{"id":37349,"date":"2013-10-19T11:10:25","date_gmt":"2013-10-19T09:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=37349"},"modified":"2013-10-19T11:10:25","modified_gmt":"2013-10-19T09:10:25","slug":"verfassungswidrige-absenkung-der-wesentlichkeitsgrenze-fuhrt-nicht-zur-anerkennung-eines-fiktiven-verauserungsverlustes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfassungswidrige-absenkung-der-wesentlichkeitsgrenze-fuhrt-nicht-zur-anerkennung-eines-fiktiven-verauserungsverlustes\/","title":{"rendered":"Verfassungswidrige Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze f\u00fchrt nicht zur Anerkennung eines fiktiven Ver\u00e4u\u00dferungsverlustes"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Mit Urteil vom 22. August 2013 (Az. 3 K 3371\/11 E) hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster zur Berechnung eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach \u00a7 17 EStG unter Ber\u00fccksichtigung der teilweise f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rten Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze auf 1 % Stellung genommen.<\/span><\/h1>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ver\u00e4u\u00dferte einen GmbH-Anteil von 1,33 %, den sie f\u00fcr rund 50.000 Euro erworben hatte, im Jahr 2008 f\u00fcr 150.000 Euro. Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 7. Juli 2010 (BVerfGE 127, 61) entschieden hatte, dass die Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze in \u00a7 17 EStG auf 1 % insoweit verfassungswidrig ist, als Wertzuw\u00e4chse der Besteuerung unterworfen werden, die bis zur Verk\u00fcndung der Gesetzes\u00e4nderung am 31. M\u00e4rz 1999 entstanden waren, begehrte die Kl\u00e4gerin die Ber\u00fccksichtigung eines Ver\u00e4u\u00dferungsverlustes. Zur Begr\u00fcndung trug sie vor, dass ihre Anteile zum Aufteilungsstichtag einen Wert von 290.000 Euro gehabt h\u00e4tten. Das Finanzamt setzte demgegen\u00fcber einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von 0 Euro an.<\/p>\n<p>Das Gericht wies die Klage ab. Ein unter 0 Euro liegender Betrag k\u00f6nne nicht ber\u00fccksichtigt werden, da der Kl\u00e4gerin tats\u00e4chlich kein Verlust aus der Ver\u00e4u\u00dferung ihrer Anteile entstanden sei. Das Bundesverfassungsgericht habe die Gesetzes\u00e4nderung lediglich insoweit wegen Versto\u00dfes gegen das R\u00fcckwirkungsverbot f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt, als Wertzuw\u00e4chse erfasst werden, die vor Verk\u00fcndung des Gesetzes steuerfrei h\u00e4tten realisiert werden k\u00f6nnen. Aus der Entscheidung lasse sich nicht entnehmen, dass auch ein fiktiver Ver\u00e4u\u00dferungsverlust bei der Besteuerung zu ber\u00fccksichtigen sei. Ausgangspunkt der Berechnung sei stets der tats\u00e4chlich erzielte Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn. Die Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen IX R 41\/13 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.10.2013 zum Urteil 3 K 3371\/11 vom 22.08.2013 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IX R 41\/13)<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 22. August 2013 (Az. 3 K 3371\/11 E) hat der 3. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster zur Berechnung eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns nach \u00a7 17 EStG unter Ber\u00fccksichtigung der teilweise f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rten Absenkung der Wesentlichkeitsgrenze auf 1 % Stellung genommen. 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