{"id":39498,"date":"2014-06-01T10:52:24","date_gmt":"2014-06-01T08:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39498"},"modified":"2014-05-28T11:03:22","modified_gmt":"2014-05-28T09:03:22","slug":"schlachtwertansatz-bei-zuchtsauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schlachtwertansatz-bei-zuchtsauen\/","title":{"rendered":"Schlachtwertansatz bei Zuchtsauen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schlachtwertansatz bei Zuchtsauen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Tiere des Anlageverm\u00f6gens, f\u00fcr die die Bewertungsfreiheit nach\u00a0\u00a7 6 Abs. 2 EStG\u00a0in Anspruch genommen wird, ist die H\u00f6he der Gewinnminderung nicht durch einen zu erwartenden Schlachtwert begrenzt, wenn sie vor ihrem Verkauf nicht extra aufgem\u00e4stet werden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><br \/>\nDer Kl\u00e4ger ist Landwirt und betreibt einen Schweinezuchtbetrieb. Er ermittelt den Gewinn des abweichenden Wirtschaftsjahres durch Betriebsverm\u00f6gensvergleich. Die im Betrieb gehaltenen Sauen werden zun\u00e4chst zur Zucht eingesetzt. L\u00e4sst die Eignung der Sauen f\u00fcr Zuchtzwecke nach und wird die Zucht mit ihnen unwirtschaftlich, werden sie unverz\u00fcglich nach dem Absetzen der Ferkel bzw. dem Umrauschen der Schlachtung zugef\u00fchrt. Der Kl\u00e4ger ergriff keine Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Verkaufsf\u00e4higkeit oder der Steigerung des Verkaufswerts der entsprechenden Sauen. Die Tiere wurden bis zur Schlachtung, die regelm\u00e4\u00dfig nur wenige Tage sp\u00e4ter erfolgte, auf herk\u00f6mmliche Weise gef\u00fcttert und versorgt. Der Landwirt bewertete in der Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr (2003) zun\u00e4chst den dem Anlageverm\u00f6gen zugerechneten Schweinebestand mit den Richtwerten f\u00fcr die Gruppenbewertung. Er unterteilte seine Schweine dabei nach dem jeweiligen Aufzuchtstadium in Zuchteber, Ferkel, Jungsauen und Sauen; den Sauenbestand unterteilte er nochmals in Neuzug\u00e4nge und Zuchtsauen. Diejenigen Sauen, die im Laufe eines Jahres von Jungsauen zu Sauen versetzt wurden, schrieb er im Jahr ihres Zugangs auf einen Erinnerungswert von 1 EUR ab. Bei einer f\u00fcr die Jahre 1999 bis 2001 durchgef\u00fchrten Betriebspr\u00fcfung nahm das Finanzamt (FA) eine Gewinnkorrektur vor, indem es f\u00fcr die Zuchtsauen einen Schlachtwert von jeweils 150 EUR anstelle des Erinnerungswerts von 1 EUR ansetzte. Der dagegen eingelegte Einspruch des Landwirts hatte keinen Erfolg. Daraufhin erhob der Landwirt Klage beim Schleswig-Holsteinischen Finanzgericht (FG), das dem Kl\u00e4ger Recht gab. Die Revision des FA beim Bundesfinanzhof (BFH) blieb erfolglos.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDer BFH gab dem Kl\u00e4ger Recht. Die Inanspruchnahme des\u00a0\u00a7 6 Abs. 2 EStG\u00a0bis auf einen Erinnerungswert von jeweils 1 EUR in H\u00f6he der vollen Herstellungskosten sei zul\u00e4ssig und der Betriebsausgabenabzug nicht durch einen zu ber\u00fccksichtigenden Schlachtwert im Sinne eines Restwerts begrenzt. Eine kurzfristige F\u00fctterung der Sauen vor dem Abverkauf f\u00fchre zu keinem Umwidmungsakt. Etwas anderes ergab sich nach dem BFH auch nicht daraus, dass der Schlachtwert von 150 EUR pro Tier nicht wesentlich geringer ist als dessen Herstellungskosten von 180 EUR. Bei Wirtschaftsg\u00fctern des Anlageverm\u00f6gens, die unter den Anwendungsbereich des\u00a0\u00a7 6 Abs. 2 EStG\u00a0fallen, sei ausgeschlossen, dass noch ein wesentlicher Restwert im Zeitpunkt der Umwidmung existiert.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><br \/>\nDer BFH stellt in seinem Urteil klar, dass eine Umwidmung von Anlageverm\u00f6gen in Umlaufverm\u00f6gen nicht gegeben ist, wenn Zuchtsauen lediglich aus Wirtschaftlichkeitsgr\u00fcnden aus dem Zuchtbetrieb genommen werden und anschlie\u00dfend zeitnah der Schlachtung zugef\u00fchrt werden. Eine kurzfristige F\u00fctterung habe nicht zur Folge, dass Wirtschaftsg\u00fcter anderer Marktg\u00e4ngigkeit entstanden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlachtwertansatz bei Zuchtsauen? 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