{"id":42683,"date":"2015-01-08T09:20:58","date_gmt":"2015-01-08T07:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42683"},"modified":"2015-01-08T09:21:51","modified_gmt":"2015-01-08T07:21:51","slug":"42683","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/42683\/","title":{"rendered":"Wirksame \u00dcbermittlung einer Einkommensteuererkl\u00e4rung per Fax"},"content":{"rendered":"<h2>Mit Urteil vom 8. Oktober 2014 hat der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, dass eine Einkommensteuererkl\u00e4rung auch wirksam per Fax an das Finanzamt (FA) \u00fcbermittelt werden kann.<\/h2>\n<p>Die Kl\u00e4gerin erzielte im Streitjahr 2007 ausschlie\u00dflich Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit. \u00dcber den Inhalt der von ihrer Steuerberaterin erstellten Einkommensteuererkl\u00e4rung 2007 hatte sich die Kl\u00e4gerin ausschlie\u00dflich telefonisch informiert und das ihr zugefaxte Deckblatt der Erkl\u00e4rung unterschrieben. Die Steuerberaterin \u00fcbermittelte dem FA die Steuererkl\u00e4rung \u00fcber das ELSTER-Portal ohne Zertifizierung. Beim FA ging am 30. Dezember 2011 die hierzu geh\u00f6rende komprimierte Einkommensteuererkl\u00e4rung ein, deren erste Seite das zugefaxte Deckblatt mit der telekopierten Unterschrift der Kl\u00e4gerin war. Erst im Januar 2012 unterschrieb die Kl\u00e4gerin erneut das Deckblatt der Erkl\u00e4rung an Amtsstelle. Das FA lehnte den Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer 2007 wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist ab. Das Finanzgericht (FG) gab der hiergegen erhobenen Klage statt.<\/p>\n<p>Der BFH best\u00e4tigt die Entscheidung des FG. Eine Einkommensteuererkl\u00e4rung kann danach auch wirksam per Fax an das FA \u00fcbermittelt werden. Denn f\u00fcr die Einkommensteuererkl\u00e4rung gilt insoweit nichts anderes als f\u00fcr die \u00dcbermittlung fristwahrender Schrifts\u00e4tze, f\u00fcr die h\u00f6chstrichterlich bereits entschieden ist, dass eine \u00dcbermittlung per Telefax in allen Gerichtszweigen uneingeschr\u00e4nkt zul\u00e4ssig ist (vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtsh\u00f6fe des Bundes vom 5. April 2000 GmS-OGB 1\/98). Durch das Erfordernis der Schriftlichkeit soll sichergestellt werden, dass Person und Inhalt der Erkl\u00e4rung eindeutig festgestellt werden k\u00f6nnen und dass es sich nicht lediglich um einen Entwurf handelt. Diese Zwecke werden auch bei der \u00dcbermittlung einer Einkommensteuererkl\u00e4rung per Fax gewahrt.<\/p>\n<p>Dabei ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige den Inhalt der Erkl\u00e4rung tats\u00e4chlich in vollem Umfang zur Kenntnis genommen hat. Denn mit der auf der Erkl\u00e4rung geleisteten Unterschrift macht sich der Steuerpflichtige deren Inhalt zu eigen und \u00fcbernimmt daf\u00fcr die Verantwortung.<\/p>\n<div class=\"schatten\"><\/div>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0BFH, Pressemitteilung Nr. 1\/15 vom 07.01.2015 zum Urteil VI R 82\/13 vom 08.10.2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.10.2014, VI R 82\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Antragsveranlagung nach \u00a7 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG: Eigenh\u00e4ndige Unterschrift des Steuerpflichtigen auf der Einkommensteuererkl\u00e4rung<\/p>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine Einkommensteuererkl\u00e4rung kann auch wirksam per Fax an das FA \u00fcbermittelt werden. Es ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige den Inhalt der Einkommensteuererkl\u00e4rung tats\u00e4chlich in vollem Umfang zur Kenntnis genommen hat.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein wirksamer Antrag auf Veranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 des Einkommensteuergesetzes (EStG) vorliegt, wenn die Unterschrift des Steuerpflichtigen als Telefax eingereicht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) erzielte im Streitjahr 2007 ausschlie\u00dflich Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Steuerberaterin der Kl\u00e4gerin \u00fcbermittelte dem Beklagten und Revisionskl\u00e4ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f\u00fcr das Streitjahr \u00fcber das ELSTER-Portal ohne Zertifizierung eine Einkommensteuererkl\u00e4rung f\u00fcr die Kl\u00e4gerin. Am 30.\u00a0Dezember 2011 ging beim FA die hierzu geh\u00f6rende komprimierte Einkommensteuererkl\u00e4rung ein. Die erste Seite (Deckblatt) dieser Erkl\u00e4rung war eine Telekopie (Fax) mit telekopierter Unterschrift der Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Vor Einreichung der Steuererkl\u00e4rung hatte sich die Kl\u00e4gerin, die urlaubsbedingt ortsabwesend war, in einem Telefonat mit ihrer Steuerberaterin \u00fcber den Inhalt der Erkl\u00e4rung und die darin angesetzten Betr\u00e4ge ausgetauscht. Ohne die Erkl\u00e4rung in k\u00f6rperlicher Form gesehen zu haben, hatte sie sich im Anschluss an dieses Telefonat mit der Einreichung der Erkl\u00e4rung beim FA einverstanden erkl\u00e4rt und zu diesem Zweck das ihr daraufhin zugefaxte Deckblatt der Erkl\u00e4rung unterschrieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 24.\u00a0Januar 2012 unterschrieb die Kl\u00e4gerin erneut ein Deckblatt der Erkl\u00e4rung an Amtsstelle. Das FA lehnte den Antrag der Kl\u00e4gerin auf Veranlagung zur Einkommensteuer wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage beantragte die Kl\u00e4gerin, das FA zur Durchf\u00fchrung einer Einkommensteuerveranlagung f\u00fcr das Streitjahr zu verpflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2013, 2017 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr\u00fcndet und war daher zur\u00fcckzuweisen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Das FG hat das FA zu Recht verpflichtet, f\u00fcr 2007 eine Einkommensteuerveranlagung durchzuf\u00fchren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, so wird eine Veranlagung nach \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 Satz 1 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20.\u00a0Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150) nur durchgef\u00fchrt, wenn die Veranlagung beantragt wird, insbesondere zur Anrechnung von Lohnsteuer auf die Einkommensteuer. Der Antrag ist durch Abgabe einer Einkommensteuererkl\u00e4rung zu stellen (\u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 Satz\u00a02 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das Einkommensteuergesetz enth\u00e4lt keine Definition des Begriffs der Einkommensteuererkl\u00e4rung. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) verkn\u00fcpft \u00a7\u00a046 Abs.\u00a02 Nr.\u00a08 Satz\u00a02 EStG aber die Wirksamkeit des Antrags auf Veranlagung mit den Anforderungen an eine formal wirksame Einkommensteuererkl\u00e4rung. Liegt eine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Einkommensteuererkl\u00e4rung vor, ist die Finanzbeh\u00f6rde deshalb verpflichtet, die Einkommensteuerveranlagung durchzuf\u00fchren. Fehlt es daran, so ist der Antrag nicht wirksam gestellt (Senatsbeschluss vom 22.\u00a0Mai 2006 VI\u00a0R\u00a049\/04, BFHE 213, 508, BStBl II 2006, 808, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a025 Abs.\u00a03 EStG muss die Einkommensteuererkl\u00e4rung eigenh\u00e4ndig unterschrieben sein. Eigenh\u00e4ndigkeit der Unterschrift bedeutet, dass sie &#8222;von der Hand&#8220; des Antragstellers bzw. des Steuerpflichtigen stammen muss (Senatsurteil vom 7.\u00a0November 1997 VI\u00a0R\u00a045\/97, BFHE 184, 381, BStBl II 1998, 54). Eine Blankounterschrift gen\u00fcgt diesen Anforderungen nicht. Denn die im b\u00fcrgerlichen Recht zu \u00a7\u00a0126 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs entwickelten Grunds\u00e4tze, nach denen Blankounterschriften zur Wahrung der Schriftform ausreichen, lassen sich weder unmittelbar noch analog auf das Erfordernis der eigenh\u00e4ndigen Unterzeichnung von Steuererkl\u00e4rungen \u00fcbertragen. Dies folgt aus \u00a7\u00a0150 Abs.\u00a02 und 3 der Abgabenordnung (AO), wonach abweichend von der b\u00fcrgerlich-rechtlichen Rechtslage nicht nur eine Unterzeichnung der Einkommensteuererkl\u00e4rung durch den Bevollm\u00e4chtigten grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen ist, sondern der Steuerpflichtige auch pers\u00f6nlich schriftlich versichern muss, dass er die Angaben in der Einkommensteuererkl\u00e4rung nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Dementsprechend soll der Steuerpflichtige grunds\u00e4tzlich erkennbar, d.h. durch seine eigenh\u00e4ndige Unterschrift, die Verantwortung f\u00fcr die tats\u00e4chlichen Angaben in der Steuererkl\u00e4rung \u00fcbernehmen. Dar\u00fcber hinaus soll durch die unmittelbar auf dem Erkl\u00e4rungsvordruck geleistete Unterschrift sichergestellt werden, dass sich der Steuerpflichtige \u00fcber die L\u00fcckenlosigkeit und Richtigkeit der ggf. von einer dritten Person, insbesondere seinem steuerlichen Berater, vorgenommenen Eintragungen und den Umfang der im Vordruck vorgesehenen Angaben vergewissern kann (Senatsurteile vom 8.\u00a0Juli 1983 VI\u00a0R\u00a080\/81, BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13; vom 20.\u00a0Januar 1984 VI\u00a0R\u00a016\/82, BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436, und VI\u00a0R\u00a015\/82, juris; vom 10.\u00a0Oktober 1986 VI\u00a0R\u00a0208\/83, BFHE 148, 47, BStBl II 1987, 77). Unter Heranziehung dieser Erw\u00e4gungen hat der Senat bereits entschieden, dass eine eigenh\u00e4ndige Unterschrift dann nicht vorliegt, wenn der Steuerpflichtige auf einem Unterschriftsstreifen unterschreibt, der vom steuerlichen Berater nach Erstellung der Erkl\u00e4rung auf die f\u00fcr die Unterschriftsleistung vorgesehene Stelle des amtlichen Vordrucks f\u00fcr den Lohnsteuer-Jahresausgleich oder die Einkommensteuererkl\u00e4rung geklebt wird (Senatsurteil in BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13). Der erkennende Senat hat des Weiteren klargestellt, dass es an einer eigenh\u00e4ndigen Unterschrift auch dann fehlt, wenn bei Verwendung von unterschriebenen Unterschriftszetteln dem Steuerpflichtigen vor Absendung der Steuererkl\u00e4rung an das FA eine &#8222;Vorausberechnung&#8220; seines Steuerberaters, aus der die Besteuerungsgrundlagen ersichtlich sind, zugegangen ist, mit der Aufforderung, dem Steuerberater etwaige \u00c4nderungen unverz\u00fcglich mitzuteilen (Senatsurteil in BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die innerhalb der vierj\u00e4hrigen Festsetzungsfrist eingegangene Einkommensteuererkl\u00e4rung der Kl\u00e4gerin ist wirksam. Sie stimmt mit der im ELSTER-Verfahren erzeugten komprimierten Einkommensteuererkl\u00e4rung \u00fcberein und ist damit, wie \u00a7\u00a0150 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO fordert, nach amtlichem Vordruck abgegeben worden. Sie enth\u00e4lt auch &#8211;was zwischen den Beteiligten nicht in Streit ist&#8211; die f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Veranlagung erforderlichen Mindestangaben (Auskunft \u00fcber den Besteuerungstatbestand und seine Bemessungsgrundlagen, vgl. Senatsbeschluss in BFHE 213, 508, BStBl II 2006, 808; Senatsurteile vom 10.\u00a0Juli 1987 VI\u00a0R\u00a0160\/86, BFHE 150, 543, BStBl II 1987, 827; vom 15.\u00a0M\u00e4rz 1974 VI\u00a0R\u00a0108\/71, BFHE 112, 345, BStBl II 1974, 590). Die Erkl\u00e4rung ist ferner eigenh\u00e4ndig unterschrieben. Denn es liegt eine Unterschrift &#8222;von der Hand&#8220; der Kl\u00e4gerin vor. Dem steht nicht entgegen, dass das unterschriebene Deckblatt der Erkl\u00e4rung beim FA als Faxkopie eingereicht wurde. Denn sowohl die Steuererkl\u00e4rung als auch die Unterschrift des Steuerpflichtigen k\u00f6nnen per Fax an das FA \u00fcbermittelt oder in Faxkopie beim FA vorgelegt werden. Das Formerfordernis des \u00a7\u00a025 Abs.\u00a03 EStG wird hierdurch gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Es ist bereits h\u00f6chstrichterlich entschieden, dass die \u00dcbermittlung fristwahrender Schrifts\u00e4tze per Telefax in allen Gerichtszweigen uneingeschr\u00e4nkt zul\u00e4ssig ist (vgl. Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtsh\u00f6fe des Bundes vom 5.\u00a0April 2000 GmS-OGB\u00a01\/98, BGHZ 144, 160, m.w.N.). Dies gilt f\u00fcr Klagen und Rechtsmittel (vgl. BFH-Beschluss vom 26.\u00a0M\u00e4rz 1991 VIII\u00a0B\u00a083\/90, BFHE 163, 510, BStBl II 1991, 463, m.w.N.) sowie im finanzgerichtlichen Verfahren f\u00fcr die Einreichung der Prozessvollmacht, wenn hierf\u00fcr eine Ausschlussfrist gesetzt wurde (BFH-Urteil vom 19.\u00a0Januar 1989 IV\u00a0R\u00a021-23\/87, BFHE 156, 350, BStBl II 1989, 567, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr die Abgabe der Einkommensteuererkl\u00e4rung mit der hierf\u00fcr erforderlichen Unterschrift kann nichts anderes gelten. Denn zum einen geh\u00f6rt zum Erfordernis der Schriftform auch die eigenh\u00e4ndige Unterschrift unter dem Schriftst\u00fcck (BFH-Urteil vom 10.\u00a0M\u00e4rz 1982 I\u00a0R\u00a091\/81, BFHE 136, 38, BStBl II 1982, 573). Zum anderen treffen die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Erfordernis der Schriftlichkeit fristgebundener Erkl\u00e4rungen auch auf die Einkommensteuererkl\u00e4rung zu. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung soll das Schriftlichkeitserfordernis, soweit es durch prozessrechtliche Vorschriften zwingend gefordert ist, gew\u00e4hrleisten, dass der Inhalt der Erkl\u00e4rung und die erkl\u00e4rende Person hinreichend zuverl\u00e4ssig festgestellt werden k\u00f6nnen. Des Weiteren soll das aus dem Schriftformerfordernis abgeleitete Gebot einer Unterschrift des Erkl\u00e4renden sicherstellen, dass das Schriftst\u00fcck keinen Entwurf betrifft, sondern mit Wissen und Wollen des Erkl\u00e4renden an das Gericht gesandt wurde (Beschluss des Gemeinsamen Senats der Obersten Gerichtsh\u00f6fe des Bundes vom 30.\u00a0April 1979 GmS-OGB\u00a01\/78, BGHZ 75, 340, BVerwGE 58, 359; BFH-Urteil vom 22.\u00a0Juni 2010 VIII\u00a0R\u00a038\/08, BFHE 230, 115, BStBl II 2010, 1017, m.w.N.). Dieselben Zwecke verfolgen die Formerfordernisse der Steuererkl\u00e4rung nach \u00a7\u00a025 Abs.\u00a03 EStG. Auch hier soll sichergestellt werden, dass Person und Inhalt der Erkl\u00e4rung eindeutig festgestellt werden k\u00f6nnen und dass es sich nicht lediglich um einen Entwurf handelt. So soll vermieden werden, dass Einkommensteuererstattungen von Nichtberechtigten beansprucht und falsche Erkl\u00e4rungen ohne Wissen und Wollen des Steuerpflichtigen abgegeben werden k\u00f6nnen. Ferner soll &#8211;wie bereits unter 2. ausgef\u00fchrt&#8211; durch die eigenh\u00e4ndige Unterschrift sichergestellt werden, dass der Steuerpflichtige die Verantwortung f\u00fcr die Angaben in der Steuererkl\u00e4rung \u00fcbernimmt und sich \u00fcber deren L\u00fcckenlosigkeit und Richtigkeit vergewissern kann (Senatsurteile in BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13; in BFHE 140, 149, BStBl II 1984, 436; in BFHE 148, 47, BStBl II 1987, 77). Diese Zwecke werden aber auch dann erf\u00fcllt, wenn der Steuerpflichtige die Einkommensteuererkl\u00e4rung unterschreibt und sie per Telefax an das FA schickt. So sind hierbei etwa Inhalt und Urheberschaft gleicherma\u00dfen anhand der gemachten Angaben eindeutig erkennbar (vgl. FG M\u00fcnchen, Urteil vom 1.\u00a0Dezember 1994\u00a0 10\u00a0K\u00a01427\/94, juris; FG Brandenburg, Urteil vom 24.\u00a0Februar 2003\u00a0 1\u00a0K\u00a057\/02, EFG 2003, 777; im Ergebnis auch Schmidt\/Seeger, EStG, 33.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a025 Rz\u00a06; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 13.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a025 Rz\u00a010; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7\u00a0150 AO Rz\u00a06; Heuermann in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a0150 AO Rz\u00a034). An die Abgabe einer Einkommensteuererkl\u00e4rung h\u00f6here Formanforderungen zu stellen als an bestimmende Schrifts\u00e4tze, w\u00e4re nicht gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Unerheblich ist, ob die Kl\u00e4gerin tats\u00e4chlich Kenntnis vom Inhalt der Steuererkl\u00e4rung genommen oder ob ihr die Erkl\u00e4rung auch tats\u00e4chlich vorgelegen hat. Denn auch wenn dies nicht der Fall gewesen sein sollte, hat sie sich gleichwohl mit ihrer Unterschrift auf der Erkl\u00e4rung deren Inhalt zu eigen gemacht und die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernommen. Diese Ungewissheit \u00fcber den Umfang der Kenntnis des Steuerpflichtigen ist im \u00dcbrigen bei jeder Steuererkl\u00e4rung mit diversen Anlagen, aber einer nur einmal geforderten Unterschrift gegeben und ist auch im ELSTER-Programm angelegt, das bei der komprimierten Einkommensteuererkl\u00e4rung die Unterschrift des Steuerpflichtigen nur auf Seite\u00a01 des Deckblatts vorsieht. Entscheidend ist, dass der die Unterschrift tragende Teil der Steuererkl\u00e4rung der eingereichten Steuererkl\u00e4rung insgesamt eindeutig zugeordnet werden kann. Dies unterliegt vorliegend aufgrund der sich deckenden Angaben in der Faxkopie des Deckblatts sowie der \u00fcbrigen Erkl\u00e4rung mit der elektronisch \u00fcbermittelten Steuererkl\u00e4rung keinem Zweifel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Mit diesem Auslegungsergebnis setzt sich der erkennende Senat nicht zur BFH-Rechtsprechung betreffend Investitionszulagenantr\u00e4ge (BFH-Urteile vom 17.\u00a0Dezember 1998 III\u00a0R\u00a0101\/96, BFH\/NV 1999, 967, und III\u00a0R\u00a087\/96, BFHE 188, 182, BStBl II 1999, 313, und BFH-Beschluss vom 24.\u00a0Juli 2003 III\u00a0B\u00a078\/02, BFH\/NV 2003, 1610) in Widerspruch. Denn diesbez\u00fcglich stand &#8211;anders als im Streitfall&#8211; die steuerstrafrechtliche Verantwortung des Steuerpflichtigen f\u00fcr den Inhalt des von ihm gestellten Antrags im Vordergrund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 8. Oktober 2014 hat der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, dass eine Einkommensteuererkl\u00e4rung auch wirksam per Fax an das Finanzamt (FA) \u00fcbermittelt werden kann. Die Kl\u00e4gerin erzielte im Streitjahr 2007 ausschlie\u00dflich Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit. \u00dcber den Inhalt der von ihrer Steuerberaterin erstellten Einkommensteuererkl\u00e4rung 2007 hatte sich die Kl\u00e4gerin ausschlie\u00dflich telefonisch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/42683\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wirksame \u00dcbermittlung einer Einkommensteuererkl\u00e4rung per Fax<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42683"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}