{"id":41889,"date":"2014-09-30T09:43:55","date_gmt":"2014-09-30T07:43:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41889"},"modified":"2018-09-28T10:33:26","modified_gmt":"2018-09-28T08:33:26","slug":"arbeitshilfe-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-kaufpreisaufteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/arbeitshilfe-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-kaufpreisaufteilung\/","title":{"rendered":"Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f\u00fcr ein bebautes Grundst\u00fcck (Kaufpreisaufteilung)"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"isFirstInSlot\" style=\"color: #333333;\"><em style=\"font-weight: inherit;\">Arbeitshilfe und Anleitung mit Stand vom 23. September 2014<\/em><\/h1>\n<p style=\"color: #151515;\">Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr Absetzungen f\u00fcr Abnutzung von Geb\u00e4uden (\u00a7 7 Abs. 4 bis 5a Einkommensteuergesetz) ist es in der Praxis h\u00e4ufig erforderlich, einen Gesamtkaufpreis f\u00fcr ein bebautes Grundst\u00fcck auf das Geb\u00e4ude, das der Abnutzung unterliegt, sowie den nicht abnutzbaren Grund und Boden aufzuteilen. Nach der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung ist ein Gesamtkaufpreis f\u00fcr ein bebautes Grundst\u00fcck nicht nach der sogenannten Restwertmethode, sondern nach dem <strong>Verh\u00e4ltnis der Verkehrswerte oder Teilwerte auf den Grund und Boden einerseits sowie das Geb\u00e4ude andererseits aufzuteilen<\/strong> (vgl. BFH-Urteil vom 10. Oktober 2000 IX R 86\/97, BStBl II 2001, 183). Die obersten Finanzbeh\u00f6rden von Bund und L\u00e4ndern stellen eine Arbeitshilfe als xls-Datei zur Verf\u00fcgung, die es unter Ber\u00fccksichtigung der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung erm\u00f6glicht, in einem typisierten Verfahren entweder eine Kaufpreisaufteilung selbst vorzunehmen oder die Plausibilit\u00e4t einer vorliegenden Kaufpreisaufteilung zu pr\u00fcfen. Zus\u00e4tzlich steht eine Anleitung f\u00fcr die Berechnung zur Aufteilung eines Grundst\u00fcckskaufpreises zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"color: #151515;\">Mehr Infos siehe<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/aufteilung_des_kaufpreises_tabellenwerte.html\">https:\/\/www.steuerschroeder.de\/aufteilung_des_kaufpreises_tabellenwerte.html<\/a><\/p>\n<h2><strong>Bei der Aufteilung des Kaufpreises f\u00fcr eine Eigentumswohnung ist grunds\u00e4tzlich der Sachwert des Grund- und Bodenanteils sowie des Geb\u00e4udeanteils nach der Wertermittlungsverordnung 1988 zu ermitteln<\/strong><\/h2>\n<h2>\u00a0<strong>Leitsatz<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der sch\u00e4tzungsweisen Aufteilung des Kaufpreises f\u00fcr eine Eigentumswohnung in einen Anteil f\u00fcr Grund und Boden einerseits und Geb\u00e4ude andererseits ist grunds\u00e4tzlich der Sachwert des Grund- und Bodenanteils sowie des Geb\u00e4udeanteils nach der Wertermittlungsverordnung 1988 zu ermitteln; die sog. Vergleichswertmethode ist in diesem Zusammenhang keine geeignete Sch\u00e4tzungsmethode (Best\u00e4tigung des BFH-Urteils vom 15. Januar 1985 IX R 81\/83 , BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ).<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>Gesetze<\/strong><\/h2>\n<p>WertV i. d. F. vom 6. Dezember 1988 \u00a7\u00a7 7 Abs. 1, 13 ff., 21 ff.<br \/>\nEStG \u00a7\u00a7 7, 9 Abs. 1 Nr. 7, 21 Abs. 1<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>Instanzenzug<\/strong><\/h2>\n<p>FG Baden-W\u00fcrttemberg (EFG 1998, 446 )BFH IX R 86\/97<\/p>\n<p>BFH 20.01.1998 &#8211; IX R 86\/97<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>Tatbestand<\/strong><\/h2>\n<p>I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) werden f\u00fcr das Jahr 1991 (Streitjahr) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Mit Vertrag vom 30. Juli 1991 erwarben sie eine im Bau befindliche Eigentumswohnung (57 qm) mit Tiefgaragenstellplatz in X zum Preis von 317 300 DM. Hinzu kamen Nebenkosten in H\u00f6he von 9 616 DM und Kosten f\u00fcr Sonderw\u00fcnsche in H\u00f6he von 5 899 DM. Der Ver\u00e4u\u00dferer bescheinigte den Kl\u00e4gern am 1. Februar 1993, dass der Grundst\u00fccksanteil 52 000 DM betrage.<\/p>\n<p>In ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Streitjahr gingen die Kl\u00e4ger bei der Berechnung der Absetzung f\u00fcr Abnutzung (AfA) von Anschaffungskosten f\u00fcr die Geb\u00e4udeteile in H\u00f6he von 265 300 DM (Gesamtkaufpreis 317 300 DM .\/. Grund- und Bodenanteil von 52 000 DM) aus. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) ermittelte demgegen\u00fcber den anteiligen auf die Geb\u00e4udeteile entfallenden Kaufpreis zun\u00e4chst mit 251 346 DM (Vordruck S 3101 A\/S 2170 A (1) vom April 1991). Die gesamten Anschaffungskosten seien nach dem Verh\u00e4ltnis der Verkehrswerte des Grund- und Bodenanteils sowie des Geb\u00e4udeanteils aufzuteilen. Grundlage f\u00fcr die Aufteilung sei das Verh\u00e4ltnis des Sachwerts des Miteigentumsanteils an Grund und Boden zum Sachwert des Miteigentumsanteils am Geb\u00e4ude einschlie\u00dflich der Au\u00dfenanlagen und des Sachwerts des Sondereigentums an der Wohnung und an dem Tiefgaragenstellplatz. Der Sachwertermittlung des Anteils am Grund und Boden sei der vom Gutachterausschuss der Stadt X nach \u00a7 5 der Verordnung \u00fcber Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundst\u00fccken i. d. F. vom 6. Dezember 1988 (BGBl. I 1988, 2209 , Wertermittlungsverordnung &#8211; WertV 1988 -) ermittelte Bodenrichtwert zugrunde zu legen. Da die Kl\u00e4ger die tats\u00e4chlichen Herstellungskosten ihrer Wohnung und des Tiefgaragenstellplatzes nicht nachgewiesen h\u00e4tten, seien die gew\u00f6hnlichen Herstellungskosten zur Ermittlung des Sachwerts heranzuziehen. Die gew\u00f6hnlichen Herstellungskosten vergleichbarer Wohnungen h\u00e4tten nach Feststellungen der Oberfinanzdirektion (OFD) Stuttgart (Kaufpreisaufteilung Preisstand 1993, Vordruck vom Mai 1994) und des Bausachverst\u00e4ndigen des FA rd. 2 700 DM pro qm Wohnfl\u00e4che betragen.<\/p>\n<p>Die im Zusammenhang mit der Anschaffung und Herstellung der Wohnung aufgewendeten Kosten seien bei der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die AfA der Wohnung wie folgt zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"567\">Gesamtkaufpreis\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0317\u00a0300\u00a0DM<br \/>\n+\u00a0Nebenerwerbskosten\u00a0lt.\u00a0Steuererkl\u00e4rung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a09\u00a0124\u00a0DM<br \/>\n+\u00a0Nebenerwerbskosten\u00a0lt.\u00a0Einspruch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0492\u00a0DM<br \/>\nGesamte\u00a0Anschaffungskosten\u00a0der\u00a0Wohnung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0326\u00a0916\u00a0DM<br \/>\nGeb\u00e4udeanteil\u00a076,\u00a005\u00a0v.\u00a0H.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0248\u00a0620\u00a0DM<br \/>\n+\u00a0Sonderw\u00fcnsche\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a05\u00a0900\u00a0DM<br \/>\nAfA-Bemessungsgrundlage\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0254\u00a0520\u00a0DM<br \/>\n7\u00a0v.\u00a0H.\u00a0AfA\u00a0nach\u00a0\u00a7\u00a07\u00a0Abs.\u00a05<br \/>\ndes\u00a0Einkommensteuergesetzes\u00a0(EStG )\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a017\u00a0817\u00a0DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Kl\u00e4ger erhoben Klage, mit der sie u. a. geltend machten, das FA habe im Rahmen seiner Ermittlungspflicht einen vereidigten Sachverst\u00e4ndigen zur Aufkl\u00e4rung des Wertes von Grundst\u00fcck und Geb\u00e4ude bestellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&#8211; Das Finanzgericht (FG) hat durch Einholung eines Sachverst\u00e4ndigengutachtens Beweis \u00fcber die Frage erhoben, in welcher H\u00f6he der Verkehrswert des Grund- und Bodenanteils und des Geb\u00e4udeanteils der Eigentumswohnung zum Zeitpunkt des Erwerbs und der Fertigstellung der Wohnung im Jahre 1991 zu bewerten sei. Der Sachverst\u00e4ndige kam zu dem Ergebnis, dass der Kaufpreis in H\u00f6he von insgesamt 326 424 DM wie folgt aufzuteilen sei:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"567\">Grund\u00a0und\u00a0Boden\u00a0(16,52\u00a0v.\u00a0H.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a053\u00a0925\u00a0DM<br \/>\nGeb\u00e4ude\u00a0(83,48\u00a0v.\u00a0H.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0272\u00a0499\u00a0DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das FG gab der Klage statt und setzte die AfA mit 19 578 DM fest (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 1998, 446 ):<\/p>\n<p>Der Gesamtkaufpreis f\u00fcr den Grund- und Bodenanteil sowie f\u00fcr den Geb\u00e4udeanteil sei nach dem Verh\u00e4ltnis der Verkehrswerte aufzuteilen. Dieser Grundsatz gelte aber nur in Ermangelung einer Aufteilung durch die Vertragsparteien oder im Falle der Zweifelhaftigkeit einer solchen Aufteilung. Im Streitfall geb\u00fchre der Aufteilung durch die Vertragsparteien im Ergebnis der Vorrang, da sie keinen nennenswerten Zweifeln begegne. Dabei sei unerheblich, dass sie nachtr\u00e4glich erfolgt sei.<\/p>\n<p>Die Aufteilung durch den Verk\u00e4ufer und die Kl\u00e4ger sei durch das Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen im Wesentlichen best\u00e4tigt worden. Die Methode des Sachverst\u00e4ndigen sei schl\u00fcssig und vertretbar. Der Sachverst\u00e4ndige habe zur Rechtfertigung seiner Wertermittlungsmethode angef\u00fchrt, nach der neuen Wertermittlungsverordnung 1988 k\u00f6nnten auch Vergleichswerte zur Beurteilung herangezogen werden (\u00a7\u00a7 13 und 14 WertV 1988). Insoweit sei das Urteil des erkennenden Senats vom 15. Januar 1985 IX R 81\/83 (BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ), das dieses Verfahren nicht f\u00fcr anwendbar halte, zu revidieren; das Vergleichsverfahren sei erst 1988 eingef\u00fchrt worden. Im Gegensatz zur Auffassung des FA sei von den Anschaffungskosten der Kl\u00e4ger auszugehen, die auch einen Gewinn des Bautr\u00e4gers umfassen k\u00f6nnten, und nicht etwa von den Herstellungskosten des Bautr\u00e4gers.<\/p>\n<p>Mit der Revision r\u00fcgt das FA Verletzung des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 EStG i. V. m. \u00a7\u00a7 7 Abs. 5 und 21 EStG.<\/p>\n<p>Das FG weiche in seiner Entscheidung von anerkannten Sch\u00e4tzungsgrunds\u00e4tzen ab, welche der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner Entscheidung in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 aufgef\u00fchrt habe. Die Verkehrswerte seien danach anhand der Sachwerte von Grund- und Boden- sowie Geb\u00e4udeanteil zu sch\u00e4tzen. Das Sachverst\u00e4ndigengutachten gehe jedoch von einem Vergleichswert aus. Dieses Verfahren sei zur Ermittlung des Verkehrswerts des Grund- und Boden- sowie des Geb\u00e4udeanteils nicht brauchbar, denn es erlaube nur, die Eigentumswohnung als eine Einheit von Miteigentumsanteil und Sondereigentum zu bewerten. Mit den Sachverst\u00e4ndigenfeststellungen des FA habe sich das FG nicht auseinandergesetzt.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur\u00fcckzuverweisen.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger beantragen, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<h2>\u00a0<strong>Gr\u00fcnde<\/strong><\/h2>\n<p>II.<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zwecks anderweitiger Verhandlung und Entscheidung (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO &#8211; ). Das FG hat die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die AfA gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Abs. 5 i. V. m. \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 EStG unzutreffend ermittelt.<\/p>\n<p>1. Zutreffend geht das FG davon aus, dass eine Einigung der Vertragsparteien \u00fcber den Grundst\u00fccksanteil im Gesamtkaufpreis grunds\u00e4tzlich der Aufteilung auf Grund und Boden sowie Geb\u00e4ude zugrunde zu legen ist, solange dagegen keine nennenswerten Zweifel bestehen (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 143, 61 , 65 , zu 1a, BStBl II 1985, 252 , und vom 26. Mai 1992 IX R 190\/87, BFH\/NV 1993, 92 ). Zu Unrecht ist das FG jedoch bei der nachtr\u00e4glichen ,,Bescheinigung des Ver\u00e4u\u00dferers&#8220; vom 1. Februar 1993 als von einer Einigung der Vertragsparteien in diesem Sinne ausgegangen. Eine solche Einigung kann nur eine von den wechselseitigen Interessen getragene Vereinbarung der Vertragsparteien sein. Das ist eine Erkl\u00e4rung des Verk\u00e4ufers auch dann nicht, wenn sie auf Wunsch der K\u00e4ufer erteilt wird. Eine solche Erkl\u00e4rung kann allenfalls als eine Sch\u00e4tzung gewertet werden. Eine Sch\u00e4tzung wird auch f\u00fcr die Finanzverwaltung und das FG in dem Ma\u00dfe zu beachten sein, in dem die Grundlagen der Sch\u00e4tzung nachvollziehbar und \u00fcberzeugend sind. Das ist im Streitfall nicht der Fall, denn das Schreiben des Ver\u00e4u\u00dferers vom 1. Februar 1993 f\u00fchrt insoweit lediglich an, dass der auf den Grund und Boden entfallende Kaufpreisanteil ,,von uns entsprechend dem Erwerb errechnet&#8220; wurde.<\/p>\n<p>Das FA war danach im Streitfall grunds\u00e4tzlich zur Sch\u00e4tzung der Kaufpreis-Anteile, die auf den Grund- und Bodenanteil sowie auf den Geb\u00e4udeanteil entfallen, berechtigt (\u00a7 162 Abs. 1 der Abgabenordnung &#8211; AO 1977 -).<\/p>\n<p>2. Ist wie im Streitfall ein Gesamtkaufpreis f\u00fcr eine Wohnung gezahlt worden, dann ist der Kaufpreis zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die AfA aufzuteilen. Zun\u00e4chst ist der Bodenwert und der Geb\u00e4udewert gesondert zu ermitteln und sodann sind die Anschaffungskosten nach dem Verh\u00e4ltnis der beiden Wertanteile in Anschaffungskosten f\u00fcr den Grund- und Bodenanteil und den Geb\u00e4udeanteil aufzuteilen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sch\u00e4tzung des Werts des Grund- und Boden- sowie des Geb\u00e4udeanteils kann die Wertermittlungsverordnung 1988 entsprechend herangezogen werden (BFH-Urteil in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ). Die Wertermittlungsverordnung 1988 sieht f\u00fcr die Verkehrswertermittlung in \u00a7 7 Abs. 1 das Vergleichswert-, das Ertragswert- oder das Sachwertverfahren vor. Die Ermittlung des Verkehrswerts ist Teil der Sachverhaltsfeststellung des FG, die f\u00fcr das Revisionsgericht grunds\u00e4tzlich bindend ist (\u00a7 118 Abs. 2 FGO) . Der BFH als Revisionsgericht hat aber zu pr\u00fcfen, ob das FG bei seiner Wertermittlung die zutreffende Methode angewandt hat (vgl. BFH-Urteile vom 9. April 1987 IV R 42\/84 , BFH\/NV 1988, 37 , und in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ). Im Streitfall ist das FG bei seiner Sch\u00e4tzung zu Unrecht der Methode des Sachverst\u00e4ndigen in seinem Gutachten vom 31. Oktober 1996 gefolgt. Der Sachverst\u00e4ndige hat zwar f\u00fcr den Geb\u00e4udeteil einen Sachwert bzw. Bauwert (240 000 DM) ermittelt, der Kaufpreisaufteilung aber einen Vergleichswert zugrunde gelegt.<\/p>\n<p>Das Vergleichswertverfahren hat der BFH im Urteil in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 f\u00fcr die Ermittlung des Geb\u00e4udewerts in diesem Zusammenhang als ungeeignet verworfen. Zu Unrecht meint das FG mit dem Sachverst\u00e4ndigen, diese Entscheidung sei durch die \u00a7\u00a7 13 f. WertV 1988 \u00fcberholt. Das Vergleichswertverfahren hat es bereits in der Wertermittlungsverordnung von 1972 (BGBl. I 1972, 1417 ) gegeben (\u00a7\u00a7 3 ff.). Die Wertermittlungsverordnung 1988 hat in den hier ma\u00dfgeblichen Punkten keine wesentlichen \u00c4nderungen gebracht. Die in der Entscheidung in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ge\u00e4u\u00dferten Bedenken bestehen fort. Das Vergleichswertverfahren ist mit dem Gebot der Einzelbewertung (\u00a7 6 EStG) , das auch bei der Ermittlung der Eink\u00fcnfte gem\u00e4\u00df \u00a7 21 Abs. 1 EStG gilt (BFH-Urteil in BFHE 143, 61 , BStBl II 1985, 252 ), nicht vereinbar. Der Gutachter hat den Geb\u00e4udewert im Wesentlichen (unter Ansatz eines gesonderten Werts f\u00fcr den Garagenstellplatz) durch Substraktion des Grundst\u00fcckswerts vom Vergleichswert (der sowohl Grund und Boden als auch Geb\u00e4ude umfasst) festgelegt. Diese sog. Restwertmethode hat der BFH in mehreren Entscheidungen verworfen (vgl. Urteile in BFHE 143, 61 , 64 , BStBl II 1985, 252 , und vom 7. Juni 1994 IX R 33, 34\/92, BFHE 175, 70 , BStBl II 1994, 927 ), auf die zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen wird.<\/p>\n<p>3. Der Senat kann als Revisionsgericht die Sch\u00e4tzung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die AfA nicht selbst vornehmen (\u00a7 118 Abs. 2 FGO) . Die Sache geht daher zur Nachholung dieser Feststellung an das FG zur\u00fcck.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"378\"><strong>Fundstelle(n):<\/strong><br \/>\nBStBl 2001 II Seite 183<br \/>\nBB 2001 S. 457 Nr. 9<br \/>\nBFH\/NV 2001 S. 514 Nr. 4<br \/>\nBFHE S. 326 Nr. 193<br \/>\nDB 2001 S. 459 Nr. 9<br \/>\nDStRE 2001 S. 307 Nr. 6<br \/>\nFR 2001 S. 357 Nr. 7<br \/>\nINF 2001 S. 220 Nr. 7<br \/>\nNWB DokID: OAAAA-88834<\/td>\n<td width=\"189\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1 class=\"isFirstInSlot\" style=\"color: #333333;\"><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitshilfe und Anleitung mit Stand vom 23. September 2014 Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr Absetzungen f\u00fcr Abnutzung von Geb\u00e4uden (\u00a7 7 Abs. 4 bis 5a Einkommensteuergesetz) ist es in der Praxis h\u00e4ufig erforderlich, einen Gesamtkaufpreis f\u00fcr ein bebautes Grundst\u00fcck auf das Geb\u00e4ude, das der Abnutzung unterliegt, sowie den nicht abnutzbaren Grund und Boden aufzuteilen. Nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/arbeitshilfe-zur-aufteilung-eines-gesamtkaufpreises-fuer-ein-bebautes-grundstueck-kaufpreisaufteilung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Arbeitshilfe zur Aufteilung eines Gesamtkaufpreises f\u00fcr ein bebautes Grundst\u00fcck (Kaufpreisaufteilung)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-41889","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41889\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}