{"id":41421,"date":"2014-08-06T12:34:00","date_gmt":"2014-08-06T10:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41421"},"modified":"2014-08-06T12:34:00","modified_gmt":"2014-08-06T10:34:00","slug":"kirchlicher-arbeitgeber-darf-konfessionslose-bewerberin-ablehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kirchlicher-arbeitgeber-darf-konfessionslose-bewerberin-ablehnen\/","title":{"rendered":"Kirchlicher Arbeitgeber darf konfessionslose Bewerberin ablehnen"},"content":{"rendered":"<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Kirchlicher Arbeitgeber darf konfessionslose Bewerberin ablehnen<\/b><\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Ein kirchlicher Arbeitgeber darf die Besetzung einer Referentenstelle von der Mitgliedschaft in der christlichen Kirche abh\u00e4ngig machen. Er ist nicht verpflichtet, an eine unber\u00fccksichtigte konfessionslose Bewerberin eine Entsch\u00e4digung zu zahlen, hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschieden.<\/b><\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Hintergrund<\/b><br \/>\nDer Beklagte \u2013 ein Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) \u2013 schrieb eine Stelle f\u00fcr einen Referenten\/eine Referentin aus, um einen unabh\u00e4ngigen Bericht zur Umsetzung der Antirassismus-Konvention der Vereinten Nationen durch Deutschland erstellen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">In der Stellenausschreibung wurden entsprechend den kirchlichen Bestimmungen die Mitgliedschaft in einer evangelischen oder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angeh\u00f6renden Kirche sowie die Identifikation mit dem diakonischen Auftrag vorausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Die Kl\u00e4gerin, die nicht Mitglied einer Kirche ist, bewarb sich erfolglos um die Stelle; sie wurde zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch nicht eingeladen. Mit ihrer Klage hat sie den Beklagten auf Zahlung einer Entsch\u00e4digung wegen einer Benachteiligung nach dem Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetz (AGG)\u00a0in Anspruch genommen.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Beschr\u00e4nkung auf konfessionsgebundene Mitarbeiter erlaubt<\/b><br \/>\nDie Kl\u00e4gerin wurde nicht zu Unrecht wegen ihrer Religion benachteiligt, ihr steht daher keine Entsch\u00e4digung zu, urteilte das Landesarbeitsgericht. Eine Ungleichbehandlung der Kl\u00e4gerin ist im Hinblick auf das verfassungsrechtliche Selbstbestimmungsrecht der Kirchen gerechtfertigt.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Dem stehen europarechtliche Bestimmungen nicht entgegen; vielmehr wird der Status, den Kirchen in den Mitgliedsstaaten nach deren Rechtsvorschriften genie\u00dfen, durch die Union geachtet. Es ist nicht zu beanstanden, dass der Beklagte f\u00fcr die ausgeschriebene Referentent\u00e4tigkeit eine Identifikation mit ihm fordert, die nach au\u00dfen durch die Kirchenmitgliedschaft dokumentiert wird; deshalb darf er konfessionslose Bewerber unber\u00fccksichtigt lassen. Ob die Kl\u00e4gerin die weiteren Anforderungen der Stellenausschreibung erf\u00fcllte, kann dahinstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirchlicher Arbeitgeber darf konfessionslose Bewerberin ablehnen Ein kirchlicher Arbeitgeber darf die Besetzung einer Referentenstelle von der Mitgliedschaft in der christlichen Kirche abh\u00e4ngig machen. Er ist nicht verpflichtet, an eine unber\u00fccksichtigte konfessionslose Bewerberin eine Entsch\u00e4digung zu zahlen, hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. 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