriften einzuhalten. Daher hat die Kommission all ihre Bem\u00fchungen darauf ausgerichtet, das MwSt-System f\u00fcr Unternehmen in ganz Europa einfacher zu gestalten. So sind zum Beispiel seit Anfang des Jahres neue Ma\u00dfnahmen zur Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung und gesonderte Bestimmungen f\u00fcr kleine Unternehmen in Kraft (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-12-1377_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IP\/12\/377<\/a>), und ein EU-weites Standardformular f\u00fcr die MwSt-Erkl\u00e4rung soll in den kommenden Wochen vorgeschlagen werden. Ab dem 1. Januar 2015 wird es eine einzige Anlaufstelle (One Stop Shop) f\u00fcr elektronische Dienstleistungen und Telekommunikationsunternehmen geben, die zur besseren Einhaltung der MwSt-Vorschriften beitragen soll, indem die MwSt-Verfahren f\u00fcr diese Unternehmen erheblich vereinfacht werden und es ihnen erm\u00f6glicht wird, eine einzige MwSt-Erkl\u00e4rung f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeiten in der gesamten EU einzureichen (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-12-17_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IP\/12\/17<\/a>).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich m\u00fcssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Steuersysteme dahingehend reformieren, dass die Einhaltung der MwSt-Vorschriften erleichtert, von Steuerhinterziehung und -umgehung abgeschreckt und die Effizienz der Steuererhebung verbessert wird. Die Kommission hat diesbez\u00fcglich in den l\u00e4nderspezifischen Empfehlungen (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_SPEECH-13-480_en.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPEECH\/13\/48<\/a>0) eine klare Leitlinie vorgegeben. Aus dem heute ver\u00f6ffentlichten Bericht geht auch hervor, dass komplizierte Steuersysteme mit unterschiedlichen Steuers\u00e4tzen zur Nichteinhaltung der Vorschriften beitragen k\u00f6nnen. Daher sollte der wiederholten Aufforderung der Kommission an die Mitgliedstaaten, die nationalen Steuerbemessungsgrundlagen zu erweitern und Steuerbefreiungen und -erm\u00e4\u00dfigungen einzuschr\u00e4nken, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dies w\u00fcrde nicht nur zur Vereinfachung der Steuersysteme beitragen, sondern den Mitgliedstaaten erm\u00f6glichen, Erh\u00f6hungen der MwSt-Normals\u00e4tze zu vermeiden.<\/p>\n<p>Den\u00a0vollst\u00e4ndigen Bericht\u00a0finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.<\/p>\n<p id=\"seitenquelle\">Quelle:\u00a0EU-Kommission<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut einer neuen Studie \u00fcber die Mehrwertsteuerl\u00fccke in den Mitgliedstaaten liegen die auf Verst\u00f6\u00dfe oder Nichteinziehung zur\u00fcckzuf\u00fchrenden Verluste bei den Mehrwertsteuereinnahmen im Jahr 2011 bei sch\u00e4tzungsweise 193 Mrd. Euro (1,5 % des BIP). 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