{"id":38419,"date":"2014-02-16T13:45:51","date_gmt":"2014-02-16T11:45:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38419"},"modified":"2014-02-16T13:45:51","modified_gmt":"2014-02-16T11:45:51","slug":"kein-abzug-von-diatverpflegung-als-ausergewohnliche-belastung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-abzug-von-diatverpflegung-als-ausergewohnliche-belastung\/","title":{"rendered":"Kein Abzug von Di\u00e4tverpflegung als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung"},"content":{"rendered":"<p>Die Beteiligten stritten um die steuerliche Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel. Die Kl\u00e4gerin leidet an einer chronischen Stoffwechselst\u00f6rung und nimmt aus diesem Grund Vitamine und andere Mikron\u00e4hrstoffe, die sie \u00fcber Apotheken bezieht, ein. In ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2010 machte sie Aufwendungen f\u00fcr verschiedene Pr\u00e4parate (z. B. Benfotiamin, Vitamin A und D, Biotin, Vitamin B2 laktosefrei, Adenosylcobalamin, Kalzium und Vitamin D, Bio-C-Vitamin) als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung geltend, die das Finanzamt nicht zum Abzug zulie\u00df. Im Rahmen des sich anschlie\u00dfenden Einspruchsverfahrens \u00fcbersandte die Kl\u00e4gerin eine \u00e4rztliche Bescheinigung, wonach sie unter einer chronischen Stoffwechselst\u00f6rung leide, die keine medikament\u00f6se Behandlung indiziere, sondern die laufende Einnahme von Mikron\u00e4hrstoffen erforderlich mache. In der Bescheinigung wurden die verordneten Pr\u00e4parate im Einzelnen aufgef\u00fchrt<\/p>\n<p>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat die Klage abgewiesen. Zwar seien Krankheitskosten als zwangsl\u00e4ufige Aufwendungen im Grundsatz als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung abzugsf\u00e4hig. Dies gelte jedoch nicht f\u00fcr Aufwendungen, die durch Di\u00e4tverpflegung entstehen. Das gesetzliche Abzugsverbot f\u00fcr Di\u00e4tverpflegung gelte auch dann, wenn diese nicht nur neben, sondern anstelle von Medikamenten zur Linderung der Krankheit ben\u00f6tigt werde. Gleiches gelte, wenn die Di\u00e4t aufgrund einer \u00e4rztlichen Verordnung unmittelbar als Therapie eingesetzt werde und damit Medikamentencharakter habe.<\/p>\n<p>Die von der Kl\u00e4gerin geltend gemachten Aufwendungen stellten Di\u00e4tkosten dar. Unter einer Di\u00e4t sei die auf die Bed\u00fcrfnisse des Patienten und der Therapie der Erkrankung abgestimmte Ern\u00e4hrung zu verstehen; sie k\u00f6nne in der Einschr\u00e4nkung der gesamten Ern\u00e4hrung, in der Vermeidung bestimmter Anteile oder &#8211; wie im Streitfall &#8211; in der Vermehrung aller oder bestimmter Nahrungsanteile bestehen. Zu den Di\u00e4ten geh\u00f6rten nicht nur kurzzeitig angewandte Einformdi\u00e4ten sowie langzeitig angewandte Grunddi\u00e4ten, sondern auch an st\u00e4ndige Leiden (z. B. Z\u00f6liakie) angepasste langzeitige Sonderdi\u00e4ten.<\/p>\n<p id=\"seitenquelle\">Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 04.02.2014 zum Urteil 9 K 3744\/12 E vom 15.07.2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beteiligten stritten um die steuerliche Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel. Die Kl\u00e4gerin leidet an einer chronischen Stoffwechselst\u00f6rung und nimmt aus diesem Grund Vitamine und andere Mikron\u00e4hrstoffe, die sie \u00fcber Apotheken bezieht, ein. In ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2010 machte sie Aufwendungen f\u00fcr verschiedene Pr\u00e4parate (z. B. 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