{"id":39794,"date":"2014-06-21T10:34:55","date_gmt":"2014-06-21T08:34:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=39794"},"modified":"2021-04-26T16:08:38","modified_gmt":"2021-04-26T14:08:38","slug":"ertrage-der-organgesellschaft-aus-einer-auslandischen-beteiligungsgesellschaft-bleiben-fur-gewerbesteuerzwecke-in-vollem-umfang-auser-ansatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ertrage-der-organgesellschaft-aus-einer-auslandischen-beteiligungsgesellschaft-bleiben-fur-gewerbesteuerzwecke-in-vollem-umfang-auser-ansatz\/","title":{"rendered":"Ertr\u00e4ge der Organgesellschaft aus einer ausl\u00e4ndischen Beteiligungsgesellschaft bleiben f\u00fcr Gewerbesteuerzwecke in vollem Umfang au\u00dfer Ansatz"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"font-size: 13px;\">Mit Urteil vom 14. Mai 2014 (Az. 10 K 1007\/13 G) hat der 10. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster klargestellt, dass Beteiligungsertr\u00e4ge aus einer ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaft, die die inl\u00e4ndische Organgesellschaft erzielt, den bei der Organmutter zu erfassenden Gewerbeertrag nicht erh\u00f6hen.<\/span><\/h2>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist zu 100 % an einer GmbH beteiligt, die ihrerseits mehr als 70 % der Anteile an einer italienischen Kapitalgesellschaft h\u00e4lt. Zwischen der Kl\u00e4gerin und der GmbH besteht eine gewerbesteuerliche Organschaft. Das Finanzamt behandelte im Rahmen der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages der Kl\u00e4gerin 5 % der Beteiligungsertr\u00e4ge, die die GmbH von der italienischen Tochtergesellschaft bezogen hatte, als nicht abziehbare Betriebsausgaben im Sinne von \u00a7 8b Abs. 5 KStG. Entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin sei diese Vorschrift anwendbar, da die Organschaft nicht zu einer Besserstellung bei der Besteuerung von Dividenden f\u00fchren d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Das Gericht folgte dem nicht und gab der Klage statt. F\u00fcr eine Hinzurechnung von 5 % der Beteiligungsertr\u00e4ge fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Obwohl die Organgesellschaft f\u00fcr Zwecke der Gewerbesteuer als Betriebsst\u00e4tte der Organtr\u00e4gerin gelte, seien ihre Gewerbeertr\u00e4ge getrennt zu ermitteln. Hierf\u00fcr sei grunds\u00e4tzlich das k\u00f6rperschaftsteuerliche Einkommen ma\u00dfgeblich, das bei einer Organgesellschaft Dividendenertr\u00e4ge ausdr\u00fccklich nicht einbeziehe (\u00a7 15 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 KStG). Da die Beteiligung jedoch die Voraussetzungen der gewerbesteuerlichen K\u00fcrzungsvorschrift f\u00fcr mindestens 15 %-ige Beteiligungen an ausl\u00e4ndischen Tochtergesellschaften (\u00a7 9 Nr. 7 GewStG) erf\u00fclle, sei die Dividende in vollem Umfang wieder herauszurechnen. F\u00fcr eine Behandlung von 5 % des Beteiligungsertrags als nicht abzugsf\u00e4hige Betriebsausgabe sei kein Raum, da die Anwendung von \u00a7 8b KStG f\u00fcr diesen Fall ausdr\u00fccklich ausgeschlossen sei (\u00a7 15 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 KStG).<\/p>\n<p>Die hierdurch entstehende ungerechtfertigte Beg\u00fcnstigung gegen\u00fcber Gesellschaften, die keinem Organkreis angeh\u00f6ren, k\u00f6nne auch nicht im Wege einer Analogie beseitigt werden. Das Gesetz enthalte zwar m\u00f6glicherweise eine ungewollte L\u00fccke. Diese habe der Gesetzgeber im Rahmen von \u00c4nderungen der hier betroffenen Vorschriften nicht geschlossen, obwohl ihm die Problematik bekannt gewesen sei. Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 16.06.2014 zum Urteil 10 K 1007\/13 vom 14.05.2014\u00a0Newsletter 06\/2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 14. Mai 2014 (Az. 10 K 1007\/13 G) hat der 10. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster klargestellt, dass Beteiligungsertr\u00e4ge aus einer ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaft, die die inl\u00e4ndische Organgesellschaft erzielt, den bei der Organmutter zu erfassenden Gewerbeertrag nicht erh\u00f6hen. 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