{"id":38964,"date":"2014-04-01T10:38:10","date_gmt":"2014-04-01T08:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=38964"},"modified":"2014-04-01T10:38:10","modified_gmt":"2014-04-01T08:38:10","slug":"erstattungszinsen-sind-steuerbar-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erstattungszinsen-sind-steuerbar-2\/","title":{"rendered":"Erstattungszinsen sind steuerbar"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erstattungszinsen sind steuerbar<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nDie vom Finanzamt gezahlten Zinsen aufgrund von Einkommensteuererstattungen z\u00e4hlen zu den Einnahmen aus Kapitalverm\u00f6gen und unterliegen somit der Einkommensteuer. Dies gilt auch f\u00fcr Jahre vor Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2010.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDie verheirateten Kl\u00e4ger hatten 1995 eine zu hohe Einkommensteuernachzahlungen entrichtet, die sie neben der Einkommensteuererstattung mit Zinsen zur\u00fcck gezahlt bekamen. In dem das Streitjahr 2006 betreffenden Einkommensteuerbescheid wurden Zinsen in H\u00f6he von 118.101 EUR als Einnahmen aus Kapitalverm\u00f6gen ber\u00fccksichtigt. Die Kl\u00e4ger forderten daraufhin eine erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung nach\u00a0\u00a7 32a Abs. 1 Satz 2\u00a0i. V. m.\u00a0\u00a7 34 Abs. 1 Satz 1 EStG\u00a0der Erstattungszinsen, dem das Finanzamt nicht nachkam.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nSowohl das FG als auch der BFH kamen der darauf folgenden Klage nicht nach. F\u00fcr eine Behandlung der Erstattungszinsen als nicht steuerbar bleibe nach der Gesetzes\u00e4nderung kein Raum mehr. Systematische und verfassungsrechtliche Einw\u00e4nde, dass gezahlte Zinsen nicht als Sonderausgabe abzugsf\u00e4hig seien, wies das Gericht zur\u00fcck. Erstattungszinsen geh\u00f6rten daher gem.\u00a0\u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 Satz 1 und 3 EStG\u00a0in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2010 zu den Eink\u00fcnften aus Kapitalverm\u00f6gen. Die Vorschrift gilt f\u00fcr alle F\u00e4lle, in denen die Steuer im Zeitpunkt der Gesetzes\u00e4nderung noch nicht bestandskr\u00e4ftig festgesetzt war. Dies versto\u00dfe nach Auffassung des Bundesfinanzhofs nicht gegen das R\u00fcckwirkungsverbot.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nIm Jahr 2010 hat der Bundesfinanzhof die Steuerbarkeit von Steuererstattungszinsen noch anders gesehen. Vorliegend folgt das Gericht nun der Sichtweise der Finanzverwaltung f\u00fcr s\u00e4mtliche Bescheide, die im Zeitpunkt der Gesetzes\u00e4nderung noch nicht bestandskr\u00e4ftig veranlagt waren. Da von Steuererstattungszinsen keine Abgeltungsteuer einbehalten wird, sollte im Rahmen der Erkl\u00e4rungserstellung nach M\u00f6glichkeit das Kontenabrufsystem der Finanzverwaltung genutzt werden, um die endg\u00fcltige Steuerschuld vorab korrekt berechnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstattungszinsen sind steuerbar Kernaussage Die vom Finanzamt gezahlten Zinsen aufgrund von Einkommensteuererstattungen z\u00e4hlen zu den Einnahmen aus Kapitalverm\u00f6gen und unterliegen somit der Einkommensteuer. Dies gilt auch f\u00fcr Jahre vor Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2010. Sachverhalt Die verheirateten Kl\u00e4ger hatten 1995 eine zu hohe Einkommensteuernachzahlungen entrichtet, die sie neben der Einkommensteuererstattung mit Zinsen zur\u00fcck gezahlt bekamen. In &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erstattungszinsen-sind-steuerbar-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Erstattungszinsen sind steuerbar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[211],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38964"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38964\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}