{"id":43071,"date":"2015-03-31T15:06:35","date_gmt":"2015-03-31T13:06:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43071"},"modified":"2015-03-31T15:06:35","modified_gmt":"2015-03-31T13:06:35","slug":"arbeitslosengeld-bis-vorlesungsbeginn-an-einer-hochschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/arbeitslosengeld-bis-vorlesungsbeginn-an-einer-hochschule\/","title":{"rendered":"Arbeitslosengeld bis Vorlesungsbeginn an einer Hochschule"},"content":{"rendered":"<h2>Arbeitslosengeld kann nur beanspruchen, wer den Vermittlungsbem\u00fchungen der Agentur f\u00fcr Arbeit zur Verf\u00fcgung steht. Diese Verf\u00fcgbarkeit wird bei Studierenden regelm\u00e4\u00dfig verneint, weil sie &#8211; so die gesetzliche Vermutung &#8211; nur versicherungsfreie Besch\u00e4ftigungen aus\u00fcben k\u00f6nnen. Beginnt das Studium f\u00fcr den Studierenden erst mit Beginn der Lehrveranstaltungen, so kann diese Vermutung widerlegt werden. Dies entschied in einem am 30.03.2015 ver\u00f6ffentlichten Urteil der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.<\/h2>\n<p><strong>Arbeitslose Frau begehrt Arbeitslosengeld bis Vorlesungsbeginn<\/strong><br \/>\nEine ehemals als Sachbearbeiterin t\u00e4tige Frau aus Gie\u00dfen bezog nach Aufhebung ihres Arbeitsvertrages Arbeitslosengeld. Nachdem sie der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) mitgeteilt hatte, dass sie ein Studium der Betriebswirtschaft aufnehmen werde, hob die BA die Bewilligung des Arbeitslosengeldes ab Semesterbeginn (1. September 2010) auf.<\/p>\n<p>Als eingeschriebene Studentin k\u00f6nne sie nur eine versicherungsfreie Besch\u00e4ftigung aus\u00fcben und stehe dem Arbeitsmarkt nicht zur Verf\u00fcgung. Die 29-j\u00e4hrige Frau ist hingegen der Auffassung, dass dies f\u00fcr die Zeit zwischen Semesterbeginn und Vorlesungsbeginn (4. Oktober 2010) nicht gelte.<\/p>\n<p><strong>Verf\u00fcgbarkeit bis zum Beginn der Lehrveranstaltungen<\/strong><br \/>\nDie Richter beider Instanzen gaben der Studentin Recht. Allein durch die Immatrikulation (Einschreibung an einer Hochschule) sei keine wesentliche \u00c4nderung in den tats\u00e4chlichen oder rechtlichen Verh\u00e4ltnissen eingetreten, aufgrund derer die Bewilligung des Arbeitslosengeldes aufzuheben gewesen sei. Denn die Studentin habe nachgewiesen, dass sie in der Zeit zwischen Semesterbeginn und Vorlesungsbeginn keinen Studienanforderungen ausgesetzt gewesen sei und ihr Studium im 1. Fachsemester tats\u00e4chlich erst am 4. Oktober 2010 begonnen habe. Somit habe &#8211; so die Richter &#8211; die Studentin bis zum 3. Oktober 2010 der Arbeitsvermittlung zur Verf\u00fcgung gestanden. Die gesetzliche Vermutung sei insoweit widerlegt.<\/p>\n<p>Die Revision wurde nicht zugelassen.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0LSG Hessen, Pressemitteilung vom 30.03.2015 zum Urteil L 9 AL 148\/13 vom 27.02.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitslosengeld kann nur beanspruchen, wer den Vermittlungsbem\u00fchungen der Agentur f\u00fcr Arbeit zur Verf\u00fcgung steht. Diese Verf\u00fcgbarkeit wird bei Studierenden regelm\u00e4\u00dfig verneint, weil sie &#8211; so die gesetzliche Vermutung &#8211; nur versicherungsfreie Besch\u00e4ftigungen aus\u00fcben k\u00f6nnen. Beginnt das Studium f\u00fcr den Studierenden erst mit Beginn der Lehrveranstaltungen, so kann diese Vermutung widerlegt werden. 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