{"id":38079,"date":"2013-12-16T18:02:28","date_gmt":"2013-12-16T16:02:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38079"},"modified":"2013-12-16T18:02:28","modified_gmt":"2013-12-16T16:02:28","slug":"vorliegen-einer-geschaftsverauserung-%c2%a7-1-abs-1a-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorliegen-einer-geschaftsverauserung-%c2%a7-1-abs-1a-ustg\/","title":{"rendered":"Vorliegen einer Gesch\u00e4ftsver\u00e4u\u00dferung (\u00a7 1 Abs. 1a UStG)"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"font-size: 1.17em; line-height: 19px;\">Konsequenzen des BFH-Urteils vom 19. Dezember 2012, XI R 38\/10, und des EuGH-Urteils vom 30. Mai 2013, C-651\/11<\/span><\/h2>\n<h3 id=\"ueberschrift4\">BMF, Schreiben IV D 2 &#8211; S-7100-b \/ 13 \/ 10001 \/\/ IV D 2 &#8211; S-7100-b \/ 11 \/ 10001 vom 11.12.2013<\/h3>\n<p>Mit Urteil vom 19. Dezember 2012, XI R 38\/101, hat der BFH entschieden, dass die Ver\u00e4u\u00dferung eines Erbbaurechts mit aufstehendem, verpachteten Rehabilitationszentrum unter Fortf\u00fchrung des Pachtvertrags durch den Erwerber eine nicht der Umsatzsteuer unterliegende Gesch\u00e4ftsver\u00e4u\u00dferung im Ganzen darstellt. F\u00fcr die Annahme eines &#8222;in der Gliederung eines Unternehmens gesondert gef\u00fchrten Betriebs&#8220; im Sinne des \u00a7 1 Abs. 1a UStG komme es bei richtlinienkonformer Auslegung nicht darauf an, ob bei dem Ver\u00e4u\u00dferer f\u00fcr das \u00fcbertragene Erbbaurecht mit verpachtetem Geb\u00e4ude vor der Ver\u00e4u\u00dferung eine eigenst\u00e4ndige betriebliche Organisation vorgelegen habe. Entgegen Abschn. 1.5 Abs. 6 Satz 2 UStAE sei dabei auch nicht ma\u00dfgeblich, ob der ver\u00e4u\u00dferte Teil des Unternehmens einen f\u00fcr sich lebensf\u00e4higen Organismus gebildet habe, der unabh\u00e4ngig von den anderen Gesch\u00e4ften des Unternehmens nach Art eines selbst\u00e4ndigen Unternehmens betrieben worden und nach au\u00dfen hin ein selbst\u00e4ndiges, in sich abgeschlossenes Wirtschaftsgebilde gewesen sei.<\/p>\n<p>Daneben hat sich der EuGH mit Urteil vom 30. Mai 2013, C-651\/11, HFR 2013 S. 754, zum Vorliegen einer nicht steuerbaren \u00dcbertragung eines Gesamt- oder Teilverm\u00f6gens bei der Ver\u00e4u\u00dferung von Gesellschaftsanteilen ge\u00e4u\u00dfert (Artikel 19 und 29 MwStSystRL). Nach den Kernaussagen des Urteils kann die \u00dcbertragung eines Gesellschaftsanteils &#8211; unabh\u00e4ngig von dessen H\u00f6he &#8211; nur dann einer nicht steuerbaren \u00dcbertragung eines Teil- oder Gesamtverm\u00f6gens gleichgestellt werden, wenn der Gesellschaftsanteil Teil einer eigenst\u00e4ndigen Einheit ist, die eine selbst\u00e4ndige wirtschaftliche Bet\u00e4tigung erm\u00f6glicht, und diese T\u00e4tigkeit vom Erwerber fortgef\u00fchrt wird. Eine blo\u00dfe Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen ohne gleichzeitige \u00dcbertragung von Verm\u00f6genswerten versetze den Erwerber nicht in die Lage, eine selbst\u00e4ndige wirtschaftliche T\u00e4tigkeit als Rechtsnachfolger des Ver\u00e4u\u00dferers fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterungen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder wird Abschn. 1.5 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses (UStAE) vom 1. Oktober 2010, BStBl I S. 846, der zuletzt durch das BMF-Schreiben vom 10. Dezember 2013 &#8211; IV D 3 &#8211; S-7279 \/ 10 \/ 10002 (2013\/1141439), ge\u00e4ndert worden ist, wie folgt ge\u00e4ndert:<\/p>\n<div><\/div>\n<ol>\n<li>Abs. 6 wird wie folgt ge\u00e4ndert:\n<ol>\n<li>Die S\u00e4tze 1 bis 3 werden wie folgt gefasst:\n<p>&#8222;<sup>1<\/sup>Ein in der Gliederung eines Unternehmens gesondert gef\u00fchrter Betrieb liegt vor,<strong>wenn der ver\u00e4u\u00dferte Teil des Unternehmens vom Erwerber als selbst\u00e4ndiges wirtschaftliches Unternehmen fortgef\u00fchrt werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 19.12.2012, XI R 38\/10, BStBl II<\/strong>\u00a0<strong>2013 S. xxx).<\/strong>\u00a0<sup><strong>2<\/strong><\/sup><strong>Nicht entscheidend ist, dass bereits im Unternehmen, das eine \u00dcbertragung vornimmt, ein (organisatorisch) selbst\u00e4ndiger Unternehmensteil bestand.<\/strong>\u00a0<sup>3<\/sup>Es ist nicht Voraussetzung, dass mit dem Unternehmen oder mit dem in der Gliederung des Unternehmens gesondert gef\u00fchrten Teil in der Vergangenheit bereits Ums\u00e4tze erzielt wurden; die Absicht, Ums\u00e4tze erzielen zu wollen, muss jedoch anhand objektiver, vom Unternehmer nachzuweisender Anhaltspunkte sp\u00e4testens im Zeitpunkt der \u00dcbergabe bestanden haben (vgl. BFH-Urteil vom 08.03.2001, V R 24\/98, BStBl II 2003 S. 430).<\/li>\n<li>Satz 5 wird gestrichen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Abs. 9 wird wie folgt gefasst:\n<p>&#8222;Gesellschaftsrechtliche Beteiligungen<\/p>\n<p>(9)\u00a0<sup><strong>1<\/strong><\/sup><strong>Die \u00dcbertragung eines Gesellschaftsanteils kann &#8211; unabh\u00e4ngig von dessen H\u00f6he &#8211; nur dann einer nicht steuerbaren Gesch\u00e4ftsver\u00e4u\u00dferung gleichgestellt werden, wenn der Gesellschaftsanteil Teil einer eigenst\u00e4ndigen Einheit ist, die eine selbst\u00e4ndige wirtschaftliche Bet\u00e4tigung erm\u00f6glicht, und diese T\u00e4tigkeit vom Erwerber fortgef\u00fchrt wird.<\/strong>\u00a0<sup><strong>2<\/strong><\/sup><strong>Eine blo\u00dfe Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen ohne gleichzeitige \u00dcbertragung von Verm\u00f6genswerten versetzt den Erwerber nicht in die Lage, eine selbst\u00e4ndige wirtschaftliche T\u00e4tigkeit als Rechtsnachfolger des Ver\u00e4u\u00dferers fortzuf\u00fchren (vgl. EuGH-Urteil vom 30.05.2013, C-651\/11, HFR 2013 S. 754).<\/strong>&#8222;<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Grunds\u00e4tze dieses Schreibens sind in allen offenen F\u00e4llen anzuwenden. F\u00fcr vor dem 1. April 2014 ausgef\u00fchrte Ums\u00e4tze wird es nicht beanstandet, wenn sich die am Umsatz-gesch\u00e4ft beteiligten Unternehmer bei der Beurteilung des jeweiligen Sachverhalts \u00fcbereinstimmend auf Abschn. 1.5 Abs. 6 bzw. Abschn. 1.5 Abs. 9 UStAE in der am 10. Dezember 2013 geltenden Fassung berufen. Zudem bleibt die Anwendung der \u00dcbergangsregelung in Rz. 7 des BMF-Schreibens vom 3. Januar 2012 &#8211; IV D 2 &#8211; S-7100-b \/ 11 \/ 10001 (2011\/1037205), BStBl I S. 76, unber\u00fchrt.<\/p>\n<p id=\"seitenquelle\">Quelle:\u00a0BMF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konsequenzen des BFH-Urteils vom 19. Dezember 2012, XI R 38\/10, und des EuGH-Urteils vom 30. 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