{"id":39483,"date":"2014-06-01T10:55:10","date_gmt":"2014-06-01T08:55:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39483"},"modified":"2014-05-26T11:05:14","modified_gmt":"2014-05-26T09:05:14","slug":"warum-kaffee-nicht-begunstigt-ist-latte-macchiato-aber-ggf-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/warum-kaffee-nicht-begunstigt-ist-latte-macchiato-aber-ggf-doch\/","title":{"rendered":"Warum Kaffee nicht beg\u00fcnstigt ist, Latte Macchiato aber ggf. doch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum Kaffee nicht beg\u00fcnstigt ist, Latte Macchiato aber ggf. doch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Differenzierung zwischen erm\u00e4\u00dfigtem und Regelsteuersatz ist regelm\u00e4\u00dfig Anlass f\u00fcr gerichtliche Auseinandersetzungen. Ursache hierf\u00fcr ist, dass die Unterscheidung h\u00e4ufig weder logischem Denken zug\u00e4nglich noch gerecht ist. Ein Paradebeispiel hierf\u00fcr liefert eine aktuelle Verf\u00fcgung der Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt a. M., die sich mit der Beg\u00fcnstigung f\u00fcr Kaffee auseinandersetzt. Grund f\u00fcr die Verf\u00fcgung ist, dass Unternehmer unter Berufung auf die Rechtsprechung zur Abgrenzung von beg\u00fcnstigten Lebensmitteln zu nicht beg\u00fcnstigten Restaurationsleistungen, Kaffee zum erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz anbieten. Dies gilt wohl insbesondere f\u00fcr Kaffee der zur Mitnahme durch den Kunden gedacht ist (&#8222;coffee-to-go&#8220;), da hier definitiv keine Restaurationsleistungen vorliegen.<\/p>\n<p><strong>Neue Verwaltungsanweisung<\/strong><br \/>\nDie OFD verweist darauf, dass zubereiteter Kaffee jedoch nicht als beg\u00fcnstigtes Lebensmittel angesehen wird, sondern lediglich Kaffeebohnen oder -pulver. Demnach unterliegt zubereiteter Kaffee, als nichtalkoholisches Getr\u00e4nk, dem Regelsteuersatz. Dagegen kann ein Latte Macchiato als Milchmischgetr\u00e4nk beg\u00fcnstigt sein, sofern der Milchanteil mindestens 75 % betr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Konsequenzen<\/strong><br \/>\nWer glaubt er k\u00f6nnte dem Problem entgehen, in dem er Tee trinkt, irrt. Hier gelten die gleichen Grunds\u00e4tze. Beg\u00fcnstigt ist nur der &#8222;Rohstoff&#8220; nicht jedoch die zubereiteten Getr\u00e4nke. Dies soll selbst dann gelten, wenn sich der Kunde das Getr\u00e4nk am Automaten aus Kaffeepulver mit hei\u00dfem Wasser selbst herstellen muss. Hier f\u00fchrt das Mischen von 2 f\u00fcr sich beg\u00fcnstigten Ingredienzien zur Versagung der Beg\u00fcnstigung, also quasi &#8222;7 % und 7 % gleich 19 %&#8220;. Wer jedoch unbedingt beg\u00fcnstigt Kaffee trinken m\u00f6chte, sollte darauf bestehen einen Latte Macchiato mit mindestens 75 % Milchanteil zu erhalten, der dann aber nicht vor Ort getrunken werden darf. Wenn die Verf\u00fcgung eines verst\u00e4ndlich aufzeigt, dann, dass die Abschaffung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes, die oft propagiert, aber nie ernsthaft angegangen wurde, einen wesentlichen Beitrag zu einem einfacheren und &#8222;gerechteren&#8220; Umsatzsteuerrecht leisten w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum Kaffee nicht beg\u00fcnstigt ist, Latte Macchiato aber ggf. doch Einf\u00fchrung Die Differenzierung zwischen erm\u00e4\u00dfigtem und Regelsteuersatz ist regelm\u00e4\u00dfig Anlass f\u00fcr gerichtliche Auseinandersetzungen. Ursache hierf\u00fcr ist, dass die Unterscheidung h\u00e4ufig weder logischem Denken zug\u00e4nglich noch gerecht ist. Ein Paradebeispiel hierf\u00fcr liefert eine aktuelle Verf\u00fcgung der Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt a. 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