{"id":37360,"date":"2013-10-23T12:27:01","date_gmt":"2013-10-23T10:27:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=37360"},"modified":"2013-10-23T12:27:01","modified_gmt":"2013-10-23T10:27:01","slug":"umsatzsteuer-zimmervermietung-an-prostituierte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umsatzsteuer-zimmervermietung-an-prostituierte\/","title":{"rendered":"Umsatzsteuer: Zimmervermietung an Prostituierte"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Wer in einem Eroscenter Zimmer an Prostituierte entgeltlich \u00fcberl\u00e4sst, vermietet keine &#8222;Wohn- und Schlafr\u00e4ume zur kurzfristigen Beherbergung&#8220; (sog. Hotelsteuer) und muss seine Leistungen deshalb dem Regelsteuersatz unterwerfen.<\/span><\/h1>\n<p>So entschied der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 22. August 2013 V R 18\/12 in einem Fall, in dem ein Bordellbetreiber Zimmer an Prostituierte vermietete. Diese sog. Erotikzimmer waren mit Doppelbett, Waschbecken, WC, Bidet, Whirlpool und Spiegeln ausgestattet. Der Tagespreis (je nach Ausstattung 110 bis 170Euro) umfasste volle Verpflegung; Bettw\u00e4sche und Handt\u00fccher wurden gestellt. Die Flure zu den Zimmern waren video\u00fcberwacht. Der Bordellbetreiber verzichtete auf die Steuerfreiheit und unterwarf die Leistungen in der Umsatzsteuervoranmeldung dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz. Finanzamt und Finanzgericht versteuerten die Ums\u00e4tze nach dem Regelsteuersatz.<\/p>\n<p>Das sah der BFH genauso. Vermietet ein Unternehmer Wohn- und Schlafr\u00e4ume, die er zur kurzfristen Beherbergung von Fremden bereith\u00e4lt, so ist diese Leistung anders als die auf Dauer angelegte Vermietung steuerpflichtig (\u00a7 4 Nr. 12 Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes &#8211; UStG -), unterliegt aber nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz. Bei einem Bordell fehlt es am Tatbestandsmerkmal der &#8222;Beherbergung&#8220;. Die Zimmer werden den Prostituierten zur Aus\u00fcbung gewerblicher T\u00e4tigkeiten \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 72\/13 vom 23.10.2013 zum Urteil V R 18\/12 vom 22.08.2013<\/p>\n<div>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2013, V R 18\/12<\/p>\n<p>Zimmervermietung an Prostituierte &#8211; Kein erm\u00e4\u00dfigter Umsatzsteuertarif<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 1 UStG setzt ebenso wie \u00a7 4 Nr. 12 Satz 2 UStG eine Vermietung von Wohn- und Schlafr\u00e4umen zur kurzfristigen Beherbergung voraus. Hieran fehlt es bei einer Vermietung in einem &#8222;Bordell&#8220;.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) er\u00f6ffnete am 1.\u00a0Dezember 2007 in gemieteten R\u00e4umen ein sog. Eros-Center mit 13\u00a0&#8222;Erotikzimmern&#8220;, die mit Doppelbett, Waschbecken, WC, Bidet, Whirlpool und Spiegeln ausgestattet waren. Die Kl\u00e4gerin vermietete die Zimmer in dem Geb\u00e4ude tage- und wochenweise an Prostituierte. Der Tagespreis belief sich nach Art und Ausstattung des jeweiligen Zimmers auf 110\u00a0EUR bis 170\u00a0EUR und umfasste Vollpension mit Hei\u00dfgetr\u00e4nken und eine Flasche eines alkoholfreien Getr\u00e4nks pro Tag. Die Kl\u00e4gerin stellte auch Bettw\u00e4sche und Handt\u00fccher zur Verf\u00fcgung. Die Flure zu den Zimmern wurden video\u00fcberwacht. Zudem nahm die Kl\u00e4gerin als Bordellbetreiberin am sog. &#8222;D\u00fcsseldorfer Verfahren&#8220; teil, in dem sie je Anwesenheitstag der Prostituierten einen Tagessatz einbehielt und diesen monatsweise als besonderen Vorauszahlungsbetrag auf die Einkommen- und Umsatzsteuer der Prostituierten an das zust\u00e4ndige Finanzamt abf\u00fchrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Erstmals in den Umsatzsteuer-Voranmeldungen Januar und Februar 2010 versteuerte die Kl\u00e4gerin ihre Ums\u00e4tze aus den Leistungen an die Prostituierten nach dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz. Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr\u00fcfung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen\u00fcber davon aus, dass die Leistungen dem Regelsteuersatz unterl\u00e4gen und erlie\u00df entsprechend ge\u00e4nderte Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide f\u00fcr die Monate Januar bis M\u00e4rz 2010, gegen die die Kl\u00e4gerin Einspruch einlegte und die das FA mit Einspruchsentscheidung vom 20.\u00a0Juli 2010 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob die Kl\u00e4gerin Klage zum Finanzgericht (FG). W\u00e4hrend des Klageverfahrens erging der Umsatzsteuer-Jahresbescheid vom 30.\u00a0November 2011, der nach \u00a7\u00a068 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Klageverfahrens wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Nach dem Urteil des FG unterliegen die Leistungen der Kl\u00e4gerin nicht dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG), da es an der hierf\u00fcr erforderlichen \u00dcberlassung als Wohn- oder Schlafraum fehle. Die von der Kl\u00e4gerin \u00fcberlassenen Zimmer seien nicht f\u00fcr Wohn- oder Schlafzwecke, sondern f\u00fcr gewerbliche Zwecke zur Erbringung sexueller Dienstleistungen genutzt worden. Im Gegensatz hierzu w\u00fcrden Hotelzimmer als Wohn- und Schlafr\u00e4ume und nicht als Gewerber\u00e4ume \u00fcberlassen. Die Prostituierten h\u00e4tten zudem nicht f\u00fcr eine Beherbergungsleistung, sondern f\u00fcr die zur Aus\u00fcbung der Prostitution erforderliche Infrastruktur, wie z.B. die Video\u00fcberwachung zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit gezahlt. \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 UStG sei als Ausnahmetatbestand eng auszulegen. Die Zurverf\u00fcgungstellung von R\u00e4umlichkeiten zur Aus\u00fcbung der Prostitution sei keine Beherbergung. Auch sei ein Bordellbetrieb keine einem Hotel \u00e4hnliche Einrichtung, wie dies das Unionsrecht voraussetze. Eine teilweise Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes komme nicht in Betracht, da die teilweise Nutzung zur Beherbergung hinter der Nutzung f\u00fcr gewerbliche Zwecke der Prostitution zur\u00fccktrete. Ob die Leistung als Vermietung nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 UStG steuerfrei sei oder eine steuerpflichtige sonstige Leistung eigener Art vorliege, k\u00f6nne offen bleiben, da die Kl\u00e4gerin zumindest auf die Steuerfreiheit nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 UStG verzichtet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl\u00e4gerin mit der Revision, f\u00fcr die sie Verletzung materiellen Rechts anf\u00fchrt. Die Einrichtungen des von ihr betriebenen Hauses h\u00e4tten dem \u00fcblichen Standard eines Hotels entsprochen. Die R\u00e4umlichkeiten seien nicht speziell f\u00fcr die &#8222;Verrichtung von sexuellen Leistungen&#8220; hergerichtet worden, sondern h\u00e4tten in vollem Umfang denen eines Hotelbetriebs entsprochen. Die R\u00e4umlichkeiten seien in den meisten F\u00e4llen tageweise vermietet worden und f\u00fcr die kurzfristige Beherbergung von Fremden geeignet gewesen. Ein Teil der Mieter und Mieterinnen habe in dem Haus auch \u00fcbernachtet. Die Gewerblichkeit der Zimmervermietung stehe der Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes nicht entgegen. Sie habe im \u00dcbrigen eine gewerbliche Zimmervermietung, nicht aber ein Bordell betrieben. Sie habe mit den Prostituierten lediglich Beherbergungsvertr\u00e4ge \u00fcber Fremdenzimmer abgeschlossen und sei an den Einnahmen der Prostituierten nicht beteiligt gewesen. Die Zimmer seien wie Hotelzimmer mit Schlafraum und separatem Bad ausgestattet gewesen und t\u00e4glich ges\u00e4ubert und aufger\u00e4umt worden. Lediglich die Dienstleistungen der Prostituierten unterl\u00e4gen dem Regelsteuersatz.\u00a0Die Leistungen der Prostituierten seien ihr nicht zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<\/p>\n<p>das Urteil des FG aufzuheben und den angefochtenen Umsatzsteuerbescheid vom 30.\u00a0November 2011 dahingehend abzu\u00e4ndern, dass die Umsatzsteuer auf &#8230;\u00a0EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f\u00fcr die Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes l\u00e4gen nicht vor. Die erforderliche Beherbergung setze die \u00dcberlassung an einen Gast als Unterkunft voraus. Die Raum\u00fcberlassung d\u00fcrfe nicht anderen Zwecken dienen. Bereits aus der Lage des Grundst\u00fccks in einem Rotlichtviertel ergebe sich, dass Gewerber\u00e4ume zur Aus\u00fcbung der Prostitution \u00fcberlassen worden seien. Dass auch Hotelzimmer vereinzelt gewerblich genutzt werden, sei unerheblich. Eine andere Auslegung sei mit dem Unionsrecht nicht vereinbar. Eine Aufteilung der einheitlichen Leistung komme nicht in Betracht. F\u00fcr die Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung sei von entscheidender Bedeutung, mit welcher Intention der Vermieter die Wohn- und Schlafr\u00e4ume bereithalte. Aus der Lage des Geb\u00e4udes in einem Rotlichtviertel und aus den Mietvertr\u00e4gen ergebe sich, dass die Kl\u00e4gerin die R\u00e4umlichkeiten nicht zur Beherbergung, sondern zur Aus\u00fcbung der Prostitution bereitgehalten habe. Die Kl\u00e4gerin habe die hierf\u00fcr erforderliche Infrastruktur zur Verf\u00fcgung gestellt. Zwar k\u00f6nnten auch Hotelg\u00e4ste in einem Hotel vergleichbaren T\u00e4tigkeiten nachgehen. Eine hierauf gerichtete &#8222;Intention&#8220; liege beim normalen Hotelbetreiber aber nicht vor. \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 UStG sei enger als \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz 2 UStG auszulegen. Eine einschr\u00e4nkende Auslegung ergebe sich auch aus dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet und war daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 FGO). Wie das FG zu Recht entschieden hat, unterliegen die Leistungen der Kl\u00e4gerin dem Regelsteuersatz, da die Voraussetzungen f\u00fcr eine Vermietung von Wohn- und Schlafr\u00e4umen zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 UStG nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 UStG gilt der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz insbesondere f\u00fcr &#8222;die Vermietung von Wohn- und Schlafr\u00e4umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith\u00e4lt&#8220;. Unionsrechtliche Grundlage hierf\u00fcr ist Art.\u00a098 Abs.\u00a02 der Richtlinie des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG i.V.m. Anhang\u00a0III Nr.\u00a012. Danach sind die Mitgliedstaaten berechtigt, auf die &#8222;Beherbergung in Hotels und \u00e4hnlichen Einrichtungen, einschlie\u00dflich der Beherbergung in Ferienunterk\u00fcnften&#8220; einen erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 UStG ordnet im Regelungszusammenhang mit \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a01 Buchst.\u00a0a und Satz\u00a02 UStG f\u00fcr die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a01 Buchst.\u00a0a UStG steuerfreie, aber nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz 2 UStG steuerpflichtige Vermietung die Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes an. Dabei ist das von \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a02 UStG und \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 Satz\u00a01 UStG wortlautidentisch verwendete Tatbestandsmerkmal der &#8222;Vermietung von Wohn- und Schlafr\u00e4umen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von Fremden bereith\u00e4lt&#8220; einheitlich auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a02 UStG unterscheidet sich vom Grundtatbestand des \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a01 Buchst.\u00a0a UStG durch die an den Mietgegenstand zu stellenden Anforderungen, bei dem es sich um zur kurzfristigen Beherbergung bereitgehaltene Wohn- und Schlafr\u00e4ume handeln muss. Systematisch ist \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a02 UStG ein Ausnahmetatbestand zu \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a01 Buchst.\u00a0a UStG. So ist z.B. die auf Dauer angelegte Vermietung m\u00f6blierter Wohn- und Schlafr\u00e4ume nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a01 Buchst.\u00a0a UStG steuerfrei, da dann im Hinblick auf das zeitliche Element der Ausnahmetatbestand nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a02 UStG nicht vorliegt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20.\u00a0August 2009 V\u00a0R\u00a021\/08, BFH\/NV 2010, 473, unter II.1.b\u00a0aa). Damit folgt der erkennende Senat der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH). Nach dessen Urteil vom 12.\u00a0Februar 1998 C-346\/95, Elisabeth Blasi (Slg.\u00a01998, I-481) ist die Dauer der Beherbergung &#8211;bei der \u00dcberlassung &#8222;vollst\u00e4ndig m\u00f6blierter und mit Kochgelegenheiten ausgestatteter Zimmer&#8220;, bei der der Vermieter &#8222;f\u00fcr die Gestellung und Reinigung der Bettw\u00e4sche sowie f\u00fcr die Reinigung der Flure, Treppenh\u00e4user, B\u00e4der und WCs&#8220; zu sorgen hatte&#8211; ein geeignetes Kriterium f\u00fcr die Unterscheidung zwischen der Gew\u00e4hrung von Unterkunft im Hotelgewerbe (als steuerpflichtigem Umsatz) einerseits und der Vermietung von Wohnr\u00e4umen (als befreitem Umsatz) andererseits, da sich die Beherbergung im Hotel u.a. gerade bez\u00fcglich der Verweildauer von der Vermietung eines Wohnraumes unterscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall hat das FG zu Recht die Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes auf die aufgrund des Verzichts (\u00a7\u00a09 UStG) steuerpflichtige Leistung verneint. Wie das FG zutreffend entschieden hat, fehlt es an der nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a012 Satz\u00a02 UStG und \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a011 Satz\u00a01 UStG gleicherma\u00dfen erforderlichen Vermietung von zur kurzfristigen Beherbergung bereitgehaltenen Wohn- und Schlafr\u00e4umen. Die von der Kl\u00e4gerin \u00fcberlassenen R\u00e4umlichkeiten dienten nicht wie in der dem EuGH-Urteil Elisabeth Blasi in Slg.\u00a01998, I-481 zugrunde liegenden Fallgestaltung der Beherbergung von Personen, sondern wurden f\u00fcr die Aus\u00fcbung gewerblicher T\u00e4tigkeiten (BFH-Beschluss vom 15.\u00a0M\u00e4rz 2012 III\u00a0R\u00a030\/10, BFHE 237, 421, BStBl II 2012, 661, Rz\u00a014\u00a0ff.) und dem folgend BFH-Beschluss vom 20.\u00a0Februar 2013 GrS\u00a01\/12 (BFHE 140, 282, BStBl II 2013, 441) \u00fcberlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in einem Eroscenter Zimmer an Prostituierte entgeltlich \u00fcberl\u00e4sst, vermietet keine &#8222;Wohn- und Schlafr\u00e4ume zur kurzfristigen Beherbergung&#8220; (sog. Hotelsteuer) und muss seine Leistungen deshalb dem Regelsteuersatz unterwerfen. So entschied der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 22. 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