{"id":38552,"date":"2014-02-01T11:37:21","date_gmt":"2014-02-01T09:37:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38552"},"modified":"2014-02-20T11:38:58","modified_gmt":"2014-02-20T09:38:58","slug":"vorsteueraufteilung-bei-grundstucken-bfh-bestatigt-flachenschlussel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteueraufteilung-bei-grundstucken-bfh-bestatigt-flachenschlussel\/","title":{"rendered":"Vorsteueraufteilung bei Grundst\u00fccken: BFH best\u00e4tigt Fl\u00e4chenschl\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vorsteueraufteilung bei Grundst\u00fccken: BFH best\u00e4tigt Fl\u00e4chenschl\u00fcssel<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nWerden Gegenst\u00e4nde, insbesondere Grundst\u00fccke, gemischt genutzt, so ist die bezogene Vorsteuer nur insoweit abzugsf\u00e4hig, als sie den Ums\u00e4tzen zuzurechnen ist, die einen Vorsteuerabzug zulassen.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nBis zum 31.12.2003 konnte die Vorsteuer nach dem Umsatzschl\u00fcssel, dem Verh\u00e4ltnis der zum Vorsteuerabzug berechtigenden Ums\u00e4tze zum Gesamtumsatz, aufgeteilt werden. Mit Wirkung zum 1.1.2004 wurde das UStG (\u00a7 15 Abs. 4 UStG) derart ge\u00e4ndert, dass die Anwendung des Umsatzschl\u00fcssels faktisch nicht mehr m\u00f6glich war. Als Ma\u00dfstab verblieb lediglich eine Aufteilung nach qm (Fl\u00e4chenschl\u00fcssel). Strittig war bisher, ob diese Regelung mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist, das den Umsatzschl\u00fcssel als Regelma\u00dfstab vorsieht.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDer Bundesfinanzhof (BFH) sieht die deutsche Regelung insoweit als richtlinienwidrig an, als sie grunds\u00e4tzlich eine wirtschaftliche Zurechnung der Vorsteuer fordert, anstelle einer Aufteilung nach dem Gesamtumsatz des Unternehmens. Der BFH h\u00e4lt es aber f\u00fcr zul\u00e4ssig, der wirtschaftlichen Zurechnung (Fl\u00e4chenschl\u00fcssel) den Vorrang vor dem Umsatzschl\u00fcssel f\u00fcr Vorsteuerbetr\u00e4ge einzur\u00e4umen, die nach \u00a7 15a UStG berichtigungspflichtig sind.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDas Urteil best\u00e4tigt die Auffassung der Finanzverwaltung nur hinsichtlich solcher Vorsteuerbetr\u00e4ge, die der Korrektur nach \u00a7 15a UStG unterliegen, also z. B. Vorsteuern aus der Errichtung von Geb\u00e4uden. F\u00fcr Vorsteuerbetr\u00e4ge aus laufenden Kosten, die nicht hierunter fallen, verneint der BFH nicht nur den Vorrang des Fl\u00e4chenschl\u00fcssels, sondern h\u00e4lt den Ansatz des Umsatzschl\u00fcssels f\u00fcr angemessen. Als Bemessungsgrundlage stellt der BFH hierbei auf die Gesamtums\u00e4tze des Unternehmens ab und nicht, wie in der Praxis \u00fcblich, auf die Ums\u00e4tze des jeweiligen Objekts. Hinsichtlich der laufenden Kosten wird daher zuk\u00fcnftig nicht nur die Finanzverwaltung umdenken m\u00fcssen, sondern auch die Unternehmer. Das gerade erst vom Bundesfinanzministerium (BMF) ver\u00f6ffentlichte umfangreiche Schreiben zum Vorsteuerabzug ist damit zum Teil schon wieder \u00fcberholt bzw. muss \u00fcberarbeitet werden. Betroffene Unternehmen sollten pr\u00fcfen, ob sie von dem Urteil profitieren k\u00f6nnen bzw. welche Risiken es ggf. auch f\u00fcr die Vergangenheit mit sich bringt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorsteueraufteilung bei Grundst\u00fccken: BFH best\u00e4tigt Fl\u00e4chenschl\u00fcssel Kernaussage Werden Gegenst\u00e4nde, insbesondere Grundst\u00fccke, gemischt genutzt, so ist die bezogene Vorsteuer nur insoweit abzugsf\u00e4hig, als sie den Ums\u00e4tzen zuzurechnen ist, die einen Vorsteuerabzug zulassen. 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