{"id":37123,"date":"2013-09-26T15:44:58","date_gmt":"2013-09-26T13:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=37123"},"modified":"2013-09-26T15:50:19","modified_gmt":"2013-09-26T13:50:19","slug":"anderung-des-gesellschafterbestands-bei-wiedereintritt-eines-ausgeschiedenen-gesellschafters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anderung-des-gesellschafterbestands-bei-wiedereintritt-eines-ausgeschiedenen-gesellschafters\/","title":{"rendered":"\u00c4nderung des Gesellschafterbestands bei Wiedereintritt eines ausgeschiedenen Gesellschafters"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Ein die Grunderwerbsteuer ausl\u00f6sender Wechsel im Gesellschafterbestand ist nicht deshalb ausgeschlossen, weil ein zun\u00e4chst aus der Gesellschaft ausgeschiedener Gesellschafter innerhalb von f\u00fcnf Jahren erneut eine Beteiligung an der Gesellschaft erwirbt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 16. Mai 2013 (Az. II R 3\/11) entschieden.<\/span><\/h1>\n<p>Die \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes einer grundbesitzenden Personengesellschaft kann Grunderwerbsteuer ausl\u00f6sen. Voraussetzung hierf\u00fcr ist, dass 95 v. H. der Anteile am Verm\u00f6gen der Personengesellschaft innerhalb von f\u00fcnf Jahren auf &#8222;neue Gesellschafter&#8220; \u00fcbergehen (\u00a7 1 Abs. 2a des Grunderwerbsteuergesetzes).<\/p>\n<p>Im Streitfall waren s\u00e4mtliche Anteile an einer grundbesitzenden Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts innerhalb von f\u00fcnf Jahren \u00fcbertragen worden. Ein Erwerber war zun\u00e4chst mit seinem Anteil von 1\/3 aus der Gesellschaft ausgeschieden und dann innerhalb von f\u00fcnf Jahren mit einem Anteil von 1\/3 wieder in die Gesellschaft eingetreten. Das Finanzamt (FA) vertrat die Auffassung, dieser Gesellschafter sei als &#8222;neuer Gesellschafter&#8220; zu behandeln und setzte gegen die Gesellschaft Grunderwerbsteuer fest. Das Finanzgericht gab der Klage statt.<\/p>\n<p>Der BFH hat nun die Rechtsauffassung des FA best\u00e4tigt. Ein Gesellschafter verliert seine Gesellschafterstellung, wenn sein Mitgliedschaftsrecht und die ihm anhaftende Mitberechtigung am Gesellschaftsverm\u00f6gen mit zivilrechtlicher Wirkung auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft \u00fcbergehen. Erwirbt der ausgeschiedene Gesellschafter erneut einen Anteil an dieser Personengesellschaft, ist er grunderwerbsteuerrechtlich neuer Gesellschafter. Das gilt auch, wenn sein Ausscheiden aus der Personengesellschaft und der Wiedereintritt innerhalb von f\u00fcnf Jahren erfolgen. Die Steuerpflicht h\u00e4tte allerdings vermieden werden k\u00f6nnen, wenn die erste, zum Ausscheiden des Gesellschafters f\u00fchrende Anteils\u00fcbertragung r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht worden w\u00e4re. Darauf hat der BFH erg\u00e4nzend hingewiesen.<\/p>\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 64\/13 vom 25.09.2013 zum Urteil II R 3\/11 vom 16.05.2013<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2013, II R 3\/11<\/p>\n<p>Endg\u00fcltiger Verlust der Altgesellschaftereigenschaft i.S. des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG trotz sp\u00e4teren Wiedereintritts in die Personengesellschaft<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Gesellschafter verliert seine Stellung als (Alt-)Gesellschafter einer Personengesellschaft i.S. des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG, wenn sein Mitgliedschaftsrecht zivilrechtlich wirksam auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die mit dem Ausscheiden des Gesellschafters verbundenen Rechtsfolgen k\u00f6nnen nur nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 16 Abs. 2 GrEStG durch Anteilsr\u00fcck\u00fcbertragung auf den vormaligen (Alt-)Gesellschafter beseitigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3. Erwirbt der zuvor ausgeschiedene (Alt-)Gesellschafter erneut einen Anteil an der Personengesellschaft, ist er neuer Gesellschafter i.S. des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG. Dies gilt auch dann, wenn das Ausscheiden aus der Personengesellschaft und der Wiedereintritt innerhalb der F\u00fcnfjahresfrist des \u00a7 1 Abs. 2a Satz 1 GrEStG erfolgen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. An der Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4gerin), einer GbR, waren zun\u00e4chst A zu 1\/3 und B zu 2\/3 beteiligt. Mit Einbringungsvertrag vom 27.\u00a0Dezember 2001 \u00fcbertrug A seinen Anteil an der Kl\u00e4gerin auf die A Grundst\u00fccks- und Beteiligungsgemeinschaft mbH (nunmehr firmierend als A\u00a0Bau-Finanz GmbH) &#8211;A-GmbH&#8211;. Mit \u00dcbertragungsvertrag vom 15.\u00a0Dezember 2006 \u00fcbertrug B seinen 2\/3 Anteil an der Kl\u00e4gerin zur H\u00e4lfte an A und zur anderen H\u00e4lfte an die A-GmbH, so dass an der Kl\u00e4gerin nunmehr A zu 1\/3 und die A-GmbH zu 2\/3 beteiligt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah durch die Anteils\u00fcbertragungen den Tatbestand des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) als erf\u00fcllt an. Es setzte gegen die Kl\u00e4gerin im Hinblick auf drei ihr geh\u00f6rende Eigentumswohnungen Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von 5.425\u00a0EUR fest. Mit ihrem Einspruch machte die Kl\u00e4gern geltend, A habe vor der Anteils\u00fcbertragung gem\u00e4\u00df Vertrag vom 27.\u00a0Dezember 2001 die Stellung eines Altgesellschafters gehabt. Der Anteilserwerb des A gem\u00e4\u00df Vertrag vom 15.\u00a0Dezember 2006 k\u00f6nne aufgrund seiner vormaligen Altgesellschafterstellung nicht als Anteils\u00fcbergang auf einen &#8222;neuen Gesellschafter&#8220; i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG ber\u00fccksichtigt werden. Durch Einspruchsbescheid vom 23.\u00a0Juli 2008 setzte das FA die Grunderwerbsteuer unter Anwendung des \u00a7\u00a06 Abs.\u00a03 GrEStG auf 3.616\u00a0EUR herab und wies den Einspruch im \u00dcbrigen als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>W\u00e4hrend des Klageverfahrens erkl\u00e4rte das FA die Steuerfestsetzung durch Bescheid vom 23.\u00a0September 2010 im Hinblick auf die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Heranziehung der Grundbesitzwerte als Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0165 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 Nr.\u00a03 und 4 der Abgabenordnung f\u00fcr vorl\u00e4ufig. Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f\u00fchrte zur Begr\u00fcndung aus, A habe unter Ber\u00fccksichtigung von Wortlaut sowie Sinn und Zweck des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG seine Eigenschaft als Altgesellschafter nicht dadurch verloren, dass er im ma\u00dfgeblichen F\u00fcnfjahreszeitraum des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG zun\u00e4chst aus der Gesellschaft ausgeschieden sei und sodann wieder Anteile an der Gesellschaft erworben habe. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1180 ver\u00f6ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG. Die Eigenschaft eines Altgesellschafters gehe verloren, wenn dieser aus der Personengesellschaft ausscheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage unter Aufhebung der Vorentscheidung abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Unrecht hat das FG die Verwirklichung des Steuertatbestandes des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG gilt, wenn zum Verm\u00f6gen einer Personengesellschaft ein inl\u00e4ndisches Grundst\u00fcck geh\u00f6rt und sich innerhalb von f\u00fcnf Jahren der Gesellschafterbestand unmittelbar oder mittelbar dergestalt \u00e4ndert, dass mindestens 95\u00a0% der Anteile auf neue Gesellschafter \u00fcbergehen, dies als ein auf die \u00dcbereignung dieses Grundst\u00fccks auf eine neue Personengesellschaft gerichtetes Rechtsgesch\u00e4ft. Eine unmittelbare \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes liegt vor, wenn ein Mitgliedschaftsrecht an der grundst\u00fccksbesitzenden Personengesellschaft zivilrechtlich wirksam auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft \u00fcbergeht (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.\u00a0Januar 2013 II\u00a0R\u00a066\/11, BFHE 240, 191, Rz\u00a018; vom 29.\u00a0Februar 2012 II\u00a0R\u00a057\/09, BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917; vom 2.\u00a0M\u00e4rz 2011 II\u00a0R\u00a023\/10, BFHE 232, 358, BStBl II 2011, 932, jeweils m.w.N.). Die \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG kann in einem einzelnen Rechtsvorgang oder in Teilakten \u00fcber einen Zeitraum von l\u00e4ngstens f\u00fcnf Jahren erfolgen (BFH-Urteile vom 18.\u00a0April 2012 II\u00a0R\u00a051\/11, BFHE 236, 569; vom 27.\u00a0April 2005 II\u00a0R\u00a061\/03, BFHE 210, 56, BStBl II 2005, 649).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall ist mit den Anteils\u00fcbertragungen gem\u00e4\u00df Vertr\u00e4gen vom 27.\u00a0Dezember 2001 und 15.\u00a0Dezember 2006 innerhalb von f\u00fcnf Jahren zu 100\u00a0% eine unmittelbare \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes der Kl\u00e4gerin erfolgt. S\u00e4mtliche Anteile am Gesellschaftsverm\u00f6gen der Kl\u00e4gerin sind auf &#8222;neue Gesellschafter&#8220; i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG \u00fcbergegangen. Der Auffassung des FG, A habe ungeachtet seines Ausscheidens aus der Kl\u00e4gerin im Jahre 2001 seine Eigenschaft als Altgesellschafter nicht verloren und sei aufgrund des sp\u00e4teren Anteilserwerbs von B nicht neuer Gesellschafter i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG, kann nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ausgehend von den f\u00fcr eine unmittelbare \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG ma\u00dfgeblichen Grunds\u00e4tzen verliert ein Gesellschafter seine Gesellschafterstellung, wenn sein Mitgliedschaftsrecht und die ihm anhaftende Mitberechtigung am Gesellschaftsverm\u00f6gen zivilrechtlich wirksam auf ein neues Mitglied der Personengesellschaft \u00fcbertragen wird. Diese mit dem Ausscheiden aus der Gesellschaft verbundenen Rechtsfolgen gelten auch f\u00fcr eine bisherige Stellung als Altgesellschafter i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG (Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 9.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a01 Rz\u00a0118). Die sich daraus ergebenden grunderwerbsteuerrechtlichen Folgen k\u00f6nnen nach der Systematik des GrEStG nur nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a016 Abs.\u00a02 GrEStG durch eine R\u00fcck\u00fcbertragung der Anteile vom neuen Gesellschafter auf den vormaligen (Alt-)Gesellschafter beseitigt werden (dazu BFH-Urteil in BFHE 236, 569).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Erwirbt ein zuvor ausgeschiedener (Alt-)Gesellschafter, ohne dass &#8211;wie Streitfall&#8211; die Voraussetzungen des \u00a7\u00a016 Abs.\u00a02 GrEStG erf\u00fcllt sind, erneut einen Anteil an der Personengesellschaft, ist er neuer Gesellschafter i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG (Hofmann, a.a.O., \u00a7\u00a01 Rz\u00a0118; Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 4.\u00a0Aufl, \u00a7\u00a01 Rz\u00a0288; Gottwald, Grunderwerbsteuer 4.\u00a0Aufl. 2013 Rz\u00a0238). Entscheidend ist, dass der vormalige Altgesellschafter das Mitgliedschaftsrecht an dieser Personengesellschaft erneut aufgrund eines neu gefassten Entschlusses erworben hat. Eine &#8222;Fortgeltung&#8220; der Altgesellschafterstellung bis zum erneuten Erwerb eines Anteils an der Personengesellschaft bzw. ein durch den erneuten Anteilserwerb bewirktes &#8222;Wiederaufleben&#8220; der vormaligen Altgesellschafterstellung ist zivilrechtlich ausgeschlossen und kommt auch nach dem Wortlaut sowie dem Sinn und Zweck des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG nicht in Betracht. Der in \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG festgelegte Zeitraum von f\u00fcnf Jahren f\u00fchrt lediglich zu einer zeitlichen Begrenzung der zu ber\u00fccksichtigenden \u00c4nderungen des Gesellschafterbestandes. Nach der Fassung des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a Satz\u00a01 GrEStG ist bei einer sukzessiven Verwirklichung des Tatbestandes des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG durch mehrere Teilakte die tatbestandliche \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes durch Anteils\u00fcbergang auf neue Gesellschafter gesondert f\u00fcr jeden einzelnen Teilakt zu beurteilen. F\u00fcr eine zeitraumbezogene Betrachtung im Fall eines zun\u00e4chst ausgeschiedenen und sodann wieder der Personengesellschaft beigetretenen Gesellschafters ist daher kein Raum, zumal andernfalls die f\u00fcr eine R\u00fcck\u00fcbertragung von Anteilen geltende Regelung des \u00a7\u00a016 Abs.\u00a02 GrEStG gegenstandslos w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Diesen Grunds\u00e4tzen steht es nicht entgegen, dass es im Zusammenhang mit der Anwendung des \u00a7\u00a06 Abs.\u00a03 GrEStG auf nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG fingierte Grundst\u00fccks\u00fcbertragungen nicht darauf ankommt, ob ein Gesellschafter zun\u00e4chst aus der Personengesellschaft ausscheidet und vor oder mit Erreichen der Grenze von 95\u00a0% wieder unmittelbar oder mittelbar an der Personengesellschaft beteiligt ist (BFH-Urteil in BFHE 210, 56, BStBl II 2005, 649). Diese Beurteilung ist deshalb ausschlie\u00dflich auf die Anwendung des \u00a7\u00a06 Abs.\u00a03 i.V.m. Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GrEStG beschr\u00e4nkt, weil insoweit jeweils der Gesellschafterbestand der Personengesellschaft ma\u00dfgebend ist, der vor Beginn und nach Beendigung des tatbestandsm\u00e4\u00dfigen Anteils\u00fcbergangs bestand. Eine entsprechende zeitraumbezogene Betrachtung scheidet jedoch f\u00fcr die Frage, ob der Tatbestand des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG erf\u00fcllt ist, aus den dargelegten Gr\u00fcnden aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) An der Erf\u00fcllung des Tatbestandes des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG \u00e4nderte sich schlie\u00dflich auch nichts f\u00fcr den Fall, dass &#8211;wozu das FG keine Feststellungen getroffen hat&#8211; A Allein- oder Mitgesellschafter der A-GmbH war. \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG kann nicht dahingehend ausgelegt werden, dass eine unmittelbare \u00dcbertragung von mindestens 95\u00a0% der Anteile nicht steuerbar ist, wenn mittelbar ein Altgesellschafter weiterhin an der Gesellschaft beteiligt bleibt (BFH-Entscheidungen in BFHE 240, 191, Rz\u00a018\u00a0f.; in BFHE 237, 244, BStBl II 2012, 917; in BFHE 236, 569, und vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2006 II\u00a0B\u00a0157\/05, BFH\/NV 2006, 1341).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Da das FG von anderen Rechtsgrunds\u00e4tzen ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Das FA hat gegen die Kl\u00e4gerin zutreffend Grunderwerbsteuer wegen \u00c4nderung des Gesellschafterbestandes nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a02a GrEStG festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein die Grunderwerbsteuer ausl\u00f6sender Wechsel im Gesellschafterbestand ist nicht deshalb ausgeschlossen, weil ein zun\u00e4chst aus der Gesellschaft ausgeschiedener Gesellschafter innerhalb von f\u00fcnf Jahren erneut eine Beteiligung an der Gesellschaft erwirbt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 16. Mai 2013 (Az. II R 3\/11) entschieden. 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