{"id":41635,"date":"2014-09-03T18:49:38","date_gmt":"2014-09-03T16:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41635"},"modified":"2021-04-26T16:08:41","modified_gmt":"2021-04-26T14:08:41","slug":"nicht-nur-bei-den-loehnen-einkommensluecke-zwischen-maennern-und-frauen-besteht-ueber-alle-einkunftsarten-hinweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/nicht-nur-bei-den-loehnen-einkommensluecke-zwischen-maennern-und-frauen-besteht-ueber-alle-einkunftsarten-hinweg\/","title":{"rendered":"Nicht nur bei den L\u00f6hnen: Einkommensl\u00fccke zwischen M\u00e4nnern und Frauen besteht \u00fcber alle Einkunftsarten hinweg"},"content":{"rendered":"<p style=\"color: #298783;\">Nicht nur beim Arbeitslohn, sondern auch unter Ber\u00fccksichtigung von Gewinn-, Kapitaleinkommen und Renten erzielen Frauen in Deutschland deutlich niedrigere Einkommen als M\u00e4nner. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). DIW-Steuerexperte Stefan Bach hat erstmals f\u00fcr Deutschland nicht nur das Arbeitseinkommen, sondern die gesamte Einkommensverteilung und Steuerlastverteilung nach Geschlechtern getrennt analysiert und den Gender Income Gap und Gender Tax Gap berechnet. Insgesamt erzielen Frauen demnach im Durchschnitt etwa die H\u00e4lfte des Einkommens der M\u00e4nner. Bei Kapital- und Vermietungseinkommen ist dieser Abstand weniger ausgepr\u00e4gt als bei Arbeits- und Gewinneinkommen. Insgesamt sind die durchschnittlichen Einkommensteuerbelastungen der Frauen zwar deutlich geringer als die der M\u00e4nner, durch das Ehegattensplitting fallen sie aber in den unteren und mittleren Einkommensklassen deutlich h\u00f6her aus als die von Ehem\u00e4nnern mit vergleichbarem Einkommen.<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\nDass in Deutschland Frauen mit ihrer Arbeit im Durchschnitt weniger verdienen als M\u00e4nner, ist bekannt; der sogenannte Gender-Pay-Gap wurde vielfach analysiert. Ein gro\u00dfer Teil dieses Lohnabstands kann durch die h\u00e4ufigere Teilzeitarbeit, durch geschlechtsspezifische Unterschiede bei Berufen, Branchen, Karriere, Berufserfahrung, Arbeitszeit, Familienbeziehungen und andere sozio-demographische Faktoren erkl\u00e4rt werden. Zum ersten Mal wurden nun f\u00fcr Deutschland auch der Gender Income Gap und der Gender Tax Gap untersucht. Dazu bezog DIW-Steuerexperte Stefan Bach in seine geschlechtsspezifische Analyse die gesamte Einkommens- und Steuerlastverteilung ein, analysierte also neben den Jahreseinkommen aus Erwerbst\u00e4tigkeit auch weitere Einkommensarten wie Unternehmens- und Verm\u00f6genseinkommen, Alterseinkommen, einschlie\u00dflich der sehr hohen Einkommen. Grundlage seiner Analyse war die Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2007, da aktuellere Daten bisher noch nicht vorliegen. Seither d\u00fcrfte sich jedoch an der Einkommensl\u00fccke zwischen M\u00e4nnern und Frauen nicht viel ge\u00e4ndert haben, da sich die Wirkungen der gestiegenen Erwerbsbeteiligung und der ebenfalls steigenden Teilzeitquote von Frauen in etwa ausgleichen d\u00fcrften.<\/p>\n<p><strong style=\"color: inherit;\">Frauen erzielen h\u00f6heres Pro-Kopf-Einkommen aus Vermietung als M\u00e4nner<\/strong><br \/>\nDie deutsche Steuerstatistik erfasst 2007 etwa gleich viele Frauen (26,8 Millionen) und M\u00e4nner (27,5 Millionen). Rechnet man alle Einkommen zusammen, erzielen die Frauen aber nur etwa 47 Prozent des gesamten Bruttoeinkommens der M\u00e4nner. Umgerechnet auf das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen sind es 49 Prozent. Gliedert man die Bev\u00f6lkerung nach Einkommensgruppen, so findet sich der Gro\u00dfteil der Frauen in den unteren Klassen: Stellen sie bis 25 000 Euro Jahreseinkommen noch die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, so gibt es ab einem Bruttoeinkommen von 40 000 Euro mehr als doppelt so viele M\u00e4nner wie Frauen, bei Einkommen von \u00fcber 75 000 Euro machen die Frauen nur noch ein F\u00fcnftel der M\u00e4nner und weniger aus.<\/p>\n<p>Die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter aus unselbst\u00e4ndiger Arbeit sind mit einem Anteil von 70 Prozent an den gesamten Bruttoeinkommen die wichtigste Einkommensquelle. Entsprechend ergeben sich bei den Arbeitseinkommen \u00e4hnliche Verteilungen wie bei den Gesamteinkommen: Ab den mittleren Arbeitseinkommen von 25 000 Euro dominieren die M\u00e4nner. Bei den hohen Arbeitseinkommen ab 75 000 Euro finden sich nur wenige Frauen (20 Prozent). Insgesamt erzielen Frauen nach den Daten der Steuerstatistik etwa 61 Prozent des Pro-Kopf-Arbeitseinkommens der M\u00e4nner. Da die oft von Frauen ausge\u00fcbten Mini-Jobs dort jedoch nicht erfasst werden, d\u00fcrfte das tats\u00e4chliche durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitseinkommen der Frauen noch etwas darunter liegen. Ein \u00e4hnlich hoher geschlechtsspezifischer Einkommensabstand wie bei den Arbeitseinkommen zeigt sich auch bei den Renten, Pensionen und Lohnersatzleistungen, die sich aus fr\u00fcheren Arbeitseinkommen ableiten.<\/p>\n<p>Nur gut halb so viele Frauen wie M\u00e4nner erzielen Gewinneinkommen, also Eink\u00fcnfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbst\u00e4ndiger Arbeit. Sie erwirtschaften insgesamt 27 Prozent des gesamten Gewinneinkommens und die H\u00e4lfte des durchschnittlichen Pro-Kopf-Gewinneinkommens der M\u00e4nner. Allerdings geht bei den hohen Gewinneinkommen der Frauenanteil nicht so stark zur\u00fcck wie bei den L\u00f6hnen. Hier d\u00fcrften Beteiligungen an Familienunternehmen eine ma\u00dfgebliche Rolle spielen. Deutlich geringer als bei allen anderen Einkommensarten ist die Streuung bei den Kapitaleinkommen und den Vermietungseinkommen, die Frauen haben sogar ein leicht h\u00f6heres durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen aus Vermietung als die M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Betrachtet man die Steuerbelastung, so zahlen Frauen zwar insgesamt absolut weniger Einkommensteuer. Ihre durchschnittliche Steuerbelastung ist mit 84 Prozent der durchschnittlichen Belastung der M\u00e4nner allerdings viel h\u00f6her, als aufgrund des Einkommensr\u00fcckstands und des progressiven Steuertarifs zu erwarten w\u00e4re. Durch die Besteuerung nach dem Splitting-Verfahren bekommen die zumeist niedriger verdienenden Ehefrauen das h\u00f6here Einkommen der Ehem\u00e4nner teilweise zugerechnet. Daher zahlen Ehefrauen mit niedrigen und mittleren Einkommen im Durchschnitt deutlich h\u00f6here Steuers\u00e4tze als Ehem\u00e4nner mit gleichem Einkommen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen\u00a0finden Sie auf der Homepage des DIW Berlin.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\" style=\"color: #999999;\">Quelle:\u00a0DIW Berlin, Pressemitteilung vom 27.08.2014<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur beim Arbeitslohn, sondern auch unter Ber\u00fccksichtigung von Gewinn-, Kapitaleinkommen und Renten erzielen Frauen in Deutschland deutlich niedrigere Einkommen als M\u00e4nner. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). 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