{"id":38255,"date":"2014-01-08T19:19:55","date_gmt":"2014-01-08T17:19:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38255"},"modified":"2014-01-08T19:20:25","modified_gmt":"2014-01-08T17:20:25","slug":"kosten-eines-studiums-das-eine-erstaus-bildung-vermittelt-sind-grundsatzlich-nicht-abziehbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kosten-eines-studiums-das-eine-erstaus-bildung-vermittelt-sind-grundsatzlich-nicht-abziehbar\/","title":{"rendered":"Kosten eines Studiums, das eine Erstausbildung vermittelt, sind grunds\u00e4tzlich nicht abziehbar"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"font-size: 13px;\">Mit Urteil vom 5. November 2013 (VIII R 22\/12) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet, nicht als vorweggenommene Betriebsausgaben abziehbar sind.<\/span><\/h1>\n<p>Im Streitfall hatte der Kl\u00e4ger ein Jurastudium als Erststudium aufgenommen und begehrte f\u00fcr die Jahre 2004 und 2005 unter Hinweis auf die neuere Rechtsprechung des BFH (aus dem Jahr 2011), die Aufwendungen f\u00fcr das Studium (im Wesentlichen die Kosten der Wohnung am Studienort) als vorweggenommene Betriebsausgaben aus selbst\u00e4ndiger Arbeit abzuziehen. Dem stand entgegen, dass der Gesetzgeber als Reaktion auf die ge\u00e4nderte BFH-Rechtsprechung die \u00a7\u00a7 12 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und 4 Abs. 9 EStG unter dem 7. Dezember 2011 neu gefasst und nunmehr ausdr\u00fccklich angeordnet hatte, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine erstmalige Berufsausbildung oder f\u00fcr ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten darstellen. Anzuwenden ist die Neufassung des Gesetzes f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2004.<\/p>\n<p>Der BFH erachtet diese Neuregelung als verfassungsgem\u00e4\u00df. Sie versto\u00dfe weder gegen das R\u00fcckwirkungsverbot noch gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 des Grundgesetzes in dessen Auspr\u00e4gung durch das Prinzip der Leistungsf\u00e4higkeit und das Gebot der Folgerichtigkeit. Der Gesetzgeber habe nur das langj\u00e4hrige und auch bis 2011 vom BFH anerkannte grunds\u00e4tzliche Abzugsverbot f\u00fcr Kosten der beruflichen Erstausbildung nochmals best\u00e4tigt.<\/p>\n<h3 id=\"ueberschrift3\">BFH, Pressemitteilung Nr. 1\/14 vom 08.01.2014 zum Urteil VIII R 22\/12 vom 05.11.2013<\/h3>\n<div>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2013, VIII R 22\/12<\/p>\n<p>Kein Betriebsausgabenabzug f\u00fcr Aufwendungen f\u00fcr ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen eines Steuerpflichtigen f\u00fcr ein Erststudium, welches zugleich eine Erstausbildung vermittelt und das nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattgefunden hat, sind nach \u00a7 12 Nr. 5 i.V.m. \u00a7 4 Abs. 9 EStG i.d.F. des\u00a0BeitrRLUmsG\u00a0keine (vorweggenommenen) Betriebsausgaben bei den Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die bereits f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2004 anzuwendenden gesetzlichen Neuregelungen in \u00a7 12 Nr. 5 und \u00a7 4 Abs. 9 EStG i.d.F. des\u00a0BeitrRLUmsG\u00a0sind verfassungsgem\u00e4\u00df. Sie enthalten weder eine unzul\u00e4ssige verfassungsrechtliche R\u00fcckwirkung noch versto\u00dfen sie gegen den Gleichheitssatz i.S. des Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um den Abzug von Aufwendungen f\u00fcr ein Erststudium als vorweggenommene Betriebsausgaben bei den Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der in der Wohnung seiner Eltern in A mit Zweitwohnsitz gemeldete ledige Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) absolvierte seit dem Sommersemester 2003 zun\u00e4chst an der Universit\u00e4t B und sp\u00e4ter an der Universit\u00e4t C ein Jurastudium als Erststudium. Am jeweiligen Studienort, an dem er jeweils mit Hauptwohnsitz gemeldet war, unterhielt er eine sog. &#8222;Studentenbude&#8220; von knapp 25\u00a0qm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl\u00e4rungen und Erkl\u00e4rungen zur Feststellung der verbleibenden Verlustvortr\u00e4ge f\u00fcr die Streitjahre 2004 und 2005 machte der Kl\u00e4ger Aufwendungen in H\u00f6he von 5.461\u00a0EUR (2004) bzw. 3.865\u00a0EUR (2005) als vorweggenommene Betriebsausgaben bei den Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit geltend. Hiervon entfielen 4.476\u00a0EUR (2004) bzw. 2.649\u00a0EUR (2005) auf Miete und Strom f\u00fcr die Wohnung am Studienort und 192\u00a0EUR (2004) bzw. 140\u00a0EUR (2005) auf Telefonkosten. Das zun\u00e4chst zust\u00e4ndige Finanzamt C erkannte die erkl\u00e4rten negativen Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit nicht an, setzte die Einkommensteuer f\u00fcr 2004 und 2005 auf 0\u00a0EUR fest und stellte &#8211;jeweils unter Fortschreibung des zum 31.\u00a0Dezember 2003 festgestellten Verlustvortrags&#8211; die verbleibenden Verlustvortr\u00e4ge zur Einkommensteuer zum 31.\u00a0Dezember 2004 und 31.\u00a0Dezember 2005 auf jeweils 1.661\u00a0EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im anschlie\u00dfenden beim Finanzgericht C gef\u00fchrten Klageverfahren erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger bisher nicht angegebene Einnahmen aus Kapitalverm\u00f6gen von 2.085\u00a0EUR (2004) und 2.780\u00a0EUR (2005) sowie aus selbst\u00e4ndiger Arbeit von 1.000\u00a0EUR (2005) nach. Der inzwischen durch einen Wohnortwechsel des Kl\u00e4gers zust\u00e4ndig gewordene Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte daraufhin mit ge\u00e4nderten Bescheiden vom 2.\u00a0November 2009 die verbleibenden Verlustvortr\u00e4ge zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2004 auf 997\u00a0EUR und auf den 31.\u00a0Dezember 2005 auf 0\u00a0EUR fest. In diesen Bescheiden, die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a068 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Verfahrens geworden sind, blieben die Studienkosten weiterhin unber\u00fccksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der daraufhin an das Finanzgericht (FG) verwiesenen Klage begehrte der Kl\u00e4ger, seine Studienkosten als vorweggenommene Betriebsausgaben abzuziehen. Das FG wies die Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1433 ver\u00f6ffentlichten Urteil vom 18. April 2012\u00a0\u00a010\u00a0K\u00a04400\/09\u00a0F ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision. Der Kl\u00e4ger macht geltend, seine Studienkosten m\u00fcssten als vorweggenommene Betriebsausgaben ber\u00fccksichtigt werden, andernfalls werde gegen das Nettoprinzip versto\u00dfen. Denn sein Studium der Rechtswissenschaften habe final im Zusammenhang mit seiner sp\u00e4teren, inzwischen ausge\u00fcbten Berufst\u00e4tigkeit als Rechtsanwalt gestanden. Die in \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09, \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung der Beitreibungsrichtlinie sowie zur \u00c4nderung steuerlicher Vorschriften (BeitrRLUmsG) vom 7.\u00a0Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592) &#8211;EStG&#8211; erfolgte angebliche &#8222;Klarstellung&#8220;, dass Aufwendungen f\u00fcr die erstmalige Berufsausbildung bzw. ein Erststudium ohne vorangegangene Berufsausbildung keine Betriebsausgaben oder Werbungskosten seien, sei in seinem Fall schon deshalb nicht anzuwenden, weil die in \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012, Abs.\u00a023d und Abs.\u00a030a EStG angeordnete Geltung der vorgenannten Vorschriften ab dem Veranlagungszeitraum 2004 gegen das R\u00fcckwirkungsverbot versto\u00dfe und daher verfassungswidrig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt,das FG-Urteil aufzuheben und die Bescheide vom 2. November 2009 \u00fcber die Feststellung der verbleibenden Verlustvortr\u00e4ge zum 31. Dezember 2004 bzw. zum 31. Dezember 2005 dahin zu \u00e4ndern, dass der verbleibende Verlustvortrag gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010d Abs.\u00a04 EStG in der f\u00fcr die Streitjahre geltenden Fassung unter Ber\u00fccksichtigung weiterer Betriebsausgaben in H\u00f6he von 5.461\u00a0EUR (f\u00fcr 2004) und in H\u00f6he von 3.865\u00a0EUR (f\u00fcr 2005) festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben \u00fcbereinstimmend auf m\u00fcndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl\u00e4gers ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 FGO). Das FG hat rechtsfehlerfrei entschieden, dass die angefochtenen Bescheide vom 2.\u00a0November 2009 \u00fcber die gesonderte Feststellung der verbleibenden Verlustvortr\u00e4ge zur Einkommensteuer auf den 31.\u00a0Dezember 2004 und 31.\u00a0Dezember 2005 rechtm\u00e4\u00dfig sind und den Kl\u00e4ger nicht in seinen Rechten verletzen (\u00a7\u00a0100 Abs.\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend geht das FG davon aus, dass es sich bei den Aufwendungen des Kl\u00e4gers um solche f\u00fcr ein Erststudium handelt, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattgefunden hat. Das ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Es handelt sich daher um Aufwendungen f\u00fcr die eigene Berufsausbildung, die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 EStG in der f\u00fcr die Streitjahre 2004 und 2005 geltenden Fassung bis zu 4.000\u00a0EUR im Kalenderjahr als Sonderausgaben abzugsf\u00e4hig sind. Zwar ist nach dem Einleitungssatz zu \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 EStG in der f\u00fcr die Streitjahre geltenden Fassung der Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben gegen\u00fcber dem Abzug von Aufwendungen als Sonderausgaben vorrangig (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.\u00a0Juli 2011 VI\u00a0R\u00a07\/10, BFHE 234, 271, BStBl II 2012, 557, und VI\u00a0R\u00a038\/10, BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561). Dass die hier streitigen Aufwendungen indes keine (vorweggenommenen) Betriebsausgaben bei den Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit sind, ordnet \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 i.V.m. \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 EStG ausdr\u00fccklich an. In \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 EStG hei\u00dft es dazu: &#8222;Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine erstmalige Berufsausbildung oder f\u00fcr ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, sind keine Betriebsausgaben&#8220;; entsprechend ist auch \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG formuliert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG sind gem\u00e4\u00df Art.\u00a025 Abs.\u00a04 BeitrRLUmsG am Tag nach der Verk\u00fcndung des BeitrRLUmsG, d.h. am 14.\u00a0Dezember 2011, in Kraft getreten und gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 Satz\u00a011 bzw. \u00a7\u00a052 Abs.\u00a030a EStG f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2004 anzuwenden. Die Auffassung des FG, bei den Aufwendungen des Kl\u00e4gers handele es sich um Sonderausgaben, ist revisionsrechtlich daher nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers ist die gesetzliche Neuregelung betreffend Aufwendungen f\u00fcr ein Erststudium bzw. eine erstmalige Berufsausbildung au\u00dferhalb eines Dienstverh\u00e4ltnisses, die der Gesetzgeber mit \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG sowie \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 Satz\u00a011 und Abs.\u00a030a EStG geschaffen hat, unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden (so auch Urteil des FG des Saarlandes vom 4. April 2012\u00a0\u00a02\u00a0K\u00a01020\/09, juris; Urteil des FG M\u00fcnster vom 20.\u00a0Dezember 2011\u00a0\u00a05\u00a0K\u00a03975\/09\u00a0F, EFG 2012, 612; Urteile des FG K\u00f6ln vom 17.\u00a0Juli 2013\u00a0\u00a014\u00a0K\u00a03720\/12, juris, und 14\u00a0K\u00a0587\/13, EFG 2013, 1745; vom 22.\u00a0Mai 2012\u00a0\u00a015\u00a0K\u00a03413\/09, EFG 2012, 1735; Urteil des FG D\u00fcsseldorf vom 14.\u00a0Dezember 2011\u00a0\u00a014\u00a0K\u00a04407\/10\u00a0F, EFG 2012, 686; im Ergebnis ebenso F\u00f6rster, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2012, 486; Trossen, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2012, 501; ders. in EFG 2012, 614; Fischer, jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.\u00a01)<strong>.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Neuregelungen versto\u00dfen insbesondere nicht gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitete R\u00fcckwirkungsverbot. Da die Rechtsfolgen der Neuregelungen mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk\u00fcndung f\u00fcr bereits abgeschlossene Tatbest\u00e4nde gelten sollen &#8211;hier: Veranlagungszeitr\u00e4ume 2004 und 2005&#8211; handelt es sich um einen Fall der sog. echten R\u00fcckwirkung (R\u00fcckbewirkung von Rechtsfolgen). Eine solche ist grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig, denn bis zum Zeitpunkt der Verk\u00fcndung einer Norm, zumindest bis zum endg\u00fcltigen Gesetzesbeschluss, m\u00fcssen die von einem Gesetz Betroffenen grunds\u00e4tzlich darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass ihre auf geltendes Recht gegr\u00fcndete Rechtsposition nicht durch eine zeitlich r\u00fcckwirkende \u00c4nderung der gesetzlichen Rechtsfolgenanordnung nachteilig ver\u00e4ndert wird (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7.\u00a0Juli 2010\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a014\/02, 2\u00a0BvL\u00a02\/04, 2\u00a0BvL\u00a013\/05, BVerfGE 127, 1, BStBl II 2011, 76, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Dieses R\u00fcckwirkungsverbot kann jedoch durchbrochen werden, wenn sich kein sch\u00fctzenswertes Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts bilden konnte, etwa weil die Rechtslage unklar und verworren war; auch ist es dem Gesetzgeber unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes nicht verwehrt, r\u00fcckwirkend eine Rechtslage festzuschreiben, welche vor der \u00c4nderung einer Rechtsprechung einer einheitlichen Rechtspraxis und gefestigter Rechtsprechung entsprach (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 15. Oktober 2008\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a01138\/06, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2009, 187, m.w.N.; BVerfG-Urteil vom 23.\u00a0November 1999\u00a0\u00a01\u00a0BvF\u00a01\/94, BVerfGE 101, 239; BVerfG-Entscheidung vom 19.\u00a0Dezember 1961\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a06\/59, BVerfGE 13, 261).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall hat der Gesetzgeber mit der Neufassung von \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09, \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG lediglich seine bisherige Auffassung zum Werbungskosten- und Betriebsausgabenabzugsverbot f\u00fcr Kosten der Erstausbildung, die er bereits in fr\u00fcheren Jahren vertreten und die er im Rahmen des Gesetzes zur \u00c4nderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze (AO\u00c4ndG) vom 21.\u00a0Juli 2004 (BGBl I 2004, 1753) nochmals best\u00e4tigt hat, erneut bekr\u00e4ftigt. Mit dem AO\u00c4ndG hatte der Gesetzgeber Aufwendungen f\u00fcr die eigene Berufsausbildung im neu gefassten \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 EStG bis zur H\u00f6he von 4.000\u00a0EUR im Kalenderjahr zum Sonderausgabenabzug zugelassen und gleichzeitig \u00a7\u00a012 EStG durch eine neue Nr.\u00a05 erg\u00e4nzt, wonach Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine erstmalige Berufsausbildung und f\u00fcr ein Erststudium als nichtabzugsf\u00e4hige Ausgaben zu bewerten sind, es sei denn, diese Ma\u00dfnahmen finden im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses statt. Diese Regelung trat gem\u00e4\u00df Art.\u00a06 des AO\u00c4ndG mit Wirkung vom 1.\u00a0Januar 2004 in Kraft. Diesem grunds\u00e4tzlichen Abzugsverbot f\u00fcr Kosten der beruflichen Erstausbildung entsprach auch die langj\u00e4hrige Rechtsprechung des BFH (vgl. BFH-Urteile vom 17. April 1996 VI\u00a0R\u00a094\/94, BFHE 180, 341, BStBl II 1996, 450, m.w.N.; vom 4.\u00a0Dezember 2002 VI\u00a0R\u00a0120\/01, BFHE 201, 156, BStBl II 2003, 403; vom 17. Dezember 2002 VI\u00a0R\u00a0137\/01, BFHE 201, 211, BStBl II 2003, 407, und vom 27.\u00a0Mai 2003 VI\u00a0R\u00a033\/01, BFHE 202, 314, BStBl II 2004, 884). Diese langj\u00e4hrige Rechtsanwendungspraxis hat der BFH endg\u00fcltig erst im Juli 2011 aufgegeben und entschieden, das seit 2004 geltende grunds\u00e4tzliche Abzugsverbot f\u00fcr Kosten eines Studiums und einer Erstausbildung stehe der Abziehbarkeit beruflich veranlasster Kosten f\u00fcr eine Erstausbildung oder f\u00fcr ein Erststudium selbst dann nicht entgegen, wenn diese Ma\u00dfnahmen unmittelbar im Anschluss an die Schulausbildung durchgef\u00fchrt werden (BFH-Urteile vom 28.\u00a0Juli 2011 VI\u00a0R\u00a05\/10, BFHE 234, 262, BStBl II 2012, 553; VI\u00a0R\u00a08\/09, BFH\/NV 2011, 2038; VI\u00a0R\u00a038\/10, BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561; VI\u00a0R\u00a059\/09, BFH\/NV 2012, 19; in BFHE 234, 271, BStBl II 2012, 557). Auf diese ge\u00e4nderte Rechtsprechung hat der Gesetzgeber reagiert und mit der Neufassung von \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09, \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG lediglich seinen bereits 2004 zu Tage getretenen Willen verdeutlicht. Demgem\u00e4\u00df sieht der Gesetzgeber die gesetzlichen \u00c4nderungen im BeitrRLUmsG auch lediglich als Klarstellung an (vgl. Bericht des Finanzausschusses vom 26.\u00a0Oktober 2011 zum Gesetzentwurf, BTDrucks 17\/7524, S.\u00a010\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr den Kl\u00e4ger bestand daher kein schutzw\u00fcrdiges Vertrauen in die durch die vorgenannten BFH-Urteile vom 28.\u00a0Juli 2011 geschaffene Rechtslage. Auch wenn der BFH ab 2002 die Grenze zwischen den nur als Sonderausgaben abziehbaren Ausbildungskosten und den unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehbaren Fortbildungskosten in Richtung Fortbildungskosten verschoben hat, hat der BFH die grunds\u00e4tzliche Abziehbarkeit von Aufwendungen f\u00fcr ein Erststudium, welches zugleich eine Erstausbildung vermittelt, erstmalig mit den vorstehend genannten Entscheidungen vom 28.\u00a0Juli 2011, d.h. weit nach Ablauf der Streitjahre 2004 und 2005, bejaht. Zutreffend geht das FG deshalb davon aus, dass der Kl\u00e4ger aus der Rechtsprechung des BFH aus den Jahren vor 2011 kein schutzw\u00fcrdiges Vertrauen herleiten kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>N\u00e4mliches gilt f\u00fcr die ge\u00e4nderte Rechtsprechung des BFH aus dem Juli 2011. F\u00fcr die Streitjahre 2004 und 2005 kann sie schon deshalb nicht vertrauensschaffend sein, da sie zum damaligen Zeitpunkt noch niemandem bekannt sein konnte. Ein Vertrauenstatbestand h\u00e4tte sich deshalb erstmals ab Ver\u00f6ffentlichung der Urteile ab dem 17.\u00a0August 2011 entwickeln k\u00f6nnen. Nicht zuletzt aufgrund der sofort aufgekommenen steuerpolitischen Diskussion (vgl. BTDrucks 17\/6978 und 17\/7259) konnte der Kl\u00e4ger auf den Fortbestand der durch die neuen BFH-Urteile geschaffenen Rechtslage aber nicht vertrauen, zumal die Neuregelung der \u00a7\u00a7 4, 9 und 12 EStG im Rahmen der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages zum BeitrRLUmsG vom 26.\u00a0Oktober 2011 bereits weniger als drei Monate nach Ver\u00f6ffentlichung der ge\u00e4nderten BFH-Rechtsprechung bekannt geworden ist (so auch Urteil des FG M\u00fcnster in EFG 2012, 612; Urteile des FG K\u00f6ln in EFG 2012, 1735; in EFG 2013, 1745; vom 17.\u00a0Juli 2013\u00a0\u00a014\u00a0K\u00a03720\/12, juris; Urteil des FG D\u00fcsseldorf in EFG 2012, 686; Urteil des FG des Saarlandes vom 4.\u00a0April 2012\u00a0\u00a02\u00a0K\u00a01020\/09, juris; F\u00f6rster in DStR 2012, 486; Trossen in FR 2012, 501; Fischer in jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.\u00a01).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Die gesetzlichen Neuregelungen in \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09, \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG sowie \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 Satz\u00a011 bzw. \u00a7\u00a052 Abs.\u00a030a EStG versto\u00dfen auch nicht gegen den Gleichheitssatz gem\u00e4\u00df Art.\u00a03 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes in dessen Auspr\u00e4gung durch das Prinzip der Leistungsf\u00e4higkeit und das Gebot der Folgerichtigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Zutreffend geht die Vorinstanz davon aus, dass der Gesetzgeber die f\u00fcr die Lastengleichheit im Einkommensteuerrecht ma\u00dfgebliche finanzielle Leistungsf\u00e4higkeit nach dem objektiven und nach dem subjektiven Nettoprinzip bemisst. Unabh\u00e4ngig davon, ob dem Nettoprinzip Verfassungsrang zukommt oder nicht, z\u00e4hlt doch die Beschr\u00e4nkung des steuerlichen Zugriffs nach Ma\u00dfgabe des Nettoprinzips zu den Grundentscheidungen des Gesetzgebers. Soweit es um die folgerichtige Umsetzung der mit dem objektiven Nettoprinzip getroffenen Belastungsentscheidung geht, bed\u00fcrfen Ausnahmen besonderer, sachlich begr\u00fcndeter Rechtfertigung. Als solche kommen insbesondere Typisierungs- und Vereinfachungserfordernisse in Betracht (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. BVerfG-Beschluss vom 6.\u00a0Juli 2010\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a013\/09, BVerfGE 126, 268, BStBl II 2011, 318, m.w.N.; BVerfG-Urteil vom 9.\u00a0Dezember 2008\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a01, 2\/07, 2\u00a0BvL\u00a01,\u00a02\/08, BVerfGE 122, 210). Eine Typisierung ist eine normative Zusammenfassung bestimmter in wesentlichen Elementen gleich gearteter Lebenssachverhalte. Besonderheiten, die im Tats\u00e4chlichen durchaus bekannt sind, k\u00f6nnen generalisierend vernachl\u00e4ssigt werden. Der Gesetzgeber darf sich grunds\u00e4tzlich am Regelfall orientieren und ist nicht gehalten, allen Besonderheiten jeweils durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen. Die gesetzlichen Verallgemeinerungen m\u00fcssen allerdings auf eine m\u00f6glichst breite, alle betroffenen Gruppen und Regelungsgegenst\u00e4nde einschlie\u00dfende Beobachtung aufbauen. Insbesondere darf der Gesetzgeber f\u00fcr eine gesetzliche Typisierung keinen atypischen Fall als Leitbild w\u00e4hlen, sondern muss realit\u00e4tsgerecht den typischen Fall als Ma\u00dfstab zugrunde legen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Auf eine solche Typisierung hat sich der Gesetzgeber mit den Neuregelungen von \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09, \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 und \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG durch das BeitrRLUmsG bezogen; n\u00e4mliches hatte er bereits mit der Neufassung des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 EStG und mit der Neuschaffung des \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG durch das AO\u00c4ndG im Jahr 2004 ausdr\u00fccklich getan (vgl. BTDrucks 15\/3339, S. 10) und seine damalige Auffassung mit der Neufassung der Vorschriften durch das BeitrRLUmsG lediglich nochmals klargestellt (vgl. Bericht des Finanzausschusses zum Gesetzentwurf, BTDrucks 17\/7524, S.\u00a010\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat hat keine Bedenken, dass der Gesetzgeber mit der Neufassung der Vorschriften realit\u00e4tsgerecht den typischen Fall als Ma\u00dfstab zu Grunde gelegt hat. Durch die Zuordnung der Aufwendungen f\u00fcr eine erstmalige Berufsausbildung bzw. f\u00fcr ein Erststudium zu den Sonderausgaben und damit die Beschr\u00e4nkung des Abzugs auf 4.000\u00a0EUR im Jahr (ab Veranlagungszeitraum 2012 6.000\u00a0EUR) d\u00fcrfte sich in der \u00fcberwiegenden Zahl der F\u00e4lle in Folge der Versagung des Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzugs keine relevante steuerliche Auswirkung ergeben, auch wenn der Sonderausgabenabzug bei fehlenden positiven Eink\u00fcnften regelm\u00e4\u00dfig ins Leere l\u00e4uft; auch sorgt die Typisierung f\u00fcr mehr Steuergerechtigkeit und vermeidet Widerspr\u00fcche zu anderen gesetzlichen Regelungen (vgl. Trossen in FR 2012, 501; im Ergebnis \u00e4hnlich F\u00f6rster in DStR 2012, 486; Fischer in jurisPR-SteuerR 38\/2012, Anm.\u00a01; Urteil des FG D\u00fcsseldorf in EFG 2012, 686; Urteil des FG M\u00fcnster in EFG 2012, 612; Urteile des FG K\u00f6ln in EFG 2012, 1735; in EFG 2013, 1745; vom 17.\u00a0Juli 2013\u00a0\u00a014\u00a0K\u00a03720\/12, juris, und Urteil des FG des Saarlandes vom 4.\u00a0April 2012\u00a0\u00a02\u00a0K\u00a01020\/09, juris). Daf\u00fcr spricht nicht zuletzt, dass Berufsausbildungskosten noch nicht im direkten Zusammenhang mit einer konkreten Einnahmenerzielung im Rahmen eines bereits zugesagten Dienstverh\u00e4ltnisses stehen, sondern losgel\u00f6st von einem sp\u00e4teren Anstellungsverh\u00e4ltnis zun\u00e4chst prim\u00e4r der individuellen Bereicherung des Steuerpflichtigen durch die Erlangung von Kenntnissen und Fertigkeiten im Sinne einer &#8222;Ausbildung&#8220; dienen (Urteil des FG D\u00fcsseldorf in EFG 2012, 686, m.w.N.). Es handelt sich damit um sog. gemischt veranlasste Aufwendungen, die nicht zwangsl\u00e4ufig dem objektiven Nettoprinzip unterfallen, weil ein unmittelbarer und direkter Ankn\u00fcpfungspunkt an eine sp\u00e4tere Berufst\u00e4tigkeit fehlt und m\u00f6glicherweise auch private Interessen f\u00fcr die Aufwendungen eine Rolle spielen (Urteil des FG M\u00fcnster in EFG 2012, 1433). Demgem\u00e4\u00df steht es dem Gesetzgeber im Rahmen der ihm zustehenden Gestaltungsfreiheit grunds\u00e4tzlich frei, ob er Aufwendungen f\u00fcr die berufliche Erstausbildung oder ein Erststudium wegen ihrer Veranlassung durch die Erwerbst\u00e4tigkeit den Werbungskosten oder Betriebsausgaben zuordnet oder ob er die private (Mit-)Veranlassung systematisch in den Vordergrund stellt und demgem\u00e4\u00df eine Zuordnung der Aufwendungen zu den Sonderausgaben vornimmt (BVerfG-Beschluss vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2005\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a07\/00, BVerfGE 112, 268; in diesem Sinne auch F\u00f6rster in DStR 2012, 486). Die Entscheidung des Gesetzgebers, den mit einer Erstausbildung verbundenen Aufwendungen nur durch den Sonderausgabenabzug Rechnung zu tragen, ist daher verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden und beinhaltet auch keinen Versto\u00df gegen das subjektive Nettoprinzip (F\u00f6rster in DStR 2012, 486; Trossen in FR 2012, 501).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 5. November 2013 (VIII R 22\/12) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet, nicht als vorweggenommene Betriebsausgaben abziehbar sind. Im Streitfall hatte der Kl\u00e4ger ein Jurastudium als Erststudium aufgenommen und begehrte f\u00fcr die Jahre 2004 und 2005 unter &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kosten-eines-studiums-das-eine-erstaus-bildung-vermittelt-sind-grundsatzlich-nicht-abziehbar\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kosten eines Studiums, das eine Erstausbildung vermittelt, sind grunds\u00e4tzlich nicht abziehbar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-38255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38255\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}