{"id":39441,"date":"2014-06-01T12:31:37","date_gmt":"2014-06-01T10:31:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39441"},"modified":"2014-05-30T09:25:27","modified_gmt":"2014-05-30T07:25:27","slug":"begunstigtes-betriebsvermogen-und-pflichtteilsverbindlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/begunstigtes-betriebsvermogen-und-pflichtteilsverbindlichkeiten\/","title":{"rendered":"Beg\u00fcnstigtes Betriebsverm\u00f6gen und Pflichtteilsverbindlichkeiten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beg\u00fcnstigtes Betriebsverm\u00f6gen und Pflichtteilsverbindlichkeiten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><br \/>\nNachlassverbindlichkeiten sind im Rahmen der Erbschaftsteuer (zun\u00e4chst) abzugsf\u00e4hig. Geh\u00f6rt zum Nachlass aber steuerbefreites Verm\u00f6gen (z. B. Betriebsverm\u00f6gen) und stehen die Verbindlichkeiten mit dem erbschaftsteuerbefreiten Verm\u00f6gen im Zusammenhang, dann sind diese Verbindlichkeiten nur in dem Verh\u00e4ltnis abzugsf\u00e4hig, das dem Verh\u00e4ltnis von erbschaftsteuerfreiem Verm\u00f6gen zum Gesamtnachlass entspricht. Vor diesem Hintergrund hatte das Finanzgericht M\u00fcnster \u00fcber die volle oder lediglich anteilige Abzugsf\u00e4higkeit von Pflichtteilsanspr\u00fcchen zu entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nEin Erblasser hatte seine Kinder lediglich zu Nacherben eingesetzt. Daher machten die Kinder gegen\u00fcber dem Vorerben ihre Pflichtteilsanspr\u00fcche geltend. Da zum Nachlass steuerbefreites Betriebsverm\u00f6gen geh\u00f6rte, ber\u00fccksichtigte das Finanzamt die in vollem Umfang als Nachlassverbindlichkeiten geltend gemachten Pflichtteilsanspr\u00fcche anteilig. Hiergegen wandte sich der Vorerbe mit der Begr\u00fcndung, dass die Pflichtteilsanspr\u00fcche zwar aus dem gesamten Nachlass zu berechnen seien, aber nicht im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betriebsverm\u00f6gen st\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Finanzgericht M\u00fcnster gab dem Finanzamt Recht, lie\u00df aber die Revision zum Bundesfinanzhof zu. Ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Verbindlichkeiten und erbschaftsteuerbefreitem Verm\u00f6gen bestehe dann, wenn die Entstehung der Verbindlichkeit urs\u00e4chlich und unmittelbar auf Vorg\u00e4ngen beruhe, die das privilegierte Verm\u00f6gen betreffen. Diese unmittelbare Verkn\u00fcpfung liege hier vor, da die wirtschaftliche Belastung des beg\u00fcnstigten Verm\u00f6gens daraus resultiert, dass die H\u00f6he der Verbindlichkeit nach dem beg\u00fcnstigten Verm\u00f6gen bemessen wurde. Die Verkn\u00fcpfung der Pflichtteilsverbindlichkeit mit der Erbschaft in ihrer Gesamtheit folge aus dem Charakter des Pflichtteilsrechts.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDie Entscheidung h\u00e4tte, wenn der Bundesfinanzhof sie best\u00e4tigt, weitreichende Folgen. Denn aus der Begr\u00fcndung folgt, dass der Pflichtteilsanspruch mit jedem einzelnen Nachlassbestandteil verkn\u00fcpft ist. Soweit im Rahmen der Erbschaftsteuer Privilegien f\u00fcr einzelne Nachlassbestandteile gew\u00e4hrt werden, w\u00e4re die Verbindlichkeit aus einem Pflichtteilsanspruch also immer zu k\u00fcrzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beg\u00fcnstigtes Betriebsverm\u00f6gen und Pflichtteilsverbindlichkeiten Rechtslage Nachlassverbindlichkeiten sind im Rahmen der Erbschaftsteuer (zun\u00e4chst) abzugsf\u00e4hig. Geh\u00f6rt zum Nachlass aber steuerbefreites Verm\u00f6gen (z. B. 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