{"id":43508,"date":"2015-06-02T13:58:29","date_gmt":"2015-06-02T11:58:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43508"},"modified":"2015-06-02T13:58:29","modified_gmt":"2015-06-02T11:58:29","slug":"neuregelungen-bei-der-gewinnrealisierung-von-abschlagszahlungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/neuregelungen-bei-der-gewinnrealisierung-von-abschlagszahlungen\/","title":{"rendered":"Neuregelungen bei der Gewinnrealisierung von Abschlagszahlungen"},"content":{"rendered":"<h2>Im Oktober letzten Jahres ver\u00f6ffentlichte der Bundesfinanzhof (BFH) seine Entscheidung (Az.: VIII R 25\/11) \u00fcber den Entstehungszeitpunkt der Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach der Honorarordnung f\u00fcr Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI). Er entschied entgegen seiner bisherigen Rechtsprechung, dass erhaltene Anzahlungen f\u00fcr einzelne Leistungsphasen der HOAI, f\u00fcr die eine nachpr\u00fcfbare Rechnung vorliegt, &#8222;endg\u00fcltig verdient&#8220; sind. Somit ist eine Bilanzierung einer teilfertigen Arbeit f\u00fcr einzelne abgeschlossene Leistungsphasen der HOAI nicht mehr m\u00f6glich.<\/h2>\n<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) teilt die Auffassung des BFH und hat das Urteil im Bundessteuerblatt ver\u00f6ffentlicht (BStBl. II 2014, S. 968). In seinem Schreiben vom 13.05.2015 an die Bundesarchitektenkammer hat das BMF zudem eine \u00dcbergangsfrist &#8211; entgegen erster Ver\u00f6ffentlichungen &#8211; f\u00fcr die Anwendung einger\u00e4umt. Die Entscheidung ist erst ab dem Wirtschaftsjahr 2015 und damit nicht r\u00fcckwirkend anzuwenden. Nach den Grunds\u00e4tzen der Entscheidung kann der im Jahr 2015 entstandene Gewinn zudem gleichm\u00e4\u00dfig auf 2015 und 2016 oder auf 2015, 2016 und 2017 verteilt werden. Weiterhin f\u00fchrt das BMF aus, dass diese Regelung neben Abschlagszahlungen auf Grundlage der HOAI auch auf alle Abschlagszahlungen nach \u00a7 632a BGB anzuwenden ist. Demnach sind nunmehr alle bilanzierenden Unternehmen, die Abschlagszahlungen in Rechnung stellen, von dieser Regelung betroffen.<\/p>\n<p>Diese Ansicht des BMF ist kritisch zu betrachten, da nach dem Realisationsprinzip Gewinne nur dann zu ber\u00fccksichtigen sind, wenn sie am Abschlussstichtag entstanden sind. Bei Werkvertr\u00e4gen tritt dieser erst im Zeitpunkt des Gefahren\u00fcberganges also im Zeitpunkt der Abnahme des Werkes ein. Durch die Anwendung der Regelung durch die Finanzverwaltung wird zudem eine weitere Abweichung von Handels- und Steuerbilanz eingef\u00fchrt, die zu einer Komplizierung in Kombination mit einem b\u00fcrokratischen Mehraufwand f\u00fchrt und somit abzulehnen ist.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0DStV, Mitteilung vom 29.05.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober letzten Jahres ver\u00f6ffentlichte der Bundesfinanzhof (BFH) seine Entscheidung (Az.: VIII R 25\/11) \u00fcber den Entstehungszeitpunkt der Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen nach der Honorarordnung f\u00fcr Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI). Er entschied entgegen seiner bisherigen Rechtsprechung, dass erhaltene Anzahlungen f\u00fcr einzelne Leistungsphasen der HOAI, f\u00fcr die eine nachpr\u00fcfbare Rechnung vorliegt, &#8222;endg\u00fcltig verdient&#8220; sind. 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