{"id":41734,"date":"2014-09-17T17:23:53","date_gmt":"2014-09-17T15:23:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41734"},"modified":"2014-09-17T17:23:53","modified_gmt":"2014-09-17T15:23:53","slug":"sonderausgabenabzug-des-selbstbehalts-zur-krankenversicherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sonderausgabenabzug-des-selbstbehalts-zur-krankenversicherung\/","title":{"rendered":"Sonderausgabenabzug des Selbstbehalts zur Krankenversicherung"},"content":{"rendered":"<div class=\"jurisText\">\n<div id=\"dokument\" class=\"documentscroll\">\n<div id=\"bsentscheidung\">\n<div class=\"bsbold VersatztNachLinks Ueberschrift\" align=\"center\">\n<dl class=\"RspDL\">\n<dd>Der im Rahmen eines privaten Krankenversicherungsverh\u00e4ltnisses vereinbarte Selbstbehalt stellt keinen Beitrag zur Krankenversicherung dar und kann nicht nach \u00a7 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG als Vorsorgeaufwendung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p class=\"bssmall\">Nieders\u00e4chsisches Finanzgericht 9. Senat, Urteil vom 06.05.2013, 9 K 265\/12<\/p>\n<p class=\"bssmall\">\u00a7 10 Abs 1 Nr 3 EStG, \u00a7 10 Abs 1 Nr 3a EStG<\/p>\n<div>\n<h4 class=\"doc\">Tatbestand<\/h4>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_1\"><\/a>1<\/dt>\n<dd>Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob der Selbstbehalt des Kl\u00e4gers zur Krankenversicherung i.H.v. 600\u00a0EUR als Vorsorgeaufwand bei den Sonderausgaben zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_2\"><\/a>2<\/dt>\n<dd>Der Kl\u00e4ger war im Streitjahr im Bereich der Softwareerstellung selbstst\u00e4ndig t\u00e4tig und erzielte hieraus Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb. Am 31.\u00a0Mai 2011 reichte der Kl\u00e4ger beim Beklagten seine Einkommensteuererkl\u00e4rung 2010 ein, in der er auf der Anlage \u201eVorsorgeaufwand\u201c als Beitr\u00e4ge zur Krankenversicherung einen Betrag i.H.v. 3.877\u00a0EUR (inklusiv Pflegepflicht) angab. Ferner erkl\u00e4rte er von der Krankenversicherung erstattete Beitr\u00e4ge i.H.v. 368\u00a0EUR. Der Beklagte ber\u00fccksichtigte im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung entsprechend der e-Daten\u00fcbermittlung durch die Versicherung \u2026 jedoch lediglich Beitr\u00e4ge zur Krankenversicherung (Basisabsicherung) i.H.v. 2.773\u00a0EUR sowie Beitr\u00e4ge zur Pflege-Pflichtversicherung i.H.v. 255\u00a0EUR und erstattete Beitr\u00e4ge von 358\u00a0EUR.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_3\"><\/a>3<\/dt>\n<dd>Gegen den zuvor aus anderen Gr\u00fcnden ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid 2010 \u2026 legte der Kl\u00e4ger Einspruch ein und begr\u00fcndete diesen dahingehend, dass die Beitr\u00e4ge zur Krankenversicherung vom Beklagten fehlerhaft erfasst worden seien. So beinhalte sein privater Krankenversicherungsvertrag \u2026 einen sog. Selbstbehalt i.H.v. 600\u00a0EUR pro Jahr. Dies bedeute, dass die ersten 600\u00a0EUR erstattungsf\u00e4hige Krankenkosten als nachgelagerter Beitrag von seiner Versicherung eingezogen w\u00fcrden, in dem die von ihm eingereichten Aufwendungen um 600\u00a0EUR gek\u00fcrzt w\u00fcrden. Dieser Selbstbehalt von 600\u00a0EUR stelle daher einen \u201enachgelagerten\u201c Krankenversicherungsbeitrag dar und m\u00fcsse insofern ebenfalls als Vorsorgeaufwand bei den Sonderausgaben ber\u00fccksichtigt werden. Alternativ zu dieser Regelung des Selbstbehalts habe ihm die Krankenversicherung einen Versicherungsvertrag ohne Selbstbehalt angeboten der jedoch einen monatlich um etwa 100\u00a0EUR h\u00f6heren Tarif zur Folge h\u00e4tte. Dieser erh\u00f6hte Beitrag w\u00fcrde zweifelsohne Vorsorgeaufwendungen darstellen. Es k\u00f6nne mithin nicht sein, dass er durch \u00dcberlegungen der Aufwandsreduzierung, die letztendlich auch dem Steuerzahler zu Gute k\u00e4men, bestraft w\u00fcrde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_4\"><\/a>4<\/dt>\n<dd>Der Beklagte wies den Einspruch \u2026 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_5\"><\/a>5<\/dt>\n<dd>In seiner Entscheidung f\u00fchrte der Beklagte aus, dass Beitr\u00e4ge zur Krankenversicherung im Rahmen von Vorsorgeaufwendungen nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03a Einkommensteuergesetz (EStG) als Sonderausgaben abziehbar seien soweit es sich um Beitr\u00e4ge \u201ezu\u201c einer Krankenversicherung handelt w\u00fcrde. Hieraus folge, dass nur solche Ausgaben zu den Beitr\u00e4gen zur Krankenversicherung geh\u00f6ren k\u00f6nnten, die zumindest im Zusammenhang mit der Erlangung des Versicherungsschutzes st\u00fcnden und damit als Vorsorgeaufwendungen letztlich der Vorsorge dienten. Der vom Kl\u00e4ger geleistete Selbstbehalt werde jedoch erst durch die tats\u00e4chliche, krankheitsbedingte Inanspruchnahme einer \u00e4rztlichen Leistung ausgel\u00f6st. Zahlungen aufgrund von Selbst- bzw. Eigenbeteiligungen an entstehenden Kosten seien somit keine Beitr\u00e4ge zu einer Versicherung. Die Ber\u00fccksichtigung des Selbstbehaltes als Krankheitskosten bei den au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen nach \u00a7\u00a033 EStG f\u00fchre vorliegend jedoch zu keiner steuerlichen Auswirkung, da die zumutbare Eigenbelastung im Streitjahr nicht \u00fcberschritten sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_6\"><\/a>6<\/dt>\n<dd>Hiergegen richtet sich die beim Nieders\u00e4chsischen Finanzgericht erhobene Klage. Erg\u00e4nzend zu seinen Ausf\u00fchrungen im Einspruchsverfahren tr\u00e4gt der Kl\u00e4ger vor, dass der von ihm geleistete Selbstbehalt in unmittelbarem Zusammenhang mit seinen Vorsorgeaufwendungen stehe. Der Selbstbehalt sei Grundlage des von ihm mit seiner Krankenversicherung abgeschlossenen Vertrags. Sein Krankenversicherungsvertrag setze sich zusammen aus einer monatlichen und einer einmaligen j\u00e4hrlichen Zahlungsverpflichtung. Lediglich bei Erf\u00fcllung beider Zahlungsverpflichtungen sei er berechtigt, die Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Damit st\u00fcnden beide Zahlungen in klarem Kontext mit der Versicherungsleistung und seien auch als erforderlich i.S.d. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr. 3 EStG anzusehen. Die Tatsache, dass der von ihm geleistete Selbstbehalt i.H.v. 600\u00a0EUR erst nachgelagert f\u00e4llig werde, \u00e4ndere nichts an seiner Qualifizierung als Vorsorgeaufwand. Denn erst, wenn er diese Aufwendungen geleistet habe, k\u00f6nne er einen Erstattungsbeitrag von seiner Krankenversicherung erlangen. Dies ergebe sich auch daraus, dass er zun\u00e4chst s\u00e4mtliche (von ihm vorgeschossenen) Krankenkosten mit Beleg und Datum gegen\u00fcber der Krankenversicherung nachweisen m\u00fcsse und die dann unter Abzug des Selbstbehalts i.H.v. 600\u00a0EUR die dar\u00fcber hinaus (zeitlich und der H\u00f6he nach) entstandenen Aufwendungen an ihn erstatten w\u00fcrde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_7\"><\/a>7<\/dt>\n<dd>Der Kl\u00e4ger beantragt,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_8\"><\/a>8<\/dt>\n<dd>den Einkommensteuerbescheid 2010 vom \u2026 Gestalt der Einspruchsentscheidung vom \u2026 dahin zu \u00e4ndern, dass weitere Aufwendungen i.H.v. 600\u00a0EUR als Vorsorgeaufwendungen bei den Sonderausgaben gem. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr. 3 EStG in Abzug gebracht werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_9\"><\/a>9<\/dt>\n<dd>Der Beklagte beantragt,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_10\"><\/a>10<\/dt>\n<dd>die Klage abzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_11\"><\/a>11<\/dt>\n<dd>Der Beklagte vertritt weiterhin die im Einspruchsbescheid dargelegte Auffassung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<h4 class=\"doc\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h4>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_12\"><\/a>12<\/dt>\n<dd>Die Klage ist unbegr\u00fcndet. Der angefochtene Verwaltungsakt verletzt den Kl\u00e4ger nicht in seinen Rechten (\u00a7\u00a0100 Abs.\u00a01 Finanzgerichtsordnung \u2013 FGO -). Der Beklagte hat es zu Recht abgelehnt, den vom Kl\u00e4ger im Streitjahr getragenen Selbstbehalt i.H.v. 600\u00a0EUR als Vorsorgeaufwendung im Rahmen des Sonderausgabenabzugs zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_13\"><\/a>13<\/dt>\n<dd>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 Buchstabe\u00a0a EStG geh\u00f6ren zu den Sonderausgaben unter anderem Beitr\u00e4ge zu Krankenversicherungen, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind oder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_14\"><\/a>14<\/dt>\n<dd>Bei dem im Rahmen eines privaten Krankenversicherungsverh\u00e4ltnisses vereinbarten Selbstbehalt des Kl\u00e4gers handelt es sich nicht um einen Beitrag zu einer Krankenversicherung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_15\"><\/a>15<\/dt>\n<dd>a) Nach \u00a7\u00a053 Abs. 1 Sozialgesetzbuch F\u00fcnftes\u00a0Buch (SGB\u00a0V) k\u00f6nnen Krankenkassen in ihren Satzungen vorsehen, dass Mitglieder f\u00fcr ein Kalenderjahr einen Teil der von der Krankenkasse zu tragenden Kosten \u00fcbernehmen k\u00f6nnen (Selbstbehalt). Dies bedeutet, dass ein zuvor festgelegter Teil der im Kalenderjahr anfallenden Krankheitskosten durch den Versicherungsnehmer aus eigenen Mitteln zu zahlen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_16\"><\/a>16<\/dt>\n<dd>Auch in der privaten Krankenversicherung, in der grunds\u00e4tzlich das Erstattungsprinzip gilt, besteht f\u00fcr den Versicherungsnehmer die M\u00f6glichkeit Tarife, die eine Selbstbeteiligung beinhalten, individuell zu vereinbaren und so die an die Krankenversicherung zu zahlenden Beitr\u00e4ge (Versicherungspr\u00e4mie) zu beeinflussen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_17\"><\/a>17<\/dt>\n<dd>b) Zu den Beitr\u00e4gen zu Versicherungen im Sinne der Vorschrift des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 Buchstabe\u00a0a EStG geh\u00f6ren nicht nur die eigentlichen Pr\u00e4mien, sondern auch die \u00fcblichen mit dem Versicherungsverh\u00e4ltnis zusammenh\u00e4ngenden und vom Versicherungsnehmer zu tragenden Nebenleistungen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs \u2013 BFH \u2013 vom 18.\u00a0Juli 2012 X R 41\/11, DStBl II 2012, 821 m.w.N.). Nach dem Wortlaut des \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr. 3 EStG muss es sich jedoch um Beitr\u00e4ge \u201ezu\u201c einer Krankenversicherung handeln. Daraus folgt, dass nur solche Ausgaben zu den Beitr\u00e4gen zur Krankenversicherung geh\u00f6ren k\u00f6nnen, die zumindest im Zusammenhang mit der Erlangung des Versicherungsschutzes stehen und damit \u2013 als Vorsorgeaufwendungen \u2013 letztlich der Vorsorge dienen. Zahlungen aufgrund von Selbst- bzw. Eigenbeteiligungen an entstehenden Kosten sind nach herrschender Auffassung daher keine Beitr\u00e4ge zu einer Versicherung (BFH-Urteil vom 18.\u00a0Juli 2012 X R 41\/11, a.a.O.; Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 12.\u00a0Dezember 1974 VIII 61\/74, EFG 1975, 200; S\u00f6hn in Kirchhoff\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, Einkommensteuergesetz \u00a7\u00a010 Rz.\u00a0E\u00a0129; Kolossa in Hermann\/Heuer\/Raupach EStG \u00a7\u00a010 Rz.\u00a0152).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_18\"><\/a>18<\/dt>\n<dd>2. Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen, denen der Senat folgt, steht der vom Kl\u00e4ger im Streitjahr getragene Selbstbehalt nicht im Zusammenhang mit der Erlangung eines Versicherungsschutzes. Denn der (Kranken-)Versicherungsschutz des Kl\u00e4gers wird durch seine monatliche Beitragszahlung gew\u00e4hrleistet und ist unabh\u00e4ngig von der Leistung des Selbstbehalts. Selbst wenn in einem Kalenderjahr keine ambulanten, \u00e4rztlichen, zahn\u00e4rztlichen oder physiotherapeutischen Leistungen in Anspruch genommen werden, so dass kein Selbstbehalt anf\u00e4llt, besteht f\u00fcr diesen Zeitraum grunds\u00e4tzlich Versicherungsschutz.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_19\"><\/a>19<\/dt>\n<dd>a) Entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers begr\u00fcndet auch die ausdr\u00fcckliche Vereinbarung des Selbstbehalts im Krankenversicherungsvertrag keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Selbstbehalt und der Erlangung des Versicherungsschutzes. W\u00e4hrend der Versicherungsschutz durch die Zahlung der monatlichen Versicherungspr\u00e4mie begr\u00fcndet wird, wird der Selbstbehalt ausschlie\u00dflich durch die tats\u00e4chliche, krankheitsbedingte Inanspruchnahme einer ambulanten \u00e4rztlichen, zahn\u00e4rztlichen oder physiotherapeutischen Leistung ausgel\u00f6st. Aufgrund einer entsprechenden Ausgestaltung des Krankenversicherungsverh\u00e4ltnisses werden die ersten im Kalenderjahr anfallenden Krankheitskosten in H\u00f6he von 600 EUR nicht vom Versicherungsschutz erfasst. Erst wenn der vereinbarte und mit einem verminderten Versicherungsbeitrag honorierte Selbstbehalt \u201eausgesch\u00f6pft\u201c ist, entsteht ein Erstattungsanspruch des Kl\u00e4gers.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_20\"><\/a>20<\/dt>\n<dd>Die infolge des vereinbarten Selbstbehalts zu tragenden Krankheitskosten verbleiben dabei als origin\u00e4re krankheitsbedingte Aufwendungen beim Kl\u00e4ger. Diese finden im Rahmen der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastungen nach \u00a7\u00a033 EStG einkommensteuerlich Ber\u00fccksichtigung, soweit sie nicht \u2013 wie vorliegend \u2013 an der zumutbaren Belastung nach \u00a7\u00a033 Abs.\u00a03 EStG scheitern.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_21\"><\/a>21<\/dt>\n<dd>Die dem Kl\u00e4ger zur Geltendmachung seines Erstattungsanspruchs obliegende Verpflichtung, s\u00e4mtliche im Kalenderjahr anfallenden Krankheitskosten seiner Krankenversicherung durch die Vorlage entsprechender Belege\u00a0\u00a0nachzuweisen, basiert auf dem Bed\u00fcrfnis der \u2026Versicherung die vereinbarte Eigenleistung zu \u00fcberpr\u00fcfen und ihren Pflichten aus dem Versicherungsvertrag nachzukommen. Sie steht jedoch nicht in Verbindung mit einer nachtr\u00e4glichen Erhebung von Versicherungsbeitr\u00e4gen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>&nbsp;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_22\"><\/a>22<\/dt>\n<dd>b) Der Senat vermag auch nicht der Argumentation des Kl\u00e4gers folgen, der Selbstbehalt entspreche mit umgekehrtem Vorzeichen den Beitragserstattungen f\u00fcr die Nichtinanspruchnahme von Versicherungsleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, welche sich mindernd auf den Sonderausgabenabzug auswirkten, so dass vor diesem Hintergrund auch der Selbstbehalt bei den Sonderausgaben zu ber\u00fccksichtigen sei. Denn anders als der Selbstbehalt wirken sich Beitragserstattungen r\u00fcckwirkend auf die H\u00f6he der Aufwendungen des Steuerpflichtigen aus, die im Zusammenhang mit der Erlangung des Versicherungsschutzes stehen. Sie stellen unmittelbar eine Reduzierung der (bereits geleisteten) Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge dar und wirken sich nicht \u2013 wie der Selbstbehalt \u2013 (lediglich) im Vorfeld auf die Art und H\u00f6he des vereinbarten Versicherungstarifs aus.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_23\"><\/a>23<\/dt>\n<dd>c) Dar\u00fcber hinaus \u00fcber stellt der vom Kl\u00e4ger zu tragende Selbstbehalt keine Leistung an die private Krankenversicherung dar, sondern begrenzt \u2013 entsprechend des vertraglich vereinbarten Tarifs &#8211; die von der Krankenversicherung an ihn im Rahmen des individuellen Versicherungsschutzes zu erbringenden Erstattungsleistungen. Mangels eines Anspruchs des Kl\u00e4gers gegen seine Krankenversicherung auf Kostenerstattung in H\u00f6he des vereinbarten Selbstbehalts besteht auch keine Aufrechnungslage bei der gegen nachgelagerte Beitragszahlungen (ebenfalls in H\u00f6he des Selbstbehalts) aufgerechnet werden k\u00f6nnte. In H\u00f6he des vereinbarten Selbstbehalts verbleibt es bei den origin\u00e4r vom Kl\u00e4ger zu entrichtenden Krankheitskosten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_24\"><\/a>24<\/dt>\n<dd>3. Die in H\u00f6he des j\u00e4hrlichen Selbstbehalts von 600 EUR durch den Kl\u00e4ger getragenen Krankheitskosten stellen au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen im Sinne des \u00a7 33 EStG dar, die jedoch nur insofern ber\u00fccksichtigt werden, als sie die zumutbare Belastung nach \u00a7 33 Abs. 3 EStG \u00fcbersteigen (vgl. u.a. Loschelder in Schmidt EStG 32. Auflage 2013, \u00a7 33 Rz 35 \u201eKrankheitskosten\u201c). Der Gesamtbetrag der Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers im Streitjahr betr\u00e4gt entsprechend des Einkommensteuerbescheides 2010 vom 10. Februar 2012 27.921 EUR. Bei einer zumutbaren Belastung von 6 Prozent (\u00a7 33 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 EStG), d.h. 1.675,26 EUR, und mangels weiterer geltend gemachter Aufwendungen im Sinne des \u00a7 33 EStG bleiben die in Form des Selbstbehalts getragenen Krankheitskosten des Kl\u00e4gers ohne steuerliche Auswirkung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><a name=\"rd_25\"><\/a>25<\/dt>\n<dd>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0135 Abs. 1 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der im Rahmen eines privaten Krankenversicherungsverh\u00e4ltnisses vereinbarte Selbstbehalt stellt keinen Beitrag zur Krankenversicherung dar und kann nicht nach \u00a7 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG als Vorsorgeaufwendung ber\u00fccksichtigt werden. Nieders\u00e4chsisches Finanzgericht 9. 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