{"id":42180,"date":"2014-11-05T10:55:46","date_gmt":"2014-11-05T08:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42180"},"modified":"2014-11-05T10:55:46","modified_gmt":"2014-11-05T08:55:46","slug":"benachteiligung-wegen-des-geschlechts-bei-der-bewerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/benachteiligung-wegen-des-geschlechts-bei-der-bewerbung\/","title":{"rendered":"Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Bewerbung?"},"content":{"rendered":"<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Bewerbung?<\/b><\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Werden Frauen im Bewerbungsverfahren nicht ber\u00fccksichtigt, weil sie Kinder im Grundschulalter haben, stellt dies eine Benachteiligung im Sinne des Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetzes\u00a0dar. Dieses Motiv muss aber eindeutig festgestellt werden, so das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Fall.<\/b><\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Im Einstellungsverfahren d\u00fcrfen Bewerber nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Das betrifft nicht nur unmittelbare, sondern auch mittelbare Benachteiligungen. Bei einer mittelbaren Benachteiligung wegen des Geschlechts kann die besondere Benachteiligung des einen Geschlechts durch ein dem Anschein nach neutrales Kriterium mit einem Verweis auf statistische Erhebungen dargelegt werden. Die herangezogene Statistik muss aussagekr\u00e4ftig, d. h. f\u00fcr die umstrittene Fallkonstellation g\u00fcltig sein.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Hintergrund<\/b><br \/>\nDie Beklagte betreibt einen lokalen Radiosender und suchte im Fr\u00fchjahr 2012 f\u00fcr eine Vollzeitstelle eine Buchhaltungskraft mit abgeschlossener kaufm\u00e4nnischer Ausbildung. Die Kl\u00e4gerin bewarb sich auf diese Stelle im April 2012, im beigef\u00fcgten Lebenslauf wies sie auf ihre Ausbildungen als Verwaltungsfachfrau und zur B\u00fcrokauffrau hin. Au\u00dferdem gab sie dort an &#8222;Familienstand: verheiratet, ein Kind&#8220;.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Anfang Mai 2012 erhielt die Kl\u00e4gerin eine Absage, auf dem zur\u00fcckgesandten Lebenslauf war der Angabe zum Familienstand hinzugef\u00fcgt &#8222;7 Jahre alt!&#8220;, dies und die von der Kl\u00e4gerin stammende Angabe &#8222;ein Kind&#8220; war unterstrichen. Die Kl\u00e4gerin sieht sich als Mutter eines schulpflichtigen Kindes, die eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung anstrebt, benachteiligt.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Die Notiz der Beklagten auf ihrem Lebenslauf spreche daf\u00fcr, dass die Beklagte Vollzeitt\u00e4tigkeit und die Betreuung eines 7-j\u00e4hrigen Kindes nicht oder nur schlecht f\u00fcr vereinbar halte. Die Beklagte hat eine Entsch\u00e4digung wegen einer Benachteiligung aufgrund des Geschlechts abgelehnt. Sie hat darauf verwiesen, eine junge verheiratete Frau eingestellt zu haben, die \u00fcber eine h\u00f6here Qualifikation verf\u00fcge.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\"><b>Entscheidung<\/b><br \/>\nDie Revision der Beklagten, die vom Landesarbeitsgericht wegen mittelbarer Benachteiligung der Kl\u00e4gerin zu einer Entsch\u00e4digung in H\u00f6he von 3.000 EUR verurteilt worden war, hatte vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg.<\/p>\n<p style=\"color: #2f2f2f;\">Die vom Berufungsgericht herangezogene Statistik (Mikrozensus) f\u00fcr den Anteil von Ehefrauen mit Kind an der Gesamtzahl der Vollbesch\u00e4ftigten l\u00e4sst keine Aussagen f\u00fcr den Fall der Kl\u00e4gerin zu. Das Landesarbeitsgericht als Tatsachengericht wird aber zu pr\u00fcfen haben, ob in dem Verhalten der Beklagten nicht eine unmittelbare Benachteiligung der Kl\u00e4gerin als Frau zu sehen ist, was eine Auslegung des Vermerks auf dem zur\u00fcckgesandten Lebenslauf erfordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Bewerbung? Werden Frauen im Bewerbungsverfahren nicht ber\u00fccksichtigt, weil sie Kinder im Grundschulalter haben, stellt dies eine Benachteiligung im Sinne des Allgemeinen\u00a0Gleichbehandlungsgesetzes\u00a0dar. Dieses Motiv muss aber eindeutig festgestellt werden, so das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Fall. Im Einstellungsverfahren d\u00fcrfen Bewerber nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Das betrifft nicht nur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/benachteiligung-wegen-des-geschlechts-bei-der-bewerbung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Benachteiligung wegen des Geschlechts bei der Bewerbung?<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[937],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42180"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42180"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42180\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}