{"id":42657,"date":"2015-01-06T18:09:32","date_gmt":"2015-01-06T16:09:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42657"},"modified":"2015-01-06T18:09:32","modified_gmt":"2015-01-06T16:09:32","slug":"beruecksichtigung-von-verlusten-aus-der-veraeusserung-von-aktienzertifikaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/beruecksichtigung-von-verlusten-aus-der-veraeusserung-von-aktienzertifikaten\/","title":{"rendered":"Ber\u00fccksichtigung von Verlusten aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Aktienzertifikaten"},"content":{"rendered":"<p>Der Kl\u00e4ger erwarb am 31.05.2007 f\u00fcnf sog. &#8222;Lock in Bull Zertifikate&#8220; (Laufzeit: 31.05.2007 bis 01.10.2008) zum Kurswert von 225 T\u20ac zuz\u00fcglich Provision. Als Verzinsung war f\u00fcr den Zeitraum 31.05.2007 bis 28.07.2008 (sog. &#8222;Observation Date&#8220;) ein Betrag von 333 \u20ac je Zertifikat vorgesehen. Da sich die Aktienkurse zu Beginn des Jahres 2008 negativ entwickelten, wurde der Unterwert des Zertifikats von 85% des Referenzwerts unterschritten. Der Emittent musste daher nur noch einen Betrag von 15% des Nominalwerts zuz\u00fcglich des Zinsbetrags zahlen. Der Kl\u00e4ger entschloss sich deshalb, die Option zum Erwerb von f\u00fcnf sog. &#8222;Underlying Certificates&#8220; gegen Zahlung von 25 T\u20ac auszu\u00fcben. Auf diese Weise gelang es ihm, die Zertifikate im Mai 2008 f\u00fcr insgesamt 38.148,25 \u20ac zu ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">In seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr 2008 machte der Kl\u00e4ger einen Ver\u00e4u\u00dferungsverlust von 211.650 \u20ac und damit zusammenh\u00e4ngende Werbungskosten von 27.698 \u20ac geltend. Das beklagte Finanzamt folgte dem im Hinblick auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zur Ver\u00e4u\u00dferung von Indexzertifikaten nur teilweise und ber\u00fccksichtigte einen Verlust von 27.174 \u20ac und Werbungskosten von 4.980 \u20ac.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Die dagegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht hat entschieden, dass die &#8222;Lock in Bull Zertifikate&#8220; zu den sonstigen Kapitalforderungen geh\u00f6ren. Dem Kl\u00e4ger sei eine Verzinsung und eine teilweise Kapitalr\u00fcckzahlung zugesagt worden. Es handele sich um die Ver\u00e4u\u00dferung einer sonstigen Kapitalforderung mit Zinsforderung, bei der die H\u00f6he der Ertr\u00e4ge von einem ungewissen Ereignis abh\u00e4nge. Die H\u00f6he des Ertrags sei von der ungewissen Entwicklung des Aktienkurses abh\u00e4ngig gewesen und habe bei g\u00fcnstiger Kursentwicklung entweder 10% oder 80% des Nominalwerts der Zertifikate betragen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">In Anwendung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs k\u00f6nne aber nicht der gesamte Verlust aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Zertifikate anerkannt werden. Entsprechendes gelte f\u00fcr den Werbungskostenabzug. Soweit der Kl\u00e4ger das der H\u00f6he nach eindeutig bestimmbare Risiko eines Kapitalausfalls in H\u00f6he von 85% des Nennbetrags der Zertifikate eingegangen sei, sei der Ver\u00e4u\u00dferungsverlust dem nicht steuerbaren Bereich zuzuordnen. Der Wortlaut des Gesetzes werde insoweit eingeschr\u00e4nkt, als dies angesichts der fehlenden Abgrenzbarkeit von Nutzungsentgelt und realisierter Wertver\u00e4nderung geboten sei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Anders als der Kl\u00e4ger meine, k\u00f6nne der garantierte Mindestr\u00fcckzahlungsbetrag bestimmt werden. Er habe nach den Vertragsbedingungen 15% des Nennbetrags betragen. Zudem w\u00fcrden die vom Bundesfinanzhof entwickelten Grunds\u00e4tze sowohl f\u00fcr positive als auch f\u00fcr negative Ertr\u00e4ge aus einer Wertentwicklung des hingegebenen Kapitals gelten. Schlie\u00dflich scheide eine entsprechende Anwendung nicht deshalb aus, weil eine Verzinsung von 0,67% des Nennbetrags der Zertifikate zugesagt worden sei. Eine derart niedrige Verzinsung sei nicht geeignet, den Charakter der Zinsforderung insgesamt zu \u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10.5pt; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Die Entscheidung im Volltext: <a href=\"http:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/fgs\/duesseldorf\/j2014\/4_K_1072_13_E_Urteil_20140806.html\">4 K 1072\/13 E<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Finanzgericht D\u00fcsseldorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kl\u00e4ger erwarb am 31.05.2007 f\u00fcnf sog. &#8222;Lock in Bull Zertifikate&#8220; (Laufzeit: 31.05.2007 bis 01.10.2008) zum Kurswert von 225 T\u20ac zuz\u00fcglich Provision. 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