{"id":37635,"date":"2013-11-14T18:10:15","date_gmt":"2013-11-14T16:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=37635"},"modified":"2013-11-14T18:10:15","modified_gmt":"2013-11-14T16:10:15","slug":"grundstucksgemeinschaften-zurechnung-von-einnahmen-und-werbungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundstucksgemeinschaften-zurechnung-von-einnahmen-und-werbungskosten\/","title":{"rendered":"Grundst\u00fccksgemeinschaften:  Zurechnung von Einnahmen und Werbungskosten"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 1.5em;\">\u00a0<\/span><strong style=\"font-size: 1.5em;\">1.\u00a0Grunds\u00e4tze<\/strong><\/h1>\n<p><strong>[1]<\/strong> \u00a0Einnahmen und Werbungskosten sind den Miteigent\u00fcmern grunds\u00e4tzlich im Verh\u00e4ltnis der nach b\u00fcrgerlichem Recht anzusetzenden Anteile zuzurechnen. Ausnahmen hiervon sind nur m\u00f6glich, wenn die Miteigent\u00fcmer abweichende Vereinbarungen getroffen haben, die b\u00fcrgerlich-rechtlich wirksam sind und f\u00fcr die wirtschaftlich vern\u00fcnftige Gr\u00fcnde vorliegen, die grundst\u00fccksbezogen sind (R\u00a021.6\u00a0EStR ).<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>2.\u00a0Eigennutzung durch Miteigent\u00fcmer<\/strong><\/h2>\n<h3>\u00a02.1\u00a0Entgeltliche \u00dcberlassung in H\u00f6he des Miteigentumsanteils<\/h3>\n<p><strong>[2]<\/strong> \u00a0Werden einem Miteigent\u00fcmer (oder dessen Ehegatten) R\u00e4umlichkeiten von einem oder mehreren Miteigent\u00fcmern entgeltlich \u00fcberlassen, so ist das Mietverh\u00e4ltnis steuerlich nicht anzuerkennen, soweit die \u00fcberlassene Fl\u00e4che seinem Miteigentumsanteil entspricht (H\u00a021.6 \u201eMietverh\u00e4ltnis zwischen GbR und Gesellschafter\u201d EStH). Insoweit bleiben Einnahmen und Werbungskosten bei der Ermittlung der Eink\u00fcnfte au\u00dfer Ansatz. Treffen Angeh\u00f6rige als Miteigent\u00fcmer eine vom zivilrechtlichen Beteiligungsverh\u00e4ltnis abweichende Vereinbarung \u00fcber die Verteilung der Einnahmen und Ausgaben, muss dar\u00fcber hinaus die Gestaltung und Durchf\u00fchrung dem zwischen fremden Dritten \u00dcblichen entsprechen (H\u00a021.6\u00a0EStH ).<\/p>\n<h3>\u00a02.2\u00a0Entgeltliche \u00dcberlassung \u00fcber dem Miteigentumsanteil<\/h3>\n<p><strong>[3]<\/strong> \u00a0\u00dcbersteigt die \u00fcberlassene Fl\u00e4che den Miteigentumsanteil und erfolgt die \u00dcberlassung entgeltlich, so ist hinsichtlich des \u00fcbersteigenden Teils das Mietverh\u00e4ltnis auch steuerlich anzuerkennen. Einnahmen inkl. Umlagen sowie Werbungskosten sind in die Ermittlung der Eink\u00fcnfte einzubeziehen und einheitlich und gesondert festzustellen. Die Zurechnung dieser Eink\u00fcnfte erfolgt bei den \u00fcberlassenden Miteigent\u00fcmern jeweils im Verh\u00e4ltnis des Miteigentumsanteils zur Summe der Anteile der betroffenen Mitunternehmer.<\/p>\n<h3>\u00a02.3\u00a0Unentgeltliche \u00dcberlassung \u00fcber dem Miteigentumsanteil<\/h3>\n<p><strong>[4]<\/strong> \u00a0\u00dcbersteigt die \u00fcberlassene Fl\u00e4che den Miteigentumsanteil und erfolgt die \u00dcberlassung unentgeltlich, so ist zu pr\u00fcfen, ob aus privaten Erw\u00e4gungen insoweit keine Einnahmeerzielungsabsicht besteht. Ist dies der Fall, so ist insoweit auch der Werbungskostenabzug ausgeschlossen (Hessisches FG vom 29.11.2001\u00a0\u2013\u00a012 K 3645\/98 ).<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>3.\u00a0Eigennutzung durch Miteigent\u00fcmer parallel zur Fremdvermietung<\/strong><\/h2>\n<p><strong>[5]<\/strong> \u00a0 <em>Erfolgt parallel zur Eigennutzung von R\u00e4umen durch Miteigent\u00fcmer auch eine Fremdvermietung, so ist nach dem BFH-Urteil vom 18.05.2004 ( BStBl\u00a02004 II, 929 ) wie folgt zu verfahren:<\/em><\/p>\n<h3>\u00a03.1\u00a0Erster Pr\u00fcfungsschritt: Wer erzielt Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung?<\/h3>\n<p><strong>[6]<\/strong> \u00a0Zun\u00e4chst zu pr\u00fcfen, wer die entsprechenden Eink\u00fcnfte erzielt. Die Kl\u00e4rung der Frage, wer den Tatbestand der Eink\u00fcnfteerzielung erf\u00fcllt hat, ist n\u00e4mlich vorrangig gegen\u00fcber der Frage nach der Zurechnung gemeinschaftlich erzielter Eink\u00fcnfte. Diese stellt sich nicht mehr, wenn nur ein Miteigent\u00fcmer allein die Eink\u00fcnfte erzielt.<\/p>\n<p><strong>[7]<\/strong> \u00a0 <em>Den objektiven Tatbestand der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung verwirklicht, wer die rechtliche oder tats\u00e4chliche Macht hat, eines der in \u00a7\u00a021 Abs.\u00a01\u00a0EStG genannten Wirtschaftsg\u00fcter anderen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu \u00fcberlassen, und Tr\u00e4ger der Rechte und Pflichten aus einem Miet- oder Pachtvertrag ist. Bei Miteigent\u00fcmern muss dementsprechend zun\u00e4chst gepr\u00fcft werden, ob diese unbewegliches Verm\u00f6gen gemeinschaftlich vermieten und somit den objektiven Tatbestand des \u00a7\u00a021 Abs.\u00a01 S.\u00a01\u00a0EStG gemeinschaftlich verwirklicht haben oder ob dies nur f\u00fcr einen Teil der Miteigent\u00fcmer zutrifft.<\/em><\/p>\n<p><strong>[8]<\/strong> \u00a0 <em>Vermieten die Miteigent\u00fcmer gemeinsam das Vermietungsobjekt, haben sie den Einkunftstatbestand grunds\u00e4tzlich gemeinschaftlich verwirklicht. Schlie\u00dft hingegen nur ein Miteigent\u00fcmer den Mietvertrag \u00fcber eine Wohnung ab, hat nur er allein den Einkunftstatbestand des \u00a7\u00a021\u00a0EStG realisiert.<\/em><\/p>\n<h3>\u00a03.2\u00a0Zweiter Pr\u00fcfungsschritt: Zurechnung der Eink\u00fcnfte<\/h3>\n<p><strong>[9]<\/strong> \u00a0 <em>Danach ist zu pr\u00fcfen, wem die Eink\u00fcnfte zuzurechnen sind. Vermieten die Miteigent\u00fcmer gemeinschaftlich das Objekt, sind ihnen die Eink\u00fcnfte entsprechend ihrer Miteigentumsanteile zuzurechnen. Erfolgt neben der Fremdvermietung durch die Miteigent\u00fcmer auch eine Eigennutzung durch einzelne Miteigent\u00fcmer, liegt hinsichtlich der Fremdvermietung eine Vermietung durch alle Miteigent\u00fcmer vor. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, ob und in welchem Umfang der bzw. die Miteigent\u00fcmer andere Wohnungen selbst nutzen.<\/em><\/p>\n<h4>\u00a04.\u00a0Beispiele<\/h4>\n<p><strong>Fall\u00a01<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A und B vermieten an einen fremden Mieter<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A und B vermieten an B f\u00fcr B\u00fcrozwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der Vermietung des Obergeschosses erzielen A und B \u2013\u00a0unabh\u00e4ngig von der Eigennutzung des EG durch B\u00a0\u2013 gemeinschaftliche Eink\u00fcnfte, die im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung A und B jeweils in H\u00f6he von\u00a0.\/.\u00a0500\u00a0Euro zuzurechnen sind. Die Vermietung der EG -Wohnung an B stellt eine entgeltliche \u00dcberlassung einer Wohnung an einen Miteigent\u00fcmer durch die Gemeinschaft dar. Das Mietverh\u00e4ltnis ist insoweit anzuerkennen, als die entgeltliche \u00dcberlassung den ideellen Miteigentumsanteil des B \u00fcbersteigt, also zu 50\u00a0% (Anteil der \u201eMehrnutzung). Aus der Vermietung des Erdgeschosses erzielt nur A Vermietungseink\u00fcnfte in H\u00f6he von\u00a0.\/.\u00a0500\u00a0Euro. Zwar kann B insoweit nicht selbst an sich vermieten, allerdings kann er die Aufwendungen f\u00fcr das Erdgeschoss (AfA, Schuldzinsen) entsprechend seinem Miteigentumsanteil im Rahmen seiner Eink\u00fcnfte (z.\u00a0B. \u00a7\u00a018\u00a0EStG ) als Betriebsausgaben geltend machen. Soweit B an den A Miete zahlt, kann er auch diese Aufwendungen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<strong>Fall\u00a01a<\/strong> (nach FG M\u00fcnchen, Urteil vom 05.07.2012, Az.\u00a05 K 62\/11 )<\/em><\/p>\n<p><em>A, B, C und D sind mit je 25\u00a0% an der Erbengemeinschaft X beteiligt. Die Erbengemeinschaft ist Eigent\u00fcmerin eines Wohnhauses mit mehreren Wohneinheiten, das sie zu 73\u00a0% an fremde Dritte vermietete. Einen Fl\u00e4chenanteil von 27\u00a0% des Wohnhauses vermietete X an A zu Wohnzwecken. Die Einnahmen der X betragen aus der Vermietung an fremde Dritte 28.604,64\u00a0\u20ac, aus der Vermietung an A 9.600\u00a0\u20ac. Den Einnahmen stehen direkt zuzuordnende Werbungskosten in H\u00f6he von 128,59\u00a0\u20ac aus der Vermietung an Dritte sowie nicht zuzuordnende Werbungskosten in H\u00f6he von 19.646,11\u00a0\u20ac entgegen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Wohnungen<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a0Nutzung<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"5\" valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a073\u00a0% des Geb\u00e4udes<\/p>\n<\/td>\n<td rowspan=\"5\" valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a0X vermietet an fremde<br \/>\nMieter<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a028.604,64\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a0.\/.\u00a0128,59\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">.\/.\u00a0(19.646,11*0,73)<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">14.341,66\u00a0\u20ac<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a014.134,39\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"4\" valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a027\u00a0% des Geb\u00e4udes<\/p>\n<\/td>\n<td rowspan=\"4\" valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"center\">\u00a0X vemietet an A zu<br \/>\nWohnzwecken<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a09.600,00\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">.\/.\u00a0(19.646,11*0,27)<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">5.304,45\u00a0\u20ac<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\u00a04.295,55\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Aus der Vermietung an fremde Dritte erzielen A, B, C und D \u2013\u00a0unabh\u00e4ngig von der Eigennutzung der Restfl\u00e4che durch A\u00a0\u2013 gemeinschaftliche Eink\u00fcnfte, die im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung A, B, C und D jeweils in H\u00f6he von 3.533,60\u00a0\u20ac (jeweils 25\u00a0% von 14.134,39\u00a0\u20ac) zuzurechnen sind.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a014.134,39\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0Anteil A, B, C und D (jeweils 25\u00a0%)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a03.533,60\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Vermietung der verbleibenden 27\u00a0% der Wohngeb\u00e4udefl\u00e4che an A stellt eine entgeltliche \u00dcberlassung einer Wohnung an einen Miteigent\u00fcmer durch die Gemeinschaft dar. Hier erzielen lediglich B, C und D Vermietungseink\u00fcnfte.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Mietverh\u00e4ltnis ist auch grunds\u00e4tzlich anzuerkennen, denn A nutzt das Geb\u00e4ude \u00fcber seinen ideellen Miteigentumsanteil hinaus. Ideell steht A ein Miteigentumsanteil am Geb\u00e4ude in H\u00f6he von 25\u00a0% zu. A nutzt 27\u00a0% des Geb\u00e4udes komplett sowie 25\u00a0% der 73\u00a0%igen Nutzung des Geb\u00e4udes, also insgesamt 45,25\u00a0% (=27\u00a0%\u00a0+\u00a073\u00a0%\u00a0\u00d7\u00a025\u00a0%).<\/em><\/p>\n<p><em>Das Mietverh\u00e4ltnis ist bezogen auf die 27\u00a0%ige Fl\u00e4che daher insoweit anzuerkennen, als die entgeltliche \u00dcberlassung den ideellen Miteigentumsanteil des A \u00fcbersteigt. Ideell steht A ein Miteigentumsanteil an den eigen genutzten 27\u00a0% in H\u00f6he von 25\u00a0% zu. A nutzt diese Fl\u00e4che allerdings voll. Es liegt daher eine \u201eMehrnutzung\u201d der Wohnung zu 75\u00a0% vor. A war zu dieser Mehrnutzung nicht aufgrund seines Miteigentumsanteils berechtigt. Zum Ausgleich dessen schlossen A, B, C und D die Entgeltvereinbarung, die insoweit steuerrechtlich anzuerkennen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Mietverh\u00e4ltnis ist daher zu 75\u00a0% anzuerkennen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0anteilige Mieteink\u00fcnfte (75\u00a0%)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a03.221,66\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0Weitere Eink\u00fcnfte B, C und D (jeweils \u2153)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a01.073,89\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Gesamtergebnis:<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0Eink\u00fcnfte A<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a03.533,60\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a0Eink\u00fcnfte B, C und D jeweils<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"283\">\u00a04.607,49\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a02<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A vermietet an einen fremden Mieter<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung durch B f\u00fcr B\u00fcrozwecke ohne Mietvertrag<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der Vermietung der Obergeschosswohnung erzielt A Vermietungseink\u00fcnfte. A kann die AfA, die auf die Obergeschosswohnung entf\u00e4llt, in voller H\u00f6he abziehen. Zur einen H\u00e4lfte, weil er Eigent\u00fcmer ist; zur anderen H\u00e4lfte, weil er die Aufwendungen insoweit im eigenen Interesse getragen hat (Eigenaufwand, der wie ein materielles Wirtschaftsgut zu behandeln ist; vgl. BFH-Beschluss vom 23.\u00a0August 1999\u00a0\u2013 \u00a0 BStBl\u00a01999 II S.\u00a0774 ; H\u00a04.7\u00a0EStH , Stichwort \u201eEigenaufwand f\u00fcr ein fremdes Wirtschaftsgut). B kann die Aufwendungen f\u00fcr das Erdgeschoss (AfA, Schuldzinsen) im Rahmen seiner Eink\u00fcnfte (z.\u00a0B. \u00a7\u00a018\u00a0EStG ) als Betriebsausgaben abziehen. Die Abzugsberechtigung ergibt sich zur H\u00e4lfte auf Grund zivilrechtlichen Eigentums. Hinsichtlich der anderen H\u00e4lfte auf Grund der Tatsache, dass er die Aufwendungen insoweit aus eigenem betrieblichen Interesse getragen hat (Eigenaufwand, der wie ein materielles Wirtschaftsgut zu behandeln ist\u00a0\u2013\u00a0BFH a.\u00a0a. O)<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a02a<\/strong><\/p>\n<p><em>A und B sind mit je 50\u00a0% an der Erbengemeinschaft X beteiligt. Die Erbengemeinschaft ist Eigent\u00fcmerin eines Wohnhauses. A und B vereinbaren schriftlich, dass B die Verwaltung des Wohnhauses \u00fcbernimmt, alle Kosten tr\u00e4gt und ihm die \u00dcbersch\u00fcsse zustehen sollen. B schlie\u00dft daraufhin im eigenen Namen die Mietvertr\u00e4ge, vereinnahmt die Miete und zahlt alle Ausgaben.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Wohnhaus<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0B vermietet an fremde Mieter<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der Vermietung der Obergeschosswohnung erzielt nur B Vermietungseink\u00fcnfte. B kann die AfA, die auf das Wohnhaus entf\u00e4llt, in voller H\u00f6he abziehen. Zur einen H\u00e4lfte, weil er Eigent\u00fcmer ist; zur anderen H\u00e4lfte, weil er die Aufwendungen insoweit im eigenen Interesse getragen hat (Eigenaufwand, der wie ein materielles Wirtschaftsgut zu behandeln ist; vgl. BFH-Beschluss vom 23. 08\u00a01999\u00a0\u2013\u00a0 BStBl\u00a01999 II, 774 ; H\u00a04.7\u00a0EStH , Stichwort \u201eEigenaufwand f\u00fcr ein fremdes Wirtschaftsgut).<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a03<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung durch A f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke ohne<br \/>\nMietvertrag<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung durch B f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke ohne<br \/>\nMietvertrag<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>A und B k\u00f6nnen jeweils die Aufwendungen f\u00fcr die von ihnen genutzten Geb\u00e4udeteile (AfA, Schuldzinsen) im Rahmen ihrer Eink\u00fcnfte (z.\u00a0B. \u00a7\u00a018\u00a0EStG ) jeweils in voller H\u00f6he als Betriebsausgaben abziehen (Abzugsberechtigung vgl. Fall\u00a02).<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a04<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A und B vermieten an einen fremden Mieter<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung durch B f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke ohne<br \/>\nMietvertrag<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der Vermietung des Obergeschosses erzielen A und B gemeinschaftliche Eink\u00fcnfte, die im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung A und B jeweils in H\u00f6he von\u00a0.\/.\u00a0500\u00a0\u20ac zuzurechnen sind. Tr\u00e4gt B f\u00fcr das EG die vollen Aufwendungen (Schuldzinsen, AfA), kann er neben denen, die er als zivilrechtlicher Eigent\u00fcmer geleistet hat, auch die dar\u00fcber hinausgehenden Aufwendungen f\u00fcr diesen Geb\u00e4udeteil als Betriebsausgaben abziehen. Dass A auf Grund seiner Eigentumsstellung grunds\u00e4tzlich zur Kostentragung verpflichtet ist, ist nicht von Bedeutung. Ma\u00dfgebend ist allein, dass B tats\u00e4chlich die Aufwendungen getragen hat und das Nettoprinzip gebietet, dass der Steuerpflichtige Aufwendungen, die er im eigenen betrieblichen Interesse getragen hat, bei der Ermittlung seiner Eink\u00fcnfte abziehen kann.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a05<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Grundst\u00fccks mit zwei Eigentumswohnungen. Das Obergeschoss geh\u00f6rt A. Das Erdgeschoss geh\u00f6rt B. Beide Wohnungen sind gleich gro\u00df und entsprechend ausgestattet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A vermietet an B zu eigenen Wohnzwecken<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0B vermietet an A zu eigenen Wohnzwecken<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mietverh\u00e4ltnisse sind steuerrechtlich nicht anzuerkennen. Die \u00a0<strong>\u00dcberkreuzvermietung<\/strong> \u00a0stellt einen Missbrauch rechtlicher Gestaltungsm\u00f6glichkeiten dar.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a06<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses. Eine Aufteilung in Eigentumswohnungen liegt nicht vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A und B vermieten an B f\u00fcr eigene Wohnzwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A und B vermieten an A f\u00fcr eigene Wohnzwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mietverh\u00e4ltnisse sind steuerrechtlich nicht anzuerkennen, da nach dem BFH-Urteil vom 18.\u00a0Mai 2004 eine Vermietung unter Miteigent\u00fcmern steuerrechtlich nur anzuerkennen ist, wenn die Nutzung des gemeinschaftlichen Gegenstands durch einen Miteigent\u00fcmer \u00fcber seinen Miteigentumsanteil hinausreicht. Im vorliegenden Fall nutzen A und B das Geb\u00e4ude jedoch lediglich jeweils im Rahmen ihres h\u00e4lftigen Miteigentumsanteils. Dass A und B hinsichtlich ihrer Selbstnutzung auf Grund ihrer Miteigentumsstellung lediglich Anspruch auf die h\u00e4lftige Eigenheimzulage haben, \u00e4ndert an der steuerrechtlichen W\u00fcrdigung des Falls hinsichtlich der Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung nichts.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a07<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses. Eine Aufteilung in Eigentumswohnungen liegt nicht vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0A vermietet an B 50\u00a0% der Wohnung f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0500\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0B vermietet an A 50\u00a0% der Wohnung f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0500\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mietverh\u00e4ltnisse sind steuerrechtlich nicht anzuerkennen, da die Nutzung des gemeinschaftlichen Gegenstandes durch die Miteigent\u00fcmer jeweils ihrem Eigentumsanteil entspricht. Jedem Eigent\u00fcmer wird entsprechend \u00a7\u00a0743 Abs.\u00a02\u00a0BGB ein seinem Miteigentumsanteil entsprechender Gebrauch der gemeinschaftlichen Sache einger\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a08<\/strong><\/p>\n<p>A und B sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Zweifamilienhauses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Obergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Unentgeltliche<br \/>\n\u00dcberlassung an die<br \/>\nEltern von A und B<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Unentgeltliche<br \/>\nNutzung durch B zu<br \/>\nWohnzwecken<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wohnungen im EG und OG besteht keine Einnahmeerzielungsabsicht, so dass der Werbungskostenabzug in vollem Umfang entf\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a09<\/strong><\/p>\n<p>Eheleute M und F sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Einfamilienhauses<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Eink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung als gemeinsame<br \/>\nFamilienwohnung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Arbeitszimmer im<br \/>\nKellergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung durch M f\u00fcr<br \/>\nB\u00fcrozwecke ohne<br \/>\nMietvertrag<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M kann die Aufwendungen f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer (AfA, Schuldzinsen) im Rahmen seiner Eink\u00fcnfte (z.\u00a0B. \u00a7\u00a018\u00a0EStG ) als Betriebsausgaben geltend machen (Abzugsberechtigung vgl. Fall\u00a02). Die Abzugsbeschr\u00e4nkung des \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b\u00a0EStG ist zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>Fall\u00a010<\/strong><\/p>\n<p>Eheleute M und F sind zu je \u00bd Miteigent\u00fcmer eines Einfamilienhauses<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Mieteink\u00fcnfte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Erdgeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Nutzung als gemeinsame<br \/>\nFamilienwohnung<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0Arbeitszimmer im<br \/>\nKellergeschoss<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0M und F vermieten an M f\u00fcr B\u00fcrozwecke<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\u00a0.\/.\u00a01.000\u00a0\u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Mietverh\u00e4ltnis f\u00fcr das Arbeitszimmer ist auf Grund des Missbrauchs rechtlicher Gestaltungsm\u00f6glichkeiten gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a042\u00a0AO steuerrechtlich nicht anzuerkennen, da keine wirtschaftlichen oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gr\u00fcnde zu erkennen sind, die ein solches Mietverh\u00e4ltnis rechtfertigen w\u00fcrden. Da Eheleute bei Familienwohnungen die Einrichtung eines Arbeitszimmers entsprechend Fall\u00a09 rechtlich ausgestalten, dient die Vermietung des Arbeitszimmers lediglich zur Umgehung der Abzugsbeschr\u00e4nkung nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b\u00a0EStG .<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>5.\u00a0Abweichende Verteilung von Werbungskosten<\/strong><\/h2>\n<h3>\u00a05.1\u00a0Aufwendungen im origin\u00e4ren Interesse eines Beteiligten<\/h3>\n<p><strong>[10]<\/strong> \u00a0Aufwendungen, die wirtschaftlich durch die Beteiligung des Miteigent\u00fcmers an der Gemeinschaft verursacht sind und in dessen eigenem origin\u00e4ren Interesse von diesem allein getragen werden, z.\u00a0B. Finanzierungskosten f\u00fcr den Erwerb der Beteiligung, finden keinen Eingang in die Eink\u00fcnfteermittlung der Gemeinschaft. Sie sind im Rahmen der Verteilung des festzustellenden Ergebnisses als Sonderwerbungskosten allein dem betreffenden Miteigent\u00fcmer zuzurechnen.<\/p>\n<h3>\u00a05.2\u00a0Aufwendungen der Gemeinschaft<\/h3>\n<p><strong>[11]<\/strong> \u00a0Aufwendungen, die Verbindlichkeiten der Gemeinschaft als solche betreffen bzw. durch diese veranlasst sind, stellen keine Sonderwerbungskosten dar, sondern sind in die Eink\u00fcnfteermittlung der Gemeinschaft einzubeziehen und entsprechend dem Miteigentumsanteil anteilig s\u00e4mtlichen Miteigent\u00fcmern zuzurechnen. Dies gilt grunds\u00e4tzlich auch dann, wenn die Aufwendungen von einem Miteigent\u00fcmer aus Eigenmitteln beglichen wurden.<\/p>\n<h3>\u00a05.3\u00a0Ausnahmef\u00e4lle<\/h3>\n<h4>\u00a05.3.1\u00a0Vorab getroffene Vereinbarung<\/h4>\n<p><strong>[12]<\/strong> \u00a0Es wurde vorab eine Vereinbarung \u00fcber eine vom Miteigentumsanteil abweichende Zurechnung von Aufwendungen getroffen. Hierbei ist zu beachten, dass eine abweichende Vereinbarung keine Einkommensverwendung darstellen darf, sondern grundst\u00fccksbezogen sein muss. Unter nahen Angeh\u00f6rigen muss die Vereinbarung zudem einem Fremdvergleich standhalten.<\/p>\n<h4>\u00a05.3.2\u00a0Keine Zuwendung<\/h4>\n<p><strong>[13]<\/strong> \u00a0Mit der \u00fcberquotalen Kostentragung ist keine Zuwendung \u2013\u00a0z.\u00a0B. im famili\u00e4ren Bereich\u00a0\u2013 an die anderen Miteigent\u00fcmer beabsichtigt.<\/p>\n<h4>\u00a05.3.3\u00a0Ausgleichsanspruch<\/h4>\n<p><strong>[14]<\/strong> \u00a0Die den Miteigentumsanteil \u00fcbersteigende \u00dcbernahme der Aufwendungen ist nicht lediglich eine vorl\u00e4ufige Kostentragung des Miteigent\u00fcmers, die dieser gegen\u00fcber den anderen Miteigent\u00fcmern im Wege einer Kreditgew\u00e4hrung \u00fcbernimmt. Hiervon ist aber dann auszugehen, wenn die Erf\u00fcllung des Ausgleichsanspruchs, der dem \u00fcberquotal leistenden Mitgesellschafter gegen die anderen Gesellschafter nach \u00a7\u00a0426\u00a0BGB zusteht, bis zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt (beispielsweise der Ver\u00e4u\u00dferung des Objekts) hinausgeschoben wird. In diesem Fall bleibt der Ausgleichsanspruch des \u00fcberquotal Leistenden unber\u00fchrt, so dass es bei der Ermittlung der Eink\u00fcnfte der Gesellschaft und deren Verteilung regelm\u00e4\u00dfig unber\u00fccksichtigt bleiben kann, welcher der Gesellschafter jeweils Aufwendungen f\u00fcr die Gesellschaft getragen hat.<\/p>\n<p><strong>[15]<\/strong> \u00a0Anders liegt der Fall aber, wenn der Leistende von vornherein keinen Anspruch auf Ersatz gegen seine Miteigent\u00fcmer hat oder diese ihm tats\u00e4chlich sp\u00e4ter keinen Ersatz leisten, der zahlende Miteigent\u00fcmer also mit seinem Ersatzanspruch ausf\u00e4llt. In diesen F\u00e4llen ist es gerechtfertigt, allein dem Leistenden die Kosten als Werbungskosten zuzurechnen. Dies gilt grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr ausfallende Ersatzanspr\u00fcche gegen nahe Familienangeh\u00f6rige. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der leistende Gesellschafter Kenntnis von der konkreten Verm\u00f6genssituation des ausgleichspflichtigen Mitgesellschafters hat, allein die objektive Unm\u00f6glichkeit, die Ausgleichsforderung zu erf\u00fcllen, ist ausschlaggebend (BFH-Urteil vom 23.11.2004\u00a0\u2013 \u00a0 BStBl\u00a02005 II, 454 ).<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"378\">\u00a0\u00a0<strong>Fundstelle(n):<\/strong><br \/>\nNWB DokID: OAAAE-48490<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"189\">\n<p align=\"right\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a01.\u00a0Grunds\u00e4tze [1] \u00a0Einnahmen und Werbungskosten sind den Miteigent\u00fcmern grunds\u00e4tzlich im Verh\u00e4ltnis der nach b\u00fcrgerlichem Recht anzusetzenden Anteile zuzurechnen. Ausnahmen hiervon sind nur m\u00f6glich, wenn die Miteigent\u00fcmer abweichende Vereinbarungen getroffen haben, die b\u00fcrgerlich-rechtlich wirksam sind und f\u00fcr die wirtschaftlich vern\u00fcnftige Gr\u00fcnde vorliegen, die grundst\u00fccksbezogen sind (R\u00a021.6\u00a0EStR ). \u00a02.\u00a0Eigennutzung durch Miteigent\u00fcmer \u00a02.1\u00a0Entgeltliche \u00dcberlassung in H\u00f6he des Miteigentumsanteils &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundstucksgemeinschaften-zurechnung-von-einnahmen-und-werbungskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Grundst\u00fccksgemeinschaften:  Zurechnung von Einnahmen und Werbungskosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-37635","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37635"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37635\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}