{"id":43580,"date":"2015-06-14T11:16:05","date_gmt":"2015-06-14T09:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43580"},"modified":"2015-06-14T11:16:05","modified_gmt":"2015-06-14T09:16:05","slug":"mindestlohn-verringert-lohnunterschiede-zwischen-maennern-und-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/mindestlohn-verringert-lohnunterschiede-zwischen-maennern-und-frauen\/","title":{"rendered":"Mindestlohn verringert Lohnunterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen"},"content":{"rendered":"<p>In einer Simulationsstudie hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Wirkungen des Mindestlohnes auf die geschlechtsspezifische Lohnl\u00fccke untersucht. Basierend auf Daten von abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten des Sozio-oenonomischen Panels (SOEP) 2012 wird die Lohnl\u00fccke f\u00fcr verschiedene Szenarien berechnet, die sich darin unterscheiden, ob Besch\u00e4ftigungseffekte des Mindestlohnes ber\u00fccksichtigt sind und wenn ja, in welcher Form. Zum 1. Januar 2015 war in Deutschland ein fl\u00e4chendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde eingef\u00fchrt worden.<br \/>\nDie mittlere unbereinigte Lohnl\u00fccke liegt vor der Einf\u00fchrung des Mindestlohnes bei 19,6 %. Frauen verdienen demnach durchschnittlich 19,6 % weniger als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Die L\u00fccke ist am unteren Ende der Lohnverteilung ausgepr\u00e4gter als am oberen Ende. Im Szenario, in dem von Null-Besch\u00e4ftigungseffekten ausgegangen wird, zeigt sich nach Einf\u00fchrung des Mindestlohnes eine deutliche Verringerung der durchschnittlichen Lohnl\u00fccke um 2,5 Prozentpunkte (pp) auf 17,1 %. Dabei konzentriert sich der Effekt vollst\u00e4ndig auf die unteren drei 5 %-Quantile der Lohnverteilung. Die Einf\u00fchrung des Mindestlohnes bei konstant gehaltener Besch\u00e4ftigung reduziert daher vor allem die Klebeeffekte im unteren Einkommensbereich. Dass aus der Mindestlohneinf\u00fchrung keinerlei Arbeitsnachfrageanpassungen resultieren, ist allerdings in der mittleren bis langen Frist nicht plausibel.<\/p>\n<p>Die simulierten Besch\u00e4ftigungseffekte unterscheiden sich vor allem je nach Marktmodell und unterstellter Lohnelastizit\u00e4t der Arbeitsnachfrage. Bei einer Arbeitsnachfrageelastizit\u00e4t von -0,2 (-1,2) verlieren unter der Annahme eines neoklassischen Arbeitsmarktes 5,0 % (24,3 %) der vom Mindestlohn betroffenen Besch\u00e4ftigten bzw. 0,6 % (3,0 %) aller Besch\u00e4ftigten ihren Job. Bei einer sechsfach st\u00e4rkeren Arbeitsnachfragereaktion verf\u00fcnffachen sich also die Besch\u00e4ftigungsverluste. Wird ein monopsonistischer Arbeitsmarkt unterstellt, betragen die Besch\u00e4ftigungseffekte nur etwa ein Drittel bis die H\u00e4lfte des neoklassischen Falls. Durch die Ber\u00fccksichtigung von Besch\u00e4ftigungsverlusten nimmt der erkl\u00e4rte Teil der L\u00fccke zugunsten des unerkl\u00e4rten Teils weiter geringf\u00fcgig ab. Dies gilt f\u00fcr beide Arbeitsmarktmodelle. Dies hat mit dem weiter r\u00fcckl\u00e4ufigen Erkl\u00e4rungsbeitrag des Besch\u00e4ftigungsumfangs auf die Lohnl\u00fccke zu tun. Die Erkl\u00e4rungsbeitr\u00e4ge der \u00fcbrigen Einflussgruppen bleiben nahezu konstant. Die Ber\u00fccksichtigung von Besch\u00e4ftigungseffekten f\u00fchrt demnach bei H\u00f6he und Struktur der Lohnl\u00fccke nur unter recht restriktiven Annahmen zu Ver\u00e4nderungen, und selbst diese sind gering.<\/p>\n<p>Fazit: Die Einf\u00fchrung des Mindestlohnes kann durchaus zu einer Reduktion der Lohnl\u00fccke zwischen Frauen und M\u00e4nnern f\u00fchren. Die Abmilderung der Einkommensungleichheit insbesondere am unteren Rand der Einkommensverteilung wird allerdings mit gewissen Besch\u00e4ftigungsverlusten erkauft.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0HWWI, Pressemitteilung vom 12.06.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Simulationsstudie hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Wirkungen des Mindestlohnes auf die geschlechtsspezifische Lohnl\u00fccke untersucht. Basierend auf Daten von abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten des Sozio-oenonomischen Panels (SOEP) 2012 wird die Lohnl\u00fccke f\u00fcr verschiedene Szenarien berechnet, die sich darin unterscheiden, ob Besch\u00e4ftigungseffekte des Mindestlohnes ber\u00fccksichtigt sind und wenn ja, in welcher Form. Zum 1. 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