{"id":38084,"date":"2013-12-18T19:21:57","date_gmt":"2013-12-18T17:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38084"},"modified":"2020-09-15T11:24:34","modified_gmt":"2020-09-15T09:24:34","slug":"korperschaftsteuerbefreiung-fur-die-abgabe-von-zytostatika-durch-krankenhausapotheke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/korperschaftsteuerbefreiung-fur-die-abgabe-von-zytostatika-durch-krankenhausapotheke\/","title":{"rendered":"K\u00f6rperschaftsteuerbefreiung f\u00fcr die Abgabe von Zytostatika durch Krankenhausapotheke"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 31. Juli 2013 (I R 82\/12) entschieden, dass die Abgabe von Medikamenten zur Krebsbehandlung (sog. Zytostatika) durch eine Krankenhausapotheke zur sofortigen ambulanten Verabreichung an Patienten von der K\u00f6rperschaftsteuer befreit ist, wenn das Krankenhaus, von dem die Apotheke betrieben wird, ein gemeinn\u00fctziger Zweckbetrieb ist. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auch auf die Gewerbesteuer, wie sich aus einem weiteren Urteil vom selben Tag (Az. I R 31\/12) ergibt.<\/span><\/h1>\n<p>Bei einem gemeinn\u00fctzigen Krankenhaus ist die Steuerbefreiung nicht auf die unmittelbare \u00e4rztliche und pflegerische Bet\u00e4tigung begrenzt. Sie erstreckt sich vielmehr auf alle typischerweise von einem Krankenhaus gegen\u00fcber seinen Patienten erbrachten Leistungen. Steuerfrei sind hiernach jedenfalls alle Eink\u00fcnfte aus T\u00e4tigkeiten, die den Krankenh\u00e4usern gesetzlich zur Sicherstellung ihres Versorgungsauftrags \u00fcbertragen sind und f\u00fcr die der Sozialversicherungstr\u00e4ger als Kostentr\u00e4ger f\u00fcr seine Versicherten deshalb grunds\u00e4tzlich eintreten muss.<\/p>\n<p>Ob die Krankenhausapotheke zu \u00f6ffentlichen Apotheken in Wettbewerb tritt, ist f\u00fcr den Umfang der Steuerbefreiung nach deutschem Recht ohne Belang. Der BFH hat aber darauf hingewiesen, dass das Gemeinn\u00fctzigkeitsrecht aufgrund der Wettbewerbsrelevanz beihilferechtlichen Bedenken unterliegt. Diese Bedenken erlaubten dem BFH in dem entschiedenen Fall zwar nicht, die gesetzlich vorgesehene Steuerbefreiung zu verweigern. Der BFH hat jedoch klar zum Ausdruck gebracht, dass die EU-Kommission berufen w\u00e4re, die Steuerbefreiungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem Unionsrecht zu pr\u00fcfen und den Gesetzgeber ggf. zu einer Anpassung der deutschen Rechtslage aufzufordern.<\/p>\n<p>Der Entscheidung kann keine Aussage zu der vergleichbaren umsatzsteuerrechtlichen Problematik entnommen werden. Der BFH hat in dem dazu anh\u00e4ngigen Revisionsverfahren (Az. V R 19\/11 &#8211;\u00a0Pressemitteilung Nr. 54\/2012) das Verfahren ausgesetzt und die Frage der Steuerbefreiung dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union zur Vorabentscheidung vorgelegt (Az. C-366\/12). Der Ausgang jenes Verfahrens bleibt insoweit abzuwarten.<\/p>\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 92\/13 vom 18.12.2013 zum Urteil I R 82\/12 vom 31.07.2013<\/p>\n<div>\n<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 15.5.2012, V R 19\/11<\/p>\n<p>EuGH-Vorlage zur Lieferung von Zytostatika durch einen Krankenhaustr\u00e4ger f\u00fcr im Krankenhaus ambulant erbrachte Heilbehandlungen &#8211; Begriff des mit einer Krankenhausbehandlung und einer \u00e4rztlichen Heilbehandlung eng verbundenen Umsatzes<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Zum Begriff des mit einer Krankenhausbehandlung und einer \u00e4rztlichen Heilbehandlung eng verbundenen Umsatzes i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Muss es sich bei dem eng verbundenen Umsatz um eine Dienstleistung gem\u00e4\u00df Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG handeln?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Falls Frage 1 zu verneinen ist: Liegt ein mit einer Krankenhausbehandlung oder \u00e4rztlichen Heilbehandlung eng verbundener Umsatz nur vor, wenn dieser Umsatz durch denselben Steuerpflichtigen erbracht wird, der auch die Krankenhausbehandlung oder \u00e4rztliche Heilbehandlung erbringt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3. Falls Frage 2 zu verneinen ist: Liegt ein eng verbundener Umsatz auch dann vor, wenn die Heilbehandlung nicht nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG, sondern nach Buchst. c dieser Bestimmung steuerfrei ist?<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>I.\u00a0<\/strong><strong>Zum Sachverhalt<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine gemeinn\u00fctzige Gesellschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung, betreibt als Krankenhaustr\u00e4ger ein Krankenhaus. In den Streitjahren (2005 und 2006) verf\u00fcgte sie \u00fcber eine sog. Institutserm\u00e4chtigung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0116a des F\u00fcnften Buches Sozialgesetzbuch (SGB\u00a0V), aufgrund der sie berechtigt war, neben station\u00e4ren Behandlungen auch ambulante Behandlungen durchzuf\u00fchren. Ambulante Behandlungen wurden dar\u00fcber hinaus auch durch die bei der Kl\u00e4gerin angestellten Krankenhaus\u00e4rzte durchgef\u00fchrt, die dabei gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0116 SGB\u00a0V aufgrund einer sog. pers\u00f6nlichen Erm\u00e4chtigung t\u00e4tig waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren behandelte die Kl\u00e4gerin Krebspatienten im Rahmen der sog. Chemotherapie. Die dabei an die Patienten verabreichten Zytostatika wurden von der Kl\u00e4gerin in der von ihr betriebenen Krankenhausapotheke nach \u00e4rztlicher Verordnung individuell f\u00fcr den jeweiligen Patienten hergestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin verwendete die Zytostatika bei station\u00e4ren Krankenhaus- und Heilbehandlungen in den R\u00e4umen des von ihr als Krankenhaustr\u00e4ger betriebenen Krankenhauses. Dass die Abgabe der Zytostatika f\u00fcr station\u00e4re Leistungen der Kl\u00e4gerin steuerfrei ist, steht au\u00dfer Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die von der Kl\u00e4gerin hergestellten Zytostatika wurden dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr ambulant im Krankenhaus der Kl\u00e4gerin erbrachte Heilbehandlungsleistungen verwendet. Die Kl\u00e4gerin ging davon aus, dass auch die Abgabe der in ihrer Krankenhausapotheke hergestellten Zytostatika f\u00fcr ambulante Behandlungen steuerfrei sei. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war demgegen\u00fcber aufgrund einer Neuregelung in Abschn.\u00a0100 Abs.\u00a03 der Umsatzsteuer-Richtlinien 2005, einer die Gerichte nicht bindenden Verwaltungsanweisung, der Auffassung, dass die entgeltliche Abgabe von Medikamenten f\u00fcr Tumorpatienten ab 2005 bei ambulanten Behandlungen steuerpflichtig sei und \u00e4nderte die Umsatzsteuerfestsetzungen unter Gew\u00e4hrung eines sich aufgrund der Steuerpflicht ergebenden Vorsteuerabzugs entsprechend. W\u00e4hrend der Einspruch der Kl\u00e4gerin keinen Erfolg hatte, gab das Finanzgericht der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1470 ver\u00f6ffentlichten Urteil statt. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>II.<\/strong>\u00a0<strong>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>1. Rechtlicher Rahmen<\/strong><\/p>\n<p><strong>a) Unionsrecht<\/strong><\/p>\n<p>Der Mehrwertsteuer unterliegen gem\u00e4\u00df Art.\u00a02 Nr.\u00a01 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) die &#8222;Lieferungen von Gegenst\u00e4nden und Dienstleistungen, die ein Steuerpflichtiger als solcher im Inland gegen Entgelt ausf\u00fchrt&#8220;. Als Lieferung gilt gem\u00e4\u00df Art.\u00a05 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8222;die \u00dcbertragung der Bef\u00e4higung, wie ein Eigent\u00fcmer \u00fcber einen k\u00f6rperlichen Gegenstand zu verf\u00fcgen&#8220;. Als Dienstleistung gilt nach Art.\u00a06 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8222;jede Leistung, die keine Lieferung eines Gegenstandes im Sinne des Artikels 5 ist&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b und c der Richtlinie 77\/388\/EWG befreien die Mitgliedstaaten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;b) die Krankenhausbehandlung und die \u00e4rztliche Heilbehandlung sowie die mit ihnen eng verbundenen Ums\u00e4tze, die von Einrichtungen des \u00f6ffentlichen Rechts oder unter Bedingungen, welche mit den Bedingungen f\u00fcr diese Einrichtungen in sozialer Hinsicht vergleichbar sind, von Krankenanstalten, Zentren f\u00fcr \u00e4rztliche Heilbehandlung und Diagnostik und anderen ordnungsgem\u00e4\u00df anerkannten Einrichtungen gleicher Art durchgef\u00fchrt beziehungsweise bewirkt werden;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) die Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus\u00fcbung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten \u00e4rztlichen und arzt\u00e4hnlichen Berufe erbracht werden&#8220;;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a02 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG sieht vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;b) Von der in Absatz\u00a01 Buchstaben b), g), h), i), l), m) und n) vorgesehenen Steuerbefreiung sind Dienstleistungen und Lieferungen von Gegenst\u00e4nden ausgeschlossen, wenn<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\u2013<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">sie zur Aus\u00fcbung der T\u00e4tigkeiten, f\u00fcr die Steuerbefreiung gew\u00e4hrt wird, nicht unerl\u00e4sslich sind;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">sie im wesentlichen dazu bestimmt sind, der Einrichtung zus\u00e4tzliche Einnahmen durch T\u00e4tigkeiten zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb mit T\u00e4tigkeiten von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen durchgef\u00fchrt werden.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>b) Nationales Recht<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Umsatzsteuer unterliegen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) &#8222;die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf\u00fchrt&#8220;. Lieferungen eines Unternehmers sind nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01 UStG &#8222;Leistungen, durch die er oder in seinem Auftrag ein Dritter den Abnehmer oder in dessen Auftrag einen Dritten bef\u00e4higt, im eigenen Namen \u00fcber einen Gegenstand zu verf\u00fcgen (Verschaffung der Verf\u00fcgungsmacht)&#8220;. Sonstige Leistungen sind gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a03 Abs.\u00a09 UStG &#8222;Leistungen, die keine Lieferungen sind&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a014 und 16 Buchst.\u00a0b UStG waren in den Streitjahren steuerfrei:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nr.\u00a014: &#8222;die Ums\u00e4tze aus der T\u00e4tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut (Krankengymnast), Hebamme oder aus einer \u00e4hnlichen heilberuflichen T\u00e4tigkeit im Sinne des \u00a7\u00a018 Absatz\u00a01 Nr.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes und aus der T\u00e4tigkeit als klinischer Chemiker. Steuerfrei sind auch die sonstigen Leistungen von Gemeinschaften, deren Mitglieder Angeh\u00f6rige der in Satz\u00a01 bezeichneten Berufe sind, gegen\u00fcber ihren Mitgliedern, soweit diese Leistungen unmittelbar zur Ausf\u00fchrung der nach Satz\u00a01 steuerfreien Ums\u00e4tze verwendet werden. &#8230;&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nr.\u00a016: &#8222;die mit dem Betrieb der Krankenh\u00e4user &#8230; eng verbundenen Ums\u00e4tze, wenn &#8230; b) bei Krankenh\u00e4usern im vorangegangenen Kalenderjahr die in \u00a7\u00a067 Abs.\u00a01 oder 2 der Abgabenordnung bezeichneten Voraussetzungen erf\u00fcllt &#8230; sind &#8230; .&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a0116 SGB\u00a0V bestimmte in den Streitjahren:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;Krankenhaus\u00e4rzte mit abgeschlossener Weiterbildung k\u00f6nnen mit Zustimmung des Krankenhaustr\u00e4gers vom Zulassungsausschu\u00df (\u00a7\u00a096) zur Teilnahme an der vertrags\u00e4rztlichen Versorgung der Versicherten erm\u00e4chtigt werden. Die Erm\u00e4chtigung ist zu erteilen, soweit und solange eine ausreichende \u00e4rztliche Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder Kenntnisse von hierf\u00fcr geeigneten Krankenhaus\u00e4rzten nicht sichergestellt wird. &#8230; .&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a0116a SGB\u00a0V regelte in den Streitjahren:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8222;Der Zulassungsausschuss kann zugelassene Krankenh\u00e4user f\u00fcr das entsprechende Fachgebiet in den Planungsbereichen, in denen der Landesausschuss der \u00c4rzte und Krankenkassen Unterversorgung festgestellt hat, auf deren Antrag zur vertrags\u00e4rztlichen Versorgung erm\u00e4chtigen, soweit und solange dies zur Deckung der Unterversorgung erforderlich ist.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>2. Vorbemerkungen zur Rechtslage nach nationalem Recht und zum Streitfall<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Steuerfreiheit nach \u00a7\u00a04 Nr.\u00a016 Buchst.\u00a0b UStG beruht unionsrechtlich auf Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG. Steuerfrei sind danach die Krankenhausbehandlung und die \u00e4rztliche Heilbehandlung sowie die mit ihnen eng verbundenen Ums\u00e4tze, die insbesondere von Einrichtungen des \u00f6ffentlichen Rechts oder unter Bedingungen, welche mit den Bedingungen f\u00fcr diese Einrichtungen in sozialer Hinsicht vergleichbar sind, von Krankenanstalten durchgef\u00fchrt oder bewirkt werden. Trotz der im Wortlaut bestehenden Unterschiede legt der erkennende Senat \u00a7\u00a04 Nr.\u00a016 Buchst.\u00a0b UStG entsprechend seiner unionsrechtlichen Grundlage in Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG richtlinienkonform aus (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.\u00a0Januar 2006 V\u00a0R\u00a046\/04, BFHE 211, 571, BStBl II 2006, 481, unter II.2.b; vom 26.\u00a0August 2010 V\u00a0R\u00a05\/08, BFHE 231, 298, BStBl II 2011, 296, unter II.1.). Als mit dem Betrieb der Krankenh\u00e4user eng verbundene Ums\u00e4tze i.S. von \u00a7\u00a04 Nr.\u00a016 Buchst.\u00a0b UStG sind daher auch nach nationalem Recht nur die &#8222;Krankenhausbehandlung und die \u00e4rztliche Heilbehandlung sowie die mit ihnen eng verbundenen Ums\u00e4tze&#8220; gem\u00e4\u00df Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Kl\u00e4gerin erf\u00fcllt im Streitfall die personenbezogenen Voraussetzungen des Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG. Sie ist zwar keine Einrichtung des \u00f6ffentlichen Rechts, aber eine Krankenanstalt im Sinne dieser Bestimmung, die unter in sozialer Hinsicht vergleichbaren Bedingungen t\u00e4tig ist, da sie die Voraussetzungen des \u00a7\u00a04 Nr.\u00a016 Buchst.\u00a0b UStG erf\u00fcllt. Die Kl\u00e4gerin ist daher zur Erbringung steuerfreier Leistungen im Krankenhausbereich grunds\u00e4tzlich berechtigt, so dass nur die Frage streitig ist, auf welche ihrer Leistungen die Steuerfreiheit anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die von der Kl\u00e4gerin hergestellten Zytostatika wurden in zwei Fallgruppen f\u00fcr ambulant erbrachte Heilbehandlungsleistungen verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl\u00e4gerin verwendete die von ihr hergestellten Zytostatika bei ambulanten Heilbehandlungen, die sie in dem von ihr als Krankenhaustr\u00e4ger betriebenen Krankenhaus durchf\u00fchrte. Die Behandlung von Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, erfolgt dabei sozialversicherungsrechtlich auf der Grundlage von \u00a7\u00a0116a SGB\u00a0V.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die von der Kl\u00e4gerin hergestellten Zytostatika wurden auch f\u00fcr ambulante Behandlungen verwendet, die Krankenhaus\u00e4rzte als selbst\u00e4ndig t\u00e4tige Steuerpflichtige f\u00fcr gesetzlich pflichtversicherte Patienten aufgrund einer Erm\u00e4chtigung nach der sozialversicherungsrechtlichen Regelung des \u00a7\u00a0116 SGB\u00a0V in den R\u00e4umen des von der Kl\u00e4gerin als Krankenhaustr\u00e4ger betriebenen Krankenhauses erbrachten. \u00a7\u00a0116 SGB\u00a0V erm\u00f6glicht es, &#8222;erm\u00e4chtigten&#8220; Krankenhaus\u00e4rzten, die in einem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis zum Krankenhaustr\u00e4ger stehen und insoweit als Gehaltsempf\u00e4nger i.S. von Art.\u00a04 Abs.\u00a04 Unterabs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG gegen\u00fcber dem Krankenhaustr\u00e4ger unselbst\u00e4ndig t\u00e4tig sind, als selbst\u00e4ndig t\u00e4tige Steuerpflichtige ambulante Heilbehandlungsleistungen in einem Krankenhaus zu erbringen. Sozialversicherungsrechtlich unterscheidet sich die T\u00e4tigkeit der Krankenhaus\u00e4rzte insoweit nicht von der eines in eigener Praxis niedergelassenen Arztes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die der zweiten Fallgestaltung zugrunde liegenden Leistungsbeziehungen ist zu beachten, dass der Krankenhausarzt im Rahmen des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung seine Heilbehandlungsleistung gegen Entgelt i.S. von Art.\u00a02 Nr.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG an die gesetzliche Krankenkasse des Patienten erbringt. Die Lieferung der auf Verordnung des Krankenhausarztes hergestellten Zytostatika durch die Kl\u00e4gerin erfolgte dabei gleichfalls an die gesetzliche Krankenkasse des Patienten. Die gesetzliche Krankenkasse ist umsatzsteuerrechtlich Empf\u00e4nger beider Leistungen, da sie diese Leistungen nach den der Umsatzt\u00e4tigkeit zugrunde liegenden Rechtsverh\u00e4ltnissen bezieht, um sie an die bei ihr pflichtversicherten Patienten abzugeben. Ein unmittelbarer Leistungsbezug durch den Patienten liegt nach der Ausgestaltung des Krankenversicherungsschutzes im nationalen Recht nur bei privat versicherten Patienten vor, die gegen\u00fcber Arzt und Krankenhaus selbst zahlungsverpflichtet sind und Erstattungsanspr\u00fcche gegen ihre Versicherungsgesellschaften haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>3. Zur ersten Vorlagefrage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) In seiner zu Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangenen Rechtsprechung ist der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) davon ausgegangen, dass &#8222;nur\u00a0Dienstleistungen, die naturgem\u00e4\u00df im Rahmen von Krankenhausbehandlungen und \u00e4rztlichen Heilbehandlungen erbracht werden und im Prozess der Erbringung dieser Dienstleistungen &#8230; zur Erreichung der damit verfolgten therapeutischen Ziele unentbehrlich sind, &#8218;eng verbundene Ums\u00e4tze&#8216; im Sinne dieser Vorschrift darstellen&#8220; k\u00f6nnen und dass nur &#8222;solche Leistungen &#8230; sich n\u00e4mlich auf die Kosten der medizinischen Behandlungen auswirken [k\u00f6nnen], die dem Einzelnen durch die in Rede stehende Steuerbefreiung zug\u00e4nglich gemacht werden&#8220; (EuGH-Urteil vom 1.\u00a0Dezember 2005 C-394\/04, Ygeia, Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a025). In seinem Urteil vom 10.\u00a0Juni 2010 C-262\/08, Copy Gene (Slg. 2010, I-5053)hat der EuGH zu &#8222;den \u00e4rztlichen Leistungen &#8230; festgestellt, dass angesichts des Zwecks, der mit der in Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Sechsten Richtlinie vorgesehenen Befreiung verfolgt wird, nur Leistungen, die naturgem\u00e4\u00df im Rahmen von Dienstleistungen der Krankenhausbehandlung und \u00e4rztlichen Heilbehandlungen erbracht werden und im Prozess der Erbringung dieser Dienstleistungen zur Erreichung der damit verfolgten therapeutischen Ziele unentbehrlich sind, &#8218;eng verbundene Ums\u00e4tze&#8216; im Sinne dieser Bestimmung darstellen k\u00f6nnen&#8220; (EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053Rdnr.\u00a040).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat versteht diese Rechtsprechung dahingehend, dass es sich bei den T\u00e4tigkeiten der Krankenhausbehandlung und der \u00e4rztlichen Heilbehandlung um Dienstleistungen i.S. von Art.\u00a06 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG handeln muss. Weiter ist dem EuGH-Urteil Ygeia in Slg. 2005, I-10373 zu entnehmen, dass auch der eng verbundene Umsatz eine Dienstleistung in diesem Sinne sein muss, so dass eine Lieferung gem\u00e4\u00df Art.\u00a05 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG kein eng verbundener Umsatz w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob eine derartige Einschr\u00e4nkung tats\u00e4chlich besteht, ist aber als die Auslegung der Richtlinie betreffende Frage kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, da sich die Befreiung gem\u00e4\u00df Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG auf &#8222;eng verbundene Ums\u00e4tze&#8220; erstreckt, was grunds\u00e4tzlich die beiden in Art.\u00a02 Nr.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG genannten Umsatzarten der Lieferung (Art.\u00a05 der Richtlinie 77\/388\/EWG) und der Dienstleistung (Art.\u00a06 der Richtlinie 77\/388\/EWG) einschlie\u00dft. Eine Einschr\u00e4nkung der eng verbundenen Ums\u00e4tze auf Dienstleistungen erscheint daher im Hinblick auf den Wortlaut der Richtlinie fraglich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zu ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnte dabei auch sein, dass der EuGH in seinem Urteil Ygeia in Slg. 2005, I-10373 \u00fcber die den vorliegenden Streitfall betreffende erste Vorlagefrage nicht abschlie\u00dfend zu entscheiden hatte, da Gegenstand der Leistungen, deren Steuerfreiheit als eng verbundener Umsatz in der Rechtssache Ygeia in Slg. 2005, I-10373 streitig war, die Nutzungs\u00fcberlassung von Fernsehger\u00e4ten und Telefonen war, die umsatzsteuerrechtlich als Dienstleistungen, nicht aber als Lieferungen einzuordnen sind. M\u00f6glicherweise deshalb hat der EuGH in Bezug auf den eng verbundenen Umsatz nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG in seinem Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 auf den Begriff der &#8222;Leistungen&#8220; abgestellt, der gleicherma\u00dfen Lieferungen und Dienstleistungen umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die erste Vorlagefrage ist f\u00fcr beide Fallgruppen der ambulanten Behandlung (s. oben II.2.c) entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Der Steuerfreiheit steht nicht bereits entgegen, dass in beiden Fallgruppen nur ambulant-\u00e4rztliche Heilbehandlungen vorliegen, da sich die Steuerfreiheit gem\u00e4\u00df Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht auf station\u00e4r erbrachte Heilbehandlungen beschr\u00e4nkt. Es ist nicht erforderlich, dass zugleich auch eine (station\u00e4re) Krankenhausbehandlung vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Das Vorliegen einer Lieferung ergibt sich aus Art.\u00a05 Abs.\u00a01 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Die Zytostatika sind k\u00f6rperliche Gegenst\u00e4nde. Die Bef\u00e4higung, wie ein Eigent\u00fcmer verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, wird durch die \u00dcberlassung zum bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Verbrauch, dem Verbrauch der Zytostatika im Rahmen der ambulanten Heilbehandlung, \u00fcbertragen. Dass die Zytostatika speziell f\u00fcr einzelne Patienten nach den Bed\u00fcrfnissen des jeweiligen Patienten hergestellt wurden und f\u00fcr andere Patienten nicht verwendungsf\u00e4hig waren, steht der Annahme einer Lieferung &#8211;wie auch in anderen F\u00e4llen, in denen k\u00f6rperliche Gegenst\u00e4nde speziell nach den Vorgaben des Kunden individuell angefertigt werden&#8211; nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Eine Lieferung liegt auch insoweit vor, als die Kl\u00e4gerin die Zytostatika f\u00fcr eigene ambulante Heilbehandlungen verwendete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies ergibt sich daraus, dass der EuGH in seiner zu Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0c der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangenen Rechtsprechung davon ausgeht, dass sich &#8222;die Abgabe von Arzneimitteln &#8230;, die von einem Arzt oder anderen hierzu erm\u00e4chtigten Personen verordnet werden, in tats\u00e4chlicher und in wirtschaftlicher Hinsicht von der Dienstleistung [der Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin] trennen&#8220; l\u00e4sst, wenn &#8222;man von den Lieferungen kleineren Umfangs ab[sieht], die bei der Heilbehandlung unbedingt notwendig sind,&#8220; (EuGH-Urteil vom 23.\u00a0Februar 1988 C-353\/85, Kommission\/Vereinigtes K\u00f6nigreich, Slg. 1988, 817 Rdnrn.\u00a033 bis 35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr eine \u00dcbertragung dieser Rechtsprechung auf Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG spricht, dass sich die Begriffe &#8222;\u00e4rztliche Heilbehandlung&#8220; in Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG und &#8222;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&#8220; in Buchst.\u00a0c dieser Bestimmung der Art nach auf dieselben Leistungen beziehen (EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a028).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>41<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>4. Zur zweiten Vorlagefrage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>42<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der zweiten wiederum Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG betreffenden Auslegungsfrage soll gekl\u00e4rt werden, ob der Begriff des eng verbundenen Umsatzes voraussetzt, dass der Steuerpflichtige, der diesen Umsatz erbringt, zugleich auch eine Krankenhausbehandlungs- oder eine \u00e4rztliche Heilbehandlungsleistung an den Empf\u00e4nger des eng verbundenen Umsatzes erbringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>43<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des EuGH handelt es sich bei den mit der Krankenhausbehandlung und der \u00e4rztlichen Heilbehandlung eng verbundenen Ums\u00e4tzen i.S. von Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG um Nebenleistungen, die an den Empf\u00e4nger einer Krankenhausbehandlung oder \u00e4rztlichen Heilbehandlung als Hauptleistung erbracht werden (EuGH-Urteile Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a018, und Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a039).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>44<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat hat Zweifel, welche Bedeutung dieser Bezugnahme auf das Verh\u00e4ltnis von Haupt- und Nebenleistung f\u00fcr die Auslegung des Begriffs des eng verbundenen Umsatzes zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>45<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach den allgemeinen Grunds\u00e4tzen der Rechtsprechung des EuGH zu Haupt- und Nebenleistung &#8222;sind unter bestimmten Umst\u00e4nden mehrere formal unterschiedliche Einzelleistungen, die getrennt erbracht werden und damit jede f\u00fcr sich zu einer Besteuerung oder Befreiung f\u00fchren k\u00f6nnten, als ein einheitlicher Umsatz anzusehen, wenn sie nicht selbst\u00e4ndig sind. Dies ist z.B. der Fall, wenn festgestellt wird, dass eine oder mehrere Einzelleistungen eine Hauptleistung bilden und die andere Einzelleistung oder die anderen Einzelleistungen eine oder mehrere Nebenleistungen bilden, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilen. Insbesondere ist eine Leistung als Neben- und nicht als Hauptleistung anzusehen, wenn sie f\u00fcr die Kundschaft keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen&#8220; (EuGH-Urteil vom 11.\u00a0Juni 2009 C-572\/07, RLRE Tellmer Property, Slg. 2009, I-4983 Rdnr.\u00a018).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>46<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies entspricht der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des EuGH, nach der Neben- und Hauptleistung ein einheitlicher Umsatz sind, bei dem die Nebenleistung das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilt, wenn die Nebenleistung dazu dient, die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (EuGH-Urteile vom 25.\u00a0Februar 1999 C-349\/96, CPP, Slg. 1999, I-973 Rdnrn.\u00a029\u00a0f.; vom 15.\u00a0Mai 2001 C-34\/99, Primback, Slg. 2001, I-3833 Rdnrn.\u00a043 und 45, und vom 21.\u00a0Februar 2008 C-425\/06, Part Service, Slg.\u00a02008, I-897 Rdnrn.\u00a051\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>47<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) W\u00e4re die Bezugnahme auf Haupt- und Nebenleistung zur Auslegung des Begriffs des eng verbundenen Umsatzes in den EuGH-Urteilen Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a018 und Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a039 als Verweisung auf die allgemeine EuGH-Rechtsprechung zu verstehen, nach der Neben- und Hauptleistung ein einheitlicher Umsatz sind, bei dem die Nebenleistung das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilt, k\u00e4me der gesonderten Nennung des eng verbundenen Umsatzes in Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG nur deklaratorische Bedeutung zu, da es sich dann nur um eine Nebenleistung zur Krankenhausbehandlung oder zur \u00e4rztlichen Heilbehandlung handeln w\u00fcrde, die bereits nach den allgemeinen Grunds\u00e4tzen der EuGH-Rechtsprechung (EuGH-Urteile CPP in Slg. 1999, I-973 Rdnrn.\u00a029\u00a0f.; Primback in Slg. 2001, I-3833 Rdnrn.\u00a043 und 45; Part Service in Slg. 2008, I-897 Rdnrn.\u00a051\u00a0f., und RLRE Tellmer Property in Slg. 2009, I-4983 Rdnr.\u00a018) als Teil eines einheitlichen Umsatzes anzusehen w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>48<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die zweite Vorlagefrage w\u00e4re dann dahingehend zu beantworten, dass ein eng verbundener Umsatz nur dann vorliegt, wenn der Steuerpflichtige zugleich auch eine Krankenhausbehandlungs- oder \u00e4rztliche Heilbehandlungsleistung an den Empf\u00e4nger des eng verbundenen Umsatzes erbringt, da nur dann eine Nebenleistung vorliegt, die dazu dient, die Hauptleistung &#8222;des Leistungserbringers&#8220; unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (vgl. EuGH-Urteile CPP in Slg. 1999, I-973 Rdnr.\u00a030; Primback in Slg. 2001, I-3833 Rdnr.\u00a045; Part Service in Slg. 2008, I-897 Rdnr.\u00a052, und RLRE Tellmer Property in Slg. 2009, I-4983 Rdnr.\u00a018).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>49<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Gegen das Erfordernis, dass der Steuerpflichtige, der den eng verbundenen Umsatz erbringt, zugleich eine Krankenhausbehandlungs- oder eine \u00e4rztliche Heilbehandlungsleistung an den Empf\u00e4nger des eng verbundenen Umsatzes ausf\u00fchren muss, k\u00f6nnte aber sprechen, dass der EuGH in seinen unmittelbar zu Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG ergangenen Urteilen Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a018 und Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a039 nur darauf abgestellt hat, dass eine Nebenleistung an den Empf\u00e4nger einer Krankenhausbehandlung oder \u00e4rztlichen Heilbehandlung als Hauptleistung erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>50<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>dd) Eine Antwort auf die zweite Vorlagefrage l\u00e4sst sich nicht aus dem Urteil des EuGH vom 11.\u00a0Januar 2001 C-76\/99, Kommission\/Frankreich (Slg. 2001, I-249) ableiten. Diese Rechtssache betraf biomedizinische Untersuchungen, bei denen ein sog. Entnahmelabor Patienten Proben entnimmt und diese an ein Speziallabor, das diese Proben untersucht, \u00fcbersendet. Entnahme- und Speziallabor berechnen ihre T\u00e4tigkeit jeweils &#8211;als nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211; steuerfrei an den Patienten. Zu kl\u00e4ren war, ob die \u00dcbersendungsverg\u00fctung, die das Spezial- an das Entnahmelabor zahlt, ein Entgelt f\u00fcr eine gleichfalls nach dieser Bestimmung steuerfreie Leistung ist (EuGH-Urteil Kommission\/ Frankreich in Slg. 2001, I-249 Rdnr.\u00a010), was der EuGH bejahte. Der EuGH f\u00fchrte hierf\u00fcr an, dass es f\u00fcr die Patienten unerheblich sei, ob das Entnahmelabor auch die Analyse vornehme oder damit ein Speziallabor beauftrage, gleichwohl aber gegen\u00fcber den Patienten verantwortlich bleibe. Probenentnahme und \u00dcbersendung der Probe an das Speziallabor seien Leistungen, die eng mit der Analyse verbunden seien (EuGH-Urteil Kommission\/Frankreich in Slg. 2001, I-249 Rdnrn.\u00a028\u00a0ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>51<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hieraus ergibt sich keine hinreichende Antwort auf die zweite Vorlagefrage, da die \u00dcbersendung durch das Entnahmelabor erfolgte, das durch die Entnahme auch eine steuerfreie &#8222;Hauptleistung&#8220; gegen\u00fcber dem Patienten (oder seiner Krankenkasse) erbrachte, an der es hier in der zweiten Fallgruppe (s. oben II.2.c\u00a0bb) fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>52<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die zweite Vorlagefrage ist nur f\u00fcr die Abgabe von Zytostatika in Zusammenhang mit den ambulanten Leistungen der selbst\u00e4ndig t\u00e4tigen Krankenhaus\u00e4rzte in der zweiten Fallgruppe (s. oben II.2.c\u00a0bb) entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>53<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die insoweit von der Kl\u00e4gerin erbrachten Leistungen sind steuerpflichtig, wenn die zweite Vorlagefrage zu bejahen ist und das Vorliegen eines eng verbundenen Umsatzes daher voraussetzt, dass der Steuerpflichtige neben dem eng verbundenen Umsatz auch eine Krankenhausbehandlungs- oder eine Heilbehandlungsleistung an den Empf\u00e4nger des eng verbundenen Umsatzes erbringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>54<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn nach den dem Streitfall zugrunde liegenden Leistungsbeziehungen hat die Kl\u00e4gerin in der zweiten Fallgruppe (s. oben II.2.c\u00a0bb) an den Empf\u00e4nger des eng verbundenen Umsatzes und damit &#8211;im Rahmen des Systems der gesetzlichen Sozialversicherung&#8211; an die gesetzliche Krankenkasse des Patienten und &#8211;im Fall der Privatversicherung&#8211; an den Patienten selbst, au\u00dfer der Lieferung der Zytostatika, keine weiteren Leistungen erbracht; denn die ambulant-\u00e4rztliche Heilbehandlungsleistung wurde durch die erm\u00e4chtigten Krankenhaus\u00e4rzte als selbst\u00e4ndig t\u00e4tige Steuerpflichtige erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>55<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Ist die zweite Vorlagefrage demgegen\u00fcber mit der Folge zu verneinen, dass der eng verbundene Umsatz durch einen Steuerpflichtigen (hier: Krankenhaustr\u00e4ger) und die Hauptleistung durch einen anderen Steuerpflichtigen (hier: Krankenhausarzt) erbracht werden kann, liegen grunds\u00e4tzlich &#8211;jedoch vorbehaltlich der Antwort auf die dritte Vorlagefrage&#8211; die weiteren Voraussetzungen f\u00fcr eine Steuerfreiheit der Lieferung des Zytostatika als eng verbundener Umsatz vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>56<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn bei der Abgabe der Zytostatika im Streitfall handelte es sich um Leistungen, die naturgem\u00e4\u00df im Rahmen von Krankenhausbehandlungen und \u00e4rztlichen Heilbehandlungen erbracht werden und im Prozess der Erbringung dieser Dienstleistungen zur Erreichung der damit verfolgten therapeutischen Ziele unentbehrlich sind (vgl. EuGH-Urteile Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a025, und Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a040). Es handelte sich nicht um Leistungen, die lediglich den Komfort und das Wohlbefinden der Krankenhauspatienten verbessern sollen (vgl. EuGH-Urteil Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a029). Es wurde auch der erforderliche enge Zusammenhang zur \u00e4rztlichen Heilbehandlung gewahrt (vgl. EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a048), der voraussetzt, dass eine Krankenhausbehandlung und \u00e4rztliche Heilbehandlung zumindest begonnen hat oder geplant ist (EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a050), da die Abgabe der Zytostatika im Zusammenhang zu bereits begonnenen ambulanten Heilbehandlungsma\u00dfnahmen durch die insoweit selbst\u00e4ndig t\u00e4tigen Krankenhaus\u00e4rzte stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>57<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>5. Zur dritten Vorlagefrage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>58<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat geht davon aus, dass die durch die selbst\u00e4ndig t\u00e4tigen Krankenhaus\u00e4rzte im Krankenhaus der Kl\u00e4gerin erbrachten Heilbehandlungsleistungen zwar nicht nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG, aber nach Buchst.\u00a0c dieser Bestimmung steuerfrei sind. Gegenteiliges ist nach Auffassung des erkennenden Senats nicht der EuGH-Rechtsprechung zu entnehmen, nach der &#8222;sich Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Sechsten Richtlinie auf Leistungen bezieht, die in Krankenh\u00e4usern erbracht werden, w\u00e4hrend sich Buchst.\u00a0c dieses Absatzes auf diejenigen Heilbehandlungen bezieht, die au\u00dferhalb von Krankenh\u00e4usern, sei es in den Praxisr\u00e4umen des Behandelnden, in der Wohnung des Patienten oder an einem anderen Ort, erbracht werden&#8220; (EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053Rdnr.\u00a027, m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung). Diese Rechtsprechung, die sich nur auf die allgemeine Abgrenzung dieser beiden Steuerbefreiungen bezieht, steht nach Auffassung des erkennenden Senats einer Anwendung des Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0c der Richtlinie 77\/388\/EWG auf Heilbehandlungsleistungen, die selbst\u00e4ndig t\u00e4tige \u00c4rzte in den R\u00e4umen von Krankenh\u00e4usern erbringen, nicht entgegen, da f\u00fcr die Annahme, ein Arzt k\u00f6nne als Steuerpflichtiger in einem Krankenhaus keine steuerfreie Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin erbringen, keinerlei sachliche Gr\u00fcnde erkennbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>59<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Sollte die zweite Vorlagefrage zu verneinen sein, so dass der eng verbundene Umsatz nicht von demselben Steuerpflichtigen erbracht werden muss, der auch die Heilbehandlungsleistung ausf\u00fchrt, k\u00f6nnte dies weitergehend auch die Annahme rechtfertigen, dass ein Arzt, dessen Heilbehandlungsleistungen nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01Buchst.\u00a0c\u00a0der Richtlinie 77\/388\/EWG steuerfrei sind und der diese Leistungen steuerfrei auch in den R\u00e4umen eines Krankenhauses erbringen kann (s. oben II.2.c\u00a0bb), die steuerfreie Hauptleistung ausf\u00fchren kann, zu der der eng verbundene Umsatz des Krankenhauses als nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01\u00a0Buchst.\u00a0b\u00a0der Richtlinie 77\/388\/EWG steuerfreie Nebenleistung hinzutritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>60<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hierf\u00fcr k\u00f6nnte angef\u00fchrt werden, dass sich die Begriffe &#8222;\u00e4rztliche Heilbehandlung&#8220; in Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG und &#8222;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&#8220; in Buchst.\u00a0c dieser Bestimmung der Art nach auf dieselben Leistungen beziehen (EuGH-Urteil Copy Gene in Slg. 2010, I-5053 Rdnr.\u00a028).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>61<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen eine derartige Auslegung k\u00f6nnte indes das Erfordernis einer hinreichend klaren Abgrenzung des Umfangs der steuerfreien Leistungen sowie die Entscheidung des Unionsgesetzgebers sprechen, eng verbundene Ums\u00e4tze nur im Rahmen von Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG von der Steuer zu befreien, w\u00e4hrend eine vergleichbare Regelung f\u00fcr Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0c der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>62<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>6. Keine Steuerpflicht aus anderen Gr\u00fcnden<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>63<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Entscheidungserheblichkeit der Vorlagefragen entf\u00e4llt auch nicht aus anderen Gr\u00fcnden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>64<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Einem Erfolg der Klage steht nicht entgegen, dass die Steuerfreiheit nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG gem\u00e4\u00df Abs.\u00a02 Buchst.\u00a0b erster Gedankenstrich dieser Bestimmung unter dem Vorbehalt der Unerl\u00e4sslichkeit steht, da die Zytostatika f\u00fcr die ambulant durchgef\u00fchrte Chemotherapie unerl\u00e4sslich waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>65<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Gegen die Steuerfreiheit nach Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0b der Richtlinie 77\/388\/EWG kann auch nicht Abs.\u00a02 Buchst.\u00a0b zweiter Gedankenstrich dieser Bestimmung angef\u00fchrt werden. Danach d\u00fcrfen Leistungen nicht im Wesentlichen dazu bestimmt sein, der Einrichtung zus\u00e4tzliche Einnahmen durch T\u00e4tigkeiten zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb mit T\u00e4tigkeiten von der Mehrwertsteuer unterliegenden gewerblichen Unternehmen durchgef\u00fchrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>66<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der Senat verkennt nicht, dass die Kl\u00e4gerin bei der Abgabe im unmittelbaren Wettbewerb zu gewerblichen Apotheken handelte, die dieselben Zytostatika nur unter der Anwendung des Regelsteuersatzes anbieten konnten, da der nationale Gesetzgeber die Erm\u00e4chtigung zur Anwendung eines erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes nach Art.\u00a012 Abs.\u00a03 i.V.m. Anhang\u00a0H Nr.\u00a03 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht ausge\u00fcbt hat. Dabei steht der Wettbewerbsrelevanz nicht entgegen, dass die Zulassung zur ambulanten Heilbehandlung unter dem Vorbehalt einer Bedarfspr\u00fcfung nach \u00a7\u00a0116 SGB\u00a0V stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>67<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hierauf kommt es indes nicht an, da die Lieferung der Zytostatika nach Auffassung des Senats nicht im Wesentlichen dazu bestimmt war, der Kl\u00e4gerin zus\u00e4tzliche Einnahmen i.S. von Art.\u00a013 Teil\u00a0A Abs.\u00a02 Buchst.\u00a0b zweiter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG zu verschaffen. Ma\u00dfgeblich ist daf\u00fcr, dass nach der insoweit den nationalen Gerichten obliegenden Beurteilung (vgl. EuGH-Urteil Ygeia in Slg. 2005, I-10373 Rdnr.\u00a034) davon auszugehen ist, dass die Abgabe der Zytostatika im Streitfall vorrangig dazu diente, den bei der Kl\u00e4gerin angestellten Krankenhaus\u00e4rzten die selbst\u00e4ndige Erbringung ambulanter Heilbehandlungsleistungen zu erm\u00f6glichen. Anders w\u00e4re es erst, wenn die Kl\u00e4gerin \u00fcber ihre Krankenhausapotheke andere Krankenh\u00e4user beliefert h\u00e4tte, da es dann an einem Bezug zu einer in den R\u00e4umlichkeiten des eigenen Krankenhauses ausge\u00fcbten Heilbehandlungst\u00e4tigkeit fehlen w\u00fcrde (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 18.\u00a0Oktober 1990 V\u00a0R\u00a076\/89, BFHE 162, 510, BStBl II\u00a01991, 268).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>68<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>7. Zum Rechtsgrund der Vorlage<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>69<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Einleitung des Vorabentscheidungsersuchens an den EuGH beruht auf Art.\u00a0267 des Vertrages \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 31. Juli 2013 (I R 82\/12) entschieden, dass die Abgabe von Medikamenten zur Krebsbehandlung (sog. Zytostatika) durch eine Krankenhausapotheke zur sofortigen ambulanten Verabreichung an Patienten von der K\u00f6rperschaftsteuer befreit ist, wenn das Krankenhaus, von dem die Apotheke betrieben wird, ein gemeinn\u00fctziger Zweckbetrieb ist. 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