{"id":42690,"date":"2015-01-08T09:24:40","date_gmt":"2015-01-08T07:24:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42690"},"modified":"2015-01-08T09:24:40","modified_gmt":"2015-01-08T07:24:40","slug":"freiberufliche-taetigkeit-selbstaendiger-aerzte-trotz-beschaeftigung-angestellter-aerzte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/freiberufliche-taetigkeit-selbstaendiger-aerzte-trotz-beschaeftigung-angestellter-aerzte\/","title":{"rendered":"Freiberufliche T\u00e4tigkeit selbst\u00e4ndiger \u00c4rzte trotz Besch\u00e4ftigung angestellter \u00c4rzte"},"content":{"rendered":"<h2>Mit Urteil vom 16. Juli 2014 VIII R 41\/12 hat der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, dass selbst\u00e4ndige \u00c4rzte ihren Beruf grunds\u00e4tzlich auch dann leitend und eigenverantwortlich aus\u00fcben und damit freiberuflich und nicht gewerblich t\u00e4tig werden, wenn sie \u00e4rztliche Leistungen von angestellten \u00c4rzten erbringen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie die jeweils anstehenden Voruntersuchungen bei den Patienten durchf\u00fchren, f\u00fcr den Einzelfall die Behandlungsmethode festlegen und sich die Behandlung &#8222;problematischer F\u00e4lle&#8220; vorbehalten.<\/h2>\n<p>Im Streitfall betreiben die Gesellschafter eine Gemeinschaftspraxis f\u00fcr An\u00e4sthesie in der Rechtsform einer GbR. Ihre Berufst\u00e4tigkeit \u00fcben sie als mobiler An\u00e4sthesiebetrieb in der Praxis von \u00c4rzten aus, die Operationen unter Narkose durchf\u00fchren wollen. Jeweils einer der Gesellschafter f\u00fchrt eine Voruntersuchung durch und schl\u00e4gt eine Behandlungsmethode vor. Die eigentliche An\u00e4sthesie f\u00fchrt sodann ein anderer Arzt aus. In den Streitjahren besch\u00e4ftigte die GbR eine angestellte \u00c4rztin, die solche An\u00e4sthesien nach den Voruntersuchungen der Gesellschafter in einfach gelagerten F\u00e4llen vornahm. Problematische F\u00e4lle blieben nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des Finanzgerichts (FG) den Gesellschaftern der GbR vorbehalten.<\/p>\n<p>Das Finanzamt sah die T\u00e4tigkeit der GbR wegen Besch\u00e4ftigung der angestellten \u00c4rztin nicht als freiberufliche T\u00e4tigkeit der Gesellschafter an und ging deshalb von einer gewerblichen T\u00e4tigkeit aus.<\/p>\n<p>Wie die Vorinstanz ist der BFH dieser Rechtsauffassung nicht gefolgt. Die Mithilfe qualifizierten Personals ist f\u00fcr die Freiberuflichkeit des Berufstr\u00e4gers auch im Bereich der \u00e4rztlichen T\u00e4tigkeit unsch\u00e4dlich, wenn dieser bei der Erledigung der einzelnen Auftr\u00e4ge aufgrund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig wird. Diesen Anforderungen gen\u00fcgt schon eine patientenbezogene regelm\u00e4\u00dfige und eingehende Kontrolle der T\u00e4tigkeit des angestellten Fachpersonals. Die Auffassung des FG, diese notwendige &#8211; patientenbezogene &#8211; leitende Eigenverantwortlichkeit der Gesellschafter sei wegen der ausschlie\u00dflich von ihnen gef\u00fchrten Voruntersuchungen bei den Patienten, der Festlegung der Behandlungsmethode sowie des Vorbehalts der Selbstbehandlung &#8222;problematischer F\u00e4lle&#8220; gegeben, hat der BFH best\u00e4tigt. W\u00fcrde man dar\u00fcber hinaus die unmittelbare Ausf\u00fchrung der An\u00e4sthesiet\u00e4tigkeit durch die Gesellschafter verlangen -so aber die Finanzverwaltung-, w\u00fcrde man den Einsatz fachlich vorgebildeten Personals im Bereich der Heilberufe faktisch ausschlie\u00dfen und damit die Anforderungen des Gesetzes \u00fcberdehnen.<\/p>\n<div class=\"schatten\"><\/div>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0BFH, Pressemitteilung Nr. 3\/15 vom 07.01.2015 zum Urteil VIII R 41\/12 vom 16.07.2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.7.2014, VIII R 41\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Leitende und eigenverantwortliche T\u00e4tigkeit selbst\u00e4ndiger \u00c4rzte bei Besch\u00e4ftigung angestellter \u00c4rzte<\/p>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Selbst\u00e4ndige \u00c4rzte \u00fcben ihren Beruf grunds\u00e4tzlich auch dann leitend und eigenverantwortlich aus, wenn sie \u00e4rztliche Leistungen von angestellten \u00c4rzten erbringen lassen.<\/p>\n<p>2. Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass sie aufgrund ihrer Fachkenntnisse durch regelm\u00e4\u00dfige und eingehende Kontrolle ma\u00dfgeblich auf die T\u00e4tigkeit ihres angestellten Fachpersonals &#8211;patientenbezogen&#8211; Einfluss nehmen, so dass die Leistung den &#8222;Stempel der Pers\u00f6nlichkeit&#8220; des Steuerpflichtigen tr\u00e4gt (Anschluss an BFH-Urteil vom 22. Januar 2004 IV R 51\/01, BFHE 205, 151, BStBl II 2004, 509).<\/p>\n<p>3. F\u00fchrt ein selbst\u00e4ndiger Arzt die jeweils anstehenden Voruntersuchungen bei den Patienten durch, legt er f\u00fcr den Einzelfall die Behandlungsmethode fest und beh\u00e4lt er sich die Behandlung &#8222;problematischer F\u00e4lle&#8220; vor, ist die Erbringung der \u00e4rztlichen Leistung durch angestellte \u00c4rzte regelm\u00e4\u00dfig als Aus\u00fcbung leitender eigenverantwortlicher freiberuflicher T\u00e4tigkeit im Rahmen des \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG anzusehen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) betreibt eine Gemeinschaftspraxis f\u00fcr An\u00e4sthesie in der Rechtsform einer GbR und \u00fcbt ihre Berufst\u00e4tigkeit durch ihre Gesellschafter ohne Praxisr\u00e4ume als mobilen An\u00e4sthesiebetrieb in der Praxis von \u00c4rzten aus, die Operationen unter Narkose durchf\u00fchren wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) legen die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin w\u00f6chentlich im Voraus fest, welcher Arzt bei welchem Operateur nach den von ihnen entwickelten standardisierten Behandlungsmethoden t\u00e4tig werden soll. Jeweils einer der Gesellschafter f\u00fchrt eine Voruntersuchung durch und schl\u00e4gt eine Behandlungsmethode vor. Die eigentliche An\u00e4sthesie f\u00fchrt sodann ein anderer Arzt aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren 2004 und 2005 besch\u00e4ftigte die Kl\u00e4gerin eine angestellte \u00c4rztin, die solche An\u00e4sthesien nach den Voruntersuchungen der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin in einfach gelagerten F\u00e4llen vornahm. Problematische F\u00e4lle blieben nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG den Gesellschaftern der Kl\u00e4gerin vorbehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging aufgrund einer Au\u00dfenpr\u00fcfung davon aus, die Kl\u00e4gerin \u00fcbe ihre \u00e4rztliche T\u00e4tigkeit wegen Besch\u00e4ftigung der angestellten \u00c4rztin nicht mehr leitend und eigenverantwortlich durch ihre Gesellschafter aus und sei deshalb gewerblich t\u00e4tig. Die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin seien zwar leitend t\u00e4tig. Die angestellte \u00c4rztin sei aber nach der &#8222;Berufsordnung f\u00fcr \u00c4rzte&#8220; zur eigenverantwortlichen und weisungsfreien Arbeit verpflichtet. W\u00e4hrend einer Operation sei sie &#8222;auf sich allein gestellt&#8220;. Anders als bei einem angestellten Zahnarzt, f\u00fcr den der Praxisinhaber im Nebenzimmer jederzeit erreichbar sei, m\u00fcsse die angestellte An\u00e4sthesistin bei Komplikationen w\u00e4hrend der Operation selbst entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen die daraufhin f\u00fcr die Streitjahre ergangenen Gewinnfeststellungs- und Gewerbesteuermessbescheide legte die Kl\u00e4gerin Einspr\u00fcche ein, die das FA als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckwies.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der daraufhin erhobenen Klage gab das FG mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 129 ver\u00f6ffentlichten Urteil statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht sehe das FG den Schwerpunkt einer An\u00e4sthesie in der Beratung und Aufkl\u00e4rung. Da die angestellte An\u00e4sthesistin eigenverantwortlich bei den jeweiligen Operationen &#8211;ohne M\u00f6glichkeit einer R\u00fccksprache&#8211; t\u00e4tig geworden sei, fehle die erforderliche eigenverantwortliche und leitende T\u00e4tigkeit der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und nach \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in st\u00e4ndiger Rechtsprechung, insbesondere zu Heilberufen oder heilberufsnahen Berufst\u00e4tigkeiten, entschieden hat, ist die Mithilfe qualifizierten Personals f\u00fcr die Freiberuflichkeit des Berufstr\u00e4gers unsch\u00e4dlich, wenn er bei der Erledigung der einzelnen Auftr\u00e4ge aufgrund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dabei ist f\u00fcr einen Arzt ebenso wie f\u00fcr Krankenpfleger zu ber\u00fccksichtigen, dass sie eine h\u00f6chstpers\u00f6nliche, individuelle Arbeitsleistung am Patienten schulden und deshalb einen wesentlichen Teil der Dienstleistungen selbst \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Daf\u00fcr reicht es aber aus, dass sie aufgrund ihrer Fachkenntnisse durch regelm\u00e4\u00dfige und eingehende Kontrolle ma\u00dfgeblich auf die T\u00e4tigkeit ihres angestellten Fachpersonals &#8211;patientenbezogen&#8211; Einfluss nehmen, so dass die Leistung den &#8222;Stempel der Pers\u00f6nlichkeit&#8220; des Steuerpflichtigen tr\u00e4gt (vgl. BFH-Urteil vom 22.\u00a0Januar 2004 IV\u00a0R\u00a051\/01, BFHE 205, 151, BStBl II 2004, 509, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob diese Voraussetzungen im Einzelfall gegeben sind, obliegt der tatrichterlichen W\u00fcrdigung, die vom Revisionsgericht nur daraufhin zu pr\u00fcfen ist, ob sie gesetzliche Auslegungsregeln oder allgemein anerkannte Auslegungsgrunds\u00e4tze missachtet (vgl. BFH-Urteil vom 14.\u00a0M\u00e4rz 2007 XI\u00a0R\u00a059\/05, BFH\/NV 2007, 1319, m.w.N., zur T\u00e4tigkeit eines Krankengymnasten mit einer Vielzahl von Mitarbeitern).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben ist die tats\u00e4chliche W\u00fcrdigung des FG entgegen der Auffassung des FA aus Rechtsgr\u00fcnden nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, die notwendige &#8211;patientenbezogene&#8211; leitende Eigenverantwortlichkeit der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin sei wegen der ausschlie\u00dflich von ihnen gef\u00fchrten Voruntersuchungen bei den Patienten, der Festlegung der Behandlungsmethode sowie des Vorbehalts der Selbstbehandlung &#8222;problematischer F\u00e4lle&#8220; gegeben, ist auf der Grundlage seiner umfangreichen tats\u00e4chlichen Feststellungen durch Vernehmung der t\u00e4tig gewordenen \u00c4rzte in jeder Hinsicht nachvollziehbar und deshalb als nach den Denkgesetzen und allgemeinen Erfahrungss\u00e4tzen m\u00f6gliche W\u00fcrdigung nach \u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit das FA im Ergebnis die unmittelbare Ausf\u00fchrung der An\u00e4sthesiet\u00e4tigkeit durch die Gesellschafter als unverzichtbare Voraussetzung f\u00fcr die Annahme einer eigenverantwortlichen und leitenden \u00e4rztlichen T\u00e4tigkeit ansieht, \u00fcberdehnt es die Anforderungen des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und w\u00fcrde damit den Einsatz fachlich vorgebildeten Personals im Bereich der Heilberufe im Ergebnis ausschlie\u00dfen, obwohl der Gesetzgeber keinen Bereich der freien Berufe i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG nach Wortlaut und Zweck der Vorschrift von dieser M\u00f6glichkeit des Einsatzes fachlich vorgebildeter Mitarbeiter hat ausschlie\u00dfen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 16. Juli 2014 VIII R 41\/12 hat der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, dass selbst\u00e4ndige \u00c4rzte ihren Beruf grunds\u00e4tzlich auch dann leitend und eigenverantwortlich aus\u00fcben und damit freiberuflich und nicht gewerblich t\u00e4tig werden, wenn sie \u00e4rztliche Leistungen von angestellten \u00c4rzten erbringen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie die jeweils anstehenden Voruntersuchungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/freiberufliche-taetigkeit-selbstaendiger-aerzte-trotz-beschaeftigung-angestellter-aerzte\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Freiberufliche T\u00e4tigkeit selbst\u00e4ndiger \u00c4rzte trotz Besch\u00e4ftigung angestellter \u00c4rzte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42690"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42690\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}