{"id":44082,"date":"2015-09-04T17:36:14","date_gmt":"2015-09-04T15:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=44082"},"modified":"2015-09-04T17:36:14","modified_gmt":"2015-09-04T15:36:14","slug":"kommission-fordert-bessere-mehrwertsteuererhebung-von-den-mitgliedstaaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kommission-fordert-bessere-mehrwertsteuererhebung-von-den-mitgliedstaaten\/","title":{"rendered":"Kommission fordert bessere Mehrwertsteuererhebung von den Mitgliedstaaten"},"content":{"rendered":"<h2>Bei der Erhebung der Mehrwertsteuer konnten die Mitgliedstaaten keine signifikanten Verbesserungen erzielen. Das geht aus den neuesten Zahlen, die die Europ\u00e4ische Kommission heute ver\u00f6ffentlicht hat, hervor.<\/h2>\n<p>Die Mehrwertsteuer-Erhebungsdaten des Jahres 2013 zeigen, dass sich die Differenz zwischen den erwarteten MwSt-Einnahmen und dem tats\u00e4chlich erhobenen Betrag (die so genannte &#8222;Mehrwertsteuerl\u00fccke&#8220;) gegen\u00fcber 2012 nicht verbessert hat. In 15 Mitgliedstaaten, unter anderem in Lettland, Malta und der Slowakei, ist zwar eine Verbesserung erkennbar, doch haben sich die Zahlen in 11 Mitgliedstaaten, darunter Estland und Polen, verschlechtert.<\/p>\n<p>In dem Bericht wird der entgangene Mehrwertsteuerbetrag f\u00fcr die EU insgesamt auf 168 Mrd. Euro gesch\u00e4tzt. Dies entspricht f\u00fcr die 26 erfassten Mitgliedstaaten einem Einnahmenverlust von 15,2 % und ist auf Betrug und Steuerhinterziehung, Steuerumgehung, Insolvenz, Zahlungsunf\u00e4higkeit sowie Fehlkalkulationen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Hierzu sagte Pierre Moscovici, EU-Kommissar f\u00fcr Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll: &#8222;Dieser wichtige Bericht macht erneut deutlich, dass bei s\u00e4mtlichen Mehrwertsteuer-Erhebungssystemen in der EU noch immer Reformbedarf besteht. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, die erforderlichen Ma\u00dfnahmen zu treffen, um auf allen Ebenen gegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug vorzugehen. Dies bleibt ein \u00e4u\u00dferst wichtiges Thema und steht ganz oben auf der Tagesordnung dieser Kommission.&#8220;<\/p>\n<p>Der neue Bericht zur Mehrwertsteuerl\u00fccke enth\u00e4lt nicht nur detaillierte Angaben zur Differenz zwischen dem Mehrwertsteuerbetrag, der theoretisch einbringbar ist, und dem Mehrwertsteuerbetrag, der 2013 von den Mitgliedstaaten tats\u00e4chlich eingezogen wurde, sondern erm\u00f6glicht auch einzusch\u00e4tzen, wie wirksam die Durchsetzungs- und Einhaltungsma\u00dfnahmen im Bereich der Mehrwertsteuer sind. Des Weiteren werden die wichtigsten Trends bei der Mehrwertsteuererhebung aufgezeigt, und es wird analysiert, wie sich das Wirtschaftsklima und politische Entscheidungen auf die Mehrwertsteuer-Einnahmen ausgewirkt haben.<\/p>\n<p>Im Jahr 2013 lagen die gesch\u00e4tzten Mehrwertsteuerl\u00fccken der Mitgliedstaaten zwischen 4 % (Finnland, Niederlande und Schweden) und 41 % (Rum\u00e4nien).<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\nDer Bericht zur Mehrwertsteuerl\u00fccke wird von der Kommission als Teil ihrer Anstrengungen zur Reformierung des Mehrwertsteuer-Systems in Europa und zur Bek\u00e4mpfung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung finanziert. Die Kommission hat bereits Leitaktionen festgelegt und eine Reihe von Ma\u00dfnahmen getroffen, um die Mitgliedstaaten entsprechend zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Von wesentlicher Bedeutung sind hierf\u00fcr in erster Linie ein h\u00e4rteres Vorgehen gegen Steuerhinterziehung und eine strengere Durchsetzung auf nationaler Ebene. Im Rahmen der im Dezember 2011 begonnenen Mehrwertsteuer-Reform wurden bereits wichtige Instrumente zur Gew\u00e4hrleistung eines besseren Schutzes gegen Mehrwertsteuer-Betrug geschaffen, und durch den Schnellreaktionsmechanismus k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten viel schneller und wirksamer auf unvermittelt auftretende Arten von schwerwiegendem Mehrwertsteuerbetrug reagieren. Des Weiteren unterst\u00fctzt die Kommission das Eurofisc-Netzwerk, das mittels Austausch operativer Informationen die Kapazit\u00e4ten der Mitgliedstaaten zur Bek\u00e4mpfung grenz\u00fcberschreitender betr\u00fcgerischer Netze st\u00e4rken soll.<\/p>\n<p>Zweitens hat die Kommission an der Vereinfachung der Steuersysteme gearbeitet, um den Steuerpflichtigen die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern. So traten im Jahr 2013 beispielsweise Ma\u00dfnahmen in Kraft, die die elektronische Rechnungsstellung vereinfachen, sowie besondere Regelungen f\u00fcr kleine Unternehmen. Seit dem 1. Januar 2015 gibt es eine einzige Anlaufstelle (One Stop Shop), die es Unternehmen, die elektronische, Rundfunk- und Telekommunikationsdienstleistungen erbringen, erm\u00f6glicht, f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeiten in der gesamten EU eine einzige Mehrwertsteuer-Erkl\u00e4rung abzugeben.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich m\u00fcssen die Mitgliedstaaten zur Verringerung der Mehrwertsteuerl\u00fccke ihre nationalen Steuersysteme reformieren und ihre Verwaltungsbeh\u00f6rden modernisieren. Die Kommission hat Ma\u00dfnahmen festgelegt, mit denen diese Ziele verwirklicht werden k\u00f6nnen, und ist bereit, die Mitgliedstaaten auf Antrag in technischen Fragen koordinierend zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"keinBildUmfluss\">Quelle:\u00a0EU-Kommission, Pressemitteilung vom 04.09.2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Erhebung der Mehrwertsteuer konnten die Mitgliedstaaten keine signifikanten Verbesserungen erzielen. 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