{"id":38304,"date":"2014-01-10T18:32:52","date_gmt":"2014-01-10T16:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38304"},"modified":"2014-01-10T18:32:52","modified_gmt":"2014-01-10T16:32:52","slug":"wann-durfen-freiberufler-noch-die-istbesteuerung-wahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wann-durfen-freiberufler-noch-die-istbesteuerung-wahlen\/","title":{"rendered":"Wann d\u00fcrfen Freiberufler noch die Istbesteuerung w\u00e4hlen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wann d\u00fcrfen Freiberufler noch die Istbesteuerung w\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Das Umsatzsteuergesetz (UStG) unterscheidet zwischen der Ist- und der Sollversteuerung. W\u00e4hrend bei der Sollversteuerung die Umsatzsteuer bereits f\u00e4llig ist, wenn die Leistung erbracht wurde, ist dies bei der Istbesteuerung erst der Fall, wenn der Kunde zahlt. Folglich bietet die Istbesteuerung deutliche Liquidit\u00e4tsvorteile gegen\u00fcber der Sollbesteuerung.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), beabsichtigt das Bundesfinanzministerium (BMF), ab 2014 die Istbesteuerung nur noch Freiberuflern zu genehmigen, die nicht zur Buchf\u00fchrung verpflichtet sind und auch nicht freiwillig B\u00fccher f\u00fchren. Gegen\u00fcber Freiberuflern, die B\u00fccher f\u00fchren und bisher zutreffend die Istbesteuerung angewendet haben, soll die entsprechende Genehmigung widerrufen werden, so dass diese zur Sollversteuerung wechseln m\u00fcssen. Unklar war allerdings bisher, was unter dem Begriff &#8222;B\u00fccher f\u00fchren&#8220; zu verstehen ist.<\/p>\n<p><strong>Mitteilung des DStV<\/strong><\/p>\n<p>Laut Mitteilung des deutschen Steuerberaterverbandes e. V. (DStV) hat das BMF nun auf eine entsprechende Anfrage des DStV geantwortet. Demnach f\u00fchren nur Freiberufler B\u00fccher im oben genannten Sinne, die ihren Gewinn mittels Betriebsverm\u00f6gensvergleich ermitteln, also eine Bilanz aufstellen. Wird der Gewinn dagegen per Einnahmen-\u00dcberschussrechnung ermittelt oder lediglich eine OPOS-Liste gef\u00fchrt, f\u00e4llt dies nicht unter den Begriff des &#8222;B\u00fccher F\u00fchrens&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Mehrzahl der Freiberufler ist die drohende Sollbesteuerung damit vom Tisch. Lediglich bilanzierende Freiberufler m\u00fcssen sich dem Problem stellen, sofern sie einen Umsatz erzielen, der oberhalb der Umsatzgrenze von 500.000 EUR (\u00a7 20 Satz 1 Nr. 1 UStG) liegt, die generell zur Istbesteuerung berechtigt. Freiberufler, die von dieser Umstellung betroffen sind, m\u00fcssen sich hierauf vorbereiten. Zum einen muss gew\u00e4hrleistet sein, dass beim \u00dcbergang von der Ist- zur Sollbesteuerung keine Fehler passieren, z. B. Ums\u00e4tze doppelt oder gar nicht erfasst werden. Zum anderen muss sichergestellt werden, dass die Umsatzsteuer korrekt angemeldet wird, also im Monat der jeweiligen Leistungserbringung. Dies erfordert eine zeitnahe Fakturierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann d\u00fcrfen Freiberufler noch die Istbesteuerung w\u00e4hlen? Kernaussage Das Umsatzsteuergesetz (UStG) unterscheidet zwischen der Ist- und der Sollversteuerung. W\u00e4hrend bei der Sollversteuerung die Umsatzsteuer bereits f\u00e4llig ist, wenn die Leistung erbracht wurde, ist dies bei der Istbesteuerung erst der Fall, wenn der Kunde zahlt. Folglich bietet die Istbesteuerung deutliche Liquidit\u00e4tsvorteile gegen\u00fcber der Sollbesteuerung. 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