{"id":42226,"date":"2014-11-06T18:07:41","date_gmt":"2014-11-06T16:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42226"},"modified":"2020-09-14T16:52:04","modified_gmt":"2020-09-14T14:52:04","slug":"bdst-musterverfahren-jetzt-beim-bverfg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bdst-musterverfahren-jetzt-beim-bverfg\/","title":{"rendered":"BdSt-Musterverfahren jetzt beim BVerfG"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"color: #298783;\">Der Fiskus muss sich wom\u00f6glich st\u00e4rker an Studienkosten beteiligen<\/h2>\n<p id=\"ueberschrift4\" class=\"keinUmfluss\" style=\"color: #298783;\">Kosten f\u00fcr ein Erststudium oder eine Erstausbildung sind beruflich veranlasst und m\u00fcssten deshalb steuerlich besser ber\u00fccksichtigt werden &#8211; damit folgt der Bundesfinanzhof (BFH) der Auffassung des Bundes der Steuerzahler (BdSt). Das oberste deutsche Steuergericht hat ein vom BdSt unterst\u00fctztes Musterverfahren dem Bundesverfassungsgericht zur Pr\u00fcfung vorgelegt. &#8222;Der Gesetzgeber sollte den Beschluss zum Anlass nehmen, die Kosten f\u00fcr Erststudium und Erstausbildung steuerlich vollst\u00e4ndig anzuerkennen&#8220;, fordert BdSt-Pr\u00e4sident Reiner Holznagel. &#8222;Studium oder Ausbildung sind keine Privatvergn\u00fcgen. Sie sind die Grundlage f\u00fcr junge Menschen, um im sp\u00e4teren Berufsleben lebenswichtige Einnahmen zu erzielen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\nIm Fall studierte der Kl\u00e4ger internationale Betriebswirtschaftslehre. Dazu geh\u00f6rte ein Auslandssemester in Australien. Die Kosten f\u00fcr dieses Auslandsstudium, wie Studiengeb\u00fchren, Miete, Verpflegungsmehraufwand und Flug, machte der junge Mann in seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr das Jahr 2007 als vorweggenommene Werbungskosten geltend. Das Finanzamt ordnete die Kosten der privaten Lebensf\u00fchrung zu und ber\u00fccksichtigte sie lediglich als Sonderausgaben. Damit wirkten sich die Kosten f\u00fcr das Auslandssemester steuerlich nicht aus. Mit seiner Klage und der Revision beim BFH begehrt der Kl\u00e4ger, die Kosten f\u00fcr das Studium als vorweggenommene Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen und entsprechende Verluste festzustellen. Nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden.<\/p>\n<p>Der aktuelle Vorlagebeschluss stellt einen weiteren H\u00f6hepunkt im Streit um die steuerliche Behandlung von Berufsausbildungs- und Studienkosten dar. Ausgangspunkt war ein Urteil des Reichsfinanzhofs aus dem Jahr 1937. Damals entschieden die Richter, dass Aufwendungen f\u00fcr eine Ausbildung zur privaten Lebensf\u00fchrung geh\u00f6ren. Die Ausbildung sei &#8222;f\u00fcr die Erlangung der f\u00fcr den Lebenskampf notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten grunds\u00e4tzlich der steuerlich unbeachtlichen Privatsph\u00e4re zuzuordnen&#8220;. Der Bundesfinanzhof brach mit dieser &#8222;Lebenskampf&#8220;-Rechtsprechung bereits 2002. Seitdem versucht der Gesetzgeber durch immer neue Nichtanwendungsgesetze die studentenfreundliche Rechtsprechung des BHF auszuhebeln. Mit dem so genannten Zollkodex-Anpassungsgesetz plant der Gesetzgeber derzeit sogar, die Erstausbildung im Einkommensteuergesetz zu definieren. Damit soll der Steuerabzug von Studienkosten weiter eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen\u00a0finden Sie auf der Homepage des BdSt.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\" style=\"color: #999999;\">Quelle:\u00a0BdSt, Pressemitteilung vom 05.11.2014<\/p>\n<p style=\"color: #333333;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fiskus muss sich wom\u00f6glich st\u00e4rker an Studienkosten beteiligen Kosten f\u00fcr ein Erststudium oder eine Erstausbildung sind beruflich veranlasst und m\u00fcssten deshalb steuerlich besser ber\u00fccksichtigt werden &#8211; damit folgt der Bundesfinanzhof (BFH) der Auffassung des Bundes der Steuerzahler (BdSt). 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