{"id":43751,"date":"2015-07-15T15:26:35","date_gmt":"2015-07-15T13:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43751"},"modified":"2015-07-15T15:26:35","modified_gmt":"2015-07-15T13:26:35","slug":"ein-betriebspruefer-hat-im-finanzamt-seine-regelmaessige-arbeitsstaette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ein-betriebspruefer-hat-im-finanzamt-seine-regelmaessige-arbeitsstaette\/","title":{"rendered":"Ein Betriebspr\u00fcfer hat im Finanzamt seine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<h2>Ein Amtsbetriebspr\u00fcfer, der ca. zwei Drittel seiner T\u00e4tigkeit in seinem B\u00fcro im Finanzamt aus\u00fcbt, hat dort seine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte. Dies hat der 4. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 12. Juni 2015 (Az. 4 K 3395\/13 E) entschieden.<\/h2>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist als Betriebspr\u00fcfer beim beklagten Finanzamt besch\u00e4ftigt. Ihm steht dort ein eingerichteter Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung, den er im Streitjahr 2012 an 185 Tagen aufsuchte. Von seiner gesamten Arbeitszeit entfielen etwa zwei Drittel auf diesen Arbeitsplatz (Pr\u00fcfungsvor- und -nachbereitungen sowie Pr\u00fcfungen im Innendienst). Die \u00fcbrige Arbeitst\u00e4tigkeit \u00fcbte der Kl\u00e4ger im Au\u00dfendienst aus. Das Finanzamt ber\u00fccksichtigte f\u00fcr die Fahrten des Kl\u00e4gers zwischen Wohnung und Finanzamt lediglich die Entfernungspauschale. Demgegen\u00fcber machte der Kl\u00e4ger die tats\u00e4chlichen Kosten sowie Verpflegungsmehraufwendungen geltend, weil die Pr\u00fcfungshandlungen vor Ort nach seiner Ansicht den qualitativen Schwerpunkt der T\u00e4tigkeit eines Au\u00dfenpr\u00fcfers ausmachten.<\/p>\n<p>Dies sah das Gericht anders und wies die Klage ab. Ein h\u00f6herer Fahrtkostenabzug sowie eine Ber\u00fccksichtigung von Verpflegungsmehraufwendungen k\u00e4men nicht in Betracht, weil der Kl\u00e4ger im Finanzamt seine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte habe. Seinen dortigen Arbeitsplatz habe er nachhaltig und regelm\u00e4\u00dfig aufgesucht. Gegen\u00fcber den anderen T\u00e4tigkeitsorten komme diesem Arbeitsplatz eine herausragende Stellung zu. Der Kl\u00e4ger habe sich auf regelm\u00e4\u00dfige Fahrten zum Finanzamt einstellen und seine Fahrtkosten dementsprechend minimieren k\u00f6nnen. Unabh\u00e4ngig davon liege auch der qualitative Schwerpunkt seiner T\u00e4tigkeit im Finanzamt. Ma\u00dfgeblich sei insoweit die T\u00e4tigkeit, die er seinem Dienstherrn schulde. Hierzu geh\u00f6rten auch die Pr\u00fcfungsvorbereitung und das Abfassen der Pr\u00fcfungsberichte, die nicht als unbedeutende Hilfst\u00e4tigkeiten anzusehen seien. Auch die nicht unbedeutende Zahl der an Amtsstelle durchgef\u00fchrten Pr\u00fcfungen sei bei dieser Beurteilung zu ber\u00fccksichtigen. Der Streitfall sei anders gelagert als der dem BFH-Urteil vom 9. Juni 2011 (Az. VI R 58\/09) zugrunde liegende Fall einer Betriebspr\u00fcferin mit einem Heimarbeitsplatz, die das Finanzamt nur selten aufsucht.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.07.2015 zum Urteil 4 K 3395\/13 vom 12.06.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Amtsbetriebspr\u00fcfer, der ca. zwei Drittel seiner T\u00e4tigkeit in seinem B\u00fcro im Finanzamt aus\u00fcbt, hat dort seine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte. Dies hat der 4. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit Urteil vom 12. Juni 2015 (Az. 4 K 3395\/13 E) entschieden. Der Kl\u00e4ger ist als Betriebspr\u00fcfer beim beklagten Finanzamt besch\u00e4ftigt. 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