{"id":38252,"date":"2014-01-08T19:18:20","date_gmt":"2014-01-08T17:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38252"},"modified":"2020-09-15T11:27:18","modified_gmt":"2020-09-15T09:27:18","slug":"umfang-der-rechtsbehelfsbelehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umfang-der-rechtsbehelfsbelehrung\/","title":{"rendered":"Umfang der Rechtsbehelfsbelehrung"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Die Rechtsbehelfsbelehrung in einem Steuerbescheid muss keinen Hinweis darauf enthalten, dass der Einspruch auch per E-Mail eingelegt werden kann. Es reicht vielmehr aus, wenn sie hinsichtlich der Formerfordernisse f\u00fcr die Einlegung eines Einspruchs den Wortlaut des \u00a7 357 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) wiedergibt (hier: &#8222;schriftlich&#8220;). Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 20. November 2013 (X R 2\/12) entschieden und damit zwei fr\u00fchere Entscheidungen vom 12. Oktober 2012 III B 66\/12 (BFH\/NV 2013, 177) und vom 12. Dezember 2012 I B 127\/12 (BFHE 239, 25, BStBl II 2013, 272) best\u00e4tigt.<\/span><\/h1>\n<p>In dem zugrundeliegenden Sachverhalt hatte das Finanzamt (FA) die Einkommensteuerbescheide mit Rechtsbehelfsbelehrungen versehen, die hinsichtlich der Form der Einspruchseinlegung den Wortlaut des \u00a7 357 Abs. 1 Satz 1 AO in der f\u00fcr die Streitjahre geltenden Fassung wiederholten. Der Kl\u00e4ger legte erst einige Monate nach Bekanntgabe der Bescheide Einspr\u00fcche ein, die das FA wegen der Verletzung der Einspruchsfrist von einem Monat als unzul\u00e4ssig verwarf. Der Kl\u00e4ger machte demgegen\u00fcber geltend, die Rechtsbehelfsbelehrungen seien unvollst\u00e4ndig gewesen, so dass die Jahresfrist gem\u00e4\u00df \u00a7 356 Abs. 2 AO zum Tragen kommen m\u00fcsse. Das Finanzgericht gab ihm Recht. Den Rechtsbehelfsbelehrungen h\u00e4tte der Hinweis auf die M\u00f6glichkeit zur Einlegung eines Einspruchs per E-Mail gefehlt.<\/p>\n<p>Dem ist der BFH nicht gefolgt. Er sieht die Rechtsbehelfsbelehrungen als vollst\u00e4ndig an. Nach \u00a7 356 Abs. 1 AO beginnt die Frist f\u00fcr die Einlegung eines Einspruchs zwar nur, wenn der Beteiligte \u00fcber den Einspruch und die Finanzbeh\u00f6rde, bei der er einzulegen ist, deren Sitz und die einzuhaltende Frist in der f\u00fcr den Verwaltungsakt verwendeten Form (schriftlich oder elektronisch) belehrt worden ist. \u00dcber die Form des Einspruchs selbst sei hiernach nicht (zwingend) zu belehren. Allerdings m\u00fcsse eine Rechtsbehelfsbelehrung auch Angaben, die nicht zwingend vorgeschrieben seien, richtig, vollst\u00e4ndig und unmissverst\u00e4ndlich darstellen. Das sei jedoch der Fall, wenn der Wortlaut der insoweit ma\u00dfgeblichen Vorschrift, n\u00e4mlich \u00a7 357 Abs. 1 AO, wiedergegeben werde.<\/p>\n<h3 id=\"ueberschrift3\">BFH, Pressemitteilung Nr. 2\/14 vom 08.01.2014 zum Urteil X R 2\/12 vom 20.11.2013<\/h3>\n<div>\u00a0DruckversionBUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.11.2013, X R 2\/12<\/p>\n<p>Umfang der Rechtsbehelfsbelehrung &#8211; Auslegung au\u00dferprozessualer Verfahrenserkl\u00e4rungen &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Es reicht aus, wenn die Rechtsbehelfsbelehrung hinsichtlich der Formerfordernisse f\u00fcr die Einlegung eines Einspruchs den Wortlaut des \u00a7 357 Abs. 1 Satz 1 AO wiedergibt.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sch\u00e4tzte den gesondert festzustellenden Gewinn des Gewerbetriebs &#8222;P&#8220; des Kl\u00e4gers und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) f\u00fcr die Streitjahre 2006 und 2007. Diese Sch\u00e4tzungsbescheide ergingen unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung. Nachdem der Kl\u00e4ger im Dezember 2010 seine Gewinnermittlungen f\u00fcr alle Streitjahre eingereicht hatte, hob das FA mit Bescheiden vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2011 die Vorbehalte der Nachpr\u00fcfung f\u00fcr die Streitjahre 2006 und 2007 auf. Am gleichen Tag erlie\u00df das FA einen Feststellungsbescheid f\u00fcr das Streitjahr 2008. Alle drei Bescheide waren mit Rechtsbehelfsbelehrungen versehen, die hinsichtlich der Form der Einspruchseinlegung den Wortlaut des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 der Abgabenordnung (AO) wiederholten. Daneben enthielten diese Bescheide die E-Mail-Adresse des FA. Infolge der bereits am 14.\u00a0Januar 2011 ergangenen Aufforderung, Nachweise hinsichtlich der Gewinnermittlungen zu \u00fcbersenden, bat der Kl\u00e4ger am 20.\u00a0Mai 2011, die Sch\u00e4tzungen zur\u00fcckzunehmen. Er habe krankheitsbedingt erst versp\u00e4tet antworten k\u00f6nnen. Auf einen Hinweis des FA auf die M\u00f6glichkeit der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand reagierte der Kl\u00e4ger nicht. Das Schreiben des Kl\u00e4gers vom 20.\u00a0Mai 2011 wertete das FA als Einspruch gegen die Bescheide vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2011, die es durch Entscheidung vom 26.\u00a0Juli 2011 als unzul\u00e4ssig verwarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage hatte Erfolg. Das Nieders\u00e4chsische Finanzgericht (FG) hob mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 292 ver\u00f6ffentlichten Urteil die Einspruchsentscheidung auf. Der Einspruch sei fristgerecht eingegangen, da aufgrund des fehlenden Hinweises in den Rechtsbehelfsbelehrungen auf die M\u00f6glichkeit der Einlegung eines Einspruchs per E-Mail die Jahresfrist aus \u00a7\u00a0356 Abs.\u00a02 AO zum Tragen komme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA begr\u00fcndet seine Revision damit, dass die Einlegung eines Einspruchs per E-Mail ein Unterfall der schriftlichen Einspruchseinlegung sei und eine Erweiterung der Rechtsbehelfsbelehrung zur Un\u00fcbersichtlichkeit f\u00fchre. Die Nichterw\u00e4hnung der E-Mail f\u00fchre nicht zu einer Erschwerung oder gar Gef\u00e4hrdung der Rechtsverfolgung und Fristwahrung in einer vom Gesetz nicht gewollten Weise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df,das Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt,die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des Urteils und zur Abweisung der Klage (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht ist das FG davon ausgegangen, dass die Rechtsbehelfsbelehrungen der Bescheide vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2011 unvollst\u00e4ndig seien, da ein Hinweis auf die M\u00f6glichkeit der Einlegung eines Einspruchs per E-Mail fehle. Das zutreffend als Einspruch zu wertende Schreiben des Kl\u00e4gers (unten 1.) hat die einmonatige Einspruchsfrist nicht gewahrt, eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand war nicht zu gew\u00e4hren (unten 2.). Die Jahresfrist des \u00a7\u00a0356 Abs.\u00a02 AO ist nicht anwendbar, da die Rechtsbehelfsbelehrungen richtig und vollst\u00e4ndig sind (unten 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend haben FA und FG das Schreiben des Kl\u00e4gers vom 20.\u00a0Mai 2011 als Einspruch gewertet. Auch au\u00dferprozessuale Verfahrenserkl\u00e4rungen &#8211;wie dieses Schreiben&#8211; sind in entsprechender Anwendung des \u00a7\u00a0133 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs auszulegen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.\u00a0Juli 1986 IX\u00a0R\u00a0123\/82, BFH\/NV 1987, 359). Im vorliegenden Fall liegt in der Bitte des Kl\u00e4gers, die Sch\u00e4tzungen zur\u00fcckzunehmen, ein Begehren i.S. des \u00a7\u00a0350 AO, das als Einspruch anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Einspruch ist schriftlich und damit jedenfalls formgerecht i.S. des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO eingelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FA ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Einspruch nicht innerhalb der Monatsfrist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0355 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO eingelegt wurde. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO war &#8211;auch von Amts wegen&#8211; nicht zu gew\u00e4hren, da der Kl\u00e4ger Tatsachen zur Begr\u00fcndung eines solchen Antrags trotz eines Hinweises des FA nicht dargelegt hat. Die blo\u00dfe Erw\u00e4hnung einer Krankheit im Einspruchsschreiben zwingt das FA nicht zu einer Pr\u00fcfung der Wiedereinsetzung von Amts wegen. Da Krankheit nur ausnahmsweise eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand begr\u00fcnden kann (vgl. statt vieler: S\u00f6hn in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a0110 AO Rz\u00a0147; Klein\/ R\u00e4tke, AO, 11.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0110 Rz\u00a09, jeweils m.w.N.), h\u00e4tte der Kl\u00e4ger weitere Tatsachen darlegen und &#8211;sp\u00e4testens im Klageverfahren (vgl. Klein\/R\u00e4tke, a.a.O., \u00a7\u00a0110 Rz\u00a046; Pahlke\/ Koenig\/Pahlke, Abgabenordnung, 2.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0110 Rz\u00a089, jeweils m.w.N.)&#8211; gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 AO auch glaubhaft machen m\u00fcssen. F\u00fcr Amtsermittlungen ist in einem solchen Verfahren grunds\u00e4tzlich kein Raum (BFH-Beschluss vom 23.\u00a0Januar 2008 I\u00a0B\u00a0101\/07, BFH\/NV 2008, 1290).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO w\u00e4re auch dann nicht zu gew\u00e4hren, wenn man den Vortrag der Kl\u00e4gerseite so verst\u00fcnde, dass dem Kl\u00e4ger die M\u00f6glichkeit der Einlegung eines Einspruchs per E-Mail nicht bekannt gewesen sei und er sich deshalb im Rechtsirrtum befunden habe. Es fehlt insoweit bereits an der Darlegung entsprechender Tatsachen innerhalb der in \u00a7\u00a0110 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO festgesetzten Monatsfrist. Ein Nachschieben von Wiedereinsetzungsgr\u00fcnden nach Ablauf dieser Antragsfrist ist unzul\u00e4ssig (BFH-Beschluss vom 26.\u00a0Februar 2004 VI\u00a0B\u00a0101\/01, nicht ver\u00f6ffentlicht).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Einspruchsfrist ist nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0356 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO auf ein Jahr seit Bekanntgabe der Bescheide verl\u00e4ngert worden, da die Rechtsbehelfsbelehrungen der Bescheide vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2011 vollst\u00e4ndig und richtig erteilt worden sind. Hinsichtlich der Anforderungen an die Form der Einspruchseinlegung reicht es insoweit aus, dass die Rechtsbehelfsbelehrungen den Wortlaut des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO wiedergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtsbehelfsbelehrung muss dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf wirkungsvollen Rechtsschutz (Art.\u00a02 Abs.\u00a01 i.V.m. Art.\u00a020 Abs.\u00a03 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;; Art.\u00a019 Abs.\u00a04 GG) Rechnung tragen, soll aber auch so einfach und klar wie m\u00f6glich sein (Senatsurteil vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2006 X\u00a0R\u00a018\/05, BFHE 212, 407, BStBl II 2006, 455).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unrichtig ist eine Belehrung daher erst dann, wenn sie in wesentlichen Aussagen unzutreffend oder derart unvollst\u00e4ndig oder missverst\u00e4ndlich gefasst ist, dass hierdurch &#8211;bei objektiver Betrachtung&#8211; die M\u00f6glichkeit zur Fristwahrung gef\u00e4hrdet erscheint (Senatsurteil vom 29.\u00a0Juli 1998 X\u00a0R\u00a03\/96, BFHE 186, 324, BStBl II 1998, 742; auch BFH-Beschluss vom 9.\u00a0November 2009 IV\u00a0B\u00a054\/09, BFH\/NV 2010, 448, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der BFH hat bereits mehrfach entschieden, dass die Rechtsbehelfsbelehrung auch dann noch vollst\u00e4ndig und richtig ist, wenn sie hinsichtlich der Form der Einlegung des Rechtsbehelfs nur den Wortlaut des Gesetzes &#8211;im Fall der Einlegung des Einspruchs also den des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO&#8211; wiederholt, und zwar auch in Bezug auf die Einlegung des Rechtsbehelfs per E-Mail. So stellte der III.\u00a0Senat bereits in seiner Entscheidung vom 2.\u00a0Februar 2010 III\u00a0B\u00a020\/09 (BFH\/NV 2010, 830) klar, dass die Rechtsbehelfsbelehrung richtig und vollst\u00e4ndig sei, wenn sie den Wortlaut des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 AO wiedergebe. Auf die M\u00f6glichkeit der Einspruchseinlegung in elektronischer Form brauche die Beh\u00f6rde auch dann nicht hinzuweisen, wenn in der Erw\u00e4hnung der Internetseite in der Fu\u00dfzeile des Bescheides die konkludente Er\u00f6ffnung eines &#8222;Zugangs&#8220; i.S. von \u00a7\u00a087a Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO zu sehen sein sollte. Diese Rechtsprechung hat der III.\u00a0Senat in seiner Entscheidung vom 12.\u00a0Oktober 2012 III\u00a0B\u00a066\/12 (BFH\/NV 2013, 177) best\u00e4tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In seinem Beschluss vom 12.\u00a0Dezember 2012 I\u00a0B\u00a0127\/12 (BFHE 239, 25, BStBl II 2013, 272) hat sich der I.\u00a0Senat des BFH dieser Rechtsprechung angeschlossen. Nach dem ma\u00dfgebenden objektiven Verst\u00e4ndnishorizont sei bei Wiederholung des Wortlautes des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO kein unrichtiger bzw. missverst\u00e4ndlicher Hinweis zu den Formerfordernissen erteilt worden. Das FA sei weder gehalten, einen erg\u00e4nzenden Hinweis auf \u00a7\u00a087a AO (elektronische Form als Alternative zur Schriftlichkeit im Sinne der hergebrachten Schriftform) zu geben, ebenso wie es umgekehrt nicht gehalten sei, angesichts der erg\u00e4nzenden Regelung des \u00a7\u00a087a AO einen Hinweis, der sich auf \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO beschr\u00e4nke, zu unterlassen. Eine Belehrung entsprechend dem Gesetzeswortlaut des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO sei nicht geeignet, bei einem &#8222;objektiven&#8220; Empf\u00e4nger die Fehlvorstellung hervorzurufen, die Einlegung eines Einspruchs in elektronischer Form werde den geltenden Formvorschriften nicht gerecht. Der Hinweis auf die &#8222;Schriftlichkeit&#8220; entsprechend \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO wirke weder irref\u00fchrend noch rechtsschutzbeeintr\u00e4chtigend. Der Betroffene werde in die Lage versetzt, sich im Rahmen seiner verfahrensrechtlichen Mitverantwortung dar\u00fcber kundig zu machen, ob das herk\u00f6mmliche Verst\u00e4ndnis dessen, was unter &#8222;schriftlich&#8220; aufzufassen sei, angesichts der technischen Weiterentwicklungen zu modifizieren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Senat schlie\u00dft sich der Rechtsprechung des I. und III.\u00a0Senats an und kn\u00fcpft hierbei an seine Entscheidung in BFHE 212, 407, BStBl II 2006, 455 an, die es ausreichen l\u00e4sst, dass die Rechtsbehelfsbelehrung hinsichtlich der Berechnung der Einspruchsfrist den Wortlaut der einschl\u00e4gigen Bestimmungen wiedergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach \u00a7\u00a0356 Abs.\u00a01 AO beginnt die Frist f\u00fcr die Einlegung des Einspruchs nur, wenn der Beteiligte \u00fcber den Einspruch und die Finanzbeh\u00f6rde, bei der er einzulegen ist, deren Sitz und die einzuhaltende Frist in der f\u00fcr den Verwaltungsakt verwendeten Form (schriftlich oder elektronisch) belehrt worden ist. \u00dcber die Form des Einspruchs selbst ist hiernach nicht (zwingend) zu belehren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Allerdings muss eine Rechtsbehelfsbelehrung auch Angaben, die nicht zwingend vorgeschrieben sind, richtig, vollst\u00e4ndig und unmissverst\u00e4ndlich darstellen (vgl. BFH-Urteil vom 21.\u00a0Juni 2007 III\u00a0R\u00a070\/06, BFH\/NV 2007, 2064, unter II.2.a, m.w.N.). Ob dies der Fall ist, richtet sich nach den Ma\u00dfst\u00e4ben, die der Senat in seiner Entscheidung in BFHE 212, 407, BStBl II 2006, 455 aufgestellt hat (s.o. unter 3.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat hat gerade mit R\u00fccksicht auf die im Interesse des Steuerpflichtigen liegende Klarheit der Rechtsbehelfsbelehrung in dieser Entscheidung zu einem Fall, in dem die Frage des Fristbeginns in Rede stand, ausgef\u00fchrt (unter II.2.c\u00a0d), es sei ausreichend, wenn die Rechtsbehelfsbelehrung den Gesetzeswortlaut der einschl\u00e4gigen Bestimmung wiedergebe und verst\u00e4ndlich \u00fcber die allgemeinen Merkmale des Fristbeginns unterrichte. Letzteres setze nach allgemeiner Meinung nicht voraus, dass in der Rechtsbehelfsbelehrung den Besonderheiten des Einzelfalles Rechnung zu tragen w\u00e4re. Vielmehr gen\u00fcge eine abstrakte Belehrung anhand des Gesetzestextes \u00fcber die vorgeschriebene Anfechtungsfrist. Die konkrete Berechnung sei den Beteiligten \u00fcberlassen. Auf s\u00e4mtliche Modalit\u00e4ten k\u00f6nne kaum hingewiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Es besteht keine Veranlassung, bei Angaben in der Rechtsbehelfsbelehrung, die nicht Pflichtangaben nach \u00a7\u00a0356 Abs.\u00a01 AO sind, h\u00f6here Anforderungen an die Detailliertheit der Rechtsbehelfsbelehrung zu stellen als bei solchen Angaben, die notwendiges Element der Rechtsbehelfsbelehrung sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Frist ist eine solche Pflichtangabe. Wenn es aber selbst zu der &#8211;im Einzelfall sehr komplizierten&#8211; Berechnung der Frist ausreicht, den Wortlaut der einschl\u00e4gigen Bestimmung wiederzugeben, so muss dies erst recht gelten, wenn Angaben zur Form gemacht werden, die schon dem Grunde nach nicht zwingender Bestandteil der Rechtsbehelfsbelehrung sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das bedeutet f\u00fcr die Form der Einspruchseinlegung, dass es gen\u00fcgt, den Wortlaut der insoweit ma\u00dfgeblichen Vorschrift, n\u00e4mlich des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 AO, wiederzugeben. Dies ist in den Bescheiden vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2011 unstreitig geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2012, III B 66\/12<\/p>\n<p>Rechtsbehelfsbelehrung muss nicht auf M\u00f6glichkeit der Einspruchseinlegung durch E-Mail hinweisen &#8211; Keine Besorgnis der Befangenheit wegen salopper Formulierungen des Richters &#8211; Darlegung einer Divergenz<\/p>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die damals verheiratete Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) erhielt aufgrund eines Festsetzungsbescheids vom 16.\u00a0April 2004 f\u00fcr ihre im M\u00e4rz 1981 geborene Tochter und ihren Sohn ab Oktober 2002 laufend Kindergeld ausgezahlt. Nachdem die damals zust\u00e4ndige Familienkasse X mehrfach erfolglos versucht hatte, der Kl\u00e4gerin unter der von ihr benannten Anschrift (A-Stra\u00dfe, B-Stadt) Schreiben zuzusenden, und auch Anfragen beim Einwohnermeldeamt keine andere Adresse ergaben, hob sie mit Bescheid vom 15.\u00a0April 2008 die Kindergeldfestsetzung ab November 2003 auf und forderte das f\u00fcr den Zeitraum November 2003 bis Oktober 2007 bereits ausgezahlte Kindergeld in H\u00f6he von 7.392\u00a0EUR von der Kl\u00e4gerin zur\u00fcck. Der Bescheid enthielt keine E-Mail-Adresse der Familienkasse, war mit der \u00fcblichen Rechtsbehelfsbelehrung versehen und wurde \u00f6ffentlich zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 2.\u00a0Oktober 2008 ging bei der Familienkasse X eine Mitteilung der Kl\u00e4gerin ein, wonach sich ihre Anschrift ge\u00e4ndert habe (C-Stra\u00dfe, D-Stadt) und sie nunmehr getrennt lebe. Zudem legte die Kl\u00e4gerin eine Studienbescheinigung der Tochter vor, aus der sich ergab, dass die Tochter vom Wintersemester 2005\/2006 bis zum Wintersemester 2008\/2009 durchgehend immatrikuliert war. Am 15.\u00a0April 2009 ging bei der inzwischen zust\u00e4ndig gewordenen Beklagten und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) ein Kindergeldantrag der Kl\u00e4gerin f\u00fcr beide Kinder und eine Erkl\u00e4rung zu den Eink\u00fcnften und Bez\u00fcgen der Tochter in den Jahren 2007 und 2008 ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 7.\u00a0Mai 2009 lehnte die Familienkasse den Antrag u.a. wegen der Bestandskraft des &#8211;in Kopie beigef\u00fcgten&#8211; Bescheids vom 15.\u00a0April 2008 ab. Der Bescheid enthielt im Briefkopf die Angabe der E-Mail-Adresse der Familienkasse und war mit der \u00fcblichen Rechtsbehelfsbelehrung versehen. Den gegen beide Bescheide gerichteten Einspruch vom 17.\u00a0September 2009 verwarf die Familienkasse mit Einspruchsentscheidungen vom 23.\u00a0November 2009 wegen Vers\u00e4umung der Einspruchsfrist als unzul\u00e4ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In dem gegen beide Bescheide gerichteten Klageverfahren f\u00fchrte der zust\u00e4ndige Berichterstatter einen Er\u00f6rterungstermin durch. Den auf \u00c4u\u00dferungen in diesem Termin gest\u00fctzten Befangenheitsantrag wies das Finanzgericht (FG) ohne Mitwirkung des abgelehnten Berichterstatters mit Beschluss vom 24.\u00a0Januar 2012 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Die Klage wurde als unbegr\u00fcndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Beschwerde begehrt die Kl\u00e4gerin die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO) und wegen Verfahrensm\u00e4ngeln (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr\u00fcndet und deshalb durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO). Sofern Zulassungsgr\u00fcnde \u00fcberhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgenden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen des Vorliegens von Verfahrensm\u00e4ngeln (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Ein solcher Verfahrensmangel ergibt sich nicht aus der R\u00fcge, das FG habe unter Versto\u00df gegen \u00a7\u00a051 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO i.V.m. \u00a7\u00a047 der Zivilprozessordnung (ZPO) unter Teilnahme eines Richters, der wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt worden sei, m\u00fcndlich verhandelt und entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Beschl\u00fcsse \u00fcber die Ablehnung von Gerichtspersonen &#8211;d.h. auch die Zur\u00fcckweisung eines Ablehnungsgesuchs&#8211; k\u00f6nnen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0128 Abs.\u00a02 FGO nicht mit der Beschwerde angefochten werden. Sie unterliegen deshalb gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a02 FGO nicht der Pr\u00fcfung im Revisionsverfahren; anderes gilt nur dann, wenn die unberechtigte Ablehnung eines Befangenheitsantrages die Vorenthaltung des gesetzlichen Richters zur Folge hat, was nur bei einer greifbar gesetzwidrigen, d.h. willk\u00fcrlichen Zur\u00fcckweisung eines Befangenheitsantrages der Fall ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13.\u00a0Januar 2010 I\u00a0B\u00a083\/09, BFH\/NV 2010, 913, m.w.N; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0119 Rz\u00a06, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall sind jedoch keine Anhaltspunkte daf\u00fcr erkennbar, dass das Ablehnungsgesuch der Kl\u00e4gerin aus willk\u00fcrlichen Erw\u00e4gungen zur\u00fcckgewiesen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach \u00a7\u00a051 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO i.V.m. \u00a7\u00a042 ZPO kann ein Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen seine Unparteilichkeit zu rechtfertigen. Ein derartiger Grund besteht, wenn ein Beteiligter von seinem Standpunkt aus &#8211;jedoch nach Ma\u00dfgabe einer vern\u00fcnftigen, objektiven Betrachtung&#8211; davon ausgehen kann, der Richter werde nicht unvoreingenommen, sondern unsachlich oder willk\u00fcrlich entscheiden. Freim\u00fctige oder saloppe Formulierungen geben grunds\u00e4tzlich keinen Anlass zur Besorgnis der Befangenheit (vgl. BFH-Beschluss vom 28.\u00a0Mai 2001 IV\u00a0B\u00a0118\/00, BFH\/NV 2001, 1431, m.w.N.). Evident unsachliche oder unangemessene sowie herabsetzende und beleidigende \u00c4u\u00dferungen des Richters k\u00f6nnen aber die Besorgnis der Befangenheit rechtfertigen, wenn sie den n\u00f6tigen Abstand zwischen Person und Sache vermissen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat bei seiner Entscheidung \u00fcber das Ablehnungsgesuch der Kl\u00e4gerin sowohl die Darstellung der Prozessbevollm\u00e4chtigten zu den zur Ablehnung f\u00fchrenden \u00c4u\u00dferungen des Berichterstatters im Er\u00f6rterungstermin als auch die dienstliche \u00c4u\u00dferung des abgelehnten Richters hierzu in Betracht gezogen. Eine greifbare Gesetzwidrigkeit der Entscheidung ergibt sich hieraus nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Befangenheit des abgelehnten Richters beruht nach Auffassung der Kl\u00e4gerin darauf, dass der Richter im Er\u00f6rterungstermin auf das Angebot, das Vorbringen der Kl\u00e4gerin eidesstattlich zu versichern, erkl\u00e4rt habe: &#8222;Ich muss ja nicht alles glauben.&#8220; Zudem habe er vor dem Hintergrund, dass die Kl\u00e4gerin im gerichtlichen Verfahren nach einem erneuten Umzug ihre neue Anschrift nicht mitgeteilt habe, ge\u00e4u\u00dfert, dass sie es mit solchen Dingen und insbesondere mit Fristen nicht sehr genau nehme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das von der Kl\u00e4gerin daraufhin gestellte Ablehnungsgesuch wurde ohne Mitwirkung des abgelehnten Richters zur\u00fcckgewiesen. Der Berichterstatter hatte in seiner dienstlichen \u00c4u\u00dferung hierzu im Wesentlichen erkl\u00e4rt, er habe mit seinen Bemerkungen darauf aufmerksam machen wollen, dass es zum einen auf den genauen Inhalt einer entsprechenden eidesstattlichen Versicherung ank\u00e4me und zum anderen keine ausnahmslose Bindung des Gerichts an diese bestehe. Ferner sei das Verhalten der Kl\u00e4gerin im Prozess im Hinblick auf die strittigen Punkte der Zul\u00e4ssigkeit der \u00f6ffentlichen Zustellung und der behaupteten rechtzeitigen Einspruchseinlegung zur Sprache gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund und unter Ber\u00fccksichtigung der Prozessf\u00f6rderungspflicht des Berichterstatters im vorbereitenden Verfahren (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a02 FGO) erscheint das vom FG gefundene Ergebnis, dass die \u00c4u\u00dferungen des Berichterstatters die Grenze der zul\u00e4ssigen Meinungs\u00e4u\u00dferung nicht \u00fcberschritten haben und insbesondere keinen evident unsachlichen Inhalt hatten, jedenfalls nicht willk\u00fcrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO) zuzulassen, da die Beschwerde insoweit nicht den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gen\u00fcgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO ist die Revision nur zuzulassen, wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH &#8222;erfordert&#8220;. Die Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung bildet neben dem Erfordernis der Sicherung der Rechtseinheit eine eigenst\u00e4ndige Voraussetzung f\u00fcr die Zulassung der Revision nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO (Senatsbeschluss vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2012 III\u00a0B\u00a094\/10, BFH\/NV 2012, 1147, m.w.N). Denn das Allgemeininteresse an einer Entscheidung des BFH wird bei vorliegender Divergenz nicht kraft Gesetzes vermutet, sondern ist bei der Entscheidung \u00fcber die Zulassung gesondert zu pr\u00fcfen (Gr\u00e4ber\/ Ruban, a.a.O., \u00a7\u00a0115 Rz\u00a065). Macht der Beschwerdef\u00fchrer geltend, dass die angegriffene FG-Entscheidung von der Entscheidung eines anderen FG abweicht, ist daher im Einzelnen darzulegen, aus welchen Gr\u00fcnden eine Entscheidung des BFH erforderlich ist (Lange in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a0116 FGO Rz\u00a0198).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die Beschwerdebegr\u00fcndung nicht. Sie legt zwar dar, dass das FG in der angefochtenen Entscheidung einen von der Entscheidung des Nieders\u00e4chsischen FG vom 24.\u00a0November 2011\u00a0\u00a010\u00a0K\u00a0275\/11 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 292) abweichenden Rechtssatz formuliert habe. Sie setzt sich jedoch nicht mit der Frage auseinander, ob und inwieweit die angefochtene Entscheidung mit der Rechtsprechung des BFH in Einklang steht. Da die angefochtene Entscheidung von den durch die Rechtsprechung des Senats (Beschluss vom 2.\u00a0Februar 2010 III\u00a0B\u00a020\/09, BFH\/NV 2010, 830) aufgestellten Rechtsgrunds\u00e4tzen ausgeht, wonach eine Rechtsbehelfsbelehrung, die den Wortlaut der einschl\u00e4gigen Bestimmung des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 der Abgabenordnung (AO) wiedergibt und verst\u00e4ndlich \u00fcber allgemeine Merkmale des Fristbeginns sowie der Fristdauer informiert, ausreichend ist, und die Divergenzentscheidung bereits dem BFH in einem anderen Verfahren (Az. des anh\u00e4ngigen Verfahrens: X\u00a0R\u00a02\/12) zur Pr\u00fcfung vorliegt, h\u00e4tte die Kl\u00e4gerin im Einzelnen darlegen m\u00fcssen, weshalb gleichwohl eine Entscheidung des BFH zur Sicherung der Rechtseinheit erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nicht ausreichend ist insoweit der Vortrag, der BFH habe in der Entscheidung in BFH\/NV 2010, 830 nur \u00fcber die Frage zu entscheiden gehabt, ob die Angabe einer Internetadresse eine ge\u00e4nderte Rechtsbehelfsbelehrung notwendig mache, w\u00e4hrend im vorliegenden Fall im Bescheid eine E-Mail-Adresse genannt worden sei. Denn aus den Gr\u00fcnden des Senatsbeschlusses in BFH\/NV 2010, 830 ergibt sich, dass der Senat die Anforderungen an die Ordnungsgem\u00e4\u00dfheit der Rechtsbehelfsbelehrung vor dem Hintergrund der &#8211;unterstellten&#8211; Er\u00f6ffnung des elektronischen Zugangs beurteilt hat. Entscheidungserheblicher Sachverhalt war daher nur der Umstand, dass ein elektronischer Zugang &#8211;m\u00f6glicherweise&#8211; er\u00f6ffnet wurde, nicht dagegen wie dies gegebenenfalls geschehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist schlie\u00dflich auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO zuzulassen, da der Rechtssache keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung beizumessen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin h\u00e4lt die Frage f\u00fcr grunds\u00e4tzlich bedeutsam, ob eine Familienkasse, die in einem Bescheid auf ihre E-Mail-Adresse hinweist, in der Rechtsbehelfsbelehrung des Bescheids darauf hinweisen muss, dass auch per E-Mail Einspruch eingelegt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entsprechend den Ausf\u00fchrungen des Senats im Beschluss in BFH\/NV 2010, 830 ist diese Frage jedoch nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, weil sich ihre Beantwortung aus dem Gesetz ergibt. Nach \u00a7\u00a0157 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 AO hat eine Belehrung dar\u00fcber zu erfolgen, welcher Rechtsbehelf zul\u00e4ssig ist und binnen welcher Frist und bei welcher Beh\u00f6rde er einzulegen ist. Eine Rechtsbehelfsbelehrung, die &#8211;wie im Streitfall&#8211; den Wortlaut der einschl\u00e4gigen Bestimmung des \u00a7\u00a0357 Abs.\u00a01 AO wiedergibt und verst\u00e4ndlich \u00fcber allgemeine Merkmale des Fristbeginns sowie der Fristdauer informiert, ist ausreichend (BFH-Urteil vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2006 X\u00a0R\u00a018\/05, BFHE 212, 407, BStBl II 2006, 455, m.w.N.). Auf die M\u00f6glichkeit einer Einspruchseinlegung in elektronischer Form brauchte die Familienkasse somit auch dann nicht hinzuweisen, wenn sie durch Angabe einer E-Mail-Adresse konkludent einen &#8222;Zugang&#8220; i.S. von \u00a7\u00a087a Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO er\u00f6ffnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rechtsbehelfsbelehrung in einem Steuerbescheid muss keinen Hinweis darauf enthalten, dass der Einspruch auch per E-Mail eingelegt werden kann. Es reicht vielmehr aus, wenn sie hinsichtlich der Formerfordernisse f\u00fcr die Einlegung eines Einspruchs den Wortlaut des \u00a7 357 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) wiedergibt (hier: &#8222;schriftlich&#8220;). 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