{"id":42846,"date":"2015-02-08T12:23:21","date_gmt":"2015-02-08T10:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42846"},"modified":"2015-02-08T12:23:21","modified_gmt":"2015-02-08T10:23:21","slug":"verfahren-bis-zu-einer-gesetzlichen-um-setzung-des-eugh-urteils-c-32612-van-caster-und-van-caster-%c2%a7-6-invstg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfahren-bis-zu-einer-gesetzlichen-um-setzung-des-eugh-urteils-c-32612-van-caster-und-van-caster-%c2%a7-6-invstg\/","title":{"rendered":"Verfahren bis zu einer gesetzlichen Um-setzung des EuGH-Urteils C-326\/12 (van Caster und van Caster) &#8211; \u00a7 6 InvStG"},"content":{"rendered":"<h2>Der EuGH hat mit Urteil vom 9. Oktober 2014 in der Rechtssache C-326\/12 &#8222;van Caster und van Caster&#8220; entschieden, dass \u00a7 6 InvStG an das Unionsrecht anzupassen ist. Dem Steuerpflichtigen, der Anteile an einem ausl\u00e4ndischen Investmentfonds gezeichnet hat, sei die M\u00f6glichkeit einzur\u00e4umen, Unterlagen oder Informationen beizubringen, mit denen sich die tats\u00e4chliche H\u00f6he seiner Eink\u00fcnfte nachweisen l\u00e4sst. Der Inhalt, die Form und das Ma\u00df an Pr\u00e4zision, denen die Angaben gen\u00fcgen m\u00fcssen, um in den Genuss der transparenten Besteuerung zu kommen, m\u00fcssten von der Finanzverwaltung bestimmt werden, um dieser die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Besteuerung zu erm\u00f6glichen. Daher kommt die M\u00f6glichkeit einer Sch\u00e4tzung der Besteuerungsgrundlagen nicht in Betracht.<\/h2>\n<p>Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterung mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder gilt bis zu einer gesetzlichen Umsetzung des EuGH-Urteils Folgendes:<\/p>\n<p><strong>1. Kapitalertragsteuer<\/strong><br \/>\n\u00a7 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 InvStG ist unver\u00e4ndert weiterhin anzuwenden.<\/p>\n<p><strong>2. Veranlagung<\/strong><br \/>\nIm Rahmen der Veranlagung des Steuerpflichtigen wird von der pauschalen Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage nach \u00a7 6 InvStG Abstand genommen, wenn der Steuerpflichtige selbst die entsprechenden Unterlagen oder Informationen beibringt, mit denen sich die tats\u00e4chliche H\u00f6he seiner Eink\u00fcnfte nachweisen l\u00e4sst. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen den Mindestangaben und der optionalen M\u00f6glichkeit, die Angaben des \u00a7 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. c und f InvStG beizubringen, um die jeweilige steuerentlastende Wirkung der entsprechenden Vorschrift gesondert in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>a. Mindestangaben<\/strong><br \/>\nBei der Veranlagung erfolgt eine Besteuerung nach \u00a7 2 Abs. 1 Satz 1 InvStG, wenn der Steuerpflichtige<\/p>\n<div class=\"clearBoth\"><\/div>\n<ul>\n<li>eine Bescheinigung eines zur gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Hilfeleistung befugten Berufstr\u00e4gers im Sinne des \u00a7 3 des Steuerberatungsgesetzes, einer beh\u00f6rdlich anerkannten Wirtschaftspr\u00fcfungsstelle oder einer vergleichbaren ausl\u00e4ndischen Person oder Institution, dass die Besteuerungsgrundlagen nach den Regeln des deutschen Steuerrechts ermittelt wurden,<\/li>\n<li>den zum jeweiligen Gesch\u00e4ftsjahresende g\u00fcltigen Verkaufsprospekt,<\/li>\n<li>den zum jeweiligen Gesch\u00e4ftsjahresende g\u00fcltigen Jahresbericht,<\/li>\n<li>eine Summen- und Saldenliste aus der Fondsbuchhaltung,<\/li>\n<li>eine \u00dcberleitungsrechnung, aus der hervorgeht, wie aus der investmentrechtlichen Rechnungslegung die Besteuerungsgrundlagen nach den Regeln des deutschen Steuerrechtes ermittelt wurden,<\/li>\n<li>eine Anlage f\u00fcr die Gewinn- und Verlustvortr\u00e4ge bezogen auf die einzelnen Ertragsarten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Soweit der Steuerpflichtige nach den vorgenannten Anforderungen den Nachweis der Besteuerungsgrundlagen nicht f\u00fchrt, hat die Ermittlung der Ertr\u00e4ge nach \u00a7 6 InvStG zu erfolgen.<\/p>\n<p><strong>b. Optionale Angaben<\/strong><br \/>\nSofern der Steuerpflichtige auch die Besteuerungsgrundlagen i. S. d. \u00a7 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. c und f InvStG erkl\u00e4rt, erfolgt eine Besteuerung nach \u00a7 2 und \u00a7 4 InvStG. In diesen F\u00e4llen k\u00f6nnen insbesondere die folgenden Nachweise verlangt werden:<\/p>\n<p>\u00dcbersicht \u00fcber die erhaltenen Dividendenzahlungen &#8211; getrennt nach L\u00e4ndern,<\/p>\n<div class=\"clearBoth\"><\/div>\n<ul>\n<li>\u00dcbersicht \u00fcber die einbehaltenen Quellensteuern &#8211; getrennt nach L\u00e4ndern &#8211; und Ermittlung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Anrechnung der einbehaltenen und keinem Erm\u00e4\u00dfigungsanspruch unterliegenden Quellensteuer und<\/li>\n<li>Nachweis des Aufteilungsma\u00dfstabes im Rahmen der Zuordnung von Werbungskosten nach \u00a7 3 Abs. 3 Satz 3 Nr. 2 InvStG (Aktienquote).<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a7 5 Abs. 2 Satz 4 und \u00a7 21 Abs. 19 Satz 3 bis 6 InvStG bleiben unber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Legt der Steuerpflichtige Beweismittel in einer fremden Sprache vor, so kann eine \u00dcbersetzung in die deutsche Sprache verlangt werden (\u00a7 87 Abs. 2 AO).<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0BMF, Schreiben (koordinierter L\u00e4ndererlass) IV C 1 &#8211; S-1980-1 \/ 11 \/ 10014 :005 vom 04.02.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der EuGH hat mit Urteil vom 9. 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