{"id":38745,"date":"2014-03-01T11:31:47","date_gmt":"2014-03-01T09:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38745"},"modified":"2014-03-06T11:37:31","modified_gmt":"2014-03-06T09:37:31","slug":"keine-entschadigung-fur-agg-hopper-bei-diskriminierender-stellenanzeige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-entschadigung-fur-agg-hopper-bei-diskriminierender-stellenanzeige\/","title":{"rendered":"Keine Entsch\u00e4digung f\u00fcr &#8222;AGG-Hopper&#8220; bei diskriminierender Stellenanzeige"},"content":{"rendered":"<p><strong>Keine Entsch\u00e4digung f\u00fcr &#8222;AGG-Hopper&#8220; bei diskriminierender Stellenanzeige<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nWerden Stellenausschreibungen diskriminierend vorgenommen (beispielsweise, weil man nach Arbeitnehmern ab einem bestimmten Alter sucht), steht demjenigen Bewerber, der m\u00f6glicherweise diskriminierend nicht eingestellt worden ist (im Beispiel also jeder nicht eingestellte Bewerber unterhalb der Altersgrenze), ein Entsch\u00e4digungsanspruch nach dem Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetz\u00a0zu. Grundvoraussetzung hierf\u00fcr ist es aber, dass die Bewerbung ernsthaft gewesen ist. Im Fall eines sogenannten AGG-Hoppers (= eine Person, die sich gezielt nur auf diskriminierende Bewerbungen bewirbt), hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg jetzt zur Ernsthaftigkeit einer Bewerbung geurteilt.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nEin \u00e4lterer Rechtsanwalt hatte sich auf eine Stellenausschreibung beworben, die sich an Berufsanf\u00e4nger richtete, und den potentiellen Arbeitgeber, nachdem er nicht eingestellt worden war, mit Klage auf eine Entsch\u00e4digung wegen Altersdiskriminierung in Anspruch genommen. Dabei war allerdings gerichtsbekannt, dass der Kl\u00e4ger bereits vorher in einer Vielzahl von F\u00e4llen gleich vorgegangen war.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Gericht wies die Klage ab. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das Gericht aus, dass es auf die Frage, ob die Stellenausschreibung diskriminierend erfolgt sei nicht ankomme, weil man bei einer Gesamtw\u00fcrdigung des Sachverhalts dazu kommen m\u00fcsse, dass zu keinem Zeitpunkt ein ernsthaftes Interesse an der Stelle vorgelegen habe; es handele sich um Rechtsmissbrauch. Insbesondere k\u00f6nne ein ernstes Interesse deshalb ausgeschlossen werden, weil der Kl\u00e4ger bereits in einer Vielzahl von F\u00e4llen gleich vorgegangen sei, Bewerbungen dabei kaum aussagekr\u00e4ftig waren und er sich auf eine Vielzahl von Stellen in verschiedensten Rechtsgebieten beworben habe.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDie Entscheidung wird man so verstehen k\u00f6nnen, dass bei sogenannten AGG-Hoppern ein Entsch\u00e4digungsanspruch nach dem Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetz\u00a0ausgeschlossen ist. Problematisch &#8211; und hier liegt weiterhin die Gefahr f\u00fcr die Praxis &#8211; ist allerdings nachzuweisen, dass es sich um einen AGG-Hopper handelt. Dar\u00fcber hinaus ist ungekl\u00e4rt, ab welcher Anzahl von Bewerbungen beziehungsweise Klagen ein AGG-Hopping vorliegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Entsch\u00e4digung f\u00fcr &#8222;AGG-Hopper&#8220; bei diskriminierender Stellenanzeige Kernaussage Werden Stellenausschreibungen diskriminierend vorgenommen (beispielsweise, weil man nach Arbeitnehmern ab einem bestimmten Alter sucht), steht demjenigen Bewerber, der m\u00f6glicherweise diskriminierend nicht eingestellt worden ist (im Beispiel also jeder nicht eingestellte Bewerber unterhalb der Altersgrenze), ein Entsch\u00e4digungsanspruch nach dem Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetz\u00a0zu. 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