{"id":39636,"date":"2014-06-02T11:55:19","date_gmt":"2014-06-02T09:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39636"},"modified":"2014-06-02T11:55:33","modified_gmt":"2014-06-02T09:55:33","slug":"fg-koln-starkt-die-rechte-auslandischer-mutter-deutscher-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fg-koln-starkt-die-rechte-auslandischer-mutter-deutscher-kinder\/","title":{"rendered":"FG K\u00f6ln st\u00e4rkt die Rechte ausl\u00e4ndischer M\u00fctter deutscher Kinder"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"font-size: 13px;\">Eine ausl\u00e4ndische Mutter erh\u00e4lt f\u00fcr ihr deutsches Kind bereits ab der Geburt Kindergeld, auch wenn ihr die Aufenthaltserlaubnis erst Monate sp\u00e4ter erteilt wird. Dies entschied der 14. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit Urteil vom 7. Mai 2014 (Az. 14 K 2405\/13).<\/span><\/h2>\n<p>Die Kl\u00e4gerin war mit einem Touristenvisum aus Nigeria in die Bundesrepublik Deutschland eingereist. Nach der Geburt ihres Kindes beantragte sie eine Aufenthaltserlaubnis, da der Kindesvater und damit auch das Kind deutsche Staatsb\u00fcrger seien. Nachdem durch ein Gutachten die Vaterschaft eines Deutschen gekl\u00e4rt war, erteilte die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde der Kl\u00e4gerin eine Aufenthaltserlaubnis mit Wirkung ab dem Zeitpunkt der Geburt des Kindes. Die Familienkasse gew\u00e4hrte jedoch Kindergeld erst ab dem Monat der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis, zw\u00f6lf Monate nach der Geburt des Kindes.<\/p>\n<p>Der 14. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln gab nunmehr der Kl\u00e4gerin Recht. Er gew\u00e4hrte Kindergeld ab dem Monat der Geburt. Nach Ansicht des Senats kommt es n\u00e4mlich auf den Zeitpunkt der Wirkung der Aufenthaltserlaubnis und nicht deren Erteilung an. Es entspreche nicht dem Rechtsstaatprinzip und dem grundgesetzlichen Recht auf Gleichbehandlung, wenn die Gew\u00e4hrung von Kindergeld von Zuf\u00e4lligkeiten wie der Bearbeitungszeit der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde oder der Dauer eines Gerichtsverfahrens zur Durchsetzung des Anspruchs auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis abh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Mit seiner Entscheidung tritt der Senat einer anderslautenden Anweisung des Bundeszentralamts f\u00fcr Steuern entgegen, wonach bei Vorlage eines Aufenthaltstitels das Datum seiner Erteilung f\u00fcr den Beginn des Bezugs von Kindergeld zu Grunde zu legen sei (DA-FamEStG 2013 DA 62.3.1 Abs. 3).<\/p>\n<p>Die Entscheidung ist derzeit nicht rechtskr\u00e4ftig. Der 14. Senat hat wegen der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung des Falles Revision zum Bundesfinanzhof in M\u00fcnchen zugelassen.<\/p>\n<p><strong>Zum gesetzlichen Hintergrund:<\/strong><br \/>\nNach dem Einkommensteuerrecht erhalten nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigte Ausl\u00e4nder, die einen Wohnsitz oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, f\u00fcr Kinder Kindergeld, wenn sie im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis sind, die zur Aus\u00fcbung einer Erwerbst\u00e4tigkeit berechtigt (\u00a7\u00a7 62 Abs. 1 Nr. 1, 62 Abs. 2 Nr. 2, 63 Einkommensteuergesetz &#8211; EStG). Nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigte M\u00fctter\/V\u00e4ter erhalten eine solche Erlaubnis zur Aus\u00fcbung der Personensorge \u00fcber ihr minderj\u00e4hriges deutsches Kind (\u00a7 28 Abs. 1 Nr. 3 Gesetz \u00fcber den Aufenthalt, die Erwerbst\u00e4tigkeit und die Integration von Ausl\u00e4ndern im Bundesgebiet &#8211; AufenthG). Ein Kind erwirbt mit der Geburt die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit, wenn ein Elternteil diese besitzt (\u00a7\u00a7 1, 3 Abs. 1 Nr. 1, 4 Abs. 1 Staatsangeh\u00f6rigkeitsgesetz &#8211; StAG).<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0FG K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 30.05.2014 zum Urteil 14 K 2405\/13 vom 07.05.2014<\/p>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine ausl\u00e4ndische Mutter erh\u00e4lt f\u00fcr ihr deutsches Kind bereits ab der Geburt Kindergeld, auch wenn ihr die Aufenthaltserlaubnis erst Monate sp\u00e4ter erteilt wird. Dies entschied der 14. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln mit Urteil vom 7. Mai 2014 (Az. 14 K 2405\/13). Die Kl\u00e4gerin war mit einem Touristenvisum aus Nigeria in die Bundesrepublik Deutschland eingereist. 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