{"id":39759,"date":"2014-06-14T10:07:36","date_gmt":"2014-06-14T08:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39759"},"modified":"2014-06-14T10:07:36","modified_gmt":"2014-06-14T08:07:36","slug":"winterdienst-auf-offentlichen-gehwegen-als-haushaltsnahe-dienstleistung-aufwendungen-fur-einen-hausanschluss-als-steuerbegunstigte-handwerkerleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/winterdienst-auf-offentlichen-gehwegen-als-haushaltsnahe-dienstleistung-aufwendungen-fur-einen-hausanschluss-als-steuerbegunstigte-handwerkerleistung\/","title":{"rendered":"Winterdienst auf \u00f6ffentlichen Gehwegen als haushaltsnahe Dienstleistung &#8211; Aufwendungen f\u00fcr einen Hausanschluss als steuerbeg\u00fcnstigte Handwerkerleistung"},"content":{"rendered":"<p>Der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 20. M\u00e4rz 2014 (VI R 55\/12) entschieden, dass auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die jenseits der Grundst\u00fccksgrenze auf fremdem, beispielsweise \u00f6ffentlichem Grund erbracht werden, als haushaltsnahe Dienstleistung nach \u00a7 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) beg\u00fcnstigt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Streitfall beauftragten die Kl\u00e4ger ein Unternehmen mit der Schneer\u00e4umung der in \u00f6ffentlichem Eigentum stehenden Stra\u00dfenfront entlang des von ihnen bewohnten Grundst\u00fccks. Ausweislich der Rechnung vom 2. Juni 2008 entstanden ihnen hierf\u00fcr Kosten in H\u00f6he von 142,80 Euro. In ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung machten sie diesen Betrag als Aufwendungen f\u00fcr die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen geltend. Das Finanzamt gew\u00e4hrte die beantragte Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr die Kosten der Schneebeseitigung jedoch nicht. Denn die Dienstleistung sei au\u00dferhalb der Grundst\u00fccksgrenzen und damit nicht innerhalb des Haushalts durchgef\u00fchrt worden. Soweit Dienstleistungen (z. B. Stra\u00dfen- und Gehwegreinigung, Winterdienst) auf \u00f6ffentlichem Gel\u00e4nde durchgef\u00fchrt w\u00fcrden, seien sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen nach \u00a7 35a EStG beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4ger hat der BFH die Vorentscheidung aufgehoben und der Klage stattgegeben. Denn der Begriff &#8222;im Haushalt&#8220; sei nicht r\u00e4umlich, sondern funktionsbezogen auszulegen. Daher w\u00fcrden die Grenzen des Haushalts i.S. des \u00a7 35a EStG nicht ausnahmslos &#8211; unabh\u00e4ngig von den Eigentumsverh\u00e4ltnissen &#8211; durch die Grundst\u00fccksgrenzen abgesteckt. Es gen\u00fcge, wenn die Dienstleistung f\u00fcr den Haushalt (zum Nutzen des Haushalts) erbracht werde. Es m\u00fcsse sich dabei allerdings um T\u00e4tigkeiten handeln, die ansonsten \u00fcblicherweise von Familienmitgliedern erbracht und in unmittelbarem r\u00e4umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef\u00fchrt werden und dem Haushalt dienen. Hiervon sei insbesondere auszugehen, wenn der Steuerpflichtige als Eigent\u00fcmer oder Mieter zur Reinigung und Schneer\u00e4umung von \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen und (Geh)Wegen verpflichtet sei. In einem solchen Fall seien Aufwendungen f\u00fcr die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen in vollem Umfang und nicht nur anteilig, soweit sie auf Privatgel\u00e4nde entfallen, nach \u00a7 35a EStG beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Nach einem weiteren Urteil des VI. Senats vom 20. M\u00e4rz 2014 (VI R 56\/12) gilt entsprechendes bei der Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f\u00fcr Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen (nicht aber bei einem Neubau), die in unmittelbarem r\u00e4umlichem Zusammenhang zum Haushalt durchgef\u00fchrt werden und dem Haushalt dienen. Im entschiedenen Fall war der Haushalt des Steuerpflichtigen nachtr\u00e4glich an das \u00f6ffentliche Versorgungsnetz angeschlossen worden. Bei Hausanschl\u00fcssen handele es sich zwar auch insoweit als die Anschlussleitung innerhalb des Privatgrundst\u00fccks des Anschlussnehmers verlaufe um Betriebsanlagen des Wasserversorgungsunternehmens. Gleichwohl sei der Hausanschluss insgesamt und damit auch, soweit er im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenraum verlaufe, zum Haushalt zu z\u00e4hlen und damit als Handwerkerleistung nach \u00a7 35a EStG beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.17em;\">BFH, Pressemitteilung Nr. 41\/14 vom 11.06.2014 zu den Urteilen VI R 55\/12 (LEXinform 0929431) und VI R 56\/12 (LEXinform 0929462) vom 20.03.2014<\/span><\/p>\n<div><\/div>\n<div>\n<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2014, VI R 56\/12<\/p>\n<p>Aufwendungen f\u00fcr einen Hausanschluss als steuerbeg\u00fcnstigte Handwerkerleistung<\/p>\n<p>Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, die jenseits der Grundst\u00fccksgrenze auf fremdem, beispielsweise \u00f6ffentlichem Grund erbracht werden, kann als Handwerkerleistung nach \u00a7 35a Abs. 2 Satz 2 EStG beg\u00fcnstigt sein (entgegen BMF-Schreiben vom 10. Januar 2014 IV C 4-S 2296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Es muss sich dabei allerdings um T\u00e4tigkeiten handeln, die in unmittelbarem r\u00e4umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef\u00fchrt werden und dem Haushalt dienen. Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Haushalt des Steuerpflichtigen an das \u00f6ffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wird.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob und in welchem Umfang auch die auf das \u00f6ffentliche Stra\u00dfenland vor dem Grundst\u00fcck entfallenden Aufwendungen f\u00fcr den Anschluss eines Grundst\u00fccks an zentrale Anlagen der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung durch den zust\u00e4ndigen Zweckverband als Handwerkerleistungen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 des Einkommensteuergesetzes in der bis zum Streitjahr geltend Fassung (EStG) zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger), zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute, erwarben mit Kaufvertrag vom Dezember 2001 das Grundst\u00fcck X in Y-Dorf und errichteten darauf in 2002 ein Einfamilienhaus, das sie seit der Fertigstellung f\u00fcr eigene Wohnzwecke nutzten. Zun\u00e4chst wurde das Objekt durch einen Brunnen mit Trinkwasser versorgt. Das Abwasser wurde \u00fcber eine Grube entsorgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ab 2005 schloss der zust\u00e4ndige Zweckverband das Grundst\u00fcck an zentrale Anlagen der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung an. F\u00fcr die Herstellung der Hausanschl\u00fcsse setzte der Zweckverband gegen\u00fcber den Kl\u00e4gern mit Bescheiden vom Juni 2007 Kostenersatzbetr\u00e4ge in H\u00f6he von 910,21\u00a0EUR und 651,99\u00a0EUR fest, die die Kl\u00e4ger am 31.\u00a0Juli 2007 durch \u00dcberweisung von ihrem Bankkonto beglichen. Dar\u00fcber hinaus sind den Kl\u00e4gern Kosten f\u00fcr die Installation eines Wasserz\u00e4hlers in H\u00f6he von 58,75\u00a0EUR entstanden, die ebenfalls durch \u00dcberweisung getilgt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Aufwendungen machten die Kl\u00e4ger in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr (2007) erfolglos als Handwerkerleistungen i.S. des \u00a7\u00a035a EStG geltend. Auch der Einspruch der Kl\u00e4ger blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 2208 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<\/p>\n<p>das Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 15.\u00a0August 2012\u00a0\u00a07\u00a0K\u00a07310\/10 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass den Kl\u00e4gern f\u00fcr die streitigen Kosten f\u00fcr den Haus(wasser)anschluss (Trink- und Abwasser) die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG zu gew\u00e4hren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG erm\u00e4\u00dfigt sich auf Antrag die tarifliche Einkommensteuer f\u00fcr die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen f\u00fcr Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen, die in einem inl\u00e4ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, um 20\u00a0%, h\u00f6chstens um 600\u00a0EUR. Nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a03 EStG gilt die Erm\u00e4\u00dfigung nur f\u00fcr Arbeitskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Handwerkerleistungen sind einfache wie qualifizierte handwerkliche T\u00e4tigkeiten, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um regelm\u00e4\u00dfig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder um Erhaltungs- und Modernisierungsma\u00dfnahmen handelt (vgl. Senatsurteil vom 6.\u00a0Mai 2010 VI\u00a0R\u00a04\/09, BFHE 229, 534, BStBl II 2011, 909). Beg\u00fcnstigt werden handwerkliche T\u00e4tigkeiten, die von Mietern und Eigent\u00fcmern f\u00fcr die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung in Auftrag gegeben werden, z.B. das Streichen und Tapezieren von Innenw\u00e4nden, die Beseitigung kleinerer Sch\u00e4den, die Erneuerung eines Bodenbelags (Teppichboden, Parkett oder Fliesen), die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch von Fenstern. Hierzu geh\u00f6ren auch Aufwendungen f\u00fcr Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten auf dem Grundst\u00fcck, z.B. Garten- und Wegebauarbeiten (BTDrucks 16\/643, 10, und BTDrucks 16\/753, 11), aber auch die Reparatur, Wartung und Austausch von Gas- und Wasserinstallationen (Barein in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, \u00a7\u00a035a Rz\u00a025).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach allgemeiner Meinung ist nicht erforderlich, dass der Leistungserbringer in die Handwerksrolle eingetragen ist (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 15.\u00a0Februar 2010 IV\u00a0C\u00a04-S\u00a02296-b\/07\/0003, 2010\/0014334, BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a021, ersetzt durch BMF-Schreiben vom 10.\u00a0Januar 2014 IV\u00a0C\u00a04-S\u00a02296-b\/07\/0003:004, 2014\/0023765, BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a023). Auch Kleinunternehmer i.S. des \u00a7\u00a019 des Umsatzsteuergesetzes (vgl. BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a021, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a023) oder die \u00f6ffentliche Hand k\u00f6nnen steuerbeg\u00fcnstigte Handwerkerleistungen erbringen (Apitz in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, \u00a7\u00a035a EStG Rz\u00a021; vgl. Eversloh in Lademann, EStG, \u00a7\u00a035a EStG Rz\u00a086; W\u00fcllenkemper, EFG 2013, 52; BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140 &lt;Schornsteinfeger&gt;). Dies gilt insbesondere dann, wenn eine juristische Person des \u00f6ffentlichen Rechts (beispielsweise ein Zweckverband) mit dem Verlegen der Hausanschlussleitungen (= die Verbindung des Wasser-Verteilungsnetzes mit der Anlage des Grundst\u00fcckseigent\u00fcmers, vgl. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 der Verordnung \u00fcber Allgemeine Bedingungen f\u00fcr die Versorgung mit Wasser &#8211;AVBWasserV&#8211; vom 20.\u00a0Juni 1980, BGBl I 1980, 750) gegen Kostenerstattung im Rahmen eines Betriebs gewerblicher Art unternehmerisch t\u00e4tig geworden ist (vgl. hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8.\u00a0Oktober 2008 V\u00a0R\u00a061\/03, BFHE 222, 176, BStBl II 2009, 321; BMF-Schreiben vom 7.\u00a0April 2009 IV\u00a0B\u00a08-S\u00a07100\/07\/10024, 2009\/0215132, BStBl I 2009, 531). Auf welcher Rechtsgrundlage die \u00f6ffentliche Hand die Kosten (Heranziehungsbescheid, \u00f6ffentlich-rechtlicher Vertrag) f\u00fcr den Hausanschluss erhebt, ist insoweit ebenso unerheblich wie der Umstand, ob diese Leistung &#8222;eigenh\u00e4ndig&#8220; oder durch einen von ihr beauftragten bauausf\u00fchrenden Dritten erbracht wird. Denn auch insoweit nimmt der Steuerpflichtige eine, wenn auch durch eine juristische Person vermittelte, Handwerkerleistung in Anspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die Handwerkerleistung muss ferner &#8222;in&#8220; einem inl\u00e4ndischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Hieraus wird geschlossen, dass nur handwerkliche T\u00e4tigkeiten, die in der privaten Wohnung bzw. dem Haus nebst Zubeh\u00f6rr\u00e4umen und Garten geleistet werden, nicht aber solche, die &#8222;f\u00fcr&#8220; den Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG beg\u00fcnstigt sind (BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a015, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a015; FG M\u00fcnchen vom 24.\u00a0Oktober 2011\u00a0\u00a07\u00a0K\u00a02544\/09, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2012, 1118).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dieses enge Verst\u00e4ndnis der Vorschrift greift nach Auffassung des erkennenden Senats jedoch zu kurz. Denn der Begriff &#8222;im Haushalt&#8220; ist r\u00e4umlich-funktional auszulegen (vgl. Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, \u00a7\u00a035a Rz\u00a077; Eversloh in Lademann, EStG, \u00a7\u00a035a EStG Rz\u00a092; W\u00fcllenkemper, EFG 2013, 52; Bode, in: Kirchhof\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, EStG, \u00a7\u00a035a Rz\u00a0D\u00a07, E\u00a07; Schmidt\/Kr\u00fcger, EStG, 32.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a035a Rz\u00a04).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Deshalb werden die Grenzen des Haushalts i.S. des \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG nicht ausnahmslos &#8211;unabh\u00e4ngig von den Eigentumsverh\u00e4ltnissen&#8211; durch die Grundst\u00fccksgrenzen abgesteckt (Senatsurteil vom 20.\u00a0M\u00e4rz 2014 VI\u00a0R\u00a055\/12, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt; entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a015, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a015). Vielmehr kann auch die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen, die jenseits der Grundst\u00fccksgrenze auf fremdem, beispielsweise \u00f6ffentlichem Grund erbracht werden, nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG beg\u00fcnstigt sein. Es muss sich dabei allerdings um Leistungen handeln, die in unmittelbarem r\u00e4umlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgef\u00fchrt werden und dem Haushalt dienen (Schmidt\/Kr\u00fcger, EStG, 32.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a035a Rz\u00a04; vgl. auch K\u00f6hler in Bordewin\/Brandt, EStG, \u00a7\u00a035a Rz\u00a0300\u00a0f.). Hiervon ist insbesondere auszugehen, wenn der Haushalt des Steuerpflichtigen an das \u00f6ffentliche Versorgungsnetz angeschlossen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zwar handelt es sich bei Hausanschl\u00fcssen (auch insoweit als die Anschlussleitung innerhalb des Privatgrundst\u00fccks des Anschlussnehmers verl\u00e4uft) um Betriebsanlagen des Wasserversorgungsunternehmens (vgl. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 AVBWasserV; Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7.\u00a0Februar 2008 III\u00a0ZR\u00a0307\/05, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2008, 771, und vom 1.\u00a0Februar 2007 III\u00a0ZR\u00a0289\/06, NJW-RR 2007, 823). Gleichwohl ist der Hausanschluss insgesamt und damit auch, soweit er im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenraum verl\u00e4uft, zum Haushalt i.S. des \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG zu z\u00e4hlen (entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a012, 15, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a09, 15). Denn \u00fcber diesen wird der auf dem Grundst\u00fcck gelegene Haushalt des Steuerpflichtigen \u00fcber das \u00f6ffentliche Versorgungsnetz mit den f\u00fcr eine Haushaltsf\u00fchrung notwendigen Leistungen der Daseinsf\u00fcrsorge versorgt. Ein Hausanschluss stellt sich damit als notwendige Voraussetzung eines Haushalts dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entsprechende Handwerkerleistungen sind folglich nicht nur anteilig, soweit sie auf Privatgel\u00e4nde entfallen, sondern in vollem Umfang nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG beg\u00fcnstigt (Schmidt\/Kr\u00fcger, EStG, 32.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a035a Rz\u00a04; Bode, in: Kirchhof\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, EStG, \u00a7\u00a035a Rz\u00a0D\u00a07, E\u00a07; Kratzsch in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, \u00a7\u00a035a Rz\u00a071\u00a0f., 77; Eversloh in Lademann, EStG, \u00a7\u00a035a EStG Rz\u00a092; W\u00fcllenkemper, EFG 2013, 52; a.A. Fischer in Kirchhof, EStG, 12.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a035a Rz\u00a07; Durst in Korn, \u00a7\u00a035a EStG Rz\u00a041; He\u00df\/G\u00f6rn, Deutsches Steuerrecht 2007, 1804 &lt;1805&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Wortlaut sowie Sinn und Zweck des \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG stehen dieser Auslegung der Vorschrift nicht entgegen (vgl. Senatsurteil vom 20.\u00a0M\u00e4rz 2014 VI\u00a0R\u00a055\/12, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt; entgegen BMF-Schreiben in BStBl I 2010, 140, Tz.\u00a015, ersetzt durch BMF-Schreiben in BStBl I 2014, 75, Tz.\u00a015).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds\u00e4tzen hat das FG die streitigen Aufwendungen der Kl\u00e4ger f\u00fcr den Wasserhausanschluss zu Recht in H\u00f6he der gesch\u00e4tzten Arbeitskosten als Handwerkerleistungen f\u00fcr eine Modernisierungsma\u00dfnahme beurteilt, die den Kl\u00e4gern die begehrte Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7\u00a035a Abs.\u00a02 Satz\u00a02 EStG vermitteln. Die vom FA erhobenen Einwendungen gegen die Sch\u00e4tzung der Arbeitskosten greifen nicht durch. Die Erkenntnis des FG, dass die mit der Herstellung des Hausanschlusses verbundenen Tiefbauarbeiten h\u00f6here Arbeitskosten als Materialkosten nach sich gezogen h\u00e4tten, diese Materialkosten jedoch nicht von g\u00e4nzlich untergeordneter Bedeutung seien und die daraufhin vorgenommene Aufteilung der Gesamtkosten (60\u00a0% Arbeitskosten) begegnet keinen revisionsrechtlichen Bedenken. Denn Verst\u00f6\u00dfe gegen Denkgesetze oder Erfahrungss\u00e4tze sind insoweit weder vorgetragen noch ersichtlich. Damit war die Revision des FA zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 20. M\u00e4rz 2014 (VI R 55\/12) entschieden, dass auch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die jenseits der Grundst\u00fccksgrenze auf fremdem, beispielsweise \u00f6ffentlichem Grund erbracht werden, als haushaltsnahe Dienstleistung nach \u00a7 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) beg\u00fcnstigt sein k\u00f6nnen. 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