{"id":42856,"date":"2015-02-11T17:14:14","date_gmt":"2015-02-11T15:14:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=42856"},"modified":"2015-02-11T17:14:14","modified_gmt":"2015-02-11T15:14:14","slug":"bagatellgrenze-fuer-die-abfaerbewirkung-von-geringfuegigen-gewerblichen-einkuenften-bei-einkuenften-aus-selbstaendiger-taetigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bagatellgrenze-fuer-die-abfaerbewirkung-von-geringfuegigen-gewerblichen-einkuenften-bei-einkuenften-aus-selbstaendiger-taetigkeit\/","title":{"rendered":"Bagatellgrenze f\u00fcr die Abf\u00e4rbewirkung von geringf\u00fcgigen gewerblichen Eink\u00fcnften bei Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger T\u00e4tigkeit"},"content":{"rendered":"<h2>Der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 27. August 2014 VIII R 6\/12 entschieden, dass die Eink\u00fcnfte einer GbR, die haupts\u00e4chlich Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit erzielt und daneben in geringem Umfang eine gewerbliche T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt, dann nicht insgesamt zu gewerblichen Eink\u00fcnften umqualifiziert werden (sog. Abf\u00e4rbewirkung), wenn die gewerblichen Ums\u00e4tze eine Bagatellgrenze in H\u00f6he von 3 % der Gesamtnettoums\u00e4tze und zus\u00e4tzlich den Betrag von 24.500 Euro im Veranlagungszeitraum nicht \u00fcbersteigen.<\/h2>\n<p>Im Streitfall waren die Gesellschafter der GbR als Rechtsanw\u00e4lte und Insolvenzverwalter t\u00e4tig. In einigen F\u00e4llen wurde in den Streitjahren jedoch keiner der Gesellschafter, sondern ein angestellter Rechtsanwalt zum (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverwalter oder Treuh\u00e4nder bestellt.<\/p>\n<p>Der BFH ist wie die Vorinstanz der Rechtsauffassung des Finanzamtes, wonach die T\u00e4tigkeit der GbR in vollem Umfang als gewerblich zu beurteilen ist, nicht gefolgt. Zwar beurteilte er im Streitfall die von dem angestellten Rechtsanwalt aus seiner T\u00e4tigkeit als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder erzielten Ums\u00e4tze als gewerbliche Eink\u00fcnfte der GbR, da die Gesellschafter insoweit nicht mehr &#8211; wie es \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) verlangt &#8211; aufgrund eigener Fachkenntnisse selbst leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig gewesen sind. Die &#8222;Abf\u00e4rbung&#8220; dieser gewerblichen Eink\u00fcnfte auf die \u00fcbrigen Eink\u00fcnfte der GbR nach \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG lehnte er jedoch als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ab. Da das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit dieser Norm gerade auch im Hinblick auf die dazu ergangene einschr\u00e4nkende Rechtsprechung des BFH bejaht hat, h\u00e4lt der BFH an dieser Rechtsprechung fest. Danach f\u00fchrt eine gewerbliche T\u00e4tigkeit dann nicht zu einer Umqualifizierung der freiberuflichen Eink\u00fcnfte, wenn es sich um eine gewerbliche T\u00e4tigkeit von \u00e4u\u00dferst geringem Umfang handelt. Wie der BFH nunmehr entschieden hat, haben gewerbliche Ums\u00e4tze einen \u00e4u\u00dferst geringen Umfang in diesem Sinne, wenn sie 3 % der Gesamtnettoums\u00e4tze der GbR und den Betrag von 24.500 Euro nicht \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p>Mit zwei weiteren Urteilen vom gleichen Tag hat der VIII. Senat ebenfalls die Anwendbarkeit der Abf\u00e4rbewirkung anhand dieser Bagatellgrenze gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Im Verfahren VIII R 16\/11 hat der BFH die Umqualifizierung der k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit einer GbR in gewerbliche Eink\u00fcnfte verneint, weil die gewerblichen Ums\u00e4tze weniger als 3 % der Gesamtnettoums\u00e4tze betrugen und unterhalb von 24.500 Euro lagen. Im Verfahren VIII R 41\/11 hat der BFH hingegen die Umqualifizierung der freiberuflichen Eink\u00fcnfte einer GbR in gewerbliche Eink\u00fcnfte bejaht, weil die erzielten gewerblichen Ums\u00e4tze die Grenze von 3 % der Gesamtnettoums\u00e4tze in den Streitjahren \u00fcberschritten hatten.<\/p>\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 11\/15 vom 11.02.2015 zu den Urteilen VIII R 6\/12, VIII R 16\/11 und VIII R 41\/11 vom 27.08.2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.8.2014, VIII R 6\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Bagatellgrenze f\u00fcr die Nichtanwendung der Abf\u00e4rberegelung in \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG &#8211; Leitende und eigenverantwortliche Berufsaus\u00fcbung i.S. des \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG<\/p>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Rechtsanwalts-GbR ist gewerblich t\u00e4tig, soweit sie einem angestellten Rechtsanwalt die eigenverantwortliche Durchf\u00fchrung von Insolvenzverfahren \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>2. Ihre Eink\u00fcnfte werden dadurch nicht insgesamt nach \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG zu solchen aus Gewerbebetrieb umqualifiziert, wenn die Nettoumsatzerl\u00f6se aus dieser auf den Angestellten \u00fcbertragenen T\u00e4tigkeit 3 v.H. der Gesamtnettoumsatzerl\u00f6se der Gesellschaft und den Betrag von 24.500 EUR im Veranlagungszeitraum nicht \u00fcbersteigen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist eine aus sieben Rechtsanw\u00e4lten\/-innen bestehende GbR, die auch auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung t\u00e4tig ist. Einer der Gesellschafter, Rechtsanwalt X (X) wurde in den Streitjahren 2003 und 2004 regelm\u00e4\u00dfig zum (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverwalter (31 und 20 Bestellungen) oder Treuh\u00e4nder in Verbraucherinsolvenzverfahren (19 und 21 Bestellungen) bestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In diesen Jahren besch\u00e4ftigte die Kl\u00e4gerin drei angestellte Rechtsanw\u00e4lte, u.a. Rechtsanwalt Y (Y), sowie sieben weitere angestellte Mitarbeiter (Rechtsanwaltsfachangestellte und B\u00fcrokr\u00e4fte). Zudem beauftragte sie in geringem Umfang einen Unternehmensberater und eine Bilanzbuchhalterin als Subunternehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Rechtsanwalt Y wurde in den Jahren 2003 und 2004 jeweils 25 bzw. 38 Mal selbst zum Treuh\u00e4nder oder (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverwalter bestellt. Dar\u00fcber hinaus nahm er Prozesstermine in Mandatsangelegenheiten wahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die beiden anderen angestellten Rechtsanw\u00e4lte bereiteten Klagen f\u00fcr den Forderungseinzug vor und nahmen Gerichtstermine wahr. Sie wurden nicht zum Insolvenzverwalter oder Treuh\u00e4nder bestellt. Die aus der T\u00e4tigkeit des Rechtsanwalts Y als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder in den Streitjahren erzielten Einnahmen der Kl\u00e4gerin beliefen sich auf 15.358,52\u00a0EUR im Jahr 2003 und 21.065,42\u00a0EUR im Jahr 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin ermittelte ihren Gewinn durch Einnahmen\u00fcberschussrechnung nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und behandelte ihre Eink\u00fcnfte als solche aus selbst\u00e4ndiger Arbeit i.S. von \u00a7\u00a018 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Durchf\u00fchrung einer Au\u00dfenpr\u00fcfung gelangte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Auffassung, die Kl\u00e4gerin habe nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG gewerbliche Eink\u00fcnfte erzielt, da sie nach den Kriterien der Vervielf\u00e4ltigungstheorie im Bereich der Insolvenzverwaltung nicht die Voraussetzungen des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG erf\u00fclle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA erlie\u00df am 19.\u00a0M\u00e4rz 2008 nach \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 der Abgabenordnung ge\u00e4nderte Bescheide \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Besteuerungsgrundlagen und stellte einen &#8211;der H\u00f6he nach unstreitigen&#8211; Gewinn aus Gewerbebetrieb in H\u00f6he von 528.358\u00a0EUR (2003) und 410.537\u00a0EUR (2004) fest. Die Nettoums\u00e4tze betrugen 847.721\u00a0EUR in 2003 und 787.211\u00a0EUR in 2004. Zudem erlie\u00df es am selben Tag erstmalig Gewerbesteuermessbetragsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch gegen die ge\u00e4nderten Feststellungs- und erstmaligen Gewerbesteuermessbetragsbescheide erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit Urteil vom 15.\u00a0Dezember 2011\u00a0 2\u00a0K\u00a0412\/08 stattgegeben und die Gewerbesteuermessbetragsbescheide aufgehoben, sowie die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin in voller H\u00f6he als Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung materiellen Rechts und macht geltend, das FG habe zu Unrecht die Regelung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG nicht angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG f\u00fchre jede gewerbliche T\u00e4tigkeit zur steuerlichen Umqualifizierung der \u00fcbrigen Eink\u00fcnfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Lediglich bei einem &#8222;\u00e4u\u00dferst geringen Anteil&#8220; gewerblicher Eink\u00fcnfte &#8211;in jenem Fall 1,25\u00a0v.H. der Gesamtums\u00e4tze&#8211; habe der Bundesfinanzhof (BFH) wegen des Grundsatzes der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit die Abf\u00e4rbewirkung verneint (BFH-Urteil vom 11.\u00a0August 1999 XI\u00a0R\u00a012\/98, BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229). Weder der BFH noch der Gesetzgeber h\u00e4tten bislang den Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatz durch eine allgemeine quantitative Unsch\u00e4dlichkeitsgrenze weiter konkretisiert. Allerdings habe der BFH im Urteil vom 15.\u00a0Dezember 2010 VIII\u00a0R\u00a050\/09 (BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506) ausgef\u00fchrt, dass er an der Grenze von 1,25\u00a0v.H. festhalte. Der BFH-Beschluss vom 8.\u00a0M\u00e4rz 2004 IV\u00a0B\u00a0212\/03 (BFH\/NV 2004, 954), mit dem der BFH eine Umsatzgrenze in H\u00f6he von 2,81\u00a0v.H. als unsch\u00e4dlich angesehen habe, sei lediglich bei summarischer Pr\u00fcfung im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes ergangen. Der Freibetrag nach \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz 3 Nr.\u00a01 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) in H\u00f6he von 24.500\u00a0EUR sei kein taugliches Abgrenzungskriterium.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG Mecklenburg-Vorpommern vom 15.\u00a0Dezember 2011\u00a0 2\u00a0K\u00a0412\/08 hinsichtlich der Bescheide \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f\u00fcr die Jahre 2003 und 2004 sowie der Bescheide \u00fcber den Gewerbesteuermessbetrag f\u00fcr die Jahre 2003 und 2004 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht die Anwendung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG aus Gr\u00fcnden der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit verneint, so dass die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin aus selbst\u00e4ndiger Arbeit nicht zu gewerblichen Eink\u00fcnften umzuqualifizieren sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin \u00fcben in ihrer gesamth\u00e4nderischen Verbundenheit sowohl eine freiberufliche &#8211;anwaltliche&#8211; T\u00e4tigkeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG als auch durch die Insolvenzverwaltert\u00e4tigkeit des Gesellschafters X eine sonstige verm\u00f6gensverwaltende T\u00e4tigkeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH entfaltet eine Personengesellschaft nur dann eine T\u00e4tigkeit, die die Aus\u00fcbung eines freien Berufs i.S. von \u00a7\u00a018 EStG darstellt, wenn s\u00e4mtliche Gesellschafter die Merkmale eines freien Berufs erf\u00fcllen, denn die tatbestandlichen Voraussetzungen der Freiberuflichkeit k\u00f6nnen nicht von der Personengesellschaft selbst, sondern nur von nat\u00fcrlichen Personen erf\u00fcllt werden. Das Handeln der Gesellschafter in ihrer gesamth\u00e4nderischen Verbundenheit und damit das Handeln der Gesellschaft darf kein Element einer nicht freiberuflichen T\u00e4tigkeit enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Es ist unsch\u00e4dlich, wenn die Personengesellschaft durch ihre Gesellschafter neben ihrer freiberuflichen T\u00e4tigkeit auch eine sonstige selbst\u00e4ndige Arbeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG aus\u00fcbt (sog. interprofessionelle Mitunternehmerschaft), solange die Gesellschafter auch hinsichtlich dieser T\u00e4tigkeit die oben dargestellten Anforderungen erf\u00fcllen (vgl. BFH-Urteile vom 26.\u00a0Januar 2011 VIII\u00a0R\u00a03\/10, BFHE 232, 453, BStBl II 2011, 498; vom 15.\u00a0Juni 2010 VIII\u00a0R\u00a010\/09, BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906; vom 28.\u00a0Oktober 2008 VIII\u00a0R\u00a069\/06, BFHE 223, 206, BStBl II 2009, 642).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Bedienen sich die Gesellschafter bei der Aus\u00fcbung ihrer freiberuflichen oder sonstigen selbst\u00e4ndigen Arbeit der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskr\u00e4fte, dann m\u00fcssen die Gesellschafter dennoch auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig sein (\u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a03 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dies setzt allerdings nicht voraus, dass jeder Gesellschafter in allen Unternehmensbereichen leitend t\u00e4tig ist und an jedem Auftrag mitarbeitet. &#8222;Teamarbeit&#8220; oder Mitarbeit ist grunds\u00e4tzlich ausreichend, aber auch in dem Sinne erforderlich, dass sich jeder Gesellschafter kraft seiner pers\u00f6nlichen Berufsqualifikation an der &#8222;Teamarbeit&#8220; beteiligt. Die Gesellschafter m\u00fcssen an der Bearbeitung der erteilten Auftr\u00e4ge zumindest in der Weise mitwirken, dass die Berufstr\u00e4ger die mit einem \u00fcbernommenen Auftrag verbundenen Aufgaben untereinander aufteilen und jeder den ihm zugewiesenen Aufgabenbereich aufgrund seiner Sachkenntnis eigenverantwortlich leitet (vgl. BFH-Urteile vom 10.\u00a0Oktober 2012 VIII\u00a0R\u00a042\/10, BFHE 238, 444, BStBl II 2013, 79; in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506; in BFHE 223, 206, BStBl II 2009, 642, jeweils m.w.N.; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0442).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Erbringen die Gesellschafter einer Personengesellschaft ihre Leistungen teilweise freiberuflich und teilweise &#8211;mangels Eigenverantwortlichkeit&#8211; gewerblich, so ist ihre T\u00e4tigkeit nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG insgesamt als gewerblich zu qualifizieren (BFH-Urteil vom 4.\u00a0Juli 2007 VIII\u00a0R\u00a077\/05, BFH\/NV 2008, 53).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds\u00e4tzen ist das FG zutreffend davon ausgegangen, dass die Kl\u00e4gerin, deren sieben Mitunternehmer-Gesellschafter alle die Zulassung zum Rechtsanwalt besa\u00dfen und auch als solche t\u00e4tig waren, insoweit eine freiberufliche T\u00e4tigkeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG ausge\u00fcbt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Mitunternehmer-Gesellschafter X dar\u00fcber hinaus als (vorl\u00e4ufiger) Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder t\u00e4tig war, erzielte die Kl\u00e4gerin Eink\u00fcnfte aus sonstiger selbst\u00e4ndiger Arbeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die T\u00e4tigkeit eines Insolvenz-, Zwangs- und Vergleichsverwalters ist &#8211;auch wenn sie durch Rechtsanw\u00e4lte ausge\u00fcbt wird&#8211; nach der Rechtsprechung des BFH eine verm\u00f6gensverwaltende T\u00e4tigkeit i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG (BFH-Urteil in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Dies gilt auch f\u00fcr die T\u00e4tigkeit als vorl\u00e4ufiger Insolvenzverwalter und als Treuh\u00e4nder im Verbraucherinsolvenzverfahren. Die Befugnisse eines Treuh\u00e4nders und im Regelfall auch die eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters sind zwar nicht so weitreichend wie diejenigen des (endg\u00fcltigen) Insolvenzverwalters. Beide Aufgaben stellen jedoch &#8211;ebenso wie die T\u00e4tigkeit eines Insolvenzverwalters&#8211; keine f\u00fcr den Katalogberuf des Rechtsanwalts i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG berufstypische T\u00e4tigkeit dar. Denn ebenso wie zum Insolvenzverwalter kann auch zum vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter und zum Treuh\u00e4nder nach \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Satz 1 Nr.\u00a01 der Insolvenzordnung (InsO) bzw. \u00a7\u00a0313 InsO\u00a0a.F. jeweils i.V.m. \u00a7\u00a056 InsO eine f\u00fcr den jeweiligen Einzelfall geeignete, insbesondere gesch\u00e4ftskundige und von den Gl\u00e4ubigern und dem Schuldner unabh\u00e4ngige nat\u00fcrliche Person bestellt werden, die aus dem Kreis aller zur \u00dcbernahme von Insolvenzverwaltungen bereiten Personen auszuw\u00e4hlen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist weiterhin zutreffend davon ausgegangen, dass die Kl\u00e4gerin auch Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb erzielt hat. Die Verg\u00fctungen aus den von dem angestellten Rechtsanwalt Y als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder gef\u00fchrten Verfahren entfielen nicht auf eine leitende und eigenverantwortliche T\u00e4tigkeit der Mitunternehmer der Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die nach Aufgabe der sog. Vervielf\u00e4ltigungstheorie auch f\u00fcr den Bereich der Eink\u00fcnfte aus sonstiger selbst\u00e4ndiger Arbeit i.S. von \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG zul\u00e4ssige Mitarbeit fachlich Vorgebildeter setzt voraus, dass der Berufstr\u00e4ger trotz solcher Mitarbeiter auch in diesem Bereich seinen Beruf leitend und eigenverantwortlich i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a03 EStG aus\u00fcbt (vgl. hierzu grundlegend BFH-Urteile in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506, und in BFHE 232, 453, BStBl II 2011, 498).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diesem Erfordernis entspricht eine Berufsaus\u00fcbung nur, wenn sie \u00fcber die Festlegung der Grundz\u00fcge der Organisation und der dienstlichen Aufsicht hinaus durch Planung, \u00dcberwachung und Kompetenz zur Entscheidung in Zweifelsf\u00e4llen gekennzeichnet ist und die Teilnahme des Berufstr\u00e4gers an der praktischen Arbeit in ausreichendem Ma\u00dfe gew\u00e4hrleistet. Nur unter diesen Voraussetzungen tr\u00e4gt die Arbeitsleistung &#8211;selbst wenn der Berufstr\u00e4ger ausnahmsweise in einzelnen Routinef\u00e4llen nicht mitarbeitet&#8211; den erforderlichen &#8222;Stempel der Pers\u00f6nlichkeit&#8220; des Steuerpflichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob diese Voraussetzungen vorliegen, ist eine Frage der Tatsachenfeststellung und -w\u00fcrdigung, die den Finanzgerichten als Tatsacheninstanz obliegt. Diese W\u00fcrdigung ist jeweils nach den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen des Einzelfalls und den Besonderheiten des jeweiligen Berufs vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr die W\u00fcrdigung der vom FA und FG festzustellenden Tatsachen zur Mitarbeiterbeteiligung werden bei Aus\u00fcbung der Insolvenzverwaltert\u00e4tigkeit im Wesentlichen dadurch bestimmt, was nach den Regelungen der Insolvenzordnung zu den h\u00f6chstpers\u00f6nlich auszuf\u00fchrenden Aufgaben eines Insolvenzverwalters geh\u00f6rt (Einzelheiten im BFH-Urteil in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506, m.w.N.). Entscheidend ist, ob Organisation und Abwicklung des Insolvenzverfahrens insgesamt den &#8222;Stempel der Pers\u00f6nlichkeit&#8220; desjenigen tragen, dem nach \u00a7\u00a056 InsO das Amt des Insolvenzverwalters vom Insolvenzgericht \u00fcbertragen worden ist. Dies erfordert, dass die Entscheidungen \u00fcber das &#8222;Ob&#8220; bestimmter Einzelakte und zentrale Aufgaben im Rahmen des Insolvenzverfahrens durch den Insolvenzverwalter pers\u00f6nlich zu treffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hat er Entscheidungen dieser Art (h\u00f6chstpers\u00f6nlich) getroffen, bleibt seine T\u00e4tigkeit auch dann eine solche i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a03 EStG, wenn er das &#8222;Wie&#8220;, n\u00e4mlich die kaufm\u00e4nnisch-technische Umsetzung dieser Entscheidungen auf Dritte \u00fcbertr\u00e4gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Diese f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung von Arbeitskr\u00e4ften durch einen Insolvenzverwalter geltenden Ma\u00dfst\u00e4be (vgl. BFH-Urteil in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506, m.w.N.) sind f\u00fcr die Beurteilung der T\u00e4tigkeit eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters oder eines Treuh\u00e4nders im Verbraucherinsolvenzverfahren entsprechend heranzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen ist das FG aufgrund der von ihm getroffenen Feststellungen zu dem Ergebnis gelangt, der Gesellschafter Rechtsanwalt Y sei insoweit leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig gewesen, wie er selbst vom jeweiligen Insolvenzgericht zum (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverwalter oder Treuh\u00e4nder bestellt worden sei, da er den ihm obliegenden Kernaufgaben h\u00f6chstpers\u00f6nlich nachgekommen sei, die Entscheidungen \u00fcber das &#8222;Ob&#8220; bestimmter Einzelakte im Rahmen des Insolvenzverfahrens selbst getroffen habe und die ihm als (vorl\u00e4ufigem) Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder lt. Insolvenzordnung obliegenden zentralen Aufgaben &#8211;Berichtspflicht gegen\u00fcber den Insolvenzgerichten, der Gl\u00e4ubigerversammlung und dem Gl\u00e4ubigerausschuss, seine Pflicht zur Erstellung eines Insolvenzplanes und zur Schlussrechnungslegung&#8211; pers\u00f6nlich erf\u00fcllt habe. Der Senat ist an diese &#8211;von den Beteiligten nicht mit R\u00fcgen angegriffene&#8211; Sachverhaltsw\u00fcrdigung gebunden (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Auf Grundlage des von ihm festgestellten Sachverhaltes ist das FG jedoch ferner zu dem Ergebnis gelangt, dass die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin im Rahmen der Insolvenzverwaltung insoweit nicht eigenverantwortlich t\u00e4tig geworden sind, als sie sich des Rechtsanwalts Y als qualifiziertem Mitarbeiter bedient haben, der selbst als (vorl\u00e4ufiger) Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder bestellt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat die im Klageverfahren noch streitige Frage, ob Rechtsanwalt Y ebenfalls als Mitunternehmer der Kl\u00e4gerin anzusehen ist, auf Grundlage der von ihm getroffenen und von den Beteiligten nicht mit R\u00fcgen angegriffenen tats\u00e4chlichen Feststellungen (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO) verneint: E habe keine Mitunternehmerinitiative entfalten k\u00f6nnen. Er habe auch kein Mitunternehmerrisiko getragen, weil er ein Festgehalt und eine Umsatzbeteiligung bezogen und die Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihn Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge abgef\u00fchrt habe (vgl. BFH-Urteile in BFHE 238, 444, BStBl II 2013, 79; vom 29.\u00a0April 1992 XI\u00a0R\u00a058\/89, BFH\/NV 1992, 803). Dies ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Weiterhin hat das FG den festgestellten Sachverhalt zutreffend dahingehend gew\u00fcrdigt, dass, soweit Y vom Insolvenzgericht selbst zum (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder bestellt worden ist, unter Ber\u00fccksichtigung der unter II.2.a dargestellten Rechtsprechung des Senats zur eigenverantwortlichen T\u00e4tigkeit eines Insolvenzverwalters nicht mehr von einer eigenverantwortlichen T\u00e4tigkeit der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin ausgegangen werden k\u00f6nne. Auch dies ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Nach den vom FG unter Rz\u00a011 des Urteils vom 15.\u00a0Dezember 2011\u00a0\u00a02\u00a0K\u00a0412\/08 getroffenen Feststellungen, an die der Senat gebunden ist (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO), hat die Kl\u00e4gerin selbst vorgetragen, der Gesellschafter X \u00fcbe die Insolvenzverwaltert\u00e4tigkeit eigenverantwortlich und selbst\u00e4ndig aus. Gleiches gelte f\u00fcr Rechtsanwalt Y. Beide Verwalter veranlassten und \u00fcberwachten nach Eingang der Insolvenzakte die von ihnen jeweils angeordneten Ma\u00dfnahmen, f\u00fchrten den Schriftverkehr mit dem Schuldner, fertigten die Berichte, n\u00e4hmen die Gerichtstermine wahr und verwerteten die Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die W\u00fcrdigung des FG, dass Rechtsanwalt Y, der seine T\u00e4tigkeit in gleicher Weise wie der Gesellschafter Rechtsanwalt X aus\u00fcbe, damit &#8211;genau wie Rechtsanwalt X&#8211; leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig geworden sei, so dass im Umkehrschluss insoweit nicht mehr von einer leitenden und eigenverantwortlichen T\u00e4tigkeit der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin ausgegangen werden k\u00f6nne, verst\u00f6\u00dft weder gegen Denkgesetze noch Erfahrungss\u00e4tze und ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Die Kl\u00e4gerin tr\u00e4gt nunmehr vor, dass f\u00fcr Rechtsanwalt Y bei seiner T\u00e4tigkeit als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder die gleichen internen Arbeitsabl\u00e4ufe und Kontrollen wie bei einer Zuarbeit f\u00fcr Rechtsanwalt X gegolten h\u00e4tten. Dies kann als neuer Tatsachenvortrag in der Revisionsinstanz nicht mehr ber\u00fccksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(3) Das aus jedem Arbeitsvertrag folgende Weisungsrecht des Arbeitgebers und die damit verbundene Eingliederung in dessen betriebliche Strukturen f\u00fchren f\u00fcr sich allein nicht dazu, dass von einer leitenden und eigenverantwortlichen T\u00e4tigkeit i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Satz\u00a03 EStG des jeweiligen Berufstr\u00e4gers in Bezug auf die von dem Arbeitnehmer verrichteten T\u00e4tigkeiten ausgegangen werden kann. Andernfalls liefe dieses Merkmal weitestgehend leer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>41<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin werden im Streitfall jedoch nicht nach \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG zu solchen aus Gewerbebetrieb umqualifiziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>42<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn obwohl es sich bei den von Y als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder erzielten Ums\u00e4tzen der Kl\u00e4gerin mangels leitender und eigenverantwortlicher T\u00e4tigkeit der Gesellschafter um eine gewerbliche T\u00e4tigkeit i.S. des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG handelt (s. hierzu unter II.3.\u00a0b), ist diese von so untergeordneter Bedeutung, dass die Umqualifizierung der Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin in gewerbliche Eink\u00fcnfte zu einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Ergebnis f\u00fchren w\u00fcrde (s. hierzu unter II.3.c). Ob die Kl\u00e4gerin insoweit mangels Kostendeckung ohne Gewinnerzielungsabsicht gehandelt hat, kann daher im Streitfall dahinstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>43<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Im Unterschied zur sog. gemischten T\u00e4tigkeit eines Einzelunternehmers, bei dem gleichzeitig verrichtete gewerbliche und freiberufliche Bet\u00e4tigungen selbst bei sachlichen und wirtschaftlichen Ber\u00fchrungspunkten in der Regel getrennt zu beurteilen sind, fingiert die Regelung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG f\u00fcr gemischt t\u00e4tige Personengesellschaften s\u00e4mtliche Eink\u00fcnfte als solche aus Gewerbebetrieb, wenn die Personengesellschaft neben nicht gewerblichen T\u00e4tigkeiten gleichzeitig eine gewerbliche T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt. Unerheblich ist dabei nach dem Wortlaut der Norm, ob der gewerblichen T\u00e4tigkeit im Rahmen des gesamten Unternehmens nur geringf\u00fcgige wirtschaftliche Bedeutung zukommt (BFH-Urteile vom 10.\u00a0August 1994 I\u00a0R\u00a0133\/93, BFHE 175, 357, BStBl II 1995, 171; vom 19.\u00a0Februar 1998 IV\u00a0R\u00a011\/97, BFHE 186, 37, BStBl II 1998, 603).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>44<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Abf\u00e4rberegelung in \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG gerade im Hinblick auf diese Ungleichbehandlung zwischen Einzelunternehmen und Personengesellschaften und die erheblichen steuerrechtlichen Folgen &#8211;die grunds\u00e4tzlich unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he der gewerblichen Eink\u00fcnfte und des Verh\u00e4ltnisses zum Gesamtgewinn eintreten&#8211; grunds\u00e4tzlich best\u00e4tigt (BVerfG-Beschluss vom 15.\u00a0Januar 2008\u00a0 1\u00a0BvL\u00a02\/04, BVerfGE 120, 1, BFH\/NV 2008, Beilage\u00a03, 247, unter C.II.). Die mit der Typisierung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG verbundenen Nachteile stehen danach in einem vertretbaren Verh\u00e4ltnis zu den mit der Regelung verfolgten Zielen, die Ermittlung der Eink\u00fcnfte auch gewerblich t\u00e4tiger Personengesellschaften durch Fiktion nur einer Einkunftsart zu vereinfachen und das Gewerbesteueraufkommen zu sch\u00fctzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>45<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dabei ist das BVerfG allerdings davon ausgegangen, dass die gewerbesteuerliche Belastung auf ein zumutbares Ma\u00df gemildert wird durch die M\u00f6glichkeit, mit Hilfe gesellschaftsrechtlicher Gestaltungen der Abf\u00e4rberegelung auszuweichen (sog. Ausgliederungsmodell &#8211; vgl. hierzu BFH-Urteile vom 12.\u00a0Juni 2002 XI\u00a0R\u00a021\/99, BFH\/NV 2002, 1554; vom 19.\u00a0Februar 1998 IV\u00a0R\u00a011\/97, BFHE 186, 37, BStBl II 1998, 603, jeweils m.w.N.), durch die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer nach \u00a7\u00a035 EStG und schlie\u00dflich durch die restriktive Rechtsprechung des BFH zu \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG, u.a. durch den Ausschluss einer die Einkunftsart insgesamt fingierenden Wirkung einer origin\u00e4r gewerblichen T\u00e4tigkeit von \u00e4u\u00dferst geringem Ausma\u00df (BFH-Urteile in BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229; vom 30.\u00a0August 2001 IV\u00a0R\u00a043\/00, BFHE 196, 511, BStBl II 2002, 152; vom 29.\u00a0November 2001 IV\u00a0R\u00a091\/99, BFHE 197, 400, BStBl II 2002, 221).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>46<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Voraussetzung f\u00fcr die Anwendung von \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG ist zun\u00e4chst, dass die Gesellschaft sowohl gewerbliche als auch von diesen zu trennende nicht gewerbliche Eink\u00fcnfte erzielt, d.h. dass die unterschiedlichen T\u00e4tigkeiten nicht derart miteinander verflochten sind, dass sie sich gegenseitig unl\u00f6sbar bedingen. Ist die T\u00e4tigkeit der Gesellschaft hingegen wegen untrennbarer Verflechtung der T\u00e4tigkeiten einheitlich als origin\u00e4r gewerblich zu qualifizieren, ergibt sich die Gewerbesteuerpflicht unmittelbar aus \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 GewStG, \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG. Liegt hingegen eine einheitliche freiberufliche T\u00e4tigkeit vor, entf\u00e4llt die Anwendung von \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG (Schmidt\/Wacker, EStG, 33.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a015 Rz\u00a0186, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>47<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen f\u00fchrt der Bereich, in dem die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin nicht mehr leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig sind, zu gewerblichen Eink\u00fcnften i.S. von \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG, die getrennt von der selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit der Kl\u00e4gerin zu betrachten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>48<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Trennung der beiden T\u00e4tigkeiten ist im Streitfall m\u00f6glich, da die Mitunternehmer der Kl\u00e4gerin nur im Hinblick auf die von Y ausge\u00fcbte T\u00e4tigkeit als Insolvenzverwalter und Treuh\u00e4nder nicht leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig gewesen sind und die darauf entfallenden Ums\u00e4tze auch von den Ums\u00e4tzen aus selbst\u00e4ndiger Arbeit getrennt ermittelt werden konnten (vgl. zur Trennbarkeit bei einem Einzelunternehmen BFH-Urteil vom 8.\u00a0Oktober 2008 VIII\u00a0R\u00a053\/07, BFHE 223, 272, BStBl II 2009, 143).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>49<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der \u00fcbrigen T\u00e4tigkeiten erf\u00fcllen alle Gesellschafter in ihrer gesamth\u00e4nderischen Verbundenheit, sowohl ihrer pers\u00f6nlichen Qualifikation nach als auch mit der von ihnen und den anderen Arbeitnehmern ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit, die Voraussetzungen des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 und Nr.\u00a03 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>50<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Fall von der Beteiligung eines berufsfremden Mitunternehmers an einer freiberuflich t\u00e4tigen Mitunternehmerschaft oder der Beteiligung eines Mitunternehmers, der tats\u00e4chlich keinen freien Beruf aus\u00fcbt, da in diesen F\u00e4llen bereits die Gesellschafter in ihrer gesamth\u00e4nderischen Verbundenheit nicht die Voraussetzungen des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG erf\u00fcllen (vgl. hierzu BFH-Urteile in BFHE 238, 444, BStBl II 2013, 79, und in BFHE 223, 206, BStBl II 2009, 642).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>51<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Die gewerblichen Ums\u00e4tze der Kl\u00e4gerin sind so gering, dass der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit die Abf\u00e4rbewirkung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG im Streitfall ausschlie\u00dft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>52<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Aufgrund der dargestellten Rechtsprechung des BVerfG, das die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Abf\u00e4rberegelung u.a. auf der Grundlage der restriktiven Auslegung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG durch den BFH bejaht hat, h\u00e4lt der Senat an der Rechtsprechung fest, dass einer origin\u00e4r gewerblichen T\u00e4tigkeit einer ansonsten Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit erzielenden Personengesellschaft dann keine die \u00fcbrige T\u00e4tigkeit der Gesellschaft umqualifizierende Wirkung zukommt, wenn es sich um eine gewerbliche T\u00e4tigkeit von \u00e4u\u00dferst geringem Ausma\u00df handelt (BFH-Urteile in BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229; in BFHE 196, 511, BStBl II 2002, 152; in BFHE 197, 400, BStBl II 2002, 221; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 954).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>53<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Eine T\u00e4tigkeit von \u00e4u\u00dferst geringem Ausma\u00df, die nicht dazu f\u00fchrt, dass die gesamte T\u00e4tigkeit der Personengesellschaft einheitlich als gewerblich fingiert wird, liegt dann vor, wenn die origin\u00e4r gewerblichen Nettoumsatzerl\u00f6se 3\u00a0v.H. der Gesamtnettoumsatzerl\u00f6se der Gesellschaft und den Betrag von 24.500\u00a0EUR im Veranlagungszeitraum nicht \u00fcbersteigen<em>.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>54<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Ob es sich bei der gewerblichen T\u00e4tigkeit um eine \u00e4u\u00dferst geringf\u00fcgige T\u00e4tigkeit handelt, die nicht zur Umqualifizierung der \u00fcbrigen Eink\u00fcnfte f\u00fchrt, kann nur anhand eines Vergleichs beider T\u00e4tigkeiten festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>55<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Als geeigneter Vergleichsma\u00dfstab ist das &#8211;im Regelfall ohne Schwierigkeiten zu ermittelnde&#8211; Verh\u00e4ltnis der Nettoums\u00e4tze der gewerblichen T\u00e4tigkeit zu den Gesamtnettoums\u00e4tzen der Gesellschaft aus selbst\u00e4ndiger Arbeit und gewerblicher T\u00e4tigkeit heranzuziehen. Die erwirtschafteten Ums\u00e4tze erlauben bei typisierender Betrachtung R\u00fcckschl\u00fcsse auf den auf die verschiedenen T\u00e4tigkeiten entfallenden zeitlichen und finanziellen Aufwand der Gesellschaft und damit darauf, ob der gewerblichen T\u00e4tigkeit eine v\u00f6llig untergeordnete Bedeutung zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>56<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Hinsichtlich der H\u00f6he des Anteils der gewerblichen Ums\u00e4tze folgt der Senat nicht der Auffassung des FA, wonach lediglich ein Anteil von 1,25\u00a0v.H. als \u00e4u\u00dferst geringf\u00fcgig anzusehen ist. Zwar hat der BFH bereits entschieden, dass jedenfalls bei einem Anteil der gewerblichen Umsatzerl\u00f6se in H\u00f6he von 1,25\u00a0v.H. der Gesamtumsatzerl\u00f6se eine gewerbliche T\u00e4tigkeit von \u00e4u\u00dferst geringem Umfang vorliege (BFH-Urteil in BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229; best\u00e4tigt im BFH-Urteil in BFHE 232, 162, BStBl II 2011, 506, bei dem die gewerblichen Ums\u00e4tze jedoch noch unter 1\u00a0v.H. lagen). Eine Entscheidung, dass h\u00f6here gewerbliche Ums\u00e4tze immer zum Eintritt der Abf\u00e4rbewirkung f\u00fchren, war damit jedoch nicht getroffen. So hat der BFH bereits im Urteil in BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229 darauf hingewiesen, dass erst bei gewerblichen Ums\u00e4tzen in H\u00f6he von 6\u00a0v.H. ein \u00e4u\u00dferst geringer Umfang nicht mehr vorliegen d\u00fcrfte (unter Hinweis auf das BFH-Urteil in BFHE 175, 357, BStBl II 1995, 171). In einem sp\u00e4teren summarischen Verfahren wurde zumindest ein Umsatzanteil in H\u00f6he von 2,81\u00a0v.H. des Gesamtumsatzes noch als \u00e4u\u00dferst geringf\u00fcgig angesehen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 954).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>57<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(3) Der erkennende Senat h\u00e4lt auf dieser Grundlage einen gewerblichen Umsatzanteil von 3\u00a0v.H. typisierend noch f\u00fcr von so untergeordneter Bedeutung, dass eine Umqualifizierung der gesamten Eink\u00fcnfte unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig w\u00e4re. Dabei sind die Nettoums\u00e4tze zugrunde zu legen, um das Verh\u00e4ltnis der Ums\u00e4tze bei unterschiedlichen Umsatzsteuers\u00e4tzen nicht zu verf\u00e4lschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>58<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Zur Vermeidung einer Privilegierung von Personengesellschaften, die besonders hohe freiberufliche Ums\u00e4tze erzielen und damit in gr\u00f6\u00dferem Umfang gewerblich t\u00e4tig sein k\u00f6nnten und unter Ber\u00fccksichtigung des Normzwecks, das Gewerbesteueraufkommen zu sch\u00fctzen, ist es au\u00dferdem erforderlich, den Betrag der gewerblichen Nettoumsatzerl\u00f6se, bei dem noch von einem \u00e4u\u00dferst geringf\u00fcgigen Umfang ausgegangen werden kann, auf einen H\u00f6chstbetrag in H\u00f6he von 24.500\u00a0EUR zu begrenzen. Dieser orientiert sich an dem gewerbesteuerlichen Freibetrag f\u00fcr Personengesellschaften nach \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz 3 Nr.\u00a01 GewStG. Denn im Regelfall droht dann kein Ausfall von Gewerbesteuer, wenn bereits die gewerblichen Ums\u00e4tze unter dem gewinnbezogenen Freibetrag in H\u00f6he von 24.500\u00a0EUR liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>59<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Allerdings handelt es sich bei dem Freibetrag des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz 3 Nr.\u00a01 GewStG um eine Gewinn- und nicht um eine Umsatzgrenze. Auch liegt der Zweck dieser Regelung nicht in der Freistellung von Kleingewerbetreibenden von der Gewerbesteuer, sondern in der Herstellung einer vergleichbaren gewerbesteuerlichen Belastung im Vergleich zu Kapitalgesellschaften durch Ber\u00fccksichtigung eines fiktiven Unternehmerlohnes (vgl. zur Kritik FG M\u00fcnster, Urteil vom 19.\u00a0Juni 2008\u00a0 8\u00a0K\u00a04272\/06\u00a0G, Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1975).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>60<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Gleichwohl ist es sachgerecht, den f\u00fcr Personengesellschaften geltenden gewerbesteuerlichen Freibetrag als Umsatzgrenze f\u00fcr eine typisierende Einschr\u00e4nkung der Abf\u00e4rbewirkung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG heranzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>61<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Normzweck des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 Nr.\u00a01 GewStG steht einer Anwendung des Freibetrages als absolute Umsatzgrenze im Rahmen des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG nicht entgegen. Denn wenn auch eine Freistellung von geringen gewerblichen Eink\u00fcnften nicht Zweck der Norm ist, so ist sie doch deren Ergebnis. Da gewerbliche Ertr\u00e4ge in dieser H\u00f6he nicht mit Gewerbesteuer belastet werden, droht insoweit auch nicht die Gefahr von Steuerausf\u00e4llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>62<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dass eine Gewerbesteuerpflicht der ansonsten freiberuflichen Eink\u00fcnfte dann nicht geboten ist, wenn die gewerblichen Eink\u00fcnfte f\u00fcr sich genommen keine Gewerbesteuer zeitigen w\u00fcrden, steht im \u00dcbrigen auch im Einklang mit der Rechtsprechung des BFH, wonach auch eine Gewerbesteuerbefreiung der gewerblichen Eink\u00fcnfte auf die freiberuflichen Eink\u00fcnfte &#8222;abf\u00e4rbt&#8220;, so dass im Ergebnis keine Gewerbesteuer entsteht (BFH-Urteil in BFHE 196, 511, BStBl II 2002, 152).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>63<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es w\u00fcrde jedoch dem vorrangigen Zweck der Abf\u00e4rberegelung &#8211;der vereinfachten weil einheitlichen Eink\u00fcnfteermittlung&#8211; zuwider laufen, den Freibetrag des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 Nr.\u00a01 GewStG &#8211;wie dort vorgesehen&#8211; im Rahmen des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG als Gewinngrenze zu ber\u00fccksichtigen, da dies eine getrennte Eink\u00fcnfteermittlung f\u00fcr die verschiedenen T\u00e4tigkeiten &#8211;mit den damit verbundenen Zuordnungs- und Aufteilungsschwierigkeiten&#8211; zur Folge h\u00e4tte. Die aus Gr\u00fcnden der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit gebotene Einschr\u00e4nkung des Anwendungsbereiches des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG darf nicht dazu f\u00fchren, dass damit der eigentliche Normzweck gef\u00e4hrdet wird (so auch HHR\/Stapperfend, \u00a7\u00a015 EStG Rz\u00a01426; Korn in Korn, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0153; Kempermann, Deutsches Steuerrecht 2002, 664). Die Ber\u00fccksichtigung des Freibetrages als Umsatzgrenze vermeidet derartige Schwierigkeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>64<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Das FG hat damit im Ergebnis zutreffend die Anwendung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 EStG verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>65<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die gewerblichen Nettoums\u00e4tze betragen 15.358\u00a0EUR (1,81\u00a0v.H. der Nettogesamtums\u00e4tze) in 2003 und 21.065\u00a0EUR (2,68\u00a0v.H. der Nettogesamtums\u00e4tze) in 2004 und \u00fcberschreiten damit weder die relative Grenze von 3\u00a0v.H. der Gesamtums\u00e4tze noch den H\u00f6chstbetrag von 24.500\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>66<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Festsetzungen der Gewerbesteuermessbetr\u00e4ge waren daher aufzuheben und die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin in voller H\u00f6he als solche aus selbst\u00e4ndiger Arbeit festzustellen (so bereits BFH-Urteil in BFHE 189, 419, BStBl II 2000, 229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der VIII. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteil vom 27. August 2014 VIII R 6\/12 entschieden, dass die Eink\u00fcnfte einer GbR, die haupts\u00e4chlich Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit erzielt und daneben in geringem Umfang eine gewerbliche T\u00e4tigkeit aus\u00fcbt, dann nicht insgesamt zu gewerblichen Eink\u00fcnften umqualifiziert werden (sog. Abf\u00e4rbewirkung), wenn die gewerblichen Ums\u00e4tze eine Bagatellgrenze in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bagatellgrenze-fuer-die-abfaerbewirkung-von-geringfuegigen-gewerblichen-einkuenften-bei-einkuenften-aus-selbstaendiger-taetigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Bagatellgrenze f\u00fcr die Abf\u00e4rbewirkung von geringf\u00fcgigen gewerblichen Eink\u00fcnften bei Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger T\u00e4tigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-42856","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42856"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42856\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42856"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42856"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}