{"id":43265,"date":"2015-04-27T10:36:49","date_gmt":"2015-04-27T08:36:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43265"},"modified":"2015-04-27T10:36:49","modified_gmt":"2015-04-27T08:36:49","slug":"betriebsstaette-im-eigenen-wohnhaus-wann-liegt-ein-arbeitsunfall-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/betriebsstaette-im-eigenen-wohnhaus-wann-liegt-ein-arbeitsunfall-vor\/","title":{"rendered":"Betriebsst\u00e4tte im eigenen Wohnhaus: Wann liegt ein Arbeitsunfall vor?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Betriebsst\u00e4tte im eigenen Wohnhaus: Wann liegt ein Arbeitsunfall vor?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die meisten Unf\u00e4lle passieren in den eigenen 4 W\u00e4nden. Das ist normalerweise Privatsache. Wer sich allerdings zu Hause eine Betriebsst\u00e4tte eingerichtet hat, k\u00f6nnte einen Arbeitsunfall geltend machen. Ob tats\u00e4chliche die gesetzliche Unfallversicherung zahlen muss, h\u00e4ngt wie immer vom Einzelfall ab.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine freiwillig gesetzlich versicherte, selbstst\u00e4ndige Werbetexterin und Journalistin hielt sich in ihrem h\u00e4uslichen Arbeitszimmer auf und war ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit nachgegangen. Als der Postbote klingelte, begab sie sich vom ersten Stock ins Erdgeschoss. Auf der Treppe kam sie ins Straucheln und st\u00fcrzte. Sie erlitt Prellungen von Handgelenk und Lendenwirbels\u00e4ule sowie einen Bruch eines Mittelfu\u00dfknochens. Diese Verletzungen f\u00fchrten zu einer Arbeitsunf\u00e4higkeit von rund 6 Wochen. In dem Paket befand sich nicht das von der Kl\u00e4gerin erwartete B\u00fcromaterial, sondern Kaffee-Kapseln f\u00fcr eine \u00fcberwiegend privat genutzte Kaffeemaschine.<\/p>\n<p>Die gesetzliche Unfallversicherung weigerte sich, den Unfall als Arbeitsunfall anzuerkennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><br \/>\nDas Landessozialgericht Baden-W\u00fcrttemberg sah in dem Sturz ebenfalls keinen Arbeitsunfall.<\/p>\n<p>Unstreitig ist zwar, dass, wenn sich die Wohnung des Versicherten und die Arbeitsst\u00e4tte in einem Haus befinden, Unf\u00e4lle auf Wegen in den zur Arbeitsst\u00e4tte geh\u00f6renden Betriebsr\u00e4umen grunds\u00e4tzlich unter Versicherungsschutz stehen. Schwierig ist aber die Zuordnung einer T\u00e4tigkeit zum privaten oder betrieblichen Bereich. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung ist die Handlungstendenz des Versicherten zum Zeitpunkt des Unfalls entscheidend.<\/p>\n<p>Zur Feststellung der objektiven Handlungstendenz kommt es gerade nicht auf die subjektive Vorstellung des Versicherten an, sondern auf die objektiven Umst\u00e4nde des Einzelfalls.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin konnte nach Einsch\u00e4tzung des Gerichts nicht wissen, ob der Postdienst das bestellte B\u00fcromaterial, die Kaffeekapseln oder vielleicht auch nur ein f\u00fcr den Nachbarn bestimmtes Paket abgeben wollte. Der Weg zur Haust\u00fcr ist deshalb von der Kl\u00e4gerin nicht mit wesentlich betrieblicher Handlungstendenz zur\u00fcckgelegt worden. Vielmehr habe die private Handlungstendenz klar \u00fcberwogen.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass die Treppe nicht wesentlich den Zwecken des Unternehmens der Kl\u00e4gerin dient. Schlie\u00dflich habe diese die Treppe mehrmals t\u00e4glich benutzt, um im privat genutzten Bereich des Erdgeschosses privaten Dingen nachzugehen.<\/p>\n<p>Eine st\u00e4ndige, nicht nur gelegentliche betriebliche Nutzung der Treppe sah das Gericht deshalb nicht. Deshalb handelt es sich bei dem Unfall auch nicht um einen Arbeitsunfall und die gesetzliche Unfallversicherung muss nicht zahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebsst\u00e4tte im eigenen Wohnhaus: Wann liegt ein Arbeitsunfall vor? \u00a0 Die meisten Unf\u00e4lle passieren in den eigenen 4 W\u00e4nden. Das ist normalerweise Privatsache. Wer sich allerdings zu Hause eine Betriebsst\u00e4tte eingerichtet hat, k\u00f6nnte einen Arbeitsunfall geltend machen. 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