{"id":43784,"date":"2015-07-28T12:59:31","date_gmt":"2015-07-28T10:59:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=43784"},"modified":"2015-07-28T12:59:31","modified_gmt":"2015-07-28T10:59:31","slug":"schaetzungsmethode-des-zeitreihenvergleichs-nur-unter-einschraenkungen-zulaessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schaetzungsmethode-des-zeitreihenvergleichs-nur-unter-einschraenkungen-zulaessig\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4tzungsmethode des Zeitreihenvergleichs nur unter Einschr\u00e4nkungen zul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<h2>Der X. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat sich mit Urteil vom 25.03.2015 X R 20\/13 zu der Sch\u00e4tzungsmethode des Zeitreihenvergleichs ge\u00e4u\u00dfert. Diese Methode wird von der Finanzverwaltung im Rahmen von Au\u00dfenpr\u00fcfungen insbesondere bei Gastronomiebetrieben zunehmend h\u00e4ufig angewandt.<\/h2>\n<p>Dabei handelt es sich um eine mathematisch-statistische Verprobungsmethode, bei der die j\u00e4hrlichen Erl\u00f6se und Wareneink\u00e4ufe des Betriebs in kleine Einheiten &#8211; regelm\u00e4\u00dfig in Zeitr\u00e4ume von einer Woche &#8211; zerlegt werden. F\u00fcr jede Woche wird sodann der Rohgewinnaufschlagsatz (das Verh\u00e4ltnis zwischen Erl\u00f6sen und Eink\u00e4ufen) ermittelt. Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass der h\u00f6chste Rohgewinnaufschlagsatz, der sich f\u00fcr einen beliebigen Zehn-Wochen-Zeitraum ergibt, auf das gesamte Jahr anzuwenden ist. Dadurch werden rechnerisch zumeist erhebliche Hinzusch\u00e4tzungen zu den vom Steuerpflichtigen angegebenen Erl\u00f6sen ausgewiesen.<\/p>\n<p>Der BFH hat diese Sch\u00e4tzungsmethode nunmehr nur unter folgenden Einschr\u00e4nkungen zugelassen:<\/p>\n<div class=\"clearBoth\"><\/div>\n<ol class=\"numerisch\">\n<li>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Erl\u00f6sen und Wareneink\u00e4ufen im Betrieb muss \u00fcber das ganze Jahr hinweg weitgehend konstant sein.<\/li>\n<li>Bei einer formell ordnungsm\u00e4\u00dfigen Buchf\u00fchrung ist der Zeitreihenvergleich zum Nachweis materieller M\u00e4ngel der Buchf\u00fchrung von vornherein ungeeignet.<\/li>\n<li>Ist die Buchf\u00fchrung zwar formell nicht ordnungsgem\u00e4\u00df, sind aber materielle Unrichtigkeiten nicht konkret nachgewiesen, sind andere Sch\u00e4tzungsmethoden vorrangig.<\/li>\n<li>Auch wenn solche anderen Sch\u00e4tzungsmethoden nicht zur Verf\u00fcgung stehen, d\u00fcrfen die Ergebnisse eines Zeitreihenvergleichs nicht unbesehen \u00fcbernommen werden, sondern k\u00f6nnen allenfalls einen Anhaltspunkt f\u00fcr eine Hinzusch\u00e4tzung bilden.<\/li>\n<li>Nur wenn die materielle Unrichtigkeit der Buchf\u00fchrung bereits aufgrund anderer Erkenntnisse feststeht, k\u00f6nnen die Ergebnisse eines &#8211; technisch korrekt durchgef\u00fchrten &#8211; Zeitreihenvergleichs auch f\u00fcr die H\u00f6he der Hinzusch\u00e4tzung herangezogen werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In diesem Zusammenhang hat der BFH ferner entschieden, dass beim Einsatz eines programmierbaren Kassensystems bereits das Fehlen der hierf\u00fcr aufbewahrungspflichtigen Unterlagen (Betriebsanleitung, Programmierprotokolle) einen formellen Mangel der Buchf\u00fchrung darstellt, der grunds\u00e4tzlich schon f\u00fcr sich genommen zu einer Hinzusch\u00e4tzung berechtigt.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0BFH, Pressemitteilung Nr. 51\/15 vom 22.07.2015 zum Urteil X R 20\/13 vom 25.03.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der X. 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