{"id":41430,"date":"2014-08-07T09:33:44","date_gmt":"2014-08-07T07:33:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41430"},"modified":"2014-08-07T09:33:44","modified_gmt":"2014-08-07T07:33:44","slug":"unangemessener-fahrzeugaufwand-eines-freiberuflers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unangemessener-fahrzeugaufwand-eines-freiberuflers\/","title":{"rendered":"Unangemessener Fahrzeugaufwand eines Freiberuflers"},"content":{"rendered":"<p style=\"color: #298783;\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 29. April 2014 VIII R 20\/12 entschieden, dass Kosten f\u00fcr betriebliche Fahrten mit einem Kraftfahrzeug selbst dann i. S. des \u00a7 4 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &#8211; dem Grunde nach &#8211; betrieblich veranlasst sind, wenn die Aufwendungen unangemessen sind. Die H\u00f6he der Aufwendungen und damit ihre Unangemessenheit ist allein unter Anwendung der in \u00a7 4 Abs. 5 EStG geregelten Abzugsverbote oder -beschr\u00e4nkungen zu bestimmen.<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\nIm Streitfall hatte ein selbst\u00e4ndig t\u00e4tiger Tierarzt den (hohen) Aufwand f\u00fcr einen 400 PS- starken Sportwagen als Betriebsausgabe geltend gemacht. Den (absolut) geringen Umfang der betrieblichen Nutzung (nur 20 Fahrten in drei Jahren) hat er mittels eines ordnungsgem\u00e4\u00df gef\u00fchrten Fahrtenbuches nachgewiesen. Das Finanzamt hatte den als angemessen anzusehenden Aufwand f\u00fcr die betrieblichen Fahrten lediglich mit pauschal 1 Euro je gefahrenen Kilometer, das dagegen angerufene Finanzgericht (FG) mit pauschal 2 Euro je Kilometer angesetzt.<\/p>\n<p>Auf die Revision des Kl\u00e4gers hat der BFH die vorinstanzliche Entscheidung best\u00e4tigt. Die Grenzen des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG f\u00fcr den Abzug unangemessener Aufwendungen gelten auch f\u00fcr die Beschaffung ausschlie\u00dflich betrieblich genutzter Pkw. Ob die Aufwendungen f\u00fcr das Fahrzeug unangemessen sind, bestimmt sich weiter danach, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer &#8211; ungeachtet seiner Freiheit, den Umfang seiner Erwerbsaufwendungen selbst bestimmen zu d\u00fcrfen &#8211; angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalles ebenfalls auf sich genommen haben w\u00fcrde. Auf dieser Grundlage ist das FG nach Ansicht des VIII. Senats des BFH ohne Rechtsfehler zu der W\u00fcrdigung gekommen, die Kfz-Aufwendungen seien wegen des absolut geringen betrieblichen Nutzungsumfangs des Sportwagens sowie wegen der Beschr\u00e4nkung der wenigen Fahrten auf Reisen zu Fortbildungsveranstaltungen oder Gerichtsterminen und damit wegen fehlenden Einsatzes in der berufstypischen tier\u00e4rztlichen Betreuung einerseits und des hohen Repr\u00e4sentations- sowie privaten Affektionswerts eines Luxussportwagens f\u00fcr seine Nutzer andererseits unangemessen. Ebenso hat der BFH es als zul\u00e4ssig angesehen, zur Berechnung des angemessenen Teils der Aufwendungen auf durchschnittliche Fahrtkostenberechnungen f\u00fcr aufw\u00e4ndigere Modelle g\u00e4ngiger Marken der Oberklasse in Internetforen zur\u00fcckzugreifen.<\/p>\n<p style=\"color: #298783;\">BFH, Pressemitteilung Nr. 57\/14 vom 06.08.2014 zum Urteil VIII R 20\/12 vom 29.04.2014<\/p>\n<p>\u00a0Zum <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-20-12-unangemessener-fahrzeugaufwand-eines-freiberuflers\/\">BFH-Urteil<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 29. April 2014 VIII R 20\/12 entschieden, dass Kosten f\u00fcr betriebliche Fahrten mit einem Kraftfahrzeug selbst dann i. S. des \u00a7 4 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &#8211; dem Grunde nach &#8211; betrieblich veranlasst sind, wenn die Aufwendungen unangemessen sind. 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