{"id":41974,"date":"2014-10-08T18:05:22","date_gmt":"2014-10-08T16:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=41974"},"modified":"2014-10-08T18:05:22","modified_gmt":"2014-10-08T16:05:22","slug":"beruecksichtigung-des-verlusts-aus-einer-verfallenen-call-option","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/beruecksichtigung-des-verlusts-aus-einer-verfallenen-call-option\/","title":{"rendered":"Ber\u00fccksichtigung des Verlusts aus einer verfallenen Call-Option"},"content":{"rendered":"<p style=\"color: #298783;\">Die Kl\u00e4gerin erwarb im Jahr 2011 sog. Call-Optionsscheine einer Bank, die noch im selben Jahr als wertlos aus ihrem Depot ausgebucht wurden. Den aus diesen Gesch\u00e4ften entstandenen Verlust machte sie in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung als negative Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen geltend. Das beklagte Finanzamt versagte die Anerkennung.<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\nDem ist das Finanzgericht D\u00fcsseldorf entgegengetreten. Zur Begr\u00fcndung hat es ausgef\u00fchrt, dass zu den steuerbaren Gewinnen aus Termingesch\u00e4ften, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich erlange, auch Gewinne aus Optionsgesch\u00e4ften z\u00e4hlten. Dies gelte auch f\u00fcr die sog. Call-Option, bei welcher der K\u00e4ufer einer Option gegen Zahlung eines Entgelts das Recht erhalte, an einem bestimmten Tag vom Verk\u00e4ufer der Option den Verkauf einer bestimmten Menge eines Bezugsobjekts zu einem vorher festgelegten Preis (Basis) zu erlangen. Dieses Recht werde beendigt, wenn es zu einem Differenzausgleich f\u00fchre. Erfasst w\u00fcrden nur Vorteile, die auf dem Basisgesch\u00e4ft beruhten. Dies gelte nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs im Fall der Durchf\u00fchrung des Basisgesch\u00e4fts ebenso wie im Fall eines Barausgleichs bei Derivatgesch\u00e4ften. Erfasst werde die positive wie negative Differenz.<\/p>\n<p>Werde die Option nicht ausge\u00fcbt und von der Bank als wertlos ausgebucht, bleibe das Termingesch\u00e4ft zwar ohne Differenzausgleich im Basisgesch\u00e4ft. Da aber auch eine negative Differenz steuerbar w\u00e4re, m\u00fcsse es f\u00fcr das Nichtaus\u00fcben einer wirtschaftlich wertlosen Option &#8211; ein Weniger &#8211; im Hinblick auf das Gleichbehandlungsgebot ebenso sein, so dass die Optionspr\u00e4mien als Werbungskosten abgezogen werden k\u00f6nnten. Das Gesetz verlange vom Steuerpflichtigen kein wirtschaftlich sinnloses Verhalten, sondern besteuere ihn nach dem Grundsatz der Leistungsf\u00e4higkeit. Diese sei aber im Hinblick auf die aufgewandten Optionspr\u00e4mien ungeachtet der Durchf\u00fchrung eines Differenzausgleichs gemindert.<\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof hat die Revision auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Finanzamts hin zugelassen.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\" style=\"color: #999999;\">Quelle:\u00a0FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 08.10.2014 zum Urteil 7 K 2180\/13 vom 26.02.2014<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kl\u00e4gerin erwarb im Jahr 2011 sog. Call-Optionsscheine einer Bank, die noch im selben Jahr als wertlos aus ihrem Depot ausgebucht wurden. Den aus diesen Gesch\u00e4ften entstandenen Verlust machte sie in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung als negative Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen geltend. Das beklagte Finanzamt versagte die Anerkennung. Dem ist das Finanzgericht D\u00fcsseldorf entgegengetreten. 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