{"id":38086,"date":"2013-12-18T19:22:32","date_gmt":"2013-12-18T17:22:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38086"},"modified":"2013-12-18T19:22:32","modified_gmt":"2013-12-18T17:22:32","slug":"trend-zu-hoherer-fiskalquote-im-oecd-raum-ungebrochen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/trend-zu-hoherer-fiskalquote-im-oecd-raum-ungebrochen\/","title":{"rendered":"Trend zu h\u00f6herer Fiskalquote im OECD-Raum ungebrochen"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"font-size: 1.17em; line-height: 19px;\">Auch Deutschland und \u00d6sterreich verbuchen mehr Steuer-einnahmen am BIP<\/span><\/h2>\n<h3 id=\"ueberschrift4\"><span style=\"font-size: 13px; line-height: 19px;\">Die Mehrzahl der OECD-L\u00e4nder hat 2012 erneut mehr Steuern eingenommen als in den Hauptkrisenjahren 2008 und 2009. Wie aus der aktuellen Ausgabe der Revenue Statistics der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, lag der Anteil der Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung im Schnitt von 30 OECD-L\u00e4ndern bei 34,6 %. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als 2011. Noch deutlicher ist der Trend nach oben seit 2010 als die Fiskalquote bei 33,8 % lag.<\/span><\/h3>\n<p>Der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in 21 der 30 L\u00e4nder, f\u00fcr die Daten verf\u00fcgbar waren. In neun L\u00e4ndern sank er. Diese Verteilung \u00e4hnelt der Entwicklung im Vorjahr und deutet auf einen generellen Trend zu h\u00f6heren Fiskalquoten. Die st\u00e4rksten Steigerungen verbuchten Ungarn (+1,8 Prozentpunkte) und Griechenland (+1,6), gefolgt von Italien und Neuseeland (+1,4). In Israel, Portugal und Gro\u00dfbritannien ging der Anteil der Steuereinnahmen am meisten zur\u00fcck &#8211; in Israel um fast f\u00fcnf Prozentpunkte.<\/p>\n<p>Die h\u00f6chste Fiskalquote in der OECD hat D\u00e4nemark mit 48 Prozent &#8211; auch Belgien und Frankreich liegen weit \u00fcber dem Schnitt (43,5 %). Am geringsten ist der Anteil von Steuern und Abgaben am BIP in Mexiko (19,6 %) und Chile (20,8 %). Ebenfalls niedrig ist die Quote in den USA (24,3 %) und in Korea (26,8 %).<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderungen zwischen 2011 und 2012 sind auf eine Reihe von Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren: In progressiven Steuersystemen wachsen die Steuereinnahmen in Phasen steigender Reall\u00f6hne schneller als das Einkommen. Zudem haben viele Staaten die Steuers\u00e4tze angehoben und\/oder die Bemessungsgrundlage f\u00fcr Steuern verbreitert. In einigen europ\u00e4ischen Staaten trug zus\u00e4tzlich auch das gesunkene BIP dazu bei, dass der Anteil der Steuereinnahmen an der Wirtschaftsleistung nach oben ging. Den OECD-Daten zufolge steigen die Fiskalquoten aber nur auf Bundes- und Landesebene, auf lokaler Ebene sind sie seit 2007 eher stabil.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland und \u00d6sterreich erh\u00f6hte sich der Anteil von Steuern an der Wirtschaftsleistung 2012 merklich: in Deutschland von 36,9 auf 37,6 % und in \u00d6sterreich von 42,3 auf 43,2 %. In Deutschland geht die Erh\u00f6hung der Fiskalquote vor allem auf h\u00f6here Steuern f\u00fcr Einkommen und Gewinne zur\u00fcck &#8211; diese kletterten 2010\/11 von 10,3 auf 10,9 % des BIP und machten 29,5 % des Gesamtsteueraufkommens aus. Mit 14,2 % am BIP unver\u00e4ndert ist hingegen der Anteil der Sozialabgaben.<\/p>\n<p>Die Einnahmen aus Substanzsteuern (Grund-, Verm\u00f6gens-, Schenkung- und Erbschaftsteuer) lagen in Deutschland 2011 nahezu stabil bei 0,9 % des BIP und damit bei der H\u00e4lfte des OECD-Schnitts von 1,8 %. Nur Mexiko, Estland, Tschechien und die Slowakei &#8211; also Staaten mit einem deutlich geringeren Verm\u00f6gensbestand als Deutschland &#8211; sowie \u00d6sterreich erzielen weniger Einnahmen aus dieser Steuerart.<\/p>\n<p>Um die Steuer- und Abgabenquote der einzelnen L\u00e4nder vergleichbar zu halten, werden in den OECD Revenue Statistics anders als in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) eine Reihe von finanziellen Zuwendungen an Haushalte und Unternehmen mit der Steuerschuld verrechnet. Entsprechend reduzieren sich dadurch das Steueraufkommen und damit auch die Steuerquote. Die gr\u00f6\u00dften Posten hier sind das Kindergeld, die Eigenheimzulage und die Investitionszulage. Die nach der Abgrenzung der OECD ermittelten Einnahmen aus Steuer- und Sozialabgaben beliefen sich 2011 auf rund 964 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Bei den Sozialbeitr\u00e4gen werden in den Revenue Statistics au\u00dferdem die Beitr\u00e4ge der freiwillig gesetzlich Versicherten an staatliche Versicherungstr\u00e4ger nicht ber\u00fccksichtigt. Auch Pflichtbeitr\u00e4ge an private Tr\u00e4ger, wie sie Angeh\u00f6rige freier Berufe zur sozialen Absicherung leisten, sind nicht eingerechnet. Im Unterschied zur VGR ber\u00fccksichtigen die Revenue Statistics auch keine unterstellten Sozialbeitr\u00e4ge f\u00fcr Beamte. Sozialbeitr\u00e4ge, die f\u00fcr Hartz-IV oder ALG-I-Empf\u00e4nger an die Sozialversicherungstr\u00e4ger \u00fcberwiesen werden, werden anders als in der VGR ebenfalls nicht erneut verbucht.<\/p>\n<p id=\"seitenquelle\">Quelle:\u00a0OECD<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch Deutschland und \u00d6sterreich verbuchen mehr Steuer-einnahmen am BIP Die Mehrzahl der OECD-L\u00e4nder hat 2012 erneut mehr Steuern eingenommen als in den Hauptkrisenjahren 2008 und 2009. Wie aus der aktuellen Ausgabe der Revenue Statistics der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, lag der Anteil der Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung im Schnitt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/trend-zu-hoherer-fiskalquote-im-oecd-raum-ungebrochen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Trend zu h\u00f6herer Fiskalquote im OECD-Raum ungebrochen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-38086","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38086","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38086"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38086\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38086"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38086"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38086"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}